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Blähbauch: 8 Symptome, 12 Ursachen & 9 Behandlungen von Meteorismus

Meteorismus bezeichnet ein Übermaß an Luft oder Gasen im Verdauungstrakt. Das Problem ist auch als Blähbauch oder Blähsucht bekannt. Woher ein Blähbauch kommt und was du dagegen tun kannst, erfährst du im Folgenden.


Typisch für einen Blähbauch: Obwohl sich viel Luft im Darm befindet, geht diese nicht übermäßig in Form von Flatulenzen ab („Darmwinden“). Entscheidend für die Diagnose von Meteorismus ist das subjektive Gefühl der Betroffenen. Sie empfinden sich als unangenehm aufgebläht und haben oft zusätzlich Bauchkrämpfe.

Symptome: An diesen 8 Merkmalen erkennst du einen Blähbauch

Symptome: An diesen 8 Merkmalen erkennst du einen Blähbauch

Beim Meteorismus sammelt sich viel zu viel Luft im Bauch an, die dann nicht in ausreichendem Maß entweichen kann. Dadurch entstehen sehr unangenehme Beschwerden.

1. Vorgewölbter, runder Bauch. Typisch beim Meteorismus ist ein ungewöhnlich weit vorgewölbter Bauch mit einer straff gespannten Bauchdecke. Viele Betroffene empfinden dieses Symptom als sehr unangenehm.

2. Bauchschmerzen. Durch die übermäßige Luft im Darm können starke Bauchschmerzen entstehen. Oft schmerzt der Oberbauch, es sind aber auch Darmkrämpfe möglich.

3. Druck auf dem Magen. Drückt die Luft im Darm nach oben, spürt man das durch einen unangenehmen Magendruck. Appetitlosigkeit oder Übelkeit sind mögliche Folgen.

4. Häufiges Aufstoßen und verstärkte Darmwinde. Ein Teil der Luft im Darm kann durch Aufstoßen entweichen, ein anderer Teil geht in Form von Flatulenzen ab. Beides kann verstärkt sein. Beim Meteorismus genügt dieser Abgang der Luft jedoch nicht, es bleibt immer noch eine große Menge Luft im Darm zurück.

5. Verstopfung oder andere Stuhlunregelmäßigkeiten. Verstopfung kann das Problem verstärken oder verursachen: Weder Kot noch Luft können in ausreichender Menge den Darm verlassen. Manche Betroffene berichten aber auch von anderen Stuhlunregelmäßigkeiten, zum Beispiel von Durchfällen.

6. Darmgeräusche. Die Luft, die sich im Darm bewegt, kann für Geräusche sorgen, zum Beispiel Gluckern. Das ist vielen Betroffenen vor allem in Gesellschaft sehr unangenehm.

7. Völlegefühl. Die Luft im Verdauungstrakt sorgt für ein unangenehmes Völlegefühl.

8. Im Extremfall ähnliche Symptome wie bei einem Herzinfarkt. Ist der Blähbauch sehr stark ausgeprägt und drückt die Luft im Verdauungstrakt nach oben, können schlimme Schmerzen entstehen. Möglich sind außerdem Symptome, die einem Herzinfarkt ähneln: Brustschmerzen, Atemnot und Schwindelgefühl. Bei solchen Symptomen solltest du immer einen Notarzt informieren.

Ursachen von Meteorismus: Woher kommt die Luft im Verdauungstrakt?

Ursachen von Meteorismus: Woher kommt die Luft im Verdauungstrakt?

Übermäßig viel Luft kommt auf zwei unterschiedlichen Wegen in den Darm: entweder der Betroffene schluckt beim Essen zu viel Luft oder im Darm werden zu viele Gase produziert. Die Ursachen dafür können vielfältig sein, häufig kommen mehrere von ihnen zusammen.

