Skip to main content

Kardamom: 6 Wirkungen + 2 Verwendungen des Gewürzes

Kardamom ist nicht nur ein aromatisches Gewürz, sondern auch eine seit Jahrhunderten angewandte Heilpflanze. Das aus Asien stammende Gewürz hilft dabei nicht nur bei Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen und Erkältungen. Was Kardamom noch alles bewirkt, erfährst du hier.


Wir kennen Kardamom vor allem aus der Weihnachtszeit, ob in Spekulatius, Glühwein oder Keksen. Doch das Gewürz aus Asien ist viel mehr als nur eine geschmackliche Bereicherung. Hier erfährst du alles Wissenswerte über die Heilpflanze.

Wissenswertes über Kardamom

Wissenswertes über Kardamom: Die Staude

Botanisch betrachtet gehört Kardamom (lat. Elettaria cardamomum) zu den Ingwergewächsen. Das Gewürz wird aus den sogenannten Kapseln der Kardamomstaude gewonnen. In ihnen befinden sich winzige, klebrige Samen, die zermahlen zu dem Gewürz werden, das wir aus dem Handel kennen.

Die Stauden der Pflanze können bis zu fünf Meter hoch werden. In jeder Kapsel befinden sich ungefähr 20 Samen. Die Kapseln des Kardamoms werden immer unreif geerntet, denn sind sie erst einmal reif, öffnen sich die Früchte und die Samen fallen heraus. Um das zu vermeiden, werden die gelblich-grünen Kapseln in mühevoller Handarbeit von den Stauden geerntet und anschließend getrocknet. Deshalb gehört Kardamom zu den teuersten und exklusivsten Gewürzen der Welt – nur Vanille und Safran sind noch teurer.

Das beliebte Gewürz stammt ursprünglich aus der Region um Indien und Sri Lanka. Mittlerweile wird es sowohl in Südostasien als auch in Nepal und sogar Südamerika angebaut. In den Anbauländern ist es übrigens gar nicht unüblich, auch die Blätter der Pflanze zu verzehren. Ihre süßlich würzige Note schmeckt besonders gut im Tee oder in Süßspeisen.

Schon die Römer schätzten Kardamom wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung besonders auf großen Festen und nach üppigen Speisen. Auch die Babylonier hielten das heilende Gewürz bereits vor einigen Jahrtausenden namentlich auf Tontafeln fest.

Der leicht scharf und doch gleichzeitig süß schmeckende Kardamom erinnert ein wenig an Eukalyptus. Nicht umsonst gilt er in Indien als "Königin der Gewürze": Zum einen sind da seine positiven Wirkungen auf die Gesundheit und zugleich ist das Gewürz auch einfach eine leckere Zutat in süßen und herzhaften Speisen. Bei uns ist Kardamom ein fester Bestandteil der vorweihnachtlichen Küche. Du kannst ihn in Keksen, Lebkuchen und Glühwein genießen.

Grüner versus Schwarzer Kardamom

Kardamom gibt es in zwei unterschiedlichen Sorten. Man unterscheidet zwischen dem Grünen und dem Schwarzen Kardamom, wobei beide unterschiedlich angewendet werden. Der Grüne Kardamom stammt vor allem aus Südindien, Sri Lanka, Thailand und dem Irak. Mittlerweile wird diese Sorte aber teilweise auch in Südamerika angebaut. Sie ist süßlicher und leichter als die dunkle Variante. Daher findet der Grüne Kardamom eher Anwendung bei süßen Speisen und Getränken – unser Weihnachtsgebäck basiert ebenfalls ausschließlich auf der grünen Sorte.

Der Schwarze Kardamom stammt hauptsächlich aus China und Nepal, wo er auch am meisten angebaut wird. Seinen herben und rauchigen Geschmack verdankt er dem speziellen Verfahren seiner Trocknung über dem offenen Feuer. Das geräucherte Aroma des Schwarzen Kardamoms passt am besten zu deftigen und herzhaften Speisen, wie etwa Fleisch- und Fischgerichten. Diese Sorte ist sehr deutlich seltener als sein grüner Verwandter.

