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Komedogen: 4 komedogene Produkte + 4 Tipps zur Vermeidung

“Komedogen“ und “nicht komedogen“: Auf vielen Kosmetika stehen diese Bezeichnungen. Aber was ist damit eigentlich gemeint? Wir klären dich über die Eigenschaften komedogener und nicht komedogener Produkte auf und geben Tipps für die richtigen Pflegeprodukte.


Wer schon einmal ein Hautpflege-Produkt oder Make-up gekauft hat, ist bestimmt über die Bezeichnungen “komedogen“ oder “nicht komedogen“ gestolpert. Diese Ausdrücke geben an, ob das Produkt bei Verwendung möglicherweise Hautunreinheiten auslöst. Wir klären dich über komedogene Stoffe auf und geben Tipps zur Vermeidung.

Was komedogen heißt

Was komedogen heißt

Wohl jeder, der schon einmal mit lästigen Hautunreinheiten zu kämpfen hatte, möchte die Bildung neuer Pickel und Mitesser vermeiden. Vielleicht hat der ein oder andere sogar schon einmal gehört, dass er dafür auf ein nicht komedogenes Produkt zurückgreifen sollte. Allerdings ist nur den Wenigsten bewusst, was dieser Ausdruck wirklich bedeutet.

“Komedogen“ bezeichnet allgemein Inhaltsstoffe in Kosmetika, die die Bildung von Mitessern beziehungsweise Komedonen in den Poren begünstigen. Sie verstopfen also die Poren und begünstigen damit die Bildung einer Akne. Nicht komedogene Produkte haben diesen Effekt dagegen nicht.

Nicht wenige Inhaltsstoffe können als geringfügig komedogen eingestuft werden. Über die Frage, welche Stoffe nun wirklich komedogen sind, herrscht jedoch oft Uneinigkeit. Besonders der in vielen Pflege-Produkten vorhandene Feuchtigkeitsspender Vaseline sorgt für Konfliktpotenzial. Während die Einen von der Verträglichkeit des Stoffes überzeugt sind, raten die Anderen gerade bei fettiger und unreiner Haut von der Verwendung von Vaseline ab.

Wie eine Haut auf einen Inhaltsstoff reagiert, hängt häufig mit der individuellen Haut zusammen. Während einige Nutzer einen Wirkstoff sehr gut vertragen, reagieren andere mit Hautunreinheiten. Die Bestimmung der Komedogenität eines Stoffes geht übrigens nicht auf menschliche Erfahrungen sondern auf Tierversuche, nämlich das Kaninchenohrmodell, zurück. Hier wurden die Stoffe an den sehr empfindlichen Kaninchenohren getestet. Stoffe, die bei diesem Test leicht komedogen reagierten, lösten bei einer Menschenhaut mitunter gar keine Unverträglichkeit aus. Vor allem wenn diese Stoffe nur in minimalen Mengen in einem Kosmetikprodukt enthalten sind, ist davon auszugehen, dass sie die Poren nicht verstopfen und verträglich sind.

Diese Stoffe wirken komedogen

Diese Stoffe solltest du vermeiden

Allgemein gibt es einige Stoffkategorien, die besonders leicht Hautunreinheiten auslösen. Viele der in die Kategorie fallenden Stoffe wirken komedogen und können die Poren verstopfen. Darum solltest du diese Inhaltsstoffe lieber meiden.

Tierische Fette

Tierische Fette sind sehr reichhaltig und können gerade bei fettiger und Mischhaut für Hautunreinheiten im Gesicht sorgen. Trockene Hauttypen können allerdings von den stark pflegenden Eigenschaften tierischer Fette profitieren, ebenso wie die Körperhaut. Unter diese Kategorie fällt unter anderem der Inhaltsstoff Lanolin beziehungsweise Wollfett.

