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Granatapfel: 4 Wirkungen, 3 Risiken + 3 Tipps zum Öffnen & Entkernen

Vitaminbombe, Blutdrucksenker, Aphrodisiakum: Dem Granatapfel werden vielfältige Wirkungen zugeschrieben. Im Folgenden findest du alles Wissenswerte rund um die Frucht, von der Wirkung bis zu Tipps, wie du am besten an seine saftigen Kerne kommst.

Herkunft und Verbreitung von Granatäpfeln

Herkunft und Verbreitung von Granatäpfeln

Der Granatapfel, auch Paradiesapfel oder Grenadine genannt, ist international verbreitet. Ob in Südamerika, Asien, dem Nahen Osten, Südeuropa oder Teilen der USA, Granatäpfel sind überall dort anzutreffen, wo es ein warmes bis (sub-)tropisches Wachstumsklima gibt. Inzwischen ist die Frucht so weit gereist, dass ihre ursprüngliche Herkunft kaum noch festzustellen ist. Ihr weltweiter Erfolgszug begann schon vor tausenden von Jahren. In der Antike gelangte die Grenadine erstmals aus dem Orient nach Europa. Bereits im Mittelalter war sie nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern auch wegen ihrer heilenden Kräfte bekannt.

Gesunde Wirkungen des Granatapfels

Gesunde Wirkungen des Granatapfels

Wissenschaftlich gesehen ist ein Granatapfel gar kein Apfel, sondern eine Beere. Im Gegensatz zu dieser eindeutigen systematischen Einordnung wird die heilende Wirkung von Granatäpfeln in der Forschung noch kontrovers diskutiert.

Herz und Kreislauf

Grenadinen sind dafür bekannt, dass sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und die Gefäße schützen. Denn Granatäpfel enthalten eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Antioxidantien, die die Durchblutung fördern und den Gefäßen eine größere Elastizität verleihen. Medizinische Studien konnten diesen Zusammenhang bisher jedoch nicht ausreichend bestätigen. Daher ist unklar, in welcher Menge die Inhaltsstoffe des Granatapfels aufgenommen werden müssten, um in dieser Hinsicht eine arzneiliche Wirkung zu entfalten. Nichtsdestotrotz sind die fruchtigen Kerne ein gesunder Snack, mit dem du dir etwas Gutes tun kannst. Denn Nebenwirkungen hat der Paradiesapfel erwiesenermaßen keine.

Krebsvorsorge und -behandlung

Ärztliche Studien konnten positive Effekte von Granatäpfeln zur vorbeugenden oder unterstützenden therapeutischen Wirkung auf diverse Krebsarten, insbesondere Prostatakrebs, beobachten. Leider können diese Ergebnisse aufgrund der geringen Teilnehmerzahl der Studien nicht als repräsentativ gelten. Dass Grenadinen die Zellentwicklung auf positive Art beeinflussen, ist aber nicht unwahrscheinlich. Die Inhaltsstoffe des Granatapfels können nämlich oxidativem Stress entgegenwirken.

Oxidativer Stress

Oxidativer Stress entsteht, wenn im Körper zu viele freie Radikale gebildet werden. Freie Radikale können Körperzellen schädigen und dazu führen, dass diese sich nachteilig verändern. Aufgrund ihrer besagten antioxidativen Eigenschaften sollen Granatäpfel der übermäßigen Produktion freier Radikaler vorbeugen können – oder aber sich positiv auf Krankheiten auswirken, die mit oxidativem Stress im Zusammenhang stehen.

Zu diesen Krankheiten zählen neben Tumorerkrankungen auch Fettstoffwechselkrankheiten sowie chronische Entzündungskrankheiten wie Rheuma und Multiple Sklerose. Auch Adipositas, Diabetes, Leberschäden und (neuro-)degenerative Krankheiten wie Alzheimer oder Katarakt gehören dazu. Entsprechend können Granatäpfel auch beim schnellen abnehmen und gesunden abnehmen helfen. Zwar fehlen auch hier verlässliche klinische Studien, sodass die selbsttherapeutische Nutzung der Frucht im Krankheitsfall stets mit einem behandelnden Arzt abgesprochen werden sollte. Aber es gilt erneut: Schädlich sind die Inhaltsstoffe der Grenadine in keinem Fall.

Hormone

Granatäpfel bei Wechseljahresbeschwerden

Die Beschwerden, mit denen viele Frauen in den Wechseljahren zu kämpfen haben, werden nicht durch oxidativen Stress ausgelöst, sondern durch Hormonumstellungen. Zwar mangelt es auch hier an eindeutigen Forschungsergebnissen, doch die Idee, dass Grenadinen Wechseljahrsbeschwerden zumindest lindern können, ist nicht unbegründet. Neben ihren antioxidativen Wirkstoffen enthalten die leckeren Früchte nämlich auch pflanzliche Hormone, sogenannte Phytoestrogene.

