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Eibisch: 5 Wirkungen + 7 Verwendungen der Heilpflanze

Eibisch ist eine eher unbekannte Heilpflanze. Dabei hat sie viele verschiedene heilende Wirkungen. Alles, was du über Eibisch wissen musst, wie die Pflanze wirkt und welche Anwendungen möglich sind, erfährst du bei uns.

Wissenswertes über Eibisch

Früher wurden aus der Eibischwurzel Marshmallows hergestellt

Eibisch ist eine Heilpflanze, die schon seit sehr langer Zeit zum Einsatz kommt. Konkret handelt es sich dabei um den sogenannten echten Eibisch. Der lateinische Name lautet Althaea officinalis. Umgangssprachlich gibt es viele weitere Namen für das Gewächs. Einige davon beziehen sich auf die heilenden Wirkungen der Pflanze. So hast du vielleicht schon einmal von „Hustenkraut“ oder „Schleimwurzel“ gehört. All diese Bezeichnungen stehen für den Eibisch.

Auf Englisch sagt man „Marshmallow“ zu der Pflanze. Das liegt daran, dass früher entsprechende Süßigkeiten aus der süßen Wurzel hergestellt wurden. Heute ist das nicht mehr der Fall.

Der Forschung zufolge benutzten sogar schon die Neandertaler Eibisch zu heilenden Zwecken. Definitiv sind die gesundheitsfördernden und reizlindernden Eigenschaften des Gewächses seit der Antike bekannt. Eibisch gehört zur Familie der Malvengewächse. Informationen über die Heilpflanze "Wilde Malve" findest du hier.

Eibisch wird über einen Meter hoch und hat einen behaarten, filzigen Stängel. Die Pflanze steht aufrecht und bekommt viele Blätter, die sich direkt an den Stängeln entwickeln und spiralförmig angeordnet sind. Von Juli bis September blüht der Eibisch weiß oder blassrosa. In der freien Natur darfst du Eibisch nicht sammeln. Die Pflanze steht nämlich unter Naturschutz. Möchtest du regelmäßig Eibisch nutzen, pflanzt du am besten selbst etwas an.

Inhaltsstoffe von Eibisch

Eibisch hat viele gesunde Inhaltsstoffe, die heilende Wirkung haben. In erster Linie ist Eibisch für seinen hohen Gehalt an Schleimstoffen bekannt. So enthält die Pflanze dreimal so viele Schleimstoffe wie die wilde Malve. Die Wurzeln haben besonders viele Schleimzellen und spielen in der Heilung daher eine besondere Rolle.

Neben den Schleimstoffen enthalten die Blätter und Blüten der Pflanze auch ätherische Öle, Gerbstoffe und sogenannte Flavonoide. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe. In der Wurzel sind auch Pektin und Stärke enthalten.

Wirkungen von Eibisch

Eibisch wirkt gegen Erkältungen

Alle Teile der Eibischpflanze lassen sich zu Heilmitteln verarbeiten. Früher wurden hauptsächlich die Wurzeln verwendet. Daraus haben die Menschen Lutschpastillen hergestellt, die gegen Husten und Heiserkeit wirken sollten.

Tatsächlich sind in den Wurzeln die meisten Schleimstoffe enthalten, die wichtig für die Heilung sind. Sie bestehen zu rund zwanzig Prozent daraus. Aber auch die Blätter und Blüten enthalten diese wertvollen Stoffe, und zwar zu rund zehn Prozent. Im Folgenden erfährst du, wie Eibisch wirkt.

Gegen Erkältungen

Die in der Pflanze enthaltenen Schleimstoffe sind für die medizinische Wirkung verantwortlich. In pflanzlichen Mitteln liegen diese in besonders hoher Konzentration vor. Bist du erkältet und nimmst Eibisch zu dir, bildet sich eine Art Schutzschicht über deinen gereizten Schleimhäuten. So hat deine Schleimhaut Zeit, sich zu regenerieren und wird nicht so schnell wieder angegriffen.

Bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt sind vor allem die Schleimhaut deiner Nase, dein Rachen und deine Bronchien betroffen. An all diesen Stellen zeigen die Schleimstoffe des Eibisch Wirkung. Im Idealfall nimmst du die Heilpflanze in Form eines Sirups zu dir. So wirkt sie am besten.

Gegen Husten

Besonders effektiv ist Eibisch auch gegen Husten. Die Schleimstoffe lagern sich in diesem Fall an die Schleimhäute in deinem Rachen und Hals an und sorgen dafür, dass dein Husten gedämpft wird. Es kommt dabei nicht darauf an, wie stark dein Husten ist. Eibisch trägt in jedem Fall zu einer Linderung bei. Im Idealfall nimmst du gleich zu Beginn der Erkrankung ein Konzentrat mit der Heilpflanze ein. So können die Schleimstoffe womöglich eine schwerwiegende Entwicklung der Krankheit verhindern. Weitere Hausmittel gegen Husten findest du hier.

Gegen Verdauungsbeschwerden

Eibisch hilft bei Verdauungsbeschwerden

Ist deine Magenschleimhaut entzündet oder hast du aus einem anderen Grund Verdauungsbeschwerden, kann Eibisch auch in diesem Fall die Lösung sein. Die in der Pflanze enthaltenen Schleimstoffe haften nämlich auch an deiner Magenschleimhaut und entlasten sie.

Die Magenschleimhaut ist für deine Verdauung und damit für die Versorgung des gesamten Körpers mit Energie und Nährstoffen sehr wichtig. Ohne sie hättest du ständig heftige Magenschmerzen. In der Regel schützt sie den Magen mit ihrem Schleim vor der Magensäure. Kommt es dabei zu Problemen, kann das ganz schön schmerzhaft werden. In einem solchen Fall ist Eibisch sehr gut dafür geeignet, die Magenschleimhaut bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Gegen Sodbrennen

Bei Sodbrennen hilft ein Tee aus Kamille, Zitronenmelisse, Fenchel und Eibischblättern. Gib dazu je eine Handvoll Blätter in eine Teekanne und gieße sie mit heißem Wasser auf. Den Tee trinkst du eine Stunde nach dem Essen. Bist du dir unsicher, ob eine Behandlung mit Heilpflanzen für dich in Frage kommt, hältst du vorab Rücksprache mit deinem Arzt. In Kombination mit anderen Medikamenten, lässt du lieber die Finger von Heilpflanzen. Womöglich hemmen sie die Wirkung deiner Medikamente oder es gibt andere Wechselwirkungen.

Gegen Verbrennungen

Äußerlich angewendet hat Eibisch eine entzündungshemmende Wirkung. Behandelst du gereizte Haut mit Eibisch, beruhigt sie sich sehr schnell. Das gilt auch, wenn du dir deine Haut verbrannt hast, zum Beispiel in der Sonne oder auf einer heißen Herdplatte. Eibisch enthält eine Menge Zink und Vitamin A. Nicht zuletzt aus diesen Gründen wirkt die Heilpflanze effektiv gegen Verbrennungen.

Verwendungen der Heilpflanze

Eibischtee ist ein beliebtes Heilmittel

Nimm Eibisch nicht in Verbindung mit anderen Medikamenten ein, sonst wirken diese womöglich nicht mehr. Im Zweifel solltest du immer Rücksprache mit einem Arzt halten. Bist du Diabetiker, ist Eibisch ebenfalls keine gute Idee. Die Pflanze hat nämlich einen hohen Zuckergehalt. Tipps für eine zuckerfreie Ernährung findest du hier. Nimmst du keine Medikamente ein und bist kein Diabetiker, kannst du das Gewächs aber ohne Bedenken anwenden. Folgende Verwendungen der Heilpflanze gibt es:

Als Tee

Bei Erkältungen, insbesondere bei Halsweh und Husten ist Tee aus Eibisch ein beliebtes Hausmittel. Weitere Hausmittel gegen Halsschmerzen findest du hier. Die in der Pflanze enthaltenen Schleimstoffe können sich in einem Tee besonders gut entfalten und sorgen schnell für Linderung. Hast du Halsschmerzen, tun dir zwei Tassen pro Tag gut. Folgendermaßen bereitest du einen Eibisch-Tee zu:

