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Cortisonsalbe: Wirkung, Anwendung & 3 Risiken der medizinischen Creme

Eine Cortisonalbe oder -creme kommt bei entzündlichen Hauterkrankungen zum Einsatz. Cortison wirkt lindernd und heilend auf die betroffene Stelle. Dennoch schrecken noch immer viele Patienten vor der Verwendung des Wirkstoffes zurück. Dabei ist diese "Cortison-Angst" eigentlich unbegründet – solange das Präparat sachgemäß angewendet wird. Was Cortison genau ist und was du vor der Verwendung einer kortisonhaltigen Creme beachten solltest, erfährst du bei uns.

Cortison ist einem körpereigenen Hormon nachempfunden und kann als Präparat angewendet Entzündungsreaktionen des Körpers wirksam abklingen lassen. Was genau Cortison überhaupt ist, erfährst du im Folgenden.

Was Cortison eigentlich ist

Strukturformel von Cortison

Die menschliche Nebennierenrinde bildet bestimmte Hormone, die als Glucocorticoide bezeichnet werden. Sie erfüllen zahlreiche wichtige Funktionen im Körper. Die Hauptvertreter unter den Glucocorticoiden sind unter anderem Cortisol (auch als Hydrocortison bekannt) und Cortison. Künstliche Weiterentwicklungen dieser Hormone finden heute bei vielen Hauterkrankungen Anwendung – die Darreichungsformen reichen von Tabletten über Spritzen bis hin zu Cremes und Salben. Da sich die Wirkungen der Glucocorticoide sehr ähneln, werden sie zusammenfassend und umgangssprachlich auch einfach als "Cortison" bezeichnet.

Die Wirkstoffe werden zur Bekämpfung von Entzündungen im und auf dem Körper eingesetzt. Denn Cortison wirkt zweifach: Einerseits hemmt es die Produktion von körpereigenen Botenstoffen, die Entzündungen fördern. Andererseits fördert es die Bildung eben jener Botenstoffe, die im Körper entzündungshemmend wirken.

Medikamente mit Cortison werden mittlerweile seit über fünfzig Jahren verabreicht. Die heute noch immer vorherrschende Angst vor Cortison, beziehungsweise den damit verbundenen Nebenwirkungen, geht im Grunde auf die 1970er Jahre zurück. In den Anfängen war schließlich noch nicht viel über die Risiken von Cortison bekannt, daher wurde das Präparat häufig viel zu hoch dosiert und zu lange angewendet. Das führte zu teilweise erheblichen Nebenwirkungen. Heute sollte sich keiner davon abschrecken lassen: Bei einer sachgemäßen Verwendung des Wirkstoffes sind in der Regel keine schweren Nebenwirkungen zu erwarten. Eine genaue Absprache mit dem Arzt sowie eine eindeutige Diagnose sollten einer Verwendung von Cortison dennoch stets vorausgehen.

Wirkungen einer Cortisoncreme

Wirkungen einer Cortisonsalbe

Äußerlich angewendet lindert Cortison stechenden Juckreiz und weitere Beschwerden, die mit Ekzemen und Ausschlägen in Zusammenhang stehen. Vorausgesetzt es handelt sich um eine (Über-)Reaktion des Körpers, kann Cortison die daraus entstandene Hautentzündung mindern. Das schafft das Präparat, indem es die starke Reaktion des Immunsystems dämpft. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass Cortisonsalben und -cremes zwar die auftretende Entzündung mindern, allerdings nicht den Auslöser bekämpfen.

Cortison wirkt entzündungshemmend und anti-allergisch, Grund dafür ist unter anderem seine Eigenschaft, die Reaktionen des Abwehrsystems zu unterdrücken. Wie genau und vor allem wie stark eine Cortisoncreme beziehungsweise -salbe wirkt, hängt aber immer von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt die Stärke des Wirkstoffes eine Rolle, zum anderen kommt es aber auch darauf an, welche Hautstelle betroffen ist und wie dick die dort befindliche Hornschicht ist. Weiterhin ist die Wirkung des Cortisons von folgenden Faktoren abhängig:

Dosierung: Wie hoch der Wirkstoff im Präparat dosiert ist, spielt eine maßgebliche Rolle bei der resultierenden Wirkung. Niedrig dosierte Cortisonsalben sind sogar rezeptfrei erwerbbar.

Trägersubstanz: Auch wenn die Begriffe häufig synonym verwendet werden, gibt es doch einen Unterschied zwischen Cortisoncremes, -salben und -lotions. Salben mit Cortison wirken häufig stärker, da eine Salbe besser von der Haut aufgenommen werden kann. Auch bei sehr trockener Haut sollte eine Salbe einer Creme bevorzugt werden.

Anwendung: Weiterhin spielt die Art der Anwendung eine Rolle bei der Wirkung. Auf feuchter Haut aufgetragen (beispielsweise nach dem Baden oder Duschen) wirkt eine Cortisoncreme deutlich stärker als auf trockener Haut. Außerdem kann die Wirkung verstärkt werden, wenn die betroffene Stelle zusätzlich mit einem feuchten Umschlag oder einem Wickel bedeckt wird. Dieses Phänomen sollte insbesondere bei Kleinkindern bedacht werden – wenn beispielsweise eine Cortisonsalbe unter der Windel aufgetragen werden soll.

