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11 Hausmittel gegen Blasenentzündung + 5 Symptome von Zystitis

Eine Blasenentzündung ist für die meisten Betroffenen sehr schmerzhaft – und das über mehrere Tage hinweg. Antibiotika und der Gang zum Arzt sind jedoch nicht immer notwendig, solange es sich um einen leichten Harnwegsinfekt handelt. Woran du diesen überhaupt erkennst und welche Hausmittel bei einer Blasenentzündung helfen, erfährst du in diesem Beitrag.

Schmerzen beim Wasserlassen und ein unangenehmes Ziehen im Unterleib sind die wohl eindeutigsten Anzeichen einer Blasenentzündung. Wie diese eigentlich entsteht und ob sie ansteckend ist, erfährst du im Folgenden.

Zystitis: Das steckt hinter dem Harnwegsinfekt

Darstellung einer Blase

Eine Blasenentzündung wird im Fachjargon als Zystitis bezeichnet. Sie kennzeichnet sich in der Regel durch leichte bis starke Schmerzen im Unterleib und beim Wasserlassen. Bei der Blasenentzündung, die zu den Harnwegsinfekten zählt, gelangen Keime von außen über die Harnröhre in die Blase. Dort reizen sie die Blasenwand und lösen Entzündungen der Schleimhaut oder der kompletten Blasenwand aus. Meistens handelt es sich bei diesen Keimen um Bakterien, seltener kann es sich aber auch um eine Zystitis handeln, die durch Viren, Parasiten oder Pilze verursacht wird. Wird einer Blasenentzündung nicht richtig behandelt, kann es zu einer Nierenbeckenentzündung kommen. Diese ist weitaus gefährlicher als eine Blasenentzündung und meistens deutlich schmerzhafter.

Hast du ein geschwächtes Immunsystem, etwa weil du bereits an einer anderen Erkrankung leidest oder dich eine Zeit lang unterkühlt hast, ist das Risiko einer Blasenentzündung erhöht. Eine Zystitis ist jedoch in den meisten Fällen eher harmlos und bei der Hälfte der Betroffenen nach einer Woche auch ganz ohne ärztliche Behandlung wieder weg. Bei der Blasenentzündung wird zwischen einer unkomplizierten und einer komplizierten Harnwegsinfektion unterschieden. Da die komplizierte Harnwegsinfektion unbedingt einen Arztbesuch erforderlich macht, findest du in diesem Beitrag nur Tipps zur unkomplizierten Harnwegsinfektion, die du zuhause selbst behandeln kannst.

Blasenentzündungen können ansteckend sein
Einen anderen mit deiner Blasenentzündung anzustecken, ist durchaus möglich. Jedoch ist das Ansteckungsrisiko relativ gering und kann durch zusätzliche Maßnahmen weiter gemindert werden. Vor allem wenn du hygienische Maßnahmen einhältst, ist eine Übertragung recht unwahrscheinlich. Am häufigsten kommt es zu einer Übertragung der Keime (wenn auch indirekt) über verunreinigte Oberflächen. Hast du etwa deine Hände nicht richtig gewaschen und fasst Türklinken, Wasserhähne oder andere Gegenstände an, vor allem auf öffentlichen Toiletten, kannst du deine Erkrankung an jemand anderen übertragen.

Frauen leiden häufiger an Zystitis als Männer

PMS-Symptom-Unterleibschmerzen

Frauen leiden häufiger an einer Blasenentzündung

Zwar können sowohl Frauen als auch Männer von einer Blasenentzündung betroffen sein, jedoch erkrankten Frauen im Durchschnitt deutlich häufiger. In Zahlen gesprochen leidet jede dritte Frau mindestens einmal im Laufe ihres Lebens an einer Zystitis. Das hat den einfachen Grund, dass die Harnwege der Frau nur etwa zwei bis vier Zentimeter lang sind. Männer haben eine Harnröhre von etwa 17 bis 20 Zentimetern Länge. Der Weg, den die Keime bis zur Blase nehmen müssen, ist bei Frauen deutlich kürzer. Bakterien, Viren und Co. haben also bessere Chancen, sich in weiblichen Blasen einzunisten.

