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Beifuß: 8 Wirkungen & 4 Arten + Steckbrief

Der Beifuß ist ein unscheinbares Kraut mit einer Vielzahl an gesundheitsförderlichen Wirkungen. Wir verraten dir, bei welchen Beschwerden du die Pflanze anwenden kannst und wie du sie selbst anbaust.

Es existieren verschiedene Geschichten und Legenden rund um den Beifuß. Bereits in der Antike sprach man dem Heilkraut magische Kräfte und allerlei Heilwirkungen zu.

Wissenswertes über Beifuß (Artemisia vulgaris)

Wissenswertes über Beifuß

Beifuß ist eine mehrjährige Pflanze, die zur Familie der Korbblütler zählt. Je nach Art erreicht das Heilkraut eine Höhe von bis zu 150 Zentimetern.

Du findest es vor allem an kargen Orten, Wegrändern und Schuttplätzen. In diesem Kapitel haben wir Wissenswertes rund um das Heilkraut für dich zusammengestellt.

Beifuß als Gewürz

Neben seiner Verwendung als Heilkraut ist der Beifuß auch als Gewürz in der Küche anzutreffen. Der Geschmack ist herb bis würzig und eignet sich besonders für fettreiche Speisen wie Fleischeintöpfe, Fischgerichte und Gemüse- und Kartoffelsuppen.

Am häufigsten wird das Heilkraut zum Würzen der Weihnachtsgans benutzt – zusammen mit anderen Kräutern wie Kreuzkümmel, Wacholder und Thymian.

Beifuß in der Geschichte und Mythologie

Beifuß gilt als eines der ältesten Heilkräuter der Menschheit. Sein Ruf als "Mutter der Heilkräuter" geht von dem Bezug der Pflanze zu verschiedenen Gottheiten aus.

Bereits im antiken Griechenland nutzten die Menschen das Kraut zu Heilzwecken. Der botanische Name des Gemeinen Beifußes, Artemisia vulgaris, verweist auf die griechische Göttin Artemis – sie war Hüterin der Frauen und Göttin der Jagd, des Waldes und des Mondes. Die Menschen nutzten das Kraut vor allem zur Erleichterung von Geburten.

Im alten Rom hieß die Pflanze Dianakraut – benannt nach der Göttin Diana. In der römischen Mythologie war sie Göttin der Jagd und Beschützerin der Natur und des Mondes. Die Römer setzten den Beifuß ebenfalls für diverse Frauenleiden wie Menstruationsbeschwerden ein.

Im alten Ägypten hingegen galt Beifuß als Kraut der Göttin Isis, es diente unter anderem als Ritualpflanze bei Umzügen.

Bei den Kelten und Germanen hieß die Heilpflanze "Mugwurz" (keltisch für "kräftigen", "wärmen"). Sie galt als eine magische Kraftpflanze, die bei Orakelräucherungen zu Hellseherei und Weisheit verhalf.

Beifuß rauchen

Beifuß rauchen

Du kannst Beifuß beispielsweise als Tee trinken oder auch rauchen.

Antike Kulturen versprachen sich vom Rauchen der Heilpflanze luzide Träume. Das Kraut soll ähnlich wie Cannabis euphorische Gefühle auslösen.

Außerdem kann das Rauchen der Pflanze auch bei der Linderung von Schmerzen helfen. Manche Menschen benutzen es hingegen nur als Tabakersatz.

Beifuß-Allergie

Vor allem der Blütenstaub der Beifuß-Ambrosia kann bei Allergikern starke Reaktionen hervorrufen. In der Blütezeit der Beifußgewächse, von Juni bis September, ist die Pollenbelastung besonders hoch. Allergische Symptome sind:

Bei manchen Allergikerinnen und Allergikern löst eine Überdosierung des Heilkrauts nur schwache Symptome wie einen leichten Hautausschlag aus. Bei anderen kann Beifuß Asthma hervorrufen.

Lies hier mehr über Kreuzallergien sowie deren Symptome und Therapiemöglichkeiten.

Allergikerinnen und Allergiker sollten vor der Einnahme von Beifuß einen Arzt konsultieren und gegebenenfalls eine Therapie abstimmen.

Nebenwirkungen

In der Antike nutzten die Menschen Beifuß zum Abtreiben von Föten, da er eine menstruationsfördernde Wirkung besitzt. Aus diesem Grund sollten Schwangere auf den Konsum des Heilkrauts verzichten, um das Risiko einer Fehlgeburt zu verringern.