Du brauchst:

  • Einen Teelöffel getrocknete Eibischwurzel
  • Einen Teelöffel Eibischblätter und -blüten (ob diese frisch oder getrocknet sind, spielt keine Rolle)
  • 150 Milliliter kaltes Wasser

Die Schleimstoffe der Pflanze werden bei zu viel Hitze zerstört. Daher bereitest du den Tee nicht so zu, wie viele andere Sorten. Der Unterschied besteht darin, dass der Tee im kalten Zustand zieht und erst im Nachhinein erhitzt wird. Folgendermaßen gehst du vor:

  1. Gib Eibischwurzel, -blätter und -blüten in eine Tasse kaltes Wasser.
  2. Lasse das Gemisch zwei Stunden ziehen. Rühre es zwischendurch immer mal wieder um.
  3. Entferne die Pflanzenteile aus der Flüssigkeit.
  4. Gib die Flüssigkeit in einen Topf und erwärme das Ganze leicht. Zu groß darf die Hitze nicht sein, sonst zerstörst du die Schleimstoffe und die heilende Wirkung bleibt aus.
  5. Süße den Tee mit Honig, wenn du möchtest.

Als Sirup aus Eibischwurzel

Sirup aus der Eibischwurzel

Bist du stark erkältet, eignet sich ein Sirup aus Eibisch noch besser als ein Tee. Das liegt an der Dickflüssigkeit des Sirups. Auf Grund der Konsistenz verbleibt die Flüssigkeit länger an einer Stelle und entfaltet die volle Heilkraft. Nimmst du den Sirup ein, behältst du ihn am besten eine Zeit lang im Mund. Schlucke die Flüssigkeit möglichst erst nach einer Minute hinunter. So wirkt der Sirup am effektivsten.

Ein weiterer Pluspunkt des Sirups ist, dass er sehr gut schmeckt und auch bei Kindern beliebt ist. Hast du Husten, empfiehlt es sich, bis zu dreimal am Tag einen Löffel Sirup einzunehmen. Behalte ihn ein bisschen im Mund, bevor du ihn herunterschluckst. So haben die Schleimstoffe länger Zeit sich auszubreiten und ihre Wirkung zu entfalten. Sirup aus Eibisch stellst du schnell und einfach selbst her.

Du brauchst:

  • 50 Gramm Eibischwurzel
  • 200 Milliliter Wasser
  • 200 Gramm Rohrzucker
  • 1 Zitrone

Da der Sirup frisch am besten schmeckt und am effektivsten wirkt, solltest du immer nur Portionen für maximal zwei bis drei Wochen herstellen. Folgendermaßen gelingt das:

  1. Presse die Zitrone aus.
  2. Mische Eibischwurzel, Wasser, Zucker und Zitronensaft und lasse das Ganze zwei Stunden ziehen.
  3. Rühre sorgfältig um.
  4. Stelle die Mischung für eine Stunde zugedeckt in den Kühlschrank.
  5. Entferne die Wurzelteile aus der Mischung.
  6. Fülle den Sirup in eine verschließbare Flasche und bewahre ihn im Kühlschrank auf.

Mit Eibisch gurgeln

Gurgeln mit Eibisch

Hast du starke Halsschmerzen und womöglich eine Entzündung im Rachen, ist es immer eine gute Idee, mit unterschiedlichen Mitteln zu gurgeln. Du kannst diese Methode bereits zur Vorbeugung anwenden, um eine stärkere Entwicklung der Schmerzen abzuwenden. Machst du das Gurgeln zu einem Bestandteil deiner alltäglichen Routine in gesunden Zeiten, verringerst du die Zahl der Krankheitserreger auf deiner Mund- und Rachenschleimhaut.

Mische dir zum Gurgeln ein spezielles Mittel aus Eibisch. Dann sind deine Halsschmerzen mit Sicherheit schnell wie weggeblasen. Zerkleinere dazu zwei Teelöffel Eibischwurzel und übergieße sie mit einer Tasse kaltem Wasser. Lasse das Ganze über Nacht stehen und einwirken. Am nächsten Tag gurgelst du mit der Lösung über einem Waschbecken.

