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Fruchtsäurepeeling: 4 Anwendungsbereiche + 3 Risiken

Ob bei Akne, Pigmentflecken oder Falten: Fruchtsäure gilt als Wundermittel für eine schöne und strahlende Haut. Wie ein Fruchtsäurepeeling wirkt, hängt allerdings immer von der Anwendung ab. Wie sie dir richtig gelingt und was du noch über Fruchtsäure wissen musst, erfährst du im Folgenden.


Die meisten Peelings tragen auf ähnliche Weise zu einem schöneren Hautbild bei. Doch das Fruchtsäurepeeling hebt sich gerade durch seine besonderen Inhaltsstoffe ab – seine Wirkung ist darüber hinaus längst wissenschaftlich bewiesen. Was genau Fruchtsäure ist, erfährst du im Folgenden.

Was Fruchtsäure eigentlich ist

Was Fruchtsäure eigentlich ist

Früchte stecken voller lebenswichtiger Vitamine und Nährstoffe, die gemeinsam zu einer stabilen Gesundheit beitragen. Dabei können die natürlichen Vitaminbomben auch von außen enorm gesundheitsfördernd wirken, etwa in Form eines Fruchtsäurepeelings.

Chemisch betrachtet handelt es sich bei Fruchtsäuren um Alpha-Hydroxy-Säuren, kurz AHAs. Diese kurzkettigen Carbonsäuren stecken in zahlreichen zuckerproduzierenden Pflanzen und Früchten. Die bekanntesten natürlichen Fruchtsäuren sind Zitrus-, Apfel-, Ananas- und Weintraubensäuren. Doch auch Milchsäure und die aus Zuckerrohr und -rüben gewonnene Glykolsäure zählen zu den AHAs.

Fruchtsäure ist keineswegs ein neu entdecktes Wundermittel der Kosmetikindustrie. Bereits in den 1960er Jahren forschten Wissenschaftler an dem Stoff. Als besonders effektiv stellte sich die Glykolsäure des Zuckerrohrs heraus. Sie erwies sich als enorm heilend bei Hautunreinheiten wie Akne und Pigmentstörungen. Vor einigen Jahrzehnten noch nutzte die Industrie die natürlich produzierte Glykolsäure des Zuckerrohrs. Heute verwendet die Kosmetikindustrie fast ausschließlich synthetisch hergestellte Glykolsäure.

So wirkt Fruchtsäure

Unsere Haut besteht aus mehreren Schichten, wobei die oberste Schicht die Epidermis, auch Oberhaut genannt, bildet. Doch auch die Epidermis lässt sich wiederum in mehrere Schichten untergliedern. Die äußerste Schicht, die Hornhaut, ist dabei die Grenze zwischen unserem Körper und der Umwelt.

In den tiefer liegenden Hautschichten werden ständig neue Zellen produziert, wodurch die darüber liegenden Hautzellen immer weiter nach oben geschoben werden. Nach 27 bis 28 Tagen haben sie alle Schichten durchwandert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich unsere Haut alle vier Wochen komplett erneuert. Doch nicht alle Hautzellen, die an der Hornschicht liegen bleiben, lösen sich von der Haut. Das kann die Haut fahl und uneben aussehen lassen.

Fruchtsäure dringt nur oberflächlich in die Hornschicht ein. Doch genau hier unterstützt sie die Haut bei ihrer natürlichen Abschuppung. Fruchtsäure lockert die Verankerung zwischen den einzelnen Hornzellen, wodurch sie abgestorbene Hautschüppchen effektiver abtragen kann.

Anwendungsbereiche von Fruchtsäurepeelings

Ob fettige, trockene oder Mischhaut: Grundsätzlich kann jeder Hauttyp ein Fruchtsäurepeeling anwenden. Aber besonders wer unter einer unreinen, reifen und pickeligen Haut leidet, kann von der Behandlung mit Fruchtsäure profitieren. Eine Ausnahme bildet lediglich sehr empfindliche Haut, diese sollte von einer selbstständigen Anwendung besser absehen. Stattdessen kannst du dich professionell beim Dermatologen behandeln lassen.

