Skip to main content

Antibiotische Salbe: 7 Anwendungen & 3 Schritte zum Gebrauch

Mit einer antibiotischen Salbe können Hauterkrankungen wie Ekzeme und andere Infektionen behandelt werden. Voraussetzung ist, dass die Infektion durch Bakterien verursacht wurde – gegen Viren sind die Mittel machtlos. Wie antibiotische Salben wirken und welche Nebenwirkungen auftreten können, erklären wir dir hier.

Antibiotische Salben sind Arzneimittel, die entweder Bakterien töten oder ihr Wachstum beziehungsweise ihre Vermehrung unterbinden können. Die Salben können bei unterschiedlichen Infektionen Abhilfe schaffen, sollten allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt werden. Was Antibiotika eigentlich sind, erfährst du im Folgenden.

Was Antibiotika eigentlich sind

Wissenswertes über Antibiotika und antibiotische Salbe

Der Begriff Antibiotikum leitet sich aus dem Griechischen ab; genauer von “anti” (gegen) und “bios” (Leben). Im Plural spricht man von Antibiotika. Als Antibiotika werden Arzneimittel bezeichnet, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Es gibt unterschiedliche Substanzen, die je nach Erreger zum Einsatz kommen.

Bei Antibiotika handelt es sich um natürlich gebildete Stoffwechselprodukte von unter anderem Schimmelpilzen, Streptomyzeten oder Bakterien, die das Wachstum von Bakterien hemmen oder diese abtöten. Heute werden die Medikamente außerdem teil– oder vollsynthetisch hergestellt.

Normalerweise bildet die Haut einen natürlichen Schutzmantel, der vor Kleinstlebewesen und anderen Angreifern schützt. Bei Verletzungen der Haut oder einem angegriffenen Immunsystem können jedoch Bakterien in tiefere Hautschichten eindringen und dort Infektionen verursachen. In diesem Fall können antibiotische Salben zur äußerlichen Behandlung eingesetzt werden, um deren Vermehrung zu verhindern.

Darreichungsformen von Antibiotika

Antibiotika können auf unterschiedliche Weise verabreicht werden – je nach Art des Bakteriums, der Schwere der Infektion und der betroffenen Stelle. Üblich sind antibiotische Tabletten oder Kapseln, das Mittel kann allerdings auch gespritzt oder per Infusion verabreicht werden. Auf diese Weise wirkt das Antibiotikum im gesamten Körper.

Andere Antibiotika werden nur lokal zur äußeren Behandlung eingesetzt, etwa auf der Haut oder den Schleimhäuten. Hierbei kommen Gele, Salben und Cremes zum Einsatz. Bakterielle Infektionen im Auge werden wiederum mit antibiotischen Augentropfen behandelt. Gemeinsam haben diese Mittel neben der antibakteriellen Wirkung, dass sie in der Regel rezeptpflichtig sind und von einem Arzt verschrieben werden müssen.

Wirkungen und Einsatzgebiete von antibiotischen Salben

Antibiotika kommen unter anderem bei Blasenentzündungen zum Einsatz

Antibiotika unterstützen das Immunsystem bei der Abwehr von Krankheitserregern, sofern es sich dabei um Bakterien handelt. Sie haben keine Wirkung auf virale Infektionen wie etwa Erkältungen, Grippe oder Masern. Je nach Art des Antibiotikums tötet es entweder die Bakterien ab oder verhindert, dass sie sich vermehren. Antibiotika kommen unter anderem bei folgenden Leiden zum Einsatz:

  • Chlamydien
  • Hirnhautentzündung
  • Mandelentzündung
  • Keuchhusten
  • Blasenentzündung
  • Scharlach
  • Tripper
  • Tuberkulose

Daneben gibt es zahlreiche Hauterkrankungen, die mit antibiotischer Salbe behandelt werden können. Sind beispielsweise Wunden oder Ekzeme mit Bakterien besiedelt, kann eine antibiotische Salbe Abhilfe schaffen. Auch kann eine der Ursachen von Akne auf diese Weise behandelt werden. Lass dich hierzu von deinem behandelnden Arzt beraten. Folgende Hautleiden können mit Antibiotika behandelt werden:

  1. Fußpilz
  2. Furunkel
  3. Follikulitis (oberflächliche Haarbalgenzündung)
  4. Erysipel (Wundrose)
  5. Impetigo (Grind oder Borkenflechte)
  6. Nagelbettenentzündung
  7. Eitrige Hautentzündungen
Wirkungsarten von Antibiotika
Mediziner unterscheiden zwischen zwei unterschiedlichen Wirkungsarten von Antibiotika. Es gibt zum einen bakteriostatische Antibiotika, welche Wachstum und Vermehrung von Bakterien hemmen. Bei der anderen Gruppe handelt es sich um bakterizide Antibiotika, welche Bakterien abtöten.