So funktioniert das Gurgeln am besten: Nimm einen kleinen Schluck aus dem Glas und lege deinen Kopf in den Nacken. Gurgle in dieser Position für etwa 20 Sekunden. Danach spuckst du die Flüssigkeit ins Waschbecken und nimmst einen weiteren Schluck. Schlucke die Flüssigkeit nach Möglichkeit nicht hinunter. Passiert das trotzdem, schadet dir das aber auch nicht. Deine Schlucke sollten nicht zu groß sein, sonst spritzt das Wasser beim Gurgeln aus deinem Mund heraus. Fahre mit kleinen Schlucken fort, bis das Glas leer ist. Im Idealfall gurgelst du zweimal am Tag.

Eibisch als Wickel

Hast du Halsweh, magst aber den Geschmack von Eibisch nicht, bereitest du einen Wickel vor. Dein Hals braucht jetzt besonders viel Pflege und Zuneigung. Ein Halswickel ist ein geeignetes Hausmittel gegen Halsschmerzen. Alles, was du dazu brauchst, sind zwei Teelöffel zerkleinerte Eibischwurzel, ein dünnes Tuch und kaltes Wasser.

Lasse die Eibischwurzel über Nacht im kalten Wasser ziehen. Am nächsten Tag erwärmst du das Wasser und tauchst ein dünnes Tuch hinein. Wringe das Tuch aus, sodass es nicht mehr tropft und platziere es um deinen Hals herum. Damit dir kein Wasser in den Kragen läuft, wickelst du ein Handtuch darüber. So bleibt das dünne Tuch länger angenehm warm und du erlebst keine böse Überraschung. Sobald es sich kalt anfühlt, entfernst du das Tuch und trocknest deinen Hals sorgfältig ab.

Salbe mit Eibisch

Eine Salbe aus Eibisch wirkt entzündungshemmend. Hast du leichte Verbrennungen auf der Haut, kannst du es mit diesem Mittel versuchen. Reinige die Wunde vorher so gut es geht und achte darauf, dass deine Finger sauber sind. Ist die Verletzung sehr stark, solltest du aber unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er weiß am besten, wie du deine Schmerzen so schnell wie möglich loswirst.

In der Küche

Eibisch in der Küche verwenden

In der Küche kommt Eibisch eher selten vor. Dennoch findet man immer wieder Gerichte, bei denen Eibisch auf der Zutatenliste steht. Die Wurzeln passen zum Beispiel gut zu einer Gemüsepfanne oder einem Kartoffelgericht. Die Blüten der Pflanze kannst du ebenfalls essen. Sie eignen sich gut zur Dekoration von Nachspeisen oder Salaten. Das sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch reich an Vitaminen. Einen besonderen Eigengeschmack haben die Blüten allerdings nicht.

Eibisch anpflanzen

Eibisch ist nicht nur ein beliebtes Heilmittel, sondern auch bei Gärtnern sehr beliebt. Das liegt an den schönen Blüten der Pflanze, die so manchen Garten verschönern. Möchtest du selber Eibisch anpflanzen, suchst du dazu am besten einen sonnigen und windgeschützten Ort aus. Dort fühlt sich die Pflanze am wohlsten. Es ist kein Problem, wenn du Eibisch zwischen anderen Pflanzen einsäst. Achte aber drauf, dass genug Platz zwischen den einzelnen Pflanzen ist. Tust du das nicht, kommen sich die vielen, buschigen Blätter in die Quere.

Möchtest du Jungpflanzen im Garten platzieren, ist der Frühling die richtige Jahreszeit dafür. Viel Pflege braucht die Pflanze nicht. Du musst sie nur ausreichend wässern. Insbesondere dann, wenn es über einen längeren Zeitraum hinweg trocken ist.

Im Sommer kannst du Blätter und Blüten ernten. Nach der Ernte trocknest du sie und bewahrst sie danach an einem dunklen Ort auf. Möchtest du die Wurzeln zu Heilzwecken verwenden, gräbst du sie im Herbst aus. Achte darauf, sie ordentlich zu trocknen, sonst schimmeln sie womöglich.

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