Bei reifer Haut

Leider gibt es noch kein Wundermittel, das eine Faltenbildung im Alter verhindern kann. Dennoch kann ein Fruchtsäurepeeling die Haut glatter und straffer machen und sogar die Faltentiefe reduzieren.

Diese Wirkungen gehen auf die Eigenschaft der Fruchtsäure zurück, abgestorbene Hautschüppchen von der Hornhaut zu lösen. Dadurch regt sie die Unterhaut dazu an, neue Zellen zu produzieren und vermehrt Feuchtigkeit zu speichern. Gleichzeitig regt Fruchtsäure die Haut nachweislich an, neues Kollagen und Elastin zu bilden. All diese Eigenschaften führen zu einer angekurbelten Regeneration der Haut – sie wirkt strahlender, straffer und kleine Falten verschwinden.

Bei Akne und Pickeln

Wirksam bei Akne und Hautunreinheiten

Nicht selten liegt die Ursache für unreine Haut – die sich in Pickeln, Mitessern und Akne äußert, bei einer Anhäufung abgestorbener Hautzellen auf der Hornhaut. Und genau hier setzt ein Fruchtsäurepeeling an: Die Glykolsäure trägt die oberste Hautschicht samt den abgestorbenen Hautzellen ab. Die Poren der Haut verfeinern sich und schon nach wenigen Tagen wirkt deine Gesichtshaut frisch und strahlend.

Fruchtsäurepeelings sind aber auch deshalb eine beliebte Anwendung bei Akne, da ihre entzündungshemmenden Wirkstoffe das Krankheitsbild effektiv lindern können.

Bei Pigmentstörungen

Pigmentflecken können überall auf der Haut entstehen, wenn die natürliche Pigmentierung an bestimmten Stellen unkoordiniert stark abläuft. Dann bündelt sich der körpereigene Farbstoff Melanin übermäßig an der Oberhaut. Pigmentflecken treten vor allem an den Bereichen der Haut auf, die starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind wie dem Gesicht.

Ein Fruchtsäurepeeling wirkt auf verschiedene Weisen gegen Pigment- und Altersflecken. Einerseits fördert es gezielt die Regeneration der gesamten Haut und darüber hinaus die Kollagen- und Elastin-Bildung. Außerdem trägt die Fruchtsäure die obere Hornschicht ab und damit auch die Pigmentstörung.

Wenn du ein Fruchtsäurepeeling gezielt gegen Pigmentflecken einsetzen möchtest, solltest du die Behandlung mehrmals wiederholen. Du kannst das Peeling etwa einmal die Woche über mehrere Wochen hinweg anwenden. Schließlich braucht die Haut etwas Zeit, um sich zu regenerieren.

Bei müder und fahler Haut

Eine leicht kränklich aussehende, fahle Gesichtshaut kann mehrere Ursachen haben. Unter anderem wirkt die Haut ungesund, wenn sich abgestorbene Hautzellen nicht vernünftig von der Oberhaut lösen können. Dadurch wirkt die Haut uneben und reflektiert Licht deutlich schlechter. Durch eine regelmäßige Anwendung eines Fruchtsäurepeelings kannst du deine Haut straffen und wieder strahlen lassen.

Die Fruchtsäure lockert schließlich nicht nur die Verbindungen von Schuppen auf der Hornhaut. Sie kann vergrößerte Poren auch verkleinern und damit zu einem ebenmäßigeren Hautbild beitragen. Außerdem erhöhen die Inhaltsstoffe eines Fruchtsäurepeelings die Wasserbindefähigkeit der Haut, was für ein straffes und strahlendes Hautbild sorgt.

Das ist aber noch nicht alles: Durch die Lösung der abgestorbenen Hautzellen können Inhaltsstoffe von Seren und Cremes besser in die Haut eindringen. Pflege deine Gesichtshaut nach einer Behandlung mit Fruchtsäure mit einer reichhaltigen Feuchtigkeitscreme.