Inhaltsstoffe von Kardamom

Die gesunden Inhaltsstoffe von Kardamom

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe des Super-Gewürzes und es wird ersichtlich woher seine heilenden Kräfte stammen: Bis zu neun Prozent der Heilpflanze gehen auf ätherische Öle zurück. Die Hauptbestandteile sind dabei Cineol, Terpineol und Limonen. Sie wirken antientzündlich, krampflösend und schmerzlindernd. Gleichzeitig wird ihnen eine antibakterielle und antimykotische Wirkung nachgesagt – sie bekämpfen also sowohl bakterielle Infekte als auch Pilzinfektionen.

Die Hauptbestandteile von Kardamom sind zu 20 bis 40 Prozent Stärke sowie zu 10 Prozent Proteine. Daneben finden sich in dem gesundheitsfördernden Gewürz verschiedene Öle wie Ölsäure, Linolen- und Palmitinsäure. Doch auch die beachtliche Menge an Eisen und Mangan sollte nicht außen vor gelassen werden. Auf 100 Gramm Kardamom kommen ganze 100 Milligramm Eisen – damit ist das Gewürz eines der pflanzlichen Spitzenreiter was den Eisengehalt betrifft.

Gesunde Wirkungen des Gewürzes

Die meisten der gesundheitsfördernden Wirkungen des indischen Gewürzes sind auf seine ätherischen Öle zurückzuführen. Daher sollte das Gewürz niemals zu hoch erhitzt und besser zum Schluss zu den Speisen hinzugefügt werden. Vor allem in der ayurvedischen und traditionell chinesischen Medizin ist Kardamom ein wichtiges und unverzichtbares Heilmittel. Es wird hier unter anderem bei Prostataproblemen, Impotenz und Mundgeruch angewendet. Das ist allerdings noch lange nicht alles. Dem Gewürz wird ebenso eine gesundheitsfördernde Wirkung bei Blasenentzündungen, Krämpfen und Erkältungen nachgesagt.

Bei Verdauungsbeschwerden

Eine der bekanntesten Heilwirkungen von Kardamom ist die auf Verdauungsbeschwerden und Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt. Nicht ohne Grund verzehrten die alten Römer das Gewürz bereits vor Jahrhunderten nach besonders reichhaltigen Mahlzeiten.

Seine wohltuenden Wirkungen auf Magen und Darm gehen vermutlich auf die ätherischen Öle zurück. Kardamom wirkt verdauungsfördernd und gleichzeitig beruhigend. Außerdem regt das Gewürz sowohl Galle als auch Speicheldrüse zu einer erhöhten Sekret-Produktion an. Das verhindert einerseits Völlegefühle und erleichtert zum anderen die Verdauung schwerer Mahlzeiten. Darüber hinaus soll das Gewürz den Appetit anregen und Magenkrämpfe lösen können. Für die volle Wirkung lohnt es sich, aus den Samen der Heilpflanze einen Tee zuzubereiten.

Gegen Mundgeruch

Das kräftig würzige Aroma des Kardamoms überdeckt darüber hinaus unangenehmen Mundgeruch. Ob du nun den Knoblauchgeruch oder die Alkoholfahne loswerden möchtest – kaue für einige Minuten auf den Samen des Gewürzes herum und der Geruch verschwindet.

Bei Atemwegserkrankungen und Erkältungen

Kardamom hilft bei Erkältungen

In der ayurvedischen Medizin wird Kardamom oft als Heilmittel bei Erkältungen und Beschwerden der Atemwege eingesetzt. Das Gewürz soll sich auf Bronchitis, Mandelentzündungen und Halsschmerzen positiv auswirken. Aber auch Asthma und Infektionen des Mundraumes soll die Heilpflanze behandeln können. Zurückzuführen sind diese Wirkungen vermutlich auf das Öl Cineol, welches unter anderem auch in Eukalyptus zu finden ist. Cineol wirkt schleimlösend und beruhigend. So soll das Öl die geschwollenen Schleimhäute abschwellen lassen und die Nebenhöhlen von Schleim befreien können. Daher kann Kardamom auch ergänzend bei einer Nasennebenhöhlenentzündung oder anderen entzündlichen Erkrankungen angewendet werden.

