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Anis: 4 Wirkungen & 3 Verwendungen der Heilpflanze

Anis kennen wir vor allem aus der Weihnachtszeit. Das Gewürz verfeinert aber nicht nur traditionelle Gebäcke und Plätzchen: Auch klassischen Spirituosen verleiht es seine unverwechselbare Note. Anis ist jedoch viel mehr als nur ein leckeres Gewürz: Die Heilpflanze besitzt Eigenschaften, die bereits unsere Vorfahren zu Heilzwecken nutzten. Wir klären dich über Wirkungen und Anwendungen von Anis auf.

Anis wirkt mit ihren zarten, weiß-gelben Blüten auf den ersten Blick recht unscheinbar. Die kleinen, graubraunen Samen der Pflanze stecken jedoch voller Potenzial: Sie sind ein wahrer Helfer im Kampf gegen Husten, Völlegefühl und Verdauungsproblemen. Wissenswertes über die Heilpflanze des Jahres 2014 erfährst du im Folgenden.

Wissenswertes über Anis

Wissenswertes über Anis

Anis' wissenschaftlicher Name lautet Pimpinella anisum. Die einjährige, krautige Gewürz- und Heilpflanze erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 60 Zentimetern und besitzt weiße bis leicht gelbliche Blüten. Du erkennst die Pflanze aber auch an ihrem typischen Anisgeruch, insbesondere dann, wenn du ihre feinen Blättchen zwischen den Fingern zerreibst. Das Interessanteste an der Pflanze sind allerdings ihre graugrünen bis graubraunen Früchte, denn aus ihnen wird das Gewürz entwickelt, das wir aus der Küche kennen. Dafür werden die Anisfrüchte zuvor getrocknet und in der Regel anschließend gemahlen. Anis besitzt ein süßes und leicht herbes Aroma, das besonders dann heraussticht, wenn die Früchte gemahlen werden. Das besondere Aroma der Heilpflanze ist übrigens auf einen bestimmten Inhaltsstoff zurückzuführen, nämlich dem Anethol.

Herkunft und Geschichte

Die genaue Herkunft von Anis ist bis heute nicht bekannt. Vermutlich stammt die Gewürzpflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum, etwa aus Kroatien oder Albanien. Heute wird sie weltweit überall dort angebaut, wo ein gemäßigtes Klima den Anbau zulässt. Dazu zählen vor allem Mittelamerika und -europa, Südeuropa und Japan. Das Hauptanbaugebiet ist allerdings das südliche Russland.

Die Verwendung von Anis hat in Europa eine lange Tradition. Das aus der Pflanze gewonnene Anisöl wurde unter anderem zur Würzung von alkoholischen Getränken genutzt. Wenn du schon einmal Ouzo oder Pernod getrunken hast, dann bist du bereits in den Genuss von Anis gekommen. Neben alkoholischen Getränken verwendete man die Früchte aber auch als Würzmittel für Brot und Gebäcke. Heute kennen wir es insbesondere aus weihnachtlichen Knabbereien: das Gewürz steckt in Printen, Honigkuchen und Pfeffernüssen.

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Anis nicht nur als Würzmittel begehrt war, sondern auch als Heilpflanze diente. Die alten Griechen wussten beispielsweise bereits um seine wirkungsvollen Kräfte gegen Husten und Bronchitis. Damals verwendete man die Pflanze allerdings ebenfalls zum Aromatisieren, beispielsweise von Parfüms, Weinen und Ölen.

Anis versus Sternanis

Sternanis

Anis und Sternanis werden häufig verwechselt oder zumindest für die gleiche Pflanzenart gehalten. Kein Wunder, schließlich besitzen beide einen einzigartigen würzigen Geschmack und sind beliebte Würzmittel in der Weihnachtszeit. Dabei sind die beiden Pflanzen weder botanisch miteinander verwandt, noch kommen sie aus den gleichen Gebieten der Welt. Während die Sternanis die Frucht eines Baumes ist, stammen die Anisfrüchte aus einer einjährigen krautigen Pflanze. Außerdem wird Anis nicht nur zum Würzen, sondern auch zu Heilzwecken verwendet. Sternanis ist dagegen eher ein dekoratives Mittel, das primär zum Würzen als für Heilzwecke verwendet wird.

Inhaltsstoffe von Anis

Anis zeichnet sich insbesondere durch seinen hohen Gehalt an ätherischem Öl aus. Dieses wiederum besteht mit 90 bis 95 Prozent zum größten Teil aus trans-Anethol, welches seinerseits für den typischen Anisgeruch und -geschmack verantwortlich ist. Neben ätherischem Öl finden sich in Anis unter anderem Anissäure, Isoanethol, Euganol, Kaffeesäure und Vitamin C. Das ätherische Öl macht bis zu fünf Prozent des Inhalts der getrockneten Früchte aus.