Darüber hinaus sollte die Heilpflanze nicht bei akuten fieberhaften Erkrankungen eingenommen werden, da sie erhitzend auf den Körper wirkt.

Arten von Beifuß

Arten von Beifuß

In diesem Kapitel stellen wir dir die verschiedenen Arten von Beifuß sowie deren Merkmale vor.

Gemeiner Beifuß

Der Gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris) wird auch Gewürzbeifuß oder Gewöhnlicher Beifuß genannt.

Der Ursprung der Staude liegt höchstwahrscheinlich in Nord- und Mitteleuropa, mittlerweile gedeiht sie aber auch in Nordamerika und Asien. Die krautige Pflanze wächst aufrecht und wird etwa 60 Zentimeter groß.

Ihre Blätter sind ein- bis zweifach gefiedert und an der Unterseite weißfilzig. Die kleinen und eiförmigen Blüten weisen eine breite Farbpalette auf – sie sind meist weiß, gelb, rot oder braun. Artemisia vulgaris fühlt sich an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem nährstoffreichen Boden wohl.

Einjähriger Beifuß

Der Einjährige Beifuß (Artemisia annua) stammt ursprünglich aus Nordchina und wird seit etwa 2.000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin angewandt. Er gedeiht in warmen Regionen mit höheren Niederschlagsmengen – beispielsweise in Indien, Rumänien und Bulgarien.

Du erkennst die Pflanze unter anderem an ihrer Wuchshöhe, denn sie kann bis zu 150 Zentimeter groß werden. Sie zeichnet sich durch ihre kahlen Stängel und die zwei- bis dreifach gefiederten Blätter aus. An den Rispen der Heilpflanze bilden sich gelbe, körbchenförmige Blüten.

Der Einjährige Beifuß enthält einige interessante Inhaltsstoffe wie etwa Artemisinin. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben diesen sekundären Pflanzenstoff in den letzten Jahren ausgiebig analysiert und nutzen ihn zur Behandlung von Malaria.

Estragon

Der Estragon (Artemisia dracunculus) war ursprünglich in Südasien, China und Sibirien beheimatet. Inzwischen kannst du die krautige Pflanze überall auf der Welt finden, wi zum Beispiel in Indien, Nordamerika und in der Türkei.

Volkstümlich wird der Estragon auch Schlangenkraut genannt, da er Schlangenbisse heilen soll – dieser Glaube ist jedoch medizinisch nicht bewiesen.

Estragon wird zwischen 50 und 150 Zentimeter groß und zeichnet sich durch seine schmalen und spitz zulaufenden Blätter aus. Die Stängel des Artemisia dracunculus sind weich und biegsam.

Wenn du ein frisches Blatt zwischen den Fingern zerreibst, kannst du das Kraut an seinem fenchelartigen Geruch erkennen. Estragon lässt sich dank seines süßlichen Aromas als Küchenkraut verwenden. Die Blätter der Pflanze passen hervorragend zu Fleisch- und Fischgerichten.

Beifuß-Ambrosie

Beifuß-Ambrosie

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) ist auch unter dem Namen Beifußblättriges Traubenkraut bekannt.

Das Wort "Ambrosia" ist altgriechisch für "Speise der Götter", denn in der griechischen Mythologie soll der Konsum der Pflanze zu Unsterblichkeit verholfen haben.

Die einjährige Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber mittlerweile in weiten Teilen Europas zu finden. Sie kann zwischen 20 und 150 Zentimeter hoch werden und zeichnet sich durch ihre leicht behaarten Stängel aus.

Die Blüten sind grüngelb und sitzen auf den traubenförmigen Blütenständen. Die Beifuß-Ambrosie wächst unter anderem auf Baustellen und Schutthalden und ist innerhalb von Deutschland größtenteils verbreitet in Baden-Württemberg, Südhessen, Bayern und Berlin.

Wirkungen von Beifuß

Wirkungen von Beifuß

Die Mutter der Heilkräuter bietet ein breites Spektrum an Wirkungen. Im Folgenden stellen wir dir die wichtigsten Anwendungsgebiete der Pflanze vor.

Lindert Magen-Darm-Beschwerden

Die im Beifuß vorkommenden Bitterstoffe wirken sich positiv auf die Verdauung aus. Bereits im Mund fördern sie die Speichelproduktion und steigern somit den Appetit.

Die Bitterstoffe regen außerdem die Darmtätigkeit an und erhöhen die Produktion der Gallenflüssigkeit, was die Fettverdauung erleichtert. Das Kraut zeigt im Magen-Darm-Bereich umfangreiche Heilwirkungen, unter anderem auch bei:

Des Weiteren verfügt die Pflanze über einen Abwehrstoff namens Sesquiterpenlacton – er wirkt gegen Darmparasiten, Bakterien und Pilze.