Ursachen einer Blasenentzündung

In den meisten Fällen verursachen Bakterien eine Blasenentzündung. Genau genommen handelt es sich meistens um die sogenannten Escherichia coli-Bakterien. Sie sind eigentlich Teil einer gesunden Darmflora, können aber bei falschen Hygienemaßnahmen in die Harnröhre gelangen. Von dort aus haben sie dann leichtes Spiel, bis in die Blase vorzudringen. Typische Ursachen einer Blasenentzündung sind die Folgenden:

  • Verursacht durch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder Bestrahlung
  • Falsche Hygiene auf der Toilette
  • Zeitnaher Geschlechtsverkehr
  • Bestimmte Verhütungsmittel, zum Beispiel das Diaphragma
  • Harnwegsinfektionen in der Vorgeschichte (vor allem in der Jugend) und in der Familie
  • Ein jüngeres Alter als 15 Jahre bei der ersten Blasenentzündung
  • Hormonveränderung (zum Beispiel in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren)

Bei Männern geht eine Blasenentzündung oftmals mit einer Entzündung der Prostata einher. Ebenfalls ist es möglich, dass eine Prostataentzündung bereits besteht und diese die anschließende Blasenentzündung verursacht.

Symptome einer Zystitis

Häufiger Harndrang ist Symptom für eine Blasenentzündung

Es gibt einige Anzeichen, die eindeutig auf eine Blasenentzündung hinweisen. Daneben kann in schwereren Verläufen auch Fieber auftreten. In diesem Fall solltest du unbedingt einen Arzt konsultieren. Typische Symptome einer Blasenentzündung sind die Folgenden:

  1. Brennen beim Wasserlassen: Beim Urinieren treten starke Schmerzen auf, die sich für die Betroffenen wie ein Brennen in der Blase und in den Harnröhren anfühlen.
  2. Häufiger Harndrang: Ein weiteres typisches Symptom ist ein andauerndes oder häufig wiederkehrendes Gefühl von Harndrang. Dies tritt auch dann auf, wenn die Blase eigentlich leer ist bzw. kaum Urin ausscheidet.
  3. Schmerzen im Unterleib: Begleitet wird die Blasenentzündung meist durch mittelmäßige bis starke Schmerzen im Unterleib, selbst in Ruhephasen. Dies geht oftmals mit dem Gefühl einher, ständig auf Toilette zu müssen.
  4. Trüber Urin: Unter Umständen ist dein Urin bei einer Blasenentzündung leicht getrübt und verändert seinen Geruch.
  5. Blut im Urin: Deutlich seltener tritt Blut im Urin auf. Dies kann jedoch auch ein Anzeichen für eine andere Erkrankung sein und sollte unbedingt von einem Arzt untersucht werden.
Es nicht zwingend notwendig, bei einer Blasenentzündung zum Arzt zu gehen. Geht der Harnwegsinfekt mit leichten Symptomen einher, kannst du ihn auch mit Hausmitteln behandeln. Unbedingt zum Arzt solltest du aber dann, wenn du schwanger bist, an chronischen Blasenentzündungen leidest, zuckerkrank bist oder Medikamente einnimmst, die das Immunsystem herunterfahren. Auch wenn die Symptome über drei Tage hinweg anhalten und von Fieber begleitet werden, solltest du einen Arzt konsultieren. Das Gleiche gilt, wenn Kinder oder Männer an einer Zystitis leiden.

Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Vitamin-A-Schwangerschaft

Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Schwangere sind besonders anfällig für eine Blasenentzündung. Das liegt daran, dass die Harnwege durch den veränderten Hormonhaushalt geweitet sind. Keime haben so ein leichtes Spiel, bis in die Blase hochzuwandern. Im schlimmsten Fall dringen die Keime bis in die Gebärmutter vor. Hier können sie Entzündungen und vorzeitige Wehen auslösen.

Etwa fünf Prozent aller Schwangeren erleiden eine Blasenentzündung. Die Symptome unterscheiden sich dabei nicht zu anderen Menschen. Um eine Zystitis vorzubeugen, solltest du während der Schwangerschaft unbedingt viel Wasser trinken (Tipps zum richtigen Trinken gibt es hier), dich vor Unterkühlung schützen und sobald du Harndrang verspürst, auf Toilette gehen. Grundsätzlich solltest du aber unbedingt einen Arzt konsultieren, solltest du während der Schwangerschaft Symptome einer Blasenentzündung entwickeln.

