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Arnika-Globuli: 3 Potenzen & 6 Wirkungen der Kügelchen

Arnika ist eine wirkungsvolle Heilpflanze und heutzutage allseits bekannt. Das war allerdings nicht immer der Fall. Erst seit dem 17. Jahrhundert findet Arnika als Heilpflanze Anwendung – sowohl äußerlich als auch innerlich. Die innere Anwendung ist vor allem in der Homöopathie beliebt – und zwar in Form von Arnika-Globuli. Bei welchen Leiden du diese einsetzen kannst, erklären wir dir im Folgenden.

Mittlerweile zählt Arnika zu den bekanntesten Heilpflanzen und ist in Apotheken, Drogeriemärkten, Supermärkten und Bioläden zu bekommen. Auch online findest du zahlreiche Arnika-Präparate zur inneren und äußeren Anwendung. Äußerlich kannst du Arnika in Form von Salbe und Körperölen verwenden. Zur inneren Anwendung kannst du auf Globuli zurückgreifen, die es in ausgewählten Apotheken und online zu kaufen gibt.

Was Arnika ist

Was Arnika ist

Bei Arnika handelt es sich um eine krautige Giftpflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie wächst vor allem in Bergregionen – sowohl in Tälern als auch in Regionen von bis zu 2.800 Metern Höhe. Auf ihr Vorkommen spielt auch der botanische Name der Arnika an: Arnica montana. Auch unter dem Namen Bergwohlverleih ist die Arnika bekannt. Heimisch ist sie vor allem in den europäischen Bergen wie den Pyrenäen. Allerdings ist Arnika mittlerweile vom Aussterben bedroht. Nicht etwa weil zu viele Pflanzen gepflückt werden, sondern aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums. Dennoch ist das Pflücken der Pflanze verboten. Sie steht unter Naturschutz und wird zu medizinischen Zwecken speziell in verschiedenen europäischen Ländern angebaut.

Erkennen kannst du die Arnika an ihren leuchtend gelben Blüten, die aromatisch duften und bis zu 60 Zentimeter hoch wachsen. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Und nur dann kann die Arnika geerntet werden. Denn nur die Blüten kommen als Arzneimittel infrage.

Herstellung von Arnica-Globuli

Herstellung von Arnika-Globuli

Arnika-Globuli kommen ausschließlich in der Homöopathie zum Einsatz. Die alternative Behandlungsmethode geht auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann zurück, der seine Lehre ab 1796 veröffentlichte. Mittlerweile ist die Homöopathie weltweit bekannt und findet viele Anhänger. Die Grundannahme beruht darauf, dass Ähnliches durch Ähnliches geheilt werden kann. Das bedeutet, dass immer diejenigen Substanzen zur Heilung eingesetzt werden, die bei gesunden Menschen genau diese Beschwerden verursachen. Arnika ist in der Homöopathie also gerade so beliebt, weil es sich um eine Giftpflanze handelt.

Allerdings wird Arnika in der Homöopathie nicht pur verwendet, sondern stark verdünnt. Dieser Prozess heißt auch Potenzierung. Bei solch einer Potenzierung wird die Grundsubstanz mit Wasser oder Alkohol verschüttelt oder mit Milchzucker verrieben. Je nach Potenzierung wird die Substanz unterschiedlich stark verdünnt. Hahnemann nahm dabei an, dass die Substanzen umso wirksamer sind, je mehr sie verdünnt werden. Das erfolgt schrittweise, bis der gewünschte Verdünnungsgrad erreicht ist. Bei der Potenzierung soll die Kraft der Arzneien in die Lösung übergehen. Diese wird zuletzt auf kleine Zuckerkügelchen getropft. So soll die Wirkungskraft der Grundsubstanz auf die Zuckerkügelchen übertragen werden. Dieser Prozess ist auch als Imprägnieren bekannt.

Potenzen von Arnika-Globuli

Arnika-Globuli gibt es meist in den Potenzen D12, D6 und C30

Globuli gibt es in verschiedenen Potenzen. Speziell Arnika-Globuli werden zumeist in drei Potenzen angeboten: D12, D6 und C30. Generell wird zwischen C-, D- und Q-Potenzen unterschieden. Die Buchstaben stehen dabei für die Verhältnisse, in denen die Substanz verdünnt wurde. Die Zahl danach gibt an, wie oft die Substanz in diesem Verhältnis verdünnt wurde. Je höher die Zahl, desto mehr Verdünnungsschritte gibt es – und desto höher soll dementsprechend auch die Wirksamkeit sein.

Welche Potenz für dich infrage kommt, hängt stark von deinen Beschwerden und deinem Krankheitsbild ab. Entscheiden sollte dies immer ein Arzt. Die verschiedenen Potenzen werden bei unterschiedlichen Leiden eingesetzt. Allgemein kommen Arnika-Globuli bei Prellungen, Blutergüssen und Quetschungen zum Einsatz. Sie können aber auch bei Nasenbluten und Schwindel helfen, wenn diese aus einem Trauma oder Überanstrengung resultieren.