Gemeinsam wirken die Inhaltsstoffe der Anissamen auf vielerlei Weisen, so zum Beispiel schleimfördernd, antimikrobiell und leicht krampflösend. Über weitere Wirkungen der Pflanze klären wir dich im Folgenden auf.

Wirkungen von Anis

Anis ist ein klassisches Weihnachtsgewürz, das sogar gesundheitlich einen großen Vorteil in der kalten Jahreszeit bietet. Schließlich hilft es dem Körper, sich schneller von einer Erkältung oder Bronchitis zu erholen. Daneben zeigt die Heilpflanze in neuen Studien gar eine antivirale Wirkung, welche vor allem effektiv gegen den Herpestyp simplex Typ 1 zu sein scheint. Anis lässt sich für Heilzwecke sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden.

Neben den nachfolgenden Wirkungen lässt sich Anis auch bei folgenden Beschwerden einsetzen:

  • Menstruationsbeschwerden
  • Niedergeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Bisswunden
  • Zahnfleischentzündungen
  • Mundgeruch
  • Leberproblemen

Fördert die Verdauung

Dank seiner leicht entkrampfenden Eigenschaften kannst du Anis bei unangenehmen Völlegefühlen, Verdauungsbeschwerden, aber auch bei Blähungen verwenden. Außerdem lindern Anisfrüchte Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit oder Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch. Damit du von den Eigenschaften der Heilpflanze profitieren kannst, musst du die Anissamen innerlich einnehmen.

Bei Erkrankungen der Atemwege

Jeder wird hin und wieder einmal von einer Erkältung geplagt. Bevor du dich aber mit teuren Medikamenten aus der Apotheke versorgst, kannst du deinem Körper auch mit altbewährten Hausmitteln etwas Gutes tun. Das ätherische Öl der Anissamen wirkt sowohl schleimlösend als auch hustenstillend. Durch den Verzehr von Anis wird festsitzendes Sekret leichter löslich und kann so besser aus den Bronchien abtransportiert werden. Gleichzeitig verschafft der Verzehr der Heilpflanze Linderung bei deinem Husten. Du kannst sie gezielt bei Erkältungen, Bronchitis oder auch einer Nasennebenhöhlenentzündung anwenden.

Bei Osteoporose

Bei Osteoporose

Anis kann zudem bei Osteoporose, die im Alter durch einen Östrogenmangel bedingt wird, Linderung verschaffen. Grund dafür sollen östrogenartige Pflanzenstoffe in den Samen sein. Diese Wirkungen sind nicht wissenschaftlich bewiesen, einige Untersuchungen geben jedoch erste Anzeichen dafür, dass Anis hier tatsächlich Besserung verschaffen kann. Bedenke jedoch, dass die Heilpflanze lediglich als unterstützende Maßnahme zu einer Therapie oder Behandlung eingesetzt werden sollte.

Für stillende Mütter

Die östrogenartigen Pflanzenstoffe der Anissamen können auch stillenden oder werdenden Müttern zugutekommen: Das im Anis enthaltene Estragol und das östrogenartige Photoanethol sollen die Milchbildung fördern und können so bei jungen Müttern, die Probleme mit dem Stillen haben, unterstützend wirken.

Hier eignet sich auch wunderbar eine Teekombination aus Fenchel, Kümmel und Anis: Alle drei Kräuter sollen anregend auf den Milchfluss wirken und so das Stillen erleichtern. Weiterhin lindert Anis Blähungen, was dem Säugling ebenfalls zugutekommt, da er es indirekt über die Muttermilch aufnimmt. Du kannst Anistee grundsätzlich auch Kindern verabreichen, er lindert unter anderem Blähungen und Verdauungsbeschwerden der Kleinen.

Nebenwirkungen und Nachteile von Anis

Hierzulande ist Anis ohnehin gar nicht bis kaum anzutreffen, dennoch solltest du niemals selbst die Pflanzen ernten. Du könntest die Anisfrüchte leicht mit anderen, giftigen Pflanzen verwechseln, wie zum Beispiel mit den ähnlich aussehenden, aber giftigen Schierlingsfrüchten.

Der Verzehr von Anis geht selten mit Nebenwirkungen einher. Dennoch kommt es vor, dass manche Menschen allergisch auf die Früchte reagieren. Insbesondere wenn du an Asthma leidest, solltest du vor dem Verzehr oder einer Anwendung mit der Heilpflanze Rücksprache mit deinem Arzt abhalten. Für Asthmatiker gilt jedoch grundsätzlich, dass das Inhalieren des ätherischen Öls Tabu ist. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem Asthmaanfall führen.

Weiterhin ist mit Anisöl vorsichtig umzugehen: In hohen Dosen kann das Öl betäubend bis berauschend wirken. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt grundsätzlich, Anis in kleinen Mengen und nicht zu häufig zu verwenden. Wenn du das Gewürz jedoch sachgemäß verwendest, kannst du in erster Linie von der Heilpflanze profitieren.