Pflanzliche Öle

Auch pflanzliche Öle wirken in vielen Fällen komedogen, obwohl sie vielfach in der Hautpflege verwendet werden. Sie spenden der Haut viel Feuchtigkeit und halten sie geschmeidig, allerdings können sie auch die Poren verstopfen. Darum sind sie vor allem für reifere Hauttypen geeignet, die selbst nicht mehr genügend Fette produzieren. Einige leichtere Öle wie Jojobaöl und Hagebuttenöl eignen sich jedoch auch für unreine und fettige Haut, da sie schnell in die Haut einziehen und nicht schwer auf der Haut aufliegen. Trockene Hauttypen können ebenfalls von einer Pflege mit reichhaltigen Pflegeölen profitieren. Bei Akne und unreiner Haut solltest du jedoch von einer Verwendung von Kokosöl, Kakaobutter oder Olivenöl absehen.

Mineralöle

Produkte aus Mineralölen wie Vaseline stehen in der Diskussion. Nicht nur weil sie eventuell komedogen wirken, sondern auch weil sie der Umwelt schaden. Mineralöle bieten jedoch die Grundlage für eine Vielzahl an Pflegestoffen wie Silikone und natürlich Vaseline.

Palmöl

Auch Palmöl wirkt komedogen, bildet jedoch gleichzeitig die Grundlage vielfältiger Inhaltsstoffe in Kosmetika. Auch das Öl an sich kommt in verschiedenen Kosmetika zum Einsatz. Palmöl wirkt nicht nur komedogen, ähnlich wie bei Mineralölen geschieht die Herstellung von Palmöl oft zu Lasten der Umwelt.

Komedogene Produkte vermeiden

Komedogene Produkte vermeiden

Gerade bei unreiner, fettiger und Mischhaut solltest du komedogene Produkte vermeiden, um ein ebenmäßiges Hautbild zu bekommen. Es gibt zahlreiche Alternativen, die du stattdessen in deine Pflegeroutine integrieren kannst.

Nicht komedogene Pflegestoffe verwenden

Obwohl eine Vielzahl von Pflanzenölen komedogen wirken, gibt es immer noch zahlreiche Pflegeöle, die nicht komedogen sind und sich zur Pflege fettiger, unreiner und Mischhaut eignen. Dazu zählen unter anderem folgende Öle:

  • Arganöl: Das traditionell aus Marokko stammende Pflegeöl zieht besonders schnell in die Haut ein und spendet sehr viel Feuchtigkeit. Obwohl sich Arganöl speziell für trockene Haut eignet, können auch andere Hauttypen von dem Pflegeöl profitieren. Es lässt die Haut straff und geschmeidig erscheinen und zieht besonders tief in die Haut ein, so dass es auch tiefere Hautschichten mit Feuchtigkeit versorgen kann.
  • Hagebuttenöl: Hagebuttenöl wird vielerorts zur Pflege unreiner und fettiger Haut empfohlen, da es besonders viele ungesättigte Fettsäuren enthält, unter anderem Alpha-Linolensäure. Es zieht ähnlich wie Arganöl schnell in die Haut ein und hinterlässt keinen fettigen Film; es verstopft die Poren also nicht.
  • Jojobaöl: Bei Jojobaöl handelt es sich eigentlich um ein Wachs, das sich in vielerlei Hinsicht zur Hautpflege eignet und dabei überaus verträglich ist. Es enthält wertvolle Vitamine wie das Zellschutz-Vitamin E, Provitamin A und wertvolle B-Vitamine. Es spendet Feuchtigkeit bei allen Hauttypen, ohne die Poren zu verstopfen. Darüber hinaus wirkt es antientzündlich, was vor allem bei Akne und Hautunreinheiten hilfreich sein kann. Statt neue Hautunreinheiten auszulösen, kann Jojobaöl sie sogar bekämpfen.
  • Sheabutter: Obwohl Sheabutter ebenfalls reichhaltig Feuchtigkeit spendet, wirkt die Butter nicht komedogen und ist somit auch bei Hautunreinheiten empfehlenswert. Das aus den Sheanüssen gewonnene Fett enthält zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe mit tollen Eigenschaften wie Allantoin, das entzündungsfördernd und zellregenerierend wirkt, Vitamin E, das als sogenannter Radikalfänger die Zellen vor schädlichen Umwelteinflüssen schützt, und Linolsäure, die hautberuhigend wirkt und die Hautbarriere stabilisieren kann.
  • Hanföl: Auch Hanföl eignet sich hervorragend zur Hautpflege, da es nicht komedogen wirkt, sondern für einen strahlenden Teint sorgt und die Haut tiefgehend mit Feuchtigkeit versorgt. Gerade trockene Haut profitiert von dem feuchtigkeitsspendenden Öl. Gleichzeitig schützt es die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen und kann so sogar frühzeitige Hautalterung vorbeugen.
  • Traubenkernöl: Kaltgepresstes Traubenkernöl enthält zahlreiche Antioxidantien und Omega-6-Fettsäuren, die die Haut optimal pflegen können. Es spendet viel Feuchtigkeit, zieht schnell ein und schützt die Zellen vor möglichen Schädigungen. Nicht nur für trockene Haut, sondern auch für fettige und Mischhaut ist das Pflegeöl geeignet, da es die Poren nicht verstopft und den Talgfluss sogar regulieren kann.