Bekämpft Malaria

Artemisinin, der Inhaltsstoff des Einjährigen Beifußes, gilt als eines der wirksamsten Mittel zur Bekämpfung von Malaria.

Bereits seit den 1990er-Jahren wird der Wirkstoff als Bestandteil einer Kombinationstherapie zusammen mit anderen Medikamenten eingesetzt. Der Wirkmechanismus des Artemisinins ist bislang noch nicht vollständig geklärt.

Gewinnung von Artemisinin

Die Gewinnung des Wirkstoffs Artemisinin erfolgt durch die Extraktion der getrockneten Blätter und Blüten. Diese werden in einem gesättigten Kohlenwasserstoff eingelegt, damit sich das Artemisinin lösen kann.

Der Einjährige Beifuß wird in Ländern wie China und Vietnam großflächig angebaut. Auf einer Anbaufläche von einem Hektar lassen sich circa zwei Tonnen Blattmaterial ernten. Daraus können dann zwei bis drei Kilo des Wirkstoffs extrahiert werden.

Hemmt das Wachstum von Tumorzellen

Beifuß hemmt das Wachstum von Tumorzellen

Die bisherigen Ergebnisse von Laborversuchen deuten darauf hin, dass der Wirkstoff Artemisinin nicht nur gegen Malaria hilft, sondern auch bei Krebserkrankungen.

Der sekundäre Pflanzenstoff und seine Derivate wirken zerstörerisch auf schnell wachsende Krebszellen.

Entscheidend dabei ist die Molekülstruktur der Pflanzenextrakte: Sie enthalten aggressive Sauerstoffteilchen, die Krebszellen attackieren.

Doch die Forschung an den Pflanzenwirkstoffen als Mittel zur Krebsbekämpfung befindet sich noch in den Anfängen. Außerdem ist bislang unklar, in welcher Dosierung eine Therapie am wirksamsten ist und welche Wechselwirkungen entstehen können.

Erwärmend bei Durchblutungsstörungen

Beifuß wirkt erwärmend auf verschiedene Areale des Körpers, deswegen kannst du ihn bei Durchblutungsstörungen anwenden. Seinen Einsatz findet er unter anderem bei schweren Beinen sowie bei kalten Füßen und Händen.

Fußbad mit Beifuß

Dein eigenes Fußbad mit Beifuß ist leicht zu machen und schnell fertig. Folgendermaßen gehst du vor:

  1. Bringe fünf Handvoll zerkleinertes Beifußkraut in drei Litern Wasser zum Kochen und lasse das Ganze circa fünf Minuten weiterköcheln.
  2. Seihe das Kraut ab.
  3. Lasse den Sud auf etwa 40 Grad Celsius abkühlen und verwende ihn dann als Fußbad.

Entspannt bei innerer Unruhe

Wenn du unter Schlafstörungen oder innerer Unruhe leidest, kann Beifuß Abhilfe schaffen. Denn die ätherischen Öle der Heilpflanze wirken beruhigend auf das zentrale Nervensystem. Du kannst das Kraut beispielsweise als Tee zu dir nehmen oder zusammen mit anderen Kräutern in ein Kräutersäckchen geben.

Lies hier mehr über Heilpflanzen und Heilkräuter sowie deren Vorteile und Risiken. 

Herstellung von Beifußtee
Zur Herstellung von Beifußtee benötigst du einen Teelöffel Beifuß, den du mit 200 Milliliter kochendem Wasser übergießt. Lasse den Tee sieben bis zehn Minuten ziehen und seihe dann das Kraut ab. Du kannst bis zu drei Tassen des Heißgetränks pro Tag trinken.

Reinigt Hautgeschwüre

Bei Geschwüren kannst du die betroffene Hautstelle mit einem Gemisch aus Beifuß und anderen Kräutern wie Ringelblume und Johanniskraut waschen. Beifuß wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und antifungal.

Koche die verschiedenen Kräuter circa zehn Minuten auf und reinige das Geschwür anschließend mit dem Sud. Achte darauf, dass so wenig Keime wie möglich an die Hautstelle gelangen.

Fördert die Fruchtbarkeit

Fördert die Fruchtbarkeit

Das Heilkraut findet in der Frauenheilkunde Anwendung, denn es stimuliert die Östrogen– und Gestagenproduktion und fördert somit den Eisprung.