Ungünstige Essgewohnheiten

Beim Essen und Trinken gelangt immer auch Luft in den Magen. Im Normalfall ist die Menge aber so gering, dass der Körper problemlos damit umgehen kann. Ein Teil der Luft gelangt über das Blut in die Lunge und wird einfach abgeatmet. Ein weiterer Teil geht in Form von Darmwinden ab, manches auch sehr schnell beim Aufstoßen. Wer jedoch ungünstige Essgewohnheiten hat, schluckt möglicherweise zu viel Luft. Dazu gehören diese Faktoren:

  • zu hastiges Essen und kein richtiges Trinken
  • Ablenkung beim Essen, zum Beispiel durch Fernsehen oder Smartphone
  • intensives Sprechen beim Essen
  • häufiges Kaugummikauen

Blähungsfördernde Lebensmittel

Bei der Verdauung bestimmter Lebensmittel werden besonders viele Gase produziert. Dazu gehören zum Beispiel:

  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Kohlarten, zum Beispiel Sauerkraut, Rosenkohl oder Wirsing
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen oder Linsen
  • Zwiebeln, Knoblauch und Lauch
  • rohes Obst und Gemüse in größeren Mengen
  • frisches Brot und Vollkornprodukte (vor allem, wenn du es nicht gewohnt bist)
  • Milch und Milchprodukte

Lebensmittelunverträglichkeiten

Lebensmittelunverträglichkeiten als Ursache von Meteorismus

Wenn der Darm bestimmte Nahrungsmittelbestandteile nicht verdauen kann, zeigt sich das unter anderem in Verdauungsbeschwerden. Vermehrte Gasansammlungen im Bauch gehören zu den möglichen Symptomen. Die genauen Ursachen sind dabei unterschiedlich: Bei einer Glutenunverträglichkeit ist der Dünndarm dauerhaft entzündet und gereizt.

Bei einer Laktoseunverträglichkeit liegen keine Entzündungen vor, aber der Milchzucker wird im Dünndarm nicht ausreichend aufgespalten. Im Dickdarm kommt er dann mit den Bakterien der Darmflora in Kontakt, die bei der Verdauung eine große Menge an Gasen produzieren.

Schlaffe Bauchmuskulatur

Ist die Bauchmuskulatur zu schwach ausgebildet, kann sich der Bauch leichter nach vorne wölben und größere Mengen an Gasen fassen. Der Körper wird die Luft dadurch schlechter los und die genannten Symptome des Meteorismus entstehen.

Stress und psychische Belastungen

Stress und psychische Belastungen

Luftschlucken kann als Symptom von innerer Unruhe und Stress auftreten und große Mengen Luft in den Verdauungstrakt befördern. Psychische Faktoren spielen jedoch noch auf weiteren Wegen eine Rolle:

  • Wer ständig gestresst ist, isst hastiger und schluckt auch auf diesem Wege mehr Luft.
  • Sogenannte maskierte Depressionen zeigen sich nicht in den typischen Symptomen, sondern verursachen verschiedene körperliche Beschwerden. Dazu gehören auch Spannungsgefühle und Schmerzen im Bauch, die dem Meteorismus sehr ähneln können.

Reizdarmsyndrom

Beim sogenannten Reizdarmsyndrom können unterschiedliche funktionelle Darmbeschwerden auftreten. Gefährlich ist das Reizdarmsyndrom nicht, aber die Symptome sind für die Betroffenen oft sehr belastend.

Fehlbesiedlung des Dünndarms

Im Darm lebt eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien, die gemeinsam die Darmflora bilden. Der Großteil der Darmflora befindet sich im Dickdarm und verrichtet dort wichtige Aufgaben bei der Verdauung und für das Immunsystem. Es kann jedoch passieren, dass sich zu viele Bakterien im Dünndarm ansiedeln. Dort kommen sie zu früh mit noch unverdauter Nahrung in Kontakt und bilden bei der Zersetzung große Gasmengen.

Störungen der Darmflora

Auch die Darmflora selbst kann gestört sein. Wenn sich das Gleichgewicht der Bakterien verändert, können sich schädliche Mikroorganismen ansiedeln, die zu verschiedenen Verdauungsbeschwerden führen. Ursachen für eine gestörte Darmflora können unter anderem in schlechter Ernährung oder vorangegangenen Antibiotikagaben liegen.

Mangelhafte „Stuhlhygiene“

Vor allem bei Kindern können ungesunde Gewohnheiten rund um den Stuhlgang für den Meteorismus (mit-)verantwortlich sein. Problematisch ist es vor allem, den Stuhlgang zunächst zu unterdrücken und sich dann nicht ausreichend Zeit für die Entleerung zu nehmen. Solche Gewohnheiten können Bauchschmerzen und Meteorismus zur Folge haben.

Gastritis

Eine weitere mögliche Ursache für Meteorismus ist eine Magenschleimhautentzündung, auch Gastritis genannt. Weitere Symptome bei einer Gastritis sind Magenschmerzen und Verdauungsstörungen. Häufig treten jedoch kaum Symptome auf, sodass der Blähbauch der einzige Hinweis auf eine Magenschleimhautentzündung sein kann.