Daneben erfolgt eine weitere Unterteilung in spezifischere Untergruppen:

  • Antibiotika zur Hemmung der Zellwandsynthese
  • Antibiotika zur Hemmung der bakteriellen Proteinbiosynthese
  • Antibiotika zur Hemmung der Tetrahydrofolsäure-Synthese
  • Antibiotika zur Zerstörung der bakteriellen RNA und DNA

Nebenwirkungen und Risiken von antibiotischer Salbe

Allergische Reaktionen als mögliche Nebenwirkung von antibiotischen Salben

Antibiotika gehen generell mit einigen möglichen Nebenwirkungen einher, die du nicht unterschätzen solltest. Eine Anwendung mit antibiotischer Salbe kann unter anderem allergische Reaktionen auslösen, die durch Rötungen oder Juckreiz gekennzeichnet sind. Daneben konnten Scheidenpilz-Infektionen bei Mädchen und Frauen beobachtet werden. Weiterhin können Antibiotika mit anderen Mitteln in Wechselwirkung treten, so etwa mit der Anti-Baby-Pille. Lass dich hierzu von deinem Arzt aufklären und lies dir vor der Verwendung einer antibiotischen Salbe sicherheitshalber die Packungsbeilage durch.

Anzeichen einer bakteriellen Infektion

Die Anzeichen einer bakteriellen Infektion können je nach Erreger variieren. Es kann unter anderem zu juckenden oder schmerzenden Bläschen kommen, außerdem treten häufig Schwellungen und Rötungen auf. Weiterhin weisen Furunkel, Flechten oder Geschwüre auf eine bakterielle Infektion hin. In einigen seltenen Fällen kann es zu ausgeprägten Krankheitsgefühlen mit hohem Fieber kommen. In diese Fall solltest du schleunigst einen Arzt aufsuchen. Besser ist jedoch, wenn du die Hautveränderung schon bei ersten Anzeichen von einem Mediziner untersuchen lässt.

Rezeptpflichtige Antibiotika zur äußeren Behandlung

Bei oberflächlichen und kleinen Infektionen genügt meist eine Behandlung mit antibiotischen Salben. Sind größere Hautflächen betroffen oder tritt die Infektion an unterschiedlichen oder tiefer liegenden Hautarealen auf, können auch Antibiotika zum Einnehmen verschrieben werden.

Liegt eine oberflächliche und leichte Staphylokokken- oder Streptokokkeninfektion vor, kann diese beispielsweise mit Fusidinsäure oder Mupirocin behandelt werden. Im Folgenden erfährst du mehr über die beiden Wirkstoffe und in welchen Fällen sie zum Einsatz kommen.

Mupirocin

Mupirocin kommt zur Behandlung von bakteriellen Hautinfektionen zum Einsatz. Daneben wird der Wirkstoff auch zur Bekämpfung von Keimen in der Nase eingesetzt. Diese können bei schwerkranken Menschen lebensbedrohliche Infektionen auslösen, gegen die kaum ein Antibiotikum angehen kann. Mupirocin wird außerdem zur Behandlung von Furunkeln und Follikulitis eingesetzt, bei Haarbalgentzündungen ist der Wirkstoff allerdings nur mit Einschränkungen empfehlenswert.

Fusidinsäure

Fusidinsäure in Form von antibiotischer Salbe

Fusidinsäure ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der sogenannten Steroid-Antibiotika. Dieser wird aus dem Pilz Fusidium coccineum gewonnen und ist hauptsächlich gegen grampositive Bakterien wirksam. Als solche werden Bakterien bezeichnet, die nach einer sogenannten Gram-Färbung eine blaue Farbe annehmen.

Fusidinsäure hemmt die bakterielle Proteinsynthese und kann in Form von Tabletten, Cremes oder Salben verabreicht werden. Hauptsächlich wird Fusidinsäure zur Behandlung von Staphylokokken-Infektionen eingesetzt.