Risiken von Fruchtsäurepeelings

Generell gibt es kaum Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit einem Fruchtsäurepeeling. Auch eine Narbenbildung brauchst du nicht zu befürchten, da das Peeling nur oberflächlich wirkt und keine tieferliegenden Hautzellen schädigen kann. Bei den Risiken sollte allerdings zwischen einer Behandlung zuhause und beim Hautarzt unterschieden werden. Die niedrig dosierten Fruchtsäurepeelings, die du im Handel erwerben kannst, sind in der Regel unbedenklich.

Reizungen

Ein Fruchtsäurepeeling kann Reizungen verursachen

In seltenen Fällen kann deine Haut nach einer Behandlung mit einem Fruchtsäurepeeling mit Reizungen und Rötungen reagieren. Besitzt du eine eher empfindliche Haut, kann sich nach der Anwendung ein leichtes Brennen auf der Haut bemerkbar machen – was zunächst nicht weiter schlimm ist. Ein höher dosiertes Fruchtsäurepeeling kann in sehr seltenen Fällen die Bildung von Bläschen auf der Hautoberfläche begünstigen. Grundsätzlich gilt: Je saurer der pH-Wert, desto eher kann das Produkt die Haut reizen.

Um Reizungen vorzubeugen, solltest du Produkte verwenden, die mit weiteren pflegenden und sanft wirkenden Inhaltsstoffen einhergehen.

Eine verdünnte Haut

Ein Fruchtsäurepeeling trägt sanft die obere Hautschicht ab. Das ist zwar so gewollt, denn dadurch entstehen die zahlreichen Vorteile dieser Behandlung. Dennoch birgt eine verdünnte Hautschicht auch Risiken. So wird die Gesichtshaut deutlich anfälliger für schädliche UV-Strahlungen, die zur Zellschädigung beitragen können. Zudem begünstigt eine direkte Sonneneinstrahlung auf dünner Haut zusätzlich die Hautalterung.

Daher solltest du dich nach einer Behandlung, besonders wenn diese über mehrere Wochen läuft, gut vor UV-Strahlung schützen. Trage immer eine Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor auf deine Haut auf, ehe du dich den Sonnenstrahlen aussetzt.

Vireninfektionen

Solltest du zurzeit an Herpes simplex oder Viruswarzen im Gesicht leiden, ist es besser, du siehst vorerst von einer Behandlung mit Fruchtsäure ab. Diese Vireninfektionen kannst du durch das Verreiben des Peelings im Gesicht zusätzlich in ihrer Ausbreitung fördern.

Behandlungsformen mit Fruchtsäure

Es gibt unterschiedliche Behandlungsformen mit Fruchtsäure. Welche für dich in Frage kommt, hängt von der erwünschten Wirkung ab. Denn Fruchtsäurepeelings unterscheiden sich grundsätzlich in ihrer Form, Konzentration und der Einwirkzeit.

Beim Dermatologen

Professionelles Fruchtsäurepeeling beim Dermatologen

Besonders wirkungsvoll ist die Behandlung mit Fruchtsäure beim Dermatologen. Denn diese dürfen mit extrem hochdosierter Fruchtsäure arbeiten – die Peelings enthalten um die 70 Prozent Fruchtsäure. Derart hochdosierte Produkte kannst du im Einzelhandel und in der Apotheke nicht erwerben.

Der Verlauf einer Behandlung kann unterschiedlich ausfallen, je nachdem was du mit der Anwendung erzielen möchtest. Meistens verläuft die Behandlung in mehreren Sitzungen. Bereits wenige Wochen vor der ersten Sitzung wirst du auf das Peeling vorbereitet. Dafür erhältst du von deinem Arzt eine niedrig dosierte Fruchtsäure-Creme, welche deine Haut auf die anstehende Behandlung vorbereiten soll. Diese solltest du zuvor unbedingt auf einem kleinen Bereich deines Unterarms testen, ehe du sie großflächig aufträgst. Brennt die Creme und löst mitunter Reizungen aus, verträgst du sie sehr wahrscheinlich nicht.