Arnica D12

Arnika-Globuli in der Potenz D12 sind in einem Verhältnis von 1:10 verdünnt – und das insgesamt zwölf Mal. Das entspricht einem Arzneigehalt von weit unter 0,1 Prozent. Eingesetzt werden kann die Potenz unter anderem bei psychischen Leiden. So wird es beispielsweise Säuglingen nach einer schweren Geburt verabreicht, um über das Geburtstrauma hinwegzuhelfen. Lasse dich dazu ausführlich von deinem Arzt beraten.

Arnica D6

Am häufigsten werden Arnika-Globuli in der Potenz D6 verabreicht. Es eignet sich besonders zur Behandlung von kleineren körperlichen Verletzungen. Dazu solltest du mehrmals täglich mehrere Globuli zu dir nehmen. Auch in der Potenz D6 wird die Substanz in einem Verhältnis von 1:10 verdünnt – allerdings nur sechs Mal. Der Arzneigehalt ist dementsprechend etwas höher als bei der D12-Potenz.

Arnica C30

Auch die Potenz C30 ist bei Arnika-Globuli nicht selten und kann beim üblichen Beschwerdebild verwendet werden. Allerdings ist die Substanz hier in einem Verhältnis von 1:100 verdünnt – und das 30 Mal. Der Arzneigehalt ist daher extrem gering und darum besonders wirksam – zumindest der homöopathischen Lehre zufolge.

Wirkungen von Arnika-Kügelchen

Wirkungen von Arnika-Kügelchen

Arnika ist eine Heilpflanze, die bei zahlreichen Leiden eingesetzt werden kann. Wirkung erzeugt die Pflanze aufgrund ihrer zahlreichen Inhaltsstoffe. Dabei sticht vor allem das enthaltene Helenalin hervor, das als natürlicher Entzündungshemmer gilt. Der Stoff ist allerdings auch giftig, weshalb man bei der innerlichen Verwendung von Arnika aufpassen sollte. In Globuli sind die Pflanzenstoffe jedoch so stark verdünnt, dass Nebenwirkungen relativ unwahrscheinlich sind.

Neben Helenalin sind auch Flavonoide, Cumarine und Gerbstoffe für die Wirkungen der Heilpflanze verantwortlich. Diese Stoffe wirken unter anderem antioxidativ, antibiotisch und können die körpereigenen Abwehrkräfte mobilisieren. Dies ist vor allem bei folgenden Leiden vorteilhaft.

Prellungen und Blutergüsse

Arnika-Kügelchen können möglicherweise die Heilung von Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen und Blutergüssen fördern. Darum eignet sich ein Präparat auch nach Sportverletzungen. Es unterstützt den Heilungsprozess, indem es das Immunsystem stärkt. Wichtig ist, dass es dafür relativ zeitnah nach der Entstehung der Verletzung verabreicht wird.

Muskelkater und -zerrungen

Arnika-Kügelchen bei Muskelkater und -zerrungen

Auch nach einer größeren Anstrengung, aus der Muskelkater oder Zerrungen entstehen, kann Arnika Abhilfe schaffen und die Heilung fördern. Verabreicht werden Arnika-Globuli in diesem Fall vor allem aufgrund ihrer schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Auch die Verwendung einer Arnika-Salbe kann hier empfehlenswert sein.

Geburten

Arnika-Globuli gelten außerdem als hilfreiches Mittel bei Geburten. So werden sie unter anderem verabreicht, um den Geburtsschmerz zu lindern und die Geburt zu erleichtern. Auch nach der Geburt können Arnica-Globuli hilfreich sein und den Körper bei der Regeneration unterstützen. Sprich eine Einnahme aber unbedingt mit deinem behandelnden Arzt ab.

Gliederschmerzen

Bei Gliederschmerzen können Arnika-Kügelchen ebenfalls ein geeignetes Mittel sein, vor allem wenn diese als Begleitsymptom einer Grippeerkrankung auftreten. Besonders die schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften der Arnika können hier helfen.

Behandlung nach einem Schlag

Arnica-Globuli bei Kopfschmerzen nach einem Schlag

Auch Beschwerden, die aus einem Schlag auf den Kopf und dem damit einhergehenden Trauma resultieren, können mit Arnika-Globuli therapiert werden. Dazu zählen beispielsweise ein blaues Auge und Nasenbluten, aber auch Übelkeit und Kopfschmerzen. Das Präparat sollte in diesen Fällen schnellstmöglich verabreicht werden.

