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Aronia: 6 Wirkungen & 4 Risiken der Apfelbeere

Die Aroniabeere ist für ihre gesundheitsfördernde Wirkung bekannt. Was viele nicht wissen: So exotisch wie sich Aronia anhört, ist die Frucht eigentlich gar nicht. Denn Aronia wird auch hier in Deutschland angebaut. Wir klären dich über ihre gesundheitsfördernden Wirkungen auf.


Aronia oder Apfelbeere?

Noch vor einigen Jahren war Aronia eher unbekannt. Mit der Entdeckung von Superfoods begann auch das Interesse an der kleinen Beere zu steigen. Aronia soll voller gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe stecken und eignet sich hervorragend zur Herstellung von Saft und Marmelade. Da die Beere auch in Deutschland wächst, ist ihr Transportweg  kürzer als der vieler anderer Superfoods. So bleiben viele Nährstoffe erhalten.

Aronia ist der Fachausdruck für die Apfelbeere. Diese wächst jedoch nicht an einem Apfelbaum, sondern an ein bis zwei Meter hohen Sträuchern. Ursprünglich stammt die Apfelbeere aus Nordamerika und wuchs in kanadischen Wäldern. Kälte ist die kleine Beere gewöhnt. Auch in Sibirien wird sie deshalb seit einigen Jahrzehnten angebaut.

Der Strauch blüht etwa zehn Tage im Mai. Die Blüten sind weiß und ähneln denen des Apfelbaums. Allgemein gibt es drei verschiedene Arten der Apfelbeere. Zum Verzehr verwendet wird die schwarze Apfelbeere beziehungsweise Aronia melanocarpa. Ihre Beeren ähneln der Heidelbeere und werden normalerweise Ende August geerntet. Sie haben einen Durchmesser von circa einem Zentimeter und eine rot-schwarze Farbe.

Aronia selbst pflanzen

Aronia selbst pflanzen

In Deutschland wird die kleine Beere vor allem im Osten in der Region Sachsen und Brandenburg angebaut. Auch selbst kann man die Aroniabeere pflanzen. Dabei braucht sie nur wenig Pflege. Einziges Manko: Auch Vögel und Rehe mögen die dunkle Beere. Mit der Ernte sollte man daher schnell sein. Sie eignet sich für jeglichen Garten, denn der Strauch kommt auch mit schwierigen Böden gut klar. Er braucht zudem nur selten Wasser und sonst auch nur wenig Zuwendung. Nachernten muss man nur in seltenen Fällen. In der Regel reifen die Beeren alle zur selben Zeit, so dass man alle auf einmal ernten kann. Schon ein Jahr nach dem Pflanzen kann man die ersten Aroniabeeren ernten. Wem die dunklen Aroniabeeren zu herb sind, kann auf die roten Beeren zurückgreifen. Diese sind ähnlich wie rote Johannisbeeren süßer und eignen sich damit auch zum rohen Verzehr.

Aufgrund der vielen Gerbstoffe kann man die Aroniabeere kaum roh verzehren. Im Mund wirkt sie adstringierend, was sich so anfühlt, als würde sich der Mund zusammenziehen. Den herben Geschmack kann man vermeiden, wenn man die Beeren einfriert oder trocknet. Säuerlich bleiben sie dennoch. Im Geschmack ähneln sie daher der Johannisbeere. Die Beeren lassen sich zudem gut verarbeiten, wodurch eine Vielzahl an Produkten mit Aronia als Zutat existiert. Es gibt Säfte, Marmeladen, Fruchtriegel und Tee mit Aronia. Zum Backen eignet sich vor allem die getrocknete Variante.

Die Herkunft der Apfelbeere

Herkunft der Aroniabeere: Re-Import aus Russland

Nach Deutschland kam die Aroniabeere mithilfe des russischen Botanikers Iwan W. Mitschurin. Dieser brachte die kleine Beere Ende des 19. Jahrhunderts nach Russland, da sie sehr widerstandsfähig gegenüber eisigen Temperaturen ist. So wurde sie auch bei Selbstversorgern sehr beliebt. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gelangte die Beere schließlich in die damalige DDR. Das Interesse an der Beere sank jedoch nach dem Mauerfall. Erst in den letzten Jahren wurde die Kraft der Aroniabeere wiederentdeckt und sie landete als Superfood in unseren Supermärkten.