Cortisonsalbe anwenden bei diesen Erkrankungen

Hauterkrankungen mit Cortisonsalbe behandeln

Auch ohne dass ein Erreger vorliegt, kann das menschliche Immunsystem mit entzündlichen Reaktionen reagieren. Das passiert beispielsweise bei einer entzündlichen Erkrankung wie Neurodermitis. Damit eine sachgemäße Cortison-Therapie erfolgen kann, ist eine vorausgehende eindeutige Diagnose zwingend notwendig. Schließich gibt es auch Infektionen mit Erregern, die ähnliche Ekzeme und Ausschläge hervorrufen können. Um diese Erkrankungen zu bekämpfen, muss das Immunsystem die Erreger (Pilze, Bakterien oder Viren) abtöten. Da bei einer Cortison-Therapie das Immunsystem gedämpft wird, wäre Cortison hier der vollkommen falsche Ansatz. Bei einer entzündlichen Reaktion allerdings kann der Körper sich selbst schaden. Das Immunsystem muss in diesem Fall unter Kontrolle gebracht werden – Cortison eignet sich dafür optimal.

Cortisonsalben und -cremes kommen zur Behandlung von Neurodermitis, Schuppenflechten, aber auch zur Behandlung kleinerer Übel zum Einsatz, wie etwa bei Mückenstichen und Sonnenbränden. Tipps zum Kauf einer Neurodermitis-Creme erhältst du hier.

Verschiedene Wirkstärken von Cortisonsalben

Welches entzündungshemmende Mittel bei dir zum Einsatz kommt, ist abhängig von folgenden Faktoren: Deinem Alter, um welchen Ausschlag es sich handelt, wo sich dieser befindet und wie stark er ausgeprägt ist. Die Glukokortikoide umfassen über 30 verschiedene Wirkstoffe mit unterschiedlichen Stärken. Allgemein werden Cortison-Präparate in vier verschiedene Gruppen aufgeteilt, wobei die schwächsten Mittel zu Gruppe eins zählen, die stärksten zu Gruppe vier.

Zu den schwachen Glukokortikoiden zählen unter anderem Hydrocortison und Prednisolon. Eine solche Cortisonsalbe wird dann angewendet, wenn sich das Ekzem an empfindlichen Körperstellen befindet, so etwa auf der Gesichtshaut oder an den Gelenkbeugen. Cortisonsalben mit Hydrocortison sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Für den restlichen Körper sind meist Salben mit einer mittleren bis starken Stärke empfehlenswert. Starke Glukokortikoide werden meist dann genutzt, wenn sie zur Behandlung von behaarter Kopfhaut sowie Körperstellen mit einer dicken Hornschicht dienen. Das betrifft unter anderem Hände und Füße.

Nebenwirkungen und Risiken einer Cortisoncreme

Die möglichen Nebenwirkungen einer Cortison-Therapie werden häufig überschätzt. Dennoch kann dieser Wirkstoff – wie jedes andere Medikament auch – zu Nebenwirkungen führen. Grundsätzlich solltest du dich vor einer Anwendung mit Cortison immer von deinem Arzt beraten lassen – auch bei rezeptfreien Salben, sofern Unsicherheiten bestehen. Bei einer oralen Einnahme von Cortison ist das Risiko einer Nebenwirkung höher als bei dem Auftragen einer Creme. Der Körper nimmt schließlich unter diesen Umständen weniger von dem Wirkstoff auf als wenn er ihm direkt zugeführt wird, zum Beispiel in Form einer Tablette.

Grundsätzlich hängt die Wirkstärke aber in erster Linie auch von der Stärke der jeweiligen Creme ab. Wichtig vor dem Verwenden (insbesondere einer rezeptfreien) Cortisonsalbe ist die richtige Diagnose. Bei einer falschen Behandlung, beispielsweise einer Akne, Rosazea oder eines Hautpilzes, können die vorliegenden Symptome und Hautbilder durch Cortison verschlimmert werden. Weiterhin sollte eine Cortisoncreme niemals im Genitalbereich oder im Bereich der Augen verwendet werden.

Vorsicht bei Älteren und Kleinkindern

Vorsicht bei Kleinkindern und Älteren

Als Salbe angewendet, dringt Cortison schnell in die Haut ein. Dort sammelt sich der Wirkstoff in der Hornschicht, wo er allmählich in tiefere Hautschichten abgegeben wird. Je älter die Haut, desto dünner wird sie – die Hornschicht bietet irgendwann nicht mehr genügend Schutz. Dadurch erhöht sich das Risiko einer Cortison-Abgabe in das Blut, was wiederum ein erhöhtes Risiko für Folgeschäden bedeutet. Das gleiche gilt für Babys und Kleinkinder. Eine Cortison-Therapie bei diesen Zielgruppen sollte daher nur auf ärztliche Anweisung hin erfolgen.