Außerdem begünstigt es die Durchblutung und hilft so bei ausbleibender Menstruation.

Beifuß wirkt antifungal, deswegen kannst du ihn als Vaginalspülung bei Scheidenpilz benutzen. Aufgrund der krampflösenden Eigenschaften kannst du ihn außerdem bei Unterleibsschmerzen während der Periode verwenden.

Erfahre hier mehr über die vier Phasen des Menstruationszyklus und Tipps bei Regelschmerzen. 

Regt den Energiefluss an

In der traditionellen chinesischen Medizin dient das Kraut seit Tausenden von Jahren zur Moxa-Therapie (Moxibustion). Bei der Moxa-Therapie werden verschiedene Akupunkturpunkte mit brennendem Beifußkraut (Moxa) erwärmt. Dieser Vorgang soll unter anderem Blockaden im Energiefluss lösen und die Lebensenergie "Qi" auffüllen.

Während bei der direkten Moxibustion die Kegel aus Moxa direkt auf die Therapiepunkte gesetzt und angezündet werden, kommen bei der indirekten Moxibustion Moxa-Zigarren zum Einsatz. Sie werden knapp über der Haut angezündet, sodass der Patient die Wärme spüren kann.

Steckbrief: Gemeiner Beifuß

Steckbrief: Gemeiner Beifuß

Im folgenden Steckbrief haben wir noch einmal alle wichtigen Merkmale des Gemeinen Beifußes für dich zusammengefasst.

  • Name: Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris)
  • Auch bekannt als: Gewürzbeifuß, Gewöhnlicher Beifuß
  • Familie: Korbblütler (Asteraceae)
  • Gattung: Artemisiengewäche (Artemisia)
  • Verbreitung: Nord- und Mitteleuropa, Asien, Nordamerika
  • Fundorte: Wegränder, Schuttplätze
  • Blütenfarbe: weiß, gelb, rot, braun
  • Giftigkeit: ungiftig
  • Hauptblütezeit: Juni bis September
  • Erntezeit: August bis Oktober
  • Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Bitterstoffe, Inulin, Vitamine, Flavonoide, Glycosoide, Karotinoide
  • Wirkung: antibakteriell, krampflösend, galletreibend, verdauungsfördernd, beruhigend, antifungal, entzündungshemmend
  • Anwendungsgebiete: Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsbeschwerden, Schlaflosigkeit

Beifuß pflanzen, pflegen und vermehren

Das Heilkraut ist eine genügsame Pflanze, die einfach zu pflegen ist. Zum Anbau von Beifuß eignet sich ein magerer Boden mit Kies und wenig organischem Material. Wichtig ist, dass du Staunässe vermeidest. Also achte auf einen gut durchlässigen Boden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig und regengeschützt sein.

Du kannst Beifuß auch in einem ausreichend großen Topf oder Kübel kultivieren. Als Substrat eignet sich Blumenerde, die du mit Sand vermischen kannst. Bevor du das Gemisch in den Kübel gibst, solltest du eine Schicht aus Tonkügelchen oder Kies hinzufügen, damit das Wasser besser ablaufen kann.

Düngen musst du den Beifuß kaum – die Gabe von Kompost im Frühjahr und Herbst reicht vollkommen aus. Um das Pflanzenwachstum anzuregen, kannst du den Beifuß im Frühjahr großzügig zurückschneiden.

Wenn du das Heilkraut vermehren möchtest, teilst du im Herbst oder Frühjahr die Wurzeln in gleich große Stücke und pflanzt sie neu ein. Oder du sammelst Ende September die Samen und säst sie im April aus. Das Kraut ist ein Lichtkeimer, deswegen dürfen die Samen nicht mit Erde bedeckt sein.

Beifuß kaufen

Beifuß kaufen

Du kannst das geschnittene Heilkraut im Online-Handel ab einem 100-Gramm-Preis von etwa fünf Euro kaufen.

Es eignet sich zur Herstellung von Heißgetränken, Tinkturen und Umschlägen.

Der Extrakt des Gemeinen Beifußes lässt sich auch als Nahrungsergänzungsmittel in Kapsel-Form erwerben.

Darüber hinaus kannst du dir in der Apotheke oder im Online-Handel Pflanzenauszüge des Einjährigen Beifußes bestellen – sie eignen sich beispielsweise als Duftöl oder zur Weiterverarbeitung in kosmetischen Produkten. Achte beim Kauf auf zertifizierte Inhaltsstoffe, am besten aus biologischem Anbau und ohne Zusatzstoffe.

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