Bei Wechseljahres- und Menstruationsbeschwerden

Kardamom soll besonders für Frauen während der Wechseljahre oder der Menstruation wohltuend sein. Das heilsame Gewürz wirkt krampflösend und beruhigend auf den Bauch und Unterleib. Diese Wirkung wurde bisher zwar nur anhand von Tierversuchen bewiesen. Doch sowohl Erfahrungen als auch wissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass Kardamom tatsächlich diese Beschwerden lindern kann. Das ist aber noch nicht alles: Die Heilpflanze soll auch die Stimmung aufhellen und die Lebensqualität steigern. Was du sonst tun kannst, um deine Zufriedenheit zu steigern, erfährst du hier.

Gegen Bluthochdruck

Kardamom ist nicht das einzige Gewürz, das in der traditionellen chinesischen Medizin zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt wird. Auch Ingwer – einer seiner näheren Verwandten – wirkt regulierend auf den Blutdruck. In Studien mit Bluthochdruck-Patienten konnten Wissenschaftler feststellen, dass bereits wenige Gramm Kardamom pro Tag ihre Werte besserten und die Lebensqualität steigern konnten.

Doch auch deinem Kreislauf kann Kardamom auf die Sprünge helfen: Das Gewürz wirkt "aufwärmend" von innen und soll so auch kalte Füße und Hände wärmen können. Vermutlich geht diese Wirkung aber primär auf das Trinken des Tees zurück.

Als Aphrodisiakum

In arabischen Ländern ist Kardamom bereits seit langer Zeit als natürliches Aphrodisiakum bekannt. Der Verzehr des Gewürzes soll nicht nur die Libido steigern, sondern gleichzeitig auch Impotenz mindern können. Die angebliche Steigerung der männlichen und weiblichen Lust hängt aber wohl auch damit zusammen, dass Kardamom stimmungsaufhellend wirkt. Kardamom wird daher übrigens auch gerne als Zusatz in Parfüms oder Badezusätzen genutzt.

Nebenwirkungen von Kardamom

Das leckere und gleichzeitig heilende Gewürz ist vollkommen natürlich und daher fast frei von Nebenwirkungen. Genau genommen gibt es sogar überhaupt keine – einige Personengruppen sollten nur lieber auf das weihnachtliche Gewürz verzichten. Wer zum Beispiel unter Gallensteinen leidet, sollte lieber die Hände von Kardamom lassen. Dieses regt schließlich die Gallenproduktion an und kann daher schmerzhaft für die Betroffenen werden.

Darüber hinaus sollten auch Schwangere sparsam mit dem indischen Gewürz umgehen. Das liegt an der ihm zugesprochenen Wehen auslösenden Wirkung. Das sollte dir allerdings keine Panik machen – ein wenig vom Lebkuchenherz oder den Spekulatius-Keksen zu naschen wird dir nicht schaden.

Kardamom kaufen

Die Qualität von Kardamom bestimmen

Die meisten kennen Kardamom nur als Gewürz in Pulverform. Die gemahlene Variante ist deshalb so beliebt, da sie am einfachsten verwendet werden kann. Und dass, obwohl diese Option lange nicht die beste ist.

Neben dem Pulver kannst du das Gewürz auch in der ursprünglichen Kapsel- oder Samenform kaufen. Je frischer der Kardamom ist, desto intensiver wird seine Wirkung und sein Aroma ausfallen. Leider verflüchtigt sich das besondere Aroma von Kardamom recht schnell. Um also das geschmacklich Beste aus deiner Speise herauszuholen, lohnt sich ein Kauf von getrockneten Kapseln. Dafür öffnest du lediglich vorsichtig die Schale und zerstampfst die darin befindlichen Samen mit einem Mörser.