Schwerere Erkrankungen

In den meisten Fällen sind die Ursachen für den Meteorismus harmlos. Selten können jedoch auch schwere Erkrankungen zugrunde liegen, zum Beispiel ein Darmverschluss, eine Leberzirrhose, eine Herzinsuffizienz oder eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse. Treten die Beschwerden häufig oder sehr plötzlich auf, solltest du deshalb einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen zu klären.

Dreimonatskoliken bei Babys

Blähbauch bei Babys

Bei Säuglingen können die Symptome eines Blähbauchs ebenfalls auftreten, oft zusammen mit großer Unruhe und längeren Schreiphasen. Es handelt sich dabei in vielen Fällen um eine Ausprägung der sogenannten Dreimonatskoliken.

Diese Beschwerden haben vor allem mit der Anpassung des kindlichen Verdauungstrakts an die neue Form der Ernährung (Milchnahrung statt Ernährung über die Nabelschnur) zu tun. Nach etwa drei Monaten ist diese Umstellung abgeschlossen und die Beschwerden bessern sich meist deutlich.

Gefahr eines Missbrauchs von Abführmitteln

Wer immer wieder unter einem Blähbauch leidet, hält oft eine Verstopfung für die Ursache. Der Griff zum Abführmittel scheint naheliegend. Allerdings sind diese Medikamente auf Dauer alles andere als harmlos.

Nimmt man Abführmittel zu häufig ein, kann es zu chronischen Durchfällen kommen. Außerdem können sich Verstopfungen und Blähungen verstärken: Der Darm wird durch die ständige „Hilfe“ träge und transportiert die Nahrung nicht mehr ausreichend weiter. Um die Verdauung zu beschleunigen, sind dann wiederum Abführmittel nötig, die das Problem weiter verschärfen. Weitere mögliche Folgen sind Elektrolytmängel und Schäden an der Darmschleimhaut.

Nimm Abführmittel deshalb höchstens hin und wieder bei akuten Beschwerden ein und frage deinen Arzt um Rat, falls du die Medikamente häufiger brauchst.

Wann zum Arzt?

Dass hin und wieder nach einem üppigen Essen der Bauch gebläht ist, ist kein Grund zur Sorge. Einen Arzt aufsuchen solltest du jedoch dann, wenn,,,

  • die Symptome sehr häufig und auch nach normal großen Portionen auftreten,
  • die Probleme sehr stark sind und plötzlich auftreten,
  • weitere Beschwerden hinzukommen, zum Beispiel Durchfall oder Verstopfung, Bauchschmerzen oder Flatulenzen,
  • blutige Durchfälle auftreten (in einem solchen Fall ist ein sofortiger Arztkontakt angezeigt).

So diagnostiziert der Arzt den Blähbauch

So diagnostiziert der Arzt den Blähbauch

Die Diagnose Meteorismus stellt der Arzt durch Befragung und körperliche Untersuchungen. Nach deiner Beschreibung der Symptome und dem Abtasten des Bauches geht es an die Suche nach der Ursache. Dafür gibt es unterschiedliche Methoden. Zum einen spielt auch hier wieder die Befragung („Anamnese“) eine wichtige Rolle. Mit gezielten Rückfragen klärt der Arzt zum Beispiel, ob die Beschwerden nach bestimmten Lebensmitteln oder bei viel Stress auftreten und ob es weitere Symptome gibt.

Wenn sich die Probleme nicht bessern oder weitere Symptome auftreten, dann kann eine Magen- oder Dünndarmspiegelung nötig sein. Hierbei schiebt der Arzt unter örtlicher Betäubung einen Schlauch mit einer Kamera in den Magen. Der Schlauch kann von außen gewendet und gesteuert werden, sodass alle Bereiche des Magens und gegebenenfalls des Dünndarms sichtbar werden. Im Anschluss nimmt der Arzt Gewebeproben aus dem Magen, die später genauer untersucht werden können.

Was tun gegen den Blähbauch?

Was tun gegen den Blähbauch?

Je nach Ursache gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Blähbauch zu behandeln. Häufig helfen schon einfache Gewohnheitsänderungen wie die Folgenden.