Behandlungsablauf mit antibiotischer Salbe

Damit die Behandlung mit einer antibiotischen Salbe erfolgreich verläuft, sollte zunächst festgestellt werden, um welches Bakterium es sich eigentlich handelt. Anschließend kann ein geeignetes Mittel ausgewählt werden. Wichtig bei der Verwendung von antibiotischer Salbe sind die folgenden drei Schritte.

Antibiotische Salbe verschreiben lassen

Nimm nur dann ein antibiotisches Mittel ein, wenn dir dieses von deinem Arzt verschrieben worden ist. Es gibt zwar sogenannte Breitband-Antibiotika (oder Breitspektrum-Antibiotika), welche gegen viele unterschiedliche Bakterien wirken. Allerdings sind die meisten Präparate auf spezifische Bakterien ausgelegt. Lass dich deshalb eingehend von deinem Arzt untersuchen, ehe du ein Mittel verwendest.

Anweisungen der Packungsbeilage befolgen

Im Regelfall wird dich dein Arzt oder Apotheker über das antibiotische Mittel informieren und dir Anweisungen zum Gebrauch geben. Dennoch solltest du dir vor der Verwendung noch einmal genauestens den Beipackzettel durchlesen. Du findest Informationen zum Gebrauch, zu Wechselwirkungen und möglichen Nebenwirkungen und Risiken.

Behandlung nicht vorzeitig abbrechen

Brich die Behandlung mit antibiotischer Salbe nicht vorzeitig ab

Beginnst du eine Therapie mit antibiotischer Salbe, solltest du diese nicht vorzeitig abbrechen. Selbst wenn die Krankheitsanzeichen währenddessen verschwinden sollten, solltest du die Therapie unbedingt fortsetzen. Es ist möglich, dass die Symptome zwar zurückgehen, die Bakterien jedoch noch nicht vollständig abgetötet worden sind. Dann kann die Infektion erneut ausbrechen, nur dass die Bakterien diesmal unempfindlich sind gegenüber der antibiotischen Salbe. Das Medikament verliert also seine Wirkung, obwohl die Infektion noch nicht abgeklungen ist.

Vielleicht hast auch du schon von der Antibiotika-Resistenz gehört. Bakterien haben im Laufe der Zeit Abwehrstrategien gegen Antibiotika entwickelt, was die Mittel wirkungslos gegenüber bestimmten Organismen macht. Deshalb ist es so wichtig, dass viele verschiedene Antibiotika mit unterschiedlichen Wirkmechanismen entwickelt werden. Je öfter ein antibiotisches Medikament verschrieben wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich widerstandsfähige Bakterien entwickeln.

Bakterielle Infektionen vorbeugen

Eine gute Hautpflege ist die beste Voraussetzung, um bakteriellen Hautinfektionen keine Grundlage zu bieten. Dabei ist allerdings nicht gemeint, sich möglichst häufig und intensiv zu duschen oder waschen. Das kann der Haut nämlich schaden, vor allem, wenn dabei alkalische Seifen zum Einsatz kommen. Diese trocknen die Haut aus und zerstören den natürlichen Säureschutzmantel der Haut.

Verwende deshalb lieber nur milde Babyseifen oder pH-neutrale Waschlotionen. Ist die Haut zu trocken, kann sie leicht aufreißen – Bakterien können leicht eindringen und Infektionen verursachen. Achte deshalb gerade bei kalten und trockenen Temperaturen auf eine ausreichende Versorgung mit viel Feuchtigkeit. Mehr Tipps gegen trockene Haut findest du hier.

Liegt bereits eine bakterielle Infektion vor, solltest du dir nach Anfassen der Wunde unbedingt gründlich die Hände waschen, um eine Schmierinfektion zu vermeiden. Wasche deine Kleidung sowie Waschlappen und Handtücher bei mindestens 60 Grad Celsius, um die Bakterien abzutöten und eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Fügst du dir eine Schnitt- oder Schürfwunde zu, sollte diese gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und desinfiziert werden. Decke die Wunde anschließend mit einem sterilen Verband ab. Du kannst Vaseline auf die betroffene Stelle auftragen, um das Gewebe feucht zu halten und ein Eindringen von Bakterien zu verhindern. Trage die antibiotische Salbe außerdem niemals auf nicht infizierten Wunden auf.

0 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 5 (0 votes, average: 0,00 out of 5)
You need to be a registered member to rate this.
Loading...

Ähnliche Beiträge