Phytoestrogene entfalten eine ähnliche, wenn auch sanftere Wirkung als ihre pharmazeutischen Äquivalente und können Schweißausbrüche, Hitzewallungen und andere hormonelle Reaktionen abmildern. Übrigens sind es auch die Phytoestrogene, die dem Granatapfel ein aphrodisierendes Potential verleihen.

Granatapfel: Kalorien

Granatäpfel sind reich an Nährstoffen. So enthalten die Früchte große Mengen an Kalium, ein wichtiger Nährstoff für Herz, Muskeln und Nerven. Auch Calcium, Magnesium, Phosphor, Eisen und Zink stecken unter der ledrigen Schale. Diese Wirkstoffe sind unter anderem förderlich für Haut, Haar und Nägel, daher werden Paradiesäpfel inzwischen oft in Kosmetikprodukten verarbeitet. Auch für Sportler sind Granatäpfel als Snack interessant: Sie enthalten auf 100 Gramm nur ungefähr 70 bis 80 Kalorien. Das ist vergleichsweise wenig für eine Tropenfrucht, und die gesunden Nährstoffe des Paradiesapfels wirken sich auch vorteilhaft auf Muskeln und Knochen aus.

Granatapfel: Vitamine

Granatäpfel sind verhältnismäßig kalorienarm und enthalten zahlreiche Vitamine, darunter Vitamin B, das besonders die Nervenzellen schützt, sowie Vitamin C und E. Letzteres wirkt ebenfalls antioxidativ und bekämpft freie Radikale. Als Lieferant für das immunstärkende Vitamin C taugen die Früchte allerdings nur eingeschränkt – hier lohnt sich noch immer der Griff zur Orange. Denn während die Zitrusfrucht auf 100 Gramm Fruchtfleisch ca. 45 Milligramm Vitamin C enthält, kommen 100 Gramm Granatapfel nur auf 7 Milligramm des stärkenden Vitamins.

Risiken von Granatäpfeln

Risiken von Granatäpfeln

So gesund der Granatapfel auch ist: Ein paar Aspekte solltest du beachten, bevor du die Frucht auf deinen Speiseplan setzt.

Säuregehalt

Grundsätzlich ist der Verzehr von Granatäpfeln kaum mit Risiken verbunden. Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Aspekte, die beim Genuss der Frucht beachtet werden sollten. So hat gerade ihr Fruchtsaft einen relativ hohen Säuregehalt. Wer an empfindlichem Zahnschmelz leidet, sollte die Verträglichkeit erst einmal mit einer kleinen Menge Saft überprüfen.

Zuckergehalt

Auch Diabetiker sollten Grenadinen mit buchstäblicher Vorsicht genießen, da die säuerlich-süßen Kerne einiges an Fruchtzucker enthalten. Wer sie therapiebegleitend einnehmen möchte, sollte sich vorher mit einem Arzt absprechen, da eine geringfügige Wechselwirkung zu anderen Medikamenten eintreten kann. Ähnlich wie Grapefruits verlangsamen Granatäpfel den Abbau mancher Substanzen im Körper.

Fleckengefahr

Die größte Gefahr stellen die Früchte, die schon in der Bibel Erwähnung finden, allerdings nicht für die Gesundheit dar, sondern für Kleidungsstücke. Der tiefrote Saft des Granatapfels verursacht hartnäckige Flecken in Stoff und auch auf Küchenoberflächen.

Granatapfel öffnen & entkernen

Granatapfel öffnen & entkernen

Zumindest für deine Garderobe ist es also gar nicht so ungefährlich, einen Granatapfel zu essen. Deswegen findest du im Folgenden ein paar Tipps, wie du am besten an die Kerne und den Saft der nahöstlichen Frucht kommst.

Kerne

Granatäpfel unterscheiden sich vor allem darin von richtigen Äpfeln, dass man nicht ihr Fruchtfleisch isst, sondern nur die tiefroten Kerne. Doch die ledrige Schale der Grenadine hält die Kerne fest verschlossen. Deshalb musst ein paar Dinge zum Öffnen und Entkernen der Frucht beachten.

Vorbereitung

Es gibt zahlreiche Methoden, um so schnell wie möglich an die fruchtigen Kerne der Paradiesäpfel heranzukommen. Unabhängig von der Technik ist es hilfreich, den Granatapfel vor dem Aufschneiden mit leichtem Druck über eine glatte Fläche zu rollen. Dadurch lockern sich die Kerne bereits im Inneren der Frucht und lösen sich leichter, wenn du die Schale anschneidest.

Es ist wichtig, dass du nicht zu viel Druck auf den Granatapfel ausübst, sonst platzt die Frucht währenddessen und Saft und Kerne verteilen quer in deiner Küche. Nicht umsonst handelt es sich bei dieser Frucht um die Namenspatin der Handgranate. Außerdem solltest du eine Schüssel zur Hand haben, in der du die Kerne sammeln kannst, ebenso wie eine Unterlage, um etwaige Saftspritzer abzufangen.