Zerschlagenheitsgefühl

Ein Zerschlagenheitsgefühl am ganzen Körper ist ein typisches Symptom, das mit Arnika-Globuli gut behandelt werden kann. Fühlt sich dein Körper schwer, wund und verspannt an, können Arnika-Globuli deine Beschwerden lindern.

Dosierung von Arnika-Kügelchen

Dosierung von Arnika-Kügelchen

Wie du Arnica-Globuli genau einnehmen musst, hängt von deinen Beschwerden ab. Bestenfalls fragst du deinen behandelnden Arzt nach einer geeigneten Therapie. Dieser kann dir ganz genau erklären, ob Arnika-Globuli für dich infrage kommen und wann beziehungsweise wie du sie einnehmen solltest. Auch bei Vorerkrankungen und in der Schwangerschaft solltest du unbedingt mit einem Arzt Rücksprache halten. Willst du deinem Kind Arnika-Kügelchen geben, solltest du zuvor einen Kinderarzt konsultieren. Dieser kann dich diesbezüglich beraten.

Allgemein solltest du Globuli immer auf nüchternen Magen zu dir nehmen, also mindestens dreißig Minuten vor dem Essen. Die Kügelchen solltest du dabei langsam im Mund zergehen lassen. Du kannst sie dazu beispielsweise unter die Zunge legen.

Die Normaldosierung beträgt bei gesunden Erwachsenen dreimal täglich fünf Globuli bei einer längeren Therapie oder einmalig fünf Globuli bei akuten Beschwerden. Kinder sollten weniger Globuli einnehmen. Wie viele genau, hängt dabei mit dem Alter des Kindes zusammen. Im ersten Lebensjahr sollten nicht mehr als zwei Globuli täglich konsumiert werden. Etwas ältere Kinder können dagegen schon drei Globuli täglich zu sich nehmen. Wende dich zuvor jedoch unbedingt an einen Arzt oder Apotheker, um dich der Dosierung zu vergewissern.

Eine Überdosierung ist zwar unwahrscheinlich. Kommt es trotzdem zu Nebenwirkungen, solltest du einen Arzt konsultieren. Vergisst du dagegen einmal die Globuli einzunehmen, solltest du nicht das nächste Mal die doppelte Menge zu dir nehmen, sondern die Einnahme überspringen und wie gewohnt fortführen. Wenn du die Behandlung frühzeitig beenden willst, solltest du dich von deinem Arzt beraten lassen, um den Behandlungseffekt nicht zu beeinträchtigen.

Darüber hinaus können einige Faktoren die Wirksamkeit der Globuli beeinträchtigen, da sie deinen Körper gemeinhin belasten. Dazu zählen:

  • Ungesunde Lebensweise
  • Reiz- und Genussmittel wie Alkohol

Risiken von Arnica-Globuli

Risiken von Arnika-Globuli

Arnika-Globuli haben keine erwähnenswerten Nebenwirkungen, allerdings kann es nach der Einnahme zu einer Erstverschlimmerung kommen. Dabei können sich die Beschwerden zuerst verschlimmern, bevor sie besser werden. Halten die Beschwerden an, solltest du deinen Arzt konsultieren.

Vorsicht gilt allerdings bei einer Laktoseintoleranz. Die Grundsubstanz kann mit Milchzucker verrieben sein. Daher können Globuli laktosehaltig sein und bei empfindlichen Menschen Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Auch bei Allergien solltest du vorsichtig sein. Reagierst du auf andere Korbblütler wie Ringelblumen allergisch, könntest du auch auf Arnika reagieren. Verzichte in diesem Fall insbesondere auf die Potenzen D6 und D12. Arnica C30 ist dagegen so stark verdünnt, dass allergische Reaktionen eher unwahrscheinlich sind. Frage vor der Einnahme dennoch deinen Arzt um Rat.

Allgemein gehen mit Globuli nur geringe Risiken einher. Allerdings konnte auch ihre Wirkung bisher nicht eindeutig wissenschaftlich erwiesen werden. Die homöopathische Überzeugung, dass eine höhere Potenzierung und damit eine stärkere Verdünnung der Grundsubstanz wirksamer ist als geringe Potenzierungen, widerspricht sogar naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Trotzdem berichten zahlreiche Anhänger der Homöopathie über positive Effekte der Globuli. Dies könnte allerdings auch auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen sein.

Bei kleineren Verletzungen wie Blutergüssen ist eine Behandlung mit Globuli meist unbedenklich. Gefährlich wird es allerdings, wenn schwerwiegende Krankheiten ausschließlich mit dem homöopathischen Mittel behandelt und effektivere Behandlungsmethoden nicht in Anspruch genommen werden. Dies kann mit einigen Risiken einhergehen und ernsthafte Folgen haben. Hole dir daher immer eine zweite Meinung ein und lasse deinen Gesundheitszustand während einer Behandlung mit Globuli regelmäßig prüfen, so dass dein Arzt rechtzeitig Änderungen vornehmen kann.

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