Anschließend trägst du die Creme ungefähr alle zwei Tage auf dem Gesicht auf – so gewöhnt sich die Haut sanft an den Wirkstoff und das Risiko einer späteren Reizung minimiert sich.

Die eigentliche Behandlung beim Arzt verläuft dann in mehreren Sitzungen, bei welchen sich die Dauer der Einwirkzeit des Fruchtsäurepeelings stets steigert. Dadurch sollen mögliche Risiken und Nebenwirkungen verhindert werden.

In der Regel handelt es sich bei einer intensiven Behandlung um fünf bis zehn Sitzungen, die in einem Abstand von etwa zwei Wochen durchgeführt werden. Die Kosten bei einem Dermatologen liegen bei 50 bis 150 Euro. Dir sollte aber bewusst sein, dass es sich dabei um eine ästhetische Behandlung handelt, die Kosten also nicht von deiner Krankenkasse übernommen werden.

Zuhause anwenden

Du kannst ein Fruchtsäurepeeling auch ganz einfach von zuhause aus anwenden. Da Produkte aus Drogeriemärkten, Apotheken und Online-Shops jedoch nicht hoch dosiert sein dürfen – meistens handelt es sich um eine Konzentration von circa zehn Prozent – sind sie nicht so effektiv wie eine Behandlung beim Hautarzt.

Dennoch solltest du das Fruchtsäurepeeling vor der ersten Anwendung kurz testen, zum Beispiel auf deinem Unterarm. Wenn du das Peeling gut verträgst, kannst du es großflächig auf dem Gesicht anwenden. Gehe bei der Anwendung immer nach Angaben der Packungsbeilage vor, so minimierst du das Risiko einer Reizung.

Nachdem du das Peeling vom Gesicht gewaschen hast, kann sich deine Haut zunächst unangenehm gespannt anfühlen. Sollte das bei dir der Fall sein, kannst du danach eine reichhaltige Creme oder ein Serum auftragen und am nächsten Morgen natürlich nicht den Sonnenschutz vergessen.

Wenn deine Haut trotz deines Verträglichkeitstest mit leichten Rötungen und Reizungen reagiert, kann eine Maske aus Quark deine Gesichtshaut beruhigen.

Fruchtsäure in Körperpflege-Produkten

Ein Fruchtsäurepeeling ist die bekannteste Behandlung mit Glykolsäure. Es gibt aber neben dem Peeling noch viele weitere Produkte, die auf der Säure basieren. So steckt Fruchtsäure etwa in Tonics, Masken und Cremes. Vor allem aber findest du die wirkungsvolle Säure in Anti-Aging-Produkten.

Fruchtsäurepeeling selber machen

So gelingt dir dein eigenes Fruchtsäurepeeling

Du kannst natürlich auch Geld sparen und dir selbst ein Fruchtsäurepeeling zubereiten. Das gestaltet sich recht einfach, kann aber aufgrund der schwierig einzuschätzenden Dosierung zu Reizungen führen.

Achte daher besonders bei der ersten Anwendung darauf, dass du die Fruchtsäure nicht zu hoch dosierst. Mische einfach ein Peeling aus etwas Zitronensaft, Zucker oder Salz an. Alternativ kannst du auch ein sauberes Wattepad in eine Mischung aus Zitronensaft und Wasser tunken und entweder Salz oder Zucker darauf streuen.

Ist das Peeling fertig, massierst du es vorsichtig mit kreisenden Bewegungen in die Gesichtshaut ein – dabei regst du übrigens zusätzlich die Durchblutung deiner Haut an. Gerade am Anfang solltest du das Fruchtsäurepeeling nicht allzu lange auf der Haut einwirken lassen. Wasche es nach der Behandlung gründlich mit lauwarmem Wasser aus.

Sollte es während der Behandlung zu unangenehmem Brennen und Reizungen kommen, solltest du das Peeling umgehend von deinem Gesicht waschen. Vor allem empfindliche Hauttypen sollten von der Anwendung von reinem Zitronensaft absehen.
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