Qualität erkennen

Wie bereits erwähnt, stehen Qualität und heilende Wirkungen von Kardamom im Zusammenhang. Du kannst die Qualität der Produkte recht schnell erkennen, wenn du auf die Farbe des Gewürzes achtest. Ist die Farbe des Pulvers sehr hell, dann wurden sehr wahrscheinlich nur die Samen der Kardamom-Pflanzen zermahlen. Je dunkler das Pulver gefärbt ist, desto eher wurden auch die Kapseln in dem Produkt verarbeitet.

Kardamomkapseln

Lohnenswerter ist es aber, die Kapseln des Kardamoms zu kaufen und die darin befindlichen Samen selbst zu mahlen. Je größer die Kapseln, desto hochwertiger ist ihre Qualität. Nach dem Kauf solltest du dein Gewürz kühl und trocken lagern, damit die Qualität vollständig erhalten bleibt. Wichtig ist auch eine luftdichte Verpackung, ansonsten könnte das Produkt schneller verderben.

Kardamom: Gewürz in der Küche

Kardamom ist unglaublich vielseitig einsetzbar und passt zu Süßem, Herzhaften und zu Getränken. Besonders lecker schmeckt der Grüne Kardamom in Kombination mit Äpfeln, Birnen und Orangen. Du kannst das Gewürz zum Beispiel in einem Kompott verwenden. Die handelsübliche grüne Sorte passt ebenso zu Chai, Kaffee und Glühwein. Außerdem ist sie eine beliebte Zutat in Lebkuchen und anderem Weihnachtsgebäck.

Sowohl den Grünen als auch den Schwarzen Kardamom kannst du für deftige Speisen verwenden. Sie schmecken gut zu Fleisch- und Fischgerichten, Gemüsepfannen sowie mit Reis, Hirse oder Quinoa als Beilage. Verwende für deine Gerichte bevorzugt die frischen Kapseln, da deren noch eingeschlossene Samen ein ganz besonderes Aroma besitzen.

Kardamom-Tee

Tee aus dem indischen Gewürz zubereiten

Bei Erkältungen und Halsschmerzen hilft besonders eins: Viel trinken. Gerade ein frisch aufgebrühter Tee mit dem indischen Gewürz kann deinen Körper bei der Regeneration unterstützen. Da die Inhaltsstoffe der Samen wasserlöslich sind, kann ein Tee mit dem heilenden Gewürz seine positiven Wirkungen voll entfalten und Kopfschmerzen lösen sowie den Kreislauf leicht ankurbeln. Zermahle für deinen Tee zunächst einen bis zwei Samen der Pflanze. Übergieße das Pulver nun zusammen mit anderen Kräutern mit heißem, aber nicht kochendem Wasser. Besonders geeignet sind andere Heilkräuter wie Ringelblume, Kamille oder Pfefferminze. Lasse den Tee nun etwa fünf Minuten ziehen, bevor du ihn trinkst. Wenn du zusätzlich deine Halsschmerzen behandeln möchtest, kannst du auch einen Teelöffel Honig in deinen Kräutertee hinzugeben.

Kardamom-Kaffee

Kaffee mit Kardamom ist besonders in arabischen Ländern eine beliebte Spezialität. Er schmeckt nicht nur würzig, er macht das darin enthaltene Koffein auch besser bekömmlich, lindert Kopfschmerzen und regt die Verdauung an. Für das Getränk verwendest du nur den Grünen Kardamom. Für die Zubereitung kannst du das Gewürz in Pulverform entweder in den bereits fertigen Kaffee hineingeben. Alternativ kannst du auch Kardamom-Kapseln leicht zerdrücken und anschließend mit dem Kaffee gemeinsam aufkochen. Für den klassischen arabischen Kardamom-Kaffee musst du nur noch etwas Zucker hinzugeben und schon ist er fertig.

15 votes, average: 4,70 out of 515 votes, average: 4,70 out of 515 votes, average: 4,70 out of 515 votes, average: 4,70 out of 515 votes, average: 4,70 out of 5 (15 votes, average: 4,70 out of 5)
You need to be a registered member to rate this.
Loading...

Auch interessant