Brüchige und dünne Haut

Eine der häufigsten Nebenwirkungen von Cortisonsalben ist, dass die Haut mit der Zeit dünner und auch brüchiger wird. Das passiert allerdings meistens erst, wenn die Cortisoncreme über einen längeren Zeitraum angewendet wird. Grund dafür ist, dass das Cortison die Hautbarriere auf Dauer schädigen kann, was insbesondere dünnere Hautschichten wie das Gesicht und die Gelenkbeugen betrifft. Du solltest die Cortisonsalbe daher nur so lange wie nötig in Folge anwenden.

Allerdings sollte diese Nebenwirkung keinesfalls abschrecken: Wird die Cortisonsalbe abgesetzt, erholt sich die Haut in der Regel schnell wieder. Außerdem gilt die Nebenwirkung insbesondere für ältere Präparate, die häufig mit einer höheren Dosierung einhergehen.

Weitere mögliche Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken sind individuell von den Präparaten abhängig. Lasse dich daher vor dem Verwenden der Creme ausführlich von deinem behandelnden Arzt beraten. Schwangere und stillende Frauen sollten grundsätzlich nur nach Absprache eine Therapie beginnen und keinesfalls selbstständig eine Cortisonsalbe verwenden. Zu den möglichen Nebenwirkungen einer Cortisonsalbe zählen folgende:

Haarwurzelentzündung: Eine Haarwurzelentzündung äußert sich durch erhabene Bläschen oder Knötchen, die in der Regel mit Eiter gefüllt sind. Diese Hautstellen können jucken und mitunter schmerzvoll sein.

Leichte Pigmentstörung: Neben vielen weiteren Medikamenten kann auch eine Cortisonsalbe eine leichte Pigmentstörung auf der Haut verursachen. Diese ist meist nicht weiter schlimm und bildet sich von selbst wieder zurück. Eine Pigmentstörung äußert sich häufig durch weiße Flecken auf der Haut.

Dehnungsstreifen: Eine Cortisonsalbe kann bei längerfristiger Verwendung zur Bildung von leichten Dehnungsstreifen führen.

Verstärkter Haarwuchs: Weiterhin kann es zu einem verstärkten Haarwuchs an der Stelle kommen, an der die Cortisoncreme regelmäßig aufgetragen wird.

Veränderung des Fettgewebes: Eine weitere mögliche Nebenwirkung von Cortisonsalben ist eine Veränderung des Fettgewebes und dessen Verteilung.

Cortisoncreme richtig anwenden

Cortisoncreme richtig anwenden

Um das Risiko einer Nebenwirkung zu reduzieren, sollte die Cortisonsalbe immer nur nach Packungsbeilage verwendet werden. Entweder erfolgt die Therapie als Kurzbehandlung, sprich über einen Zeitraum von wenigen Wochen, oder als wiederholte Behandlung, die in regelmäßigen Abständen erfolgt. Abhängig ist dies von der Art des Ausschlags und der eigenen Konstitution.

In der Regel sieht eine Cortisonsalben-Therapie wie folgt aus: Über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen wird eine mittelstarke Creme verabreicht, anschließend wird die Wirkstärke schrittweise reduziert: Ein bis drei Wochen lang kommen dann schwächere Cremes zum Einsatz.

Bei immer wiederkehrenden Ekzemen wird in der Regel eine sogenannte Erhaltungstherapie empfohlen. Dabei wird über einen längeren Zeitraum eine schwache Dosis verabreicht. Das hat zum Ziel, die Anfälligkeit dieser Ekzeme auf Dauer zu minimieren. Allerdings kommt es auch häufig vor, dass die Ausschläge nicht vollständig verschwinden oder regelmäßig wiederkehren. In diesem Fall kann eine Langzeitbehandlung sinnvoll sein. Was für dich infrage kommt, solltest du persönlich mit deinem behandelnden Arzt absprechen.

Rezeptfreie Cortisoncreme

Cortisoncremes mit einem schwachen Wirkstoff, also mit einer niedrigen Stärke, sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Dabei handelt es sich in der Regel um das sogenannte Hydrocortison. Rezeptfreie Präparate besitzen eine Konzentration dieses Wirkstoffs zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Diese Salben kannst du dann verwenden, wenn du leicht entzündliche oder allergische Hauterkrankungen selbstständig behandeln möchtest. Auch Mückenstiche, Sonnenbrände oder sogenannte Kontaktekzeme (rötliche und juckende Schwellungen der Haut) kannst du mit rezeptfreien Cortisoncremes behandeln. Halte dich in jedem Fall an die Hinweise auf der Packungsbeilage. Sollte die Hautveränderung andauern oder sich gar verschlimmern, solltest du unbedingt einen Arzt konsultieren. Es könnte beispielsweise eine nicht erkannte Pilzinfektion vorliegen, die durch Cortison weiter verschlimmert wird.

Weiterhin solltest du die Salbe ausschließlich auf ausgewählten Hautstellen anwenden und hier nur dünn auftragen. Bei einer rezeptfreien Cortisoncreme ist die Wirkstärke meist so schwach, dass du keine Nebenwirkungen befürchten musst. Eine Ausdünnung der Haut geht meist nach Absetzen des Präparats wieder zurück.

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