Regelmäßig und langsam essen

Deine Probleme bessern sich möglicherweise deutlich, wenn du darauf achtest, in Ruhe zu essen. Sorge für stressfreie Bedingungen, konzentriere dich auf deine Mahlzeit und kaue jeden Bissen gut. Bei dieser Art des Essens gelangt viel weniger Luft in den Magen. Außerdem solltest du auf regelmäßige Essenszeiten achten und vor allem abends zu üppige Speisen vermeiden.

Reizende Lebensmittel reduzieren

Reizende Lebensmittel reduzieren

Einige Lebensmittel können einen Blähbauch fördern, zum Beispiel Kaffee, stark kohlensäurehaltige Getränke, Süßstoffe und blähende Speisen wie Kohl, Bohnen oder Zwiebeln. Wenn du diese Lebensmittel reduzierst, verbessern sich in vielen Fällen auch die Beschwerden.

Unverträgliche Nahrungsmittel meiden

Falls du unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leidest, solltest du die entsprechenden Lebensmittel von deinem Speiseplan streichen. Bei einer Glutenunverträglichkeit ist es wichtig, völlig auf Gluten zu verzichten. Bei einer Laktoseunverträglichkeit werden kleine Mengen oft gut vertragen. Lass dich von einem Arzt oder Ernährungsberater genau aufklären, worauf du achten musst.

Probiotika für die Darmflora

Pro- und Prebiotika enthalten „gesunde“ Bakterien, die üblicherweise in der Darmflora vorkommen. Wenn diese aus dem Gleichgewicht geraten ist, können Probiotika helfen, die Darmflora zu verbessern.

Abnehmen und Muskelaufbau

Übergewicht und eine zu schwache Bauchmuskulatur können Meteorismus begünstigen. Deshalb solltest du Gewicht abbauen und die Muskeln in der Bauchdecke gezielt stärken. Diese Maßnahmen können die Beschwerden zum Verschwinden bringen.

Entschäumende Medikamente

Entschäumende Medikamente

Üblicherweise können Gase über die Magen- und Darmwand aufgenommen und abgeführt werden. Wenn die Gasansammlungen jedoch aus kleinblasigem Schaum bestehen, dann blockiert dieser möglicherweise die Magen- und Darmwände. Diese können dann weder die Gase noch den Speisebrei ausreichend weiterverarbeiten und abtransportieren. Entschäumende Medikamente lassen den Schaum zerfallen. Die dadurch entstehenden größeren Luftblasen können vom Körper leichter absorbiert werden. Entschäumende Medikamente sind zum Beispiel in Form von Kau-Tabletten verfügbar.

Kümmel, Fenchel und Anis als Tee

Die Kombination aus Kümmel-, Fenchel- und Anissamen hat sich für die Behandlung von Verdauungsbeschwerden bewährt. Tees aus diesen Samen wirken entkrampfend und fördern die Verdauung.

Behandlung des Reizdarmsyndroms

Liegt dem Meteorismus ein Reizdarmsyndrom zugrunde, muss dieses gesondert behandelt werden. Je nach Ausprägung kann dafür eine Ernährungsumstellung ausreichen. Außerdem sind verschiedene Präparate verfügbar, die bei der Therapie eines Reizdarms eingesetzt werden können. Wenn psychische Aspekte eine Rolle spielen (was beim Reizdarmsyndrom nicht selten ist), kann zusätzlich eine Psychotherapie helfen.

Wärme im Akutfall

Viele Betroffene empfinden Wärme bei einem Blähbauch als angenehm. Lege dir zum Beispiel eine Wärmflasche auf den Bauch.

Mit Geduld auf der Suche nach der richtigen Behandlung

Mit Geduld auf der Suche nach der richtigen Behandlung

Wenn der Blähbauch nur hin und wieder auftritt, sind die beschriebenen Hausmittel und Gewohnheitsänderungen in vielen Fällen ausreichend. Treten die Beschwerden jedoch immer wieder auf, ist die Suche nach der Ursache unumgänglich. Werden nur die Symptome behandelt, sind die Ergebnisse meistens nicht sehr befriedigend.

Hast du gemeinsam mit deinem Arzt die Ursachen aufgespürt, ist in den meisten Fällen auch eine effektive Behandlung von Meteorismus möglich, sodass die Beschwerden nicht mehr oder nur noch selten auftreten. Doch bei der Suche braucht es ein wenig Geduld: Weil so viele unterschiedliche Ursachen infrage kommen und die Symptome so unspezifisch sind, dauert es oft ein wenig, um den wahren Problemen auf die Spur zu kommen. Dann steht aber einer effektiven Therapie nichts mehr im Weg.

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