Bereits die Ureinwohner Nordamerikas wussten um die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Beere. Sie sammelten die Beeren, trockneten sie und verzehrten diese in der kalten Jahreszeit. Sie verarbeiteten sie unter anderem als Pemmikan. Dies ist eine Mischung aus Dörrfleisch, Fett und anderen Zutaten, die die nordamerikanischen Ureinwohner als Proviant für Wanderungen und den langen Winter herstellten. Aroniabeeren wurden hier häufig als Zutat verwendet.

Wirkung der Aroniabeere

Die dunkle Beere verfügt über viele gehaltvolle Inhaltsstoffe und gilt deshalb als wahres Superfood. Ihre Wirkung erhält die Beere durch zahlreiche Vitamine, Spurenelemente und Mineralien, die dabei helfen, verschiedenen Krankheiten vorzubeugen und den Körper in seiner natürlichen Funktionsweise zu unterstützen. Sie wirken unter anderem:

  • Entzündungshemmend
  • Cholesterinsenkend
  • Antioxidativ
  • Blutzuckerregulierend
  • Gefäßerweiternd

Antioxidative Wirkung

Antioxidative Wirkung

Vor allem die antioxidative Wirkung der Pflanze ist bekannt. Dies bedeutet, dass sie den Körper dabei unterstützt, freie Radikale abzuwehren. Diese können durch schädliche Umwelteinflüsse wie beispielsweise Rauchen, UV-Strahlung und andere Schadstoffe entstehen. Wie du mit dem Rauchen aufhören kannst, erfährst du hier. Freie Radikale sind sehr aggressiv und können sich im Körper schnell vermehren. Diesen Prozess bezeichnet man als oxidativen Stress. Dieser kann verschiedene Körperfunktionen beeinträchtigen und Proteine, Blutgefäße und Lipide schädigen und sogar zerstören. Oxidativer Stress kann das Risiko für zahlreiche Krankheiten erhöhen, darunter Krebs, Autoimmunerkrankungen und Herzerkrankungen. Auch der Alterungsprozess kann durch freie Radikale beschleunigt werden.

Ihre antioxidative Wirkung erhält die Aroniabeere durch zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe wie beispielsweise den Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der die Pflanze dunkel färbt. Der Anthocyangehalt soll bei der kleinen Beere so hoch wie bei keiner anderen Frucht sein. Sie soll 800 Milligramm Anthocyan pro 100 Gramm Beeren enthalten. Schwarze Johannisbeeren haben im Vergleich dazu nur 370 Milligramm und Heidelbeeren nur 165 Milligramm pro 100 Gramm Beeren. Die Aroniabeere eignet sich also besser als andere Beeren um schädliche Umwelteinflüsse abzuwehren. Allerdings wirken auch andere Beeren stark antioxidativ.

Aronia zur Krebsvorsorge

In Russland ist die Aroniabeere sogar als Heilpflanze bekannt. Bei Brustkrebs soll der Fruchtextrakt der Beere oxidativen Stress reduzieren können. Bei Darmkrebs soll Aronia ebenfalls vorbeugend wirken. Eine Studie aus dem Jahr 2004 fand heraus, dass Aronia-Extrakt das Wachstum von Krebszellen hemmen kann. Die Laborbedingungen unter denen solche Studien durchgeführt werden, können jedoch selten auf den Alltag eines Menschen übertragen werden.

Gesundheitsfördernde Spurenelemente

Gesundheitsfördernde Spurenelemente

Die Apfelbeere enthält viele wirkungsvolle Mineralien und Spurenelemente. Diese werden bei vielerlei Körperfunktionen benötigt. Kalium wirkt auf den Blutdruck und kann bei der Regulation des Blutdrucks behilflich sein. Magnesium ist für die Funktionsfähigkeit der Muskeln essentiell. Zink fördert die Wundheilung und ist auch für Haut und Haare von Bedeutung. Aronia enthält sowohl Kalium als auch Magnesium und Zink in entsprechenden Mengen. Dazu kommen Kalzium, Jod und Eisen, die ebenfalls wichtige Körperfunktionen unterstützen.

Zahlreiche Vitamine

Neben Spurenelementen ist die Beere auch reich an Vitaminen. Sie enthält sowohl Vitamin A als auch Vitamin C, E, K und alle B-Vitamine, die stoffwechselaktivierend wirken. Vitamin C und K stärken das Immunsystem. Vitamin A und E gehören zu den Radikalfängern. Aronia enthält also viele Inhaltsstoffe, von denen der Körper profitieren kann. So kann die kleine Beere verschiedenen Krankheiten vorbeugen und teilweise sogar ihre Heilung unterstützen. Dazu zählen unter anderem Darmbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkältungskrankheiten. Wissenschaftlich erwiesen ist dies jedoch selten.