Genau wie andere ätherische Öle auch, solltest du Anisöl niemals unverdünnt anwenden. Bereits kleine Mengen des hoch konzentrierten Öls können zu Übelkeit und sogar Erbrechen führen. Grundsätzlich ist von einer Einnahme des Öls eher abzuraten, um gefährliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Anis kaufen

Anis kaufen

Anissamen sind ein beliebtes Gewürz in Deutschland, deshalb findest du es in fast jedem gut sortierten Supermarkt. Meistens werden die gemahlenen Anissamen, also das bereits verarbeitete Produkt, im Handel angeboten. Das hat den Vorteil, dass du Anis direkt in der Küche verwenden kannst.

Ein qualitativ hochwertiges Produkt zeichnet sich dadurch aus, dass es luft- und aromadicht verpackt ist. Bedenke, dass du Anis nicht auf Vorrat kaufen solltest, da das Gewürz innerhalb von sechs Monaten verbraucht werden sollte. Nach einem halben Jahr kann es sein, dass Aroma und Geschmack verloren gehen. Ganze Anissamen, die nicht gemahlen sind, sind ebenfalls in dem ein oder anderen Supermarkt erhältlich. Wirst du in den herkömmlichen Läden nicht fündig, versuche es einmal im Reformhaus oder Bio-Laden. Ganze Anissamen sind in der Regel günstiger als die gemahlenen Produkte und auch deutlich länger haltbar. Gut gelagert halten die Früchte bis zu vier Jahre. Ganze Anissamen kannst du wunderbar in einem Tee aufgießen oder eigene Teekreationen mit anderen getrockneten Früchten oder Heilkräutern gestalten.

Arten der Verwendung

Anis kann auf unterschiedliche Weisen verwendet werden, je nachdem, welchen Zweck die Samen erfüllen sollen. Grundsätzlich kannst du zwischen einer Verwendung als Gewürz in Speisen und Getränken und als Heilpflanze unterscheiden. Anisfrüchte findest du beispielsweise in Teezubereitungen, das ätherische Öl ist die Basis mancher Hustensäfte, Bonbons und Pastillen. Du kannst Anis auch in Salben verarbeiten.

Fenchel-Anis-Kümmel-Tee

Fenchel-Anis-Kümmel-Tee

Anis unterstützt eine gesunde Verdauung, indem es diese ankurbelt und gleichzeitig entkrampfend wirkt. Bei Magen-Darm-Verstimmungen oder Völlegefühl sind Anistees also eine gute Wahl. Die beliebte Kräuter-Mischung aus Anis, Kümmel und Fenchel hat es wahrlich in sich: Alle drei Kräuter unterstützen die Verdauung und lindern unter anderem Blähungen, Koliken und Krämpfe des Magen-Darm-Traktes. Ein Fenchel-Anis-Kümmel-Tee lindert aber auch Symptome einer Erkältung oder Bronchitis.

Für einen einfachen Anistee zerstoßt du etwa einen Teelöffel Anissamen in einem Mörser. Auf diese Weise kann das ätherische Öl später besser in den Aufguss übergehen. Dann übergießt du die Samen mit einer Tasse heißem, aber nicht kochendem Wasser. Lasse alles circa 10 Minuten ziehen, ehe du die Samen abseihst. Leidest du unter einer Erkältung, kannst du deinem Tee noch einen Teelöffel Honig hinzufügen. Besonders der neuseeländische Manuka-Honig soll gesundheitsfördernd wirken.

Die empfohlene Tagesdosis von Anis liegt bei etwa drei Gramm. Damit kannst du dir ohne Bedenken zwei bis drei Anistees pro Tag zubereiten. Kinder sollten etwas weniger zu sich nehmen.

Fertigpräparate

Neben klassischen Tees findest du Anis auch als Basis von Fertigpräparaten. Hier wird insbesondere das ätherische Öl der Heilpflanze verwendet und beispielsweise in Hustensäften, Bonbons und Pastillen gegen Erkältungssymptome angeboten. In Apotheken erhältst du auch Salben mit der Heilpflanze, die im Hals-Dekolletee-Bereich eingerieben werden und bei Husten und Halsschmerzen helfen.

In der Küche

In der Küche

Möchtest du traditionelles Weihnachtsgebäck herstellen, wirst du früher oder später auf Anis zurückgreifen müssen. Das Gewürz ist schließlich ein unverzichtbarer Bestandteil von Lebkuchen, Printen, Plätzchen, Honigkuchen und Pfeffernüssen. Doch Anis kann auch weit über die Weihnachtszeit hinaus verwendet werden: beispielsweise in alkoholischen Getränken wie dem griechischen Ouzo.

Anis verfeinert neben den klassischen Speisen und Getränken auch unkonventionelle Fleisch- oder Gemüsegerichte. Wenn du gerne Brot selber backst, oder damit anfangen möchtest, kannst du hier auch gerne etwas herumexperimentieren: Eine Prise Anis kann das Gebäck zusätzlich verfeinern. Daneben kannst du das Gewürz in Marmeladen und anderen süßen Desserts verwenden.

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