Tipps zur richtigen Ernährung in der Schwangerschaft findest du hier.

Was hilft gegen Blasenentzündung: 11 Hausmittel

Zum Glück sind Antibiotika nicht immer notwendig. In Fällen einer leichten Blasenentzündung kannst du zunächst mit einfachen Hausmitteln versuchen, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Folgende Hausmittel gegen Blasenentzündungen eignen sich zur Linderung der Symptome.

Viel Wasser trinken

Um schnell zu genesen, solltest du unbedingt viel Wasser trinken. Auf diese Weise werden die Keime am besten ausgespült. Bei einer Blasenentzündung empfiehlt es sich, mindestens zwei Liter am Tag zu trinken, gerne auch etwas mehr. Je weniger Flüssigkeiten du zu dir nimmst, umso weniger spülst du auch die Keime aus. Auf diese Weise können sie sich leicht in deiner Blase vermehren und sich sogar in den Nierenbecken ausbreiten. Für etwas Abwechslung kannst du auch zu ungesüßten Tees greifen. Einige Kräutersorten eignen sich sogar hervorragend, um die Entzündung abklingen zu lassen. Vermeide aber unbedingt stark gezuckerte Getränke.

Richtige Intimpflege

Verwende nur pH-neutrale Seifen zur Intimpflege

Nicht irrelevant ist auch die Art, wie du deinen Intimbereich pflegst. Achte unbedingt darauf, sowohl während der Erkrankung als auch zur Vorbeugung, dass du nur sehr milde und pH-neutrale Seifen benutzt, die deinen Säureschutzmantel nicht angreifen. Ansonsten hätten Keime ein noch leichteres Spiel, sich in deiner Blase einzunisten.

Nieren- und Blasentees

In der Apotheke und in herkömmlichen Supermärkten findest du spezielle Nieren- und Blasentees. Diese enthalten Heilpflanzen mit besonderen Wirkstoffen, die sowohl entzündungshemmend als auch harntreibend wirken können. Dadurch fördern sie eine schnelle Ausscheidung der Keime. Orientiere dich bei der Dosierung an die Empfehlungen des Apothekers oder an die Gebrauchsanweisungen auf der Verpackung. In der Regel reicht es, wenn du vier bis fünf Tassen täglich zu dir nimmst. Folgende Heilpflanzen eignen sich aufgrund ihrer heilenden Wirkstoffe besonders als Blasentees:

Unbedingt vermeiden solltest du übrigens alkoholische Getränke, aber auch Kaffee oder Zitrus-Getränke. Verzichte auch möglichst auf zuckerhaltige Getränke wie Limonaden oder Eistee. Zucker kann das Wachstum von Bakterien fördern und die Harnwege reizen.

Wärmebehandlung

Blasenentzündung-Hausmittel: Wärmeflaschen lindern die Symptome

Ob mit der Wärmeflasche, einem Heizkissen oder einem heißen Bad: Wärme hilft deinem Körper, die Muskulatur zu entspannen und zu lockern. Dadurch linderst du deine unangenehmen Unterleibsschmerzen. Entscheidest du dich für ein wohltuendes Bad, kannst du noch Zusätze  hineingeben, die deinen Geist und Körper zusätzlich entspannen. Ätherische Öle eignen sich gut, aber auch Kamille. Diese Heilpflanze reduziert ebenfalls Schmerzen.

Ingwer

Ein altbewährtes und beliebtes Heilmittel bei allerlei Beschwerden ist Ingwer. Das Knollengewächs wirkt sowohl antientzündlich als auch antibakteriell. Damit hilfst du deinem Körper, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Du kannst den Ingwer roh essen (was meistens aber eine recht unangenehme Erfahrung ist) oder dir einen Tee daraus zubereiten. Tipps zur Einnahme und weitere Wirkungen von Ingwer findest du hier.