Lindern von Magen- und Darmbeschwerden

Lindern von Magen- und Darmbeschwerden

Anders als beispielsweise Acai kann man Aronia nur selten in Kosmetikprodukten finden. Die Beere ist eher zum Verzehr geeignet. Dabei eignet sie sich sowohl als eine wohlschmeckende Zutat beim Kochen und Backen als auch als Nahrungsergänzungsmittel. Da die Beere viele Gerbstoffe enthält, sollte man Aroniaprodukte vornehmlich nach dem Essen zu sich nehmen, um mögliche Magen- und Darmbeschwerden zu vermeiden. Andererseits können gerade diese Gerbstoffe auch positive Wirkungen auf den Magen- und Darmtrakt haben. Sie können Beschwerden in diesem Bereich sogar lindern. Aroniasaft wirkt beispielsweise leicht abführend und kann so als natürliches Abführmittel verwendet werden.

Aronia bei vorzeitiger Hautalterung

Obwohl Aronia als Kosmetikum nur wenig ausrichten kann, wirkt es doch vorzeitiger Hautalterung entgegen. Der Verzehr der gehaltvollen Beere wirkt sich nämlich auch auf die Haut aus. Die Wirkstoffkombination der Beere stärkt das Immunsystem und das Bindegewebe. Durch ihre stark antioxidative Wirkung kann sie freie Radikale abwehren, die sonst den Alterungsprozess der Haut beschleunigen würden. So kann man den Alterungsprozess verlangsamen und lange für eine strahlende Haut sorgen.

Risiken beim Konsum der Apfelbeere

Risiken beim Konsum der Apfelbeere

Neben zahlreichen positiven Wirkweisen der Aroniabeere, gibt es jedoch auch einige Risiken und Nebenwirkungen, die beim Verzehr von Aroniabeeren auftreten können. Risiken und Unverträglichkeiten gibt es jedoch bei fast jedem Lebensmittel. Im Vergleich zu anderen Superfoods besitzen Aroniabeeren nur wenige Risiken. Da die Beere hier in Deutschland angebaut wird, muss sie keinen langen Transportweg zurücklegen. Zudem kommen hier weniger Schadstoffe zum Einsatz als in anderen Ländern. Die Schadstoffbelastung ist somit geringer.

Blausäure

Die kleine dunkle Aroniabeere enthält relativ viel Blausäure. Diese kann die Zunge und Zähne beim Verzehr der Beere blau färben. Blausäure kann in gewissen Mengen giftig sein. Allerdings enthalten 100 Gramm Aroniabeeren höchstens 1,2 Gramm Blausäure. Giftig ist Blausäure erst ab einem Wert von 0,7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Man müsste also mehrere Kilo Aroniabeeren essen, um sich an ihnen zu vergiften.

Kinder sollten da eher aufpassen und nicht übermäßig viele Apfelbeeren verzehren. Da Kinder ein geringeres Körpergewicht haben, reichen hier weniger Beeren aus, um mögliche Vergiftungserscheinungen auszulösen. Diese sind etwa Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen. Eine Blausäurevergiftung führt nur in sehr schweren Fällen zum Tod, etwa wenn große Mengen Blausäure inhaliert werden.

Wenn die Apfelbeeren verarbeitet sind, verringert sich auch der Blausäuregehalt. Säfte, Mameladen und Fruchtriegel kann man daher bedenkenlos verzehren. Nichtsdestotrotz sollte man auf die empfohlene Verzehrmenge achten.

Bauchschmerzen

In einigen Fällen führt der Konsum von Aroniabeeren zu Bauchschmerzen und Verstopfung. Das liegt an den enthaltenen Gerbstoffen, die in manchen Fällen zu Unverträglichkeiten führen können. Diese Effekte können jedoch vermindert werden, wenn Aronia-Säfte und Tees erst nach den Mahlzeiten konsumiert werden.

Vorsicht bei Eisenmangel

Vorsichtig sollten Menschen sein, bei denen ein Eisenmangel festgestellt wurde. Aroniabeeren enthalten Proanthocyanidine, die Eisen binden und dessen Ausscheidung fördern können. Obwohl Aroniabeeren selbst Eisen enthalten, kann so ein übermäßiger Verzehr negativ auf den Eisenhaushalt einwirken.