Methode 1: Wie ein Fernsehkoch

Wenn du die Kerne durch vorsichtiges Rollen gelöst hast, gilt es, die strapazierfähige Schale der Grenadine richtig anzuschneiden. Dazu kannst du verschiedene Möglichkeiten ausprobieren. Der englische Fernsehkoch Jamie Oliver schlägt beispielsweise vor, den Granatapfel einfach zu halbieren und dann mit einem schweren Kochlöffel die Kerne über einer Schüssel erst aus der einen, dann aus der anderen Hälfte herauszuklopfen.

Methode 2: Unter Wasser

Andere empfehlen, den Strunk des Granatapfels zu entfernen oder einen "Deckel" aus der Oberseite der Frucht herauszulösen, sie zu sechsteln und dann die Kerne von dem Fruchtfleisch zu trennen. Um das Fleckenrisiko vollkommen auszuschalten, kannst du deinen Granatapfel auch in einer Schüssel unter Wasser entkernen. Egal, welche Methode man anwendet: Man sollte darauf achten, die weißen Fruchthäute, die manchmal zwischen den Kernen kleben bleiben, vor dem Verzehr zu entfernen.

Saft

Wer die körnigen Samen der Frucht nicht schätzt, kann stattdessen auch den fruchtig-süßen Saft extrahieren. Auch hierfür gibt es mehrere Vorgehensweisen. Du beginnst wieder damit, den Paradiesapfel durch Rollen vorzubereiten. Nun kannst du den Druck aber intensivieren, denn dieses Mal ist es von Vorteil, wenn die Kerne schon innerhalb der Fruchthülle ein wenig zerplatzen. Anschließend kannst du die Grenadine vorsichtig öffnen und den Saft mit einer Presse oder per Hand wie aus einer Zitrone herausdrücken.

Eine andere, etwas schnellere Methode besteht darin, nach dem Rollen wieder den "Deckel" des Granatapfels zu lösen, einen Strohhalm hineinzustecken und den Saft direkt aus der Frucht zu trinken. Falls dir der Saft pur zu intensiv ist, kannst du ihn auch mit Wasser verdünnen. Ein ausgeglichener Flüssigkeitshaushalt ist ebenfalls sehr förderlich für die Gesundheit.

Reife von Granatäpfeln

Beim Kauf ist zu beachten, dass Granatäpfel im Gegensatz zu vielen anderen Früchten nach der Ernte nicht mehr nachreifen. Die Frucht bleibt also in genau dem Zustand, in dem sie geerntet wurde. Und falls sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht reif war, ist sie weder gesund noch lecker. Reife Granatäpfel erkennt man in der Regal an der Farbe: Je roter, desto reifer. Angeblich verursacht ein reifer Granatapfel auch einen leicht metallischen Klang, wenn man dagegen klopft.

Lagerung von Granatäpfeln

In der Lagerung ist der Granatapfel dagegen ganz unkompliziert: An einem kühlen, trockenen Ort oder im Kühlschrank aufbewahrt, hält sich die Frucht über mehrere Wochen hinweg frisch. Darin liegt ein Vorzug der widerstandsfähigen Schale, die die Kerne im Inneren wirkungsvoll konserviert. Es ist sehr wichtig, Grenadinen keiner großen Hitze auszusetzen. Nicht nur, dass die Frucht dann schneller fault, sie kann auch aufplatzen.

Granatapfel konzentriert kaufen

Granatapfel konzentriert kaufen

Wer die vielen wertvollen Inhaltsstoffe der Grenadine konsumieren möchte, ohne sie aufwendig entkernen zu müssen, kann zu verschiedenen Präparaten greifen. Direktsaft stellt eine schnelle und bekömmliche Alternative aus der Flasche dar. In diesem Fall sollte man allerdings auf Zuckerzusätze und die Pressart achten, denn nur bei der Kaltpressung bleiben alle Wirkstoffe erhalten. Andere Möglichkeiten sind Pulver oder Kapseln, die das gesunde Innenleben des Granatapfels in hochkonzentrierter Form zugänglich machen. Diese sind auch zur Therapiebegleitung oder im Rahmen der Nährstoffaufnahme die effektivste Methode. Granatapfel-Präparate sind in Apotheken, Reformhäusern oder online erhältlich.

Granatäpfel und die Umwelt

Die internationale Verbreitung des Granatapfels besitzt auch eine Schattenseite: Für eine kleine Frucht besitzt er einen recht großen ökologischen Fußabdruck. Nicht nur, dass der Punica Pranatum, wie die Römer ihn nannten, vor dem Verzehr oft über weite Strecken transportiert worden ist. Der Anbau erfordert auch sehr viel Flüssigkeit. Und das in warmen Regionen, in denen Trinkwasser generell oft nur bedingt verfügbar ist. Wer Alternativen mit einem ähnlichen Nährstoffgehalt sucht, kann deshalb zu Trauben oder heimischen Beeren greifen. Diese stehen ihrer orientalischen Artverwandten geschmacklich kaum nach und sind ebenfalls sehr gesund.

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