Manuka-Honig

Manuka-Honig ist ein ideales Hausmittel gegen Blasenentzündung

Honig wirkt generell entzündungshemmend. Eine besondere Sorte, die bei allerlei Erkrankungen aufgrund ihrer Wirkstoffe besonders geschätzt wird, ist der neuseeländische Manuka-Honig. Ihm werden besondere Heilkräfte zugeschrieben: So enthält er etwa die 100-fache Menge des Stoffs Methylglyoxal als herkömmlicher Honig. Methylglyoxal wirkt entzündungshemmend und bekämpft sowohl Bakterien als auch Viren und Pilze. Möchtest du mehr über die Heilkräfte von Manuka-Honig erfahren, folge diesem Link.

Cranberrysaft

Vielleicht hast du auch schon einmal bei einer Blasenentzündung die Empfehlung bekommen, doch ein paar Gläser Cranberrysaft zu dir zu nehmen. Tatsächlich enthält der Saft den Wirkstoff Proanthocyanidin. Dieser soll es den Keimen erschweren, sich an die Wände der Harnwege anzuheften. Damit Cranberrysaft seine Wirkung entfalten kann, musst du ihn regelmäßig trinken. Außerdem ist er eher zur Vorbeugung als zur Akutbehandlung geeignet. Jedoch geht der Saft meistens noch mit weiteren Nährstoffen einher, die deinem Körper guttun: Vitamin C, Eisen und Antioxidantien. Einen ähnlichen Effekt haben übrigens auch Heidelbeer- und Preiselbeersaft.

Apfelessig

Auch bei Apfelessig handelt es sich um ein altbewährtes Naturmittel gegen zahlreiche Beschwerden. So wird dem Essig unter anderem nachgesagt, einen reinigenden Effekt auf die Niere zu besitzen. Außerdem stärkt Apfelessig das Immunsystem und hat eine antibiotische Wirkung. Das macht ihn zu einem idealen Hausmittel gegen Blasenentzündung. Apfelessig eignet sich nicht nur zur Akutbehandlung, sondern vor allem auch zur Vorbeugung einer Blasenentzündung.

Für eine anfängliche Dosierung gibst du einen Esslöffel Apfelessig in ein Glas lauwarmes Wasser. Zur Bekämpfung einer Blasenentzündung empfiehlt es sich, bis zu drei Gläser täglich zu trinken.

Ibuprofen

Bei starken Schmerzen eignet sich Ibuprofen

Wenn die Schmerzen zu stark werden und für dich kaum aushaltbar sind, kannst du auch zu schmerzreduzierenden Medikamenten wie Ibuprofen greifen. Dieses Medikament reduziert Entzündungen, was dir bei einer Blasenentzündung ebenfalls zugutekommt. Dies geschieht mittels der Hemmung bestimmter Stoffe, die Entzündungen hervorrufen. Frage am besten bei einem Apotheker nach, wie häufig du das Medikament zu dir nehmen darfst.

Backpulver

Eine etwas speziellere Methode, gegen eine Blasenentzündung anzukämpfen, ist der Einsatz von Backpulver. Das in ihm enthaltene Natron sorgt dafür, dass der Urin leicht basisch wird. Das ist deshalb von Vorteil, da sich Bakterien und Co. besonders im sauren Milieu wohlfühlen. Außerdem soll der Einsatz von Backpulver auch das Brennen beim Wasserlassen reduzieren. Vermische dafür ein großes Glas lauwarmes Wasser mit einer Messerspitze Backpulver (alternativ kannst du auch direkt zu Natron greifen). Trinke zwei Gläser täglich und das für maximal drei Tage.

Ruhe und Entspannung

Gönne dir bei einer Zystitis Ruhe und Entspannung

Ganz besonders wichtig, neben der eigentlichen Behandlung der Zystitis, sind Ruhephasen. Dein Körper ist ohnehin geschwächt, du fühlst dich unwohl und krank. Führst du jetzt deinen normalen Alltag fort und gerätst in stressige Situationen, wirkt sich das zusätzlich negativ auf deinen Körper aus. Stress kann im schlimmsten Fall die Entzündungen weiter fördern. Gönne dir also möglichst viel Ruhe und Entspannung. Am besten bleibst du solange zuhause, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind.

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