Aronia und Blutverdünner

Einige Superfoods können mit Blutverdünnern reagieren. Goji-Beeren beispielsweise können zusammen mit Blutverdünnern die Blutgerinnung stark beeinträchtigen. Das kann mitunter sogar lebensgefährlich sein. Aroniabeeren können im Gegensatz zu Goji-Beeren die Wirkung von Blutverdünnern abschwächen und sogar ganz aufheben. Das liegt an dem enthaltenen Vitamin K. Trockenfrüchte enthalten bis zu 1,0 Milligramm Vitamin K pro 100 Gramm Beeren. Bei Einnahme von Blutverdünnern sollte man daher darauf achten, wie viel Vitamin K man zu sich nimmt. Dies sollte zuvor am besten mit einem Arzt abgesprochen werden.

Aroniabeeren kaufen: Das solltest du beachten

Aroniabeeren kaufen: Das solltest du beachten

Wer Aroniabeeren als Zutat im Kuchen, als gesunde Alternative im Müsli oder als leckeren Saft verwenden will, fragt sich vielleicht, worauf er beim Kauf achten muss, um ein gutes Produkt zu erhalten. Es gibt einige Dinge, die man beachten kann. Wem Qualität wichtig ist, sollte Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau wählen. In Produkten mit Bio-Qualität sind meist weniger Schadstoffe enthalten. Um sicher zu gehen, dass es sich tatsächlich um ein Bio-Produkt handelt, solltest du auf Bio-Siegel achten. Hier gibt es beispielsweise das EU-Bio-Siegel. Produkte mit diesem Siegel verzichten unter anderem auf chemische Pflanzen- und Düngemittel, Gentechnik und zahlreiche Zusatzstoffe.

Wer gerne Aroniasaft kaufen möchte, sollte darauf achten, dass es sich um einen Direktsaft handelt. Häufig bestehen Säfte aus Saftkonzentrat und werden mit Wasser und Zusatzstoffen verdünnt. Direktsaft ist reiner Saft, sofern es sich um 100 Prozent Direktsaft handelt. So können die Inhaltsstoffe der Beere noch schneller wirken, da diese schneller ins Blut und die Zellen gelangen als wenn man die ganze Beere konsumiert. Getrocknete Beeren haben den Vorteil, dass die Inhaltsstoffe hier stark konzentriert sind. Wer getrocknetes Obst konsumiert, sollte jedoch auch viel Wasser trinken. Wie viel Wasser du am Tag trinken solltest, erfährst du hier.

Aronia Rezepte: Die Verwendung der Apfelbeere

Aronia Rezepte: Die Verwendung der Apfelbeere

Aroniabeeren werden als Zutat für vielerlei Speisen verwendet. Mit den Beeren kann zahlreichen Speisen eine tiefrote Farbe verliehen werden. In der DDR wurde die Beere als natürlicher Pflanzenfarbstoff in der Lebensmittelindustrie genutzt. Aber nicht nur zur Farbgebung sondern auch aufgrund des eigenen Geschmacks eignet sich die Aroniabeere für zahlreiche Rezepte. Beliebt sind vor allem Aroniasäfte, Aronia Marmelade und Fruchtriegel mit Aronia.

Aroniasaft selber machen

Aroniasaft kann man sowohl kaufen als auch leicht selbst herstellen. Die Herstellung kann mit oder ohne Hitzeeinwirkung erfolgen. Vor der Verarbeitung sollte man die Beeren entstielen und gründlich waschen. Da die Beeren stark färben, sollte man Vorkehrungen treffen, die Kleidung und Küche vor Flecken schützen. Um den Saft herzustellen, benötigt man eine große Menge der kleinen Beeren. Die Beeren kann man entweder kochen oder – wer die Beeren ohne Hitze behandeln möchte – mixen. Wenn die Beeren gemixt werden, sollten sie später mit abgekochtem Wasser verrührt werden. Das entstandene Mus kann man nach einem Tag durch ein Leinentuch geben, sodass nur noch der Saft übrig bleibt. Diesen kann man nun nach Vorliebe süßen. Den Saft gibt man am besten in lichtundurchlässige Flaschen, damit die wertvollen Inhaltsstoffe lange erhalten bleiben.

Aronia Marmelade

Für Aronia Marmelade gibt es zahlreiche Rezepte. Man kann die Früchte sowohl mit anderen mischen als auch allein zur Marmelade verarbeiten. Besonders gut lässt sich die Marmelade mit Aprikosen und anderen süßen Früchten kombinieren. Der säuerliche Eigengeschmack schmeckt in Form von Marmelade besonders gut. So kann man Aronia auch als Brotaufstrich, Nachtisch und für Gebäck verwenden.

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