Komedogene Stoffe auf der INCI-Liste suchen

Die INCI-Liste bezeichnet die Liste aller verwendeten Inhaltsstoffe eines Kosmetikums. Hier sind die Inhaltsstoffe oft unter einem bestimmten Namen aufgelistet, unter dem du den eigentlichen Stoff oft nicht identifizieren kannst, obwohl du dir seiner Komedogenität bewusst bist. So ist Kokosöl häufig unter seinem englischen Namen Coconut Oil oder gar Cocos Nucifera aufgelistet. Mineralöle findest du unter der Bezeichnung Paraffinum Liquidum und Silikone unter zahlreichen Begriffen wie Dimethicone, Polysiloxane und Cyclomethicone. Palmöl versteckt sich hinter der Bezeichnung Ethylhexyl Palmitate, während Teile des Öls auch in Stoffen wie Cetearyl Alcohol und Myristyl Myristate stecken können.

Bei dieser Bezeichnungsvielfalt fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten. Empfehlenswert ist deshalb auf Produkte mit nur wenigen Inhaltsstoffen zurückzugreifen, die du bestenfalls kennst oder leicht überprüfen kannst. Auch wenn die Bezeichnungen erst einmal unverständlich erscheinen, solltest du dich davon nicht abschrecken lassen. Du kannst dich online schnell über sie informieren und ihre Komedogenität nachprüfen. Natürliche Inhaltsstoffe wie Pflanzenöle scheinen im ersten Moment zwar empfehlenswert zu sein, allerdings bedeutet “natürlich“ nicht zwangsläufig besser. Viele Pflanzenöle verstopfen die Poren und lösen so unschöne Mitesser beziehungsweise Komedone aus.

Indem sich reichhaltige Öle auf die Haut legen und nur schwer einziehen, kann der Hauttalg weniger gut abfließen, während abgestorbene Hautzellen sich weniger leicht lösen lassen. So sammeln sie sich am Ausgang der Pore und die Haut verhornt. Gleichzeitig kann der Talg, der die Haut eigentlich geschmeidig halten soll, nicht mehr aus der Pore fließen und staut sich dort. Ein Mitesser entsteht.

Nicht komedogenes Make-up nutzen

Nicht komedogenes Make-up

Nicht nur deine Hautpflege sollte vorzugsweise nicht komedogen sein, auch dein Make-up sollte aus nicht komedogenen Inhaltsstoffen bestehen, damit es die Poren nicht verstopft. Besonders unreine, fettige und Mischhaut sollten bei der Wahl des Make-ups darauf achten, dass es sich bei diesem um ein spezielles Produkt handelt. Mitunter kannst du sogar auf ein Produkt zurückgreifen, das entsprechende Wirkstoffe enthält, die die Heilung von Akne begünstigen können wie beispielsweise Zink.

Oftmals sind nicht komedogene Produkt speziell auf der Verpackung gekennzeichnet, allerdings ist es nicht gesetzlich geregelt, wann ein Produkt sich als komedogen bezeichnen darf. Willst du sicher gehen, dass nur nicht komedogene Inhaltsstoffe verwendet wurden, solltest du die INCI-Liste checken. Beachte allerdings, dass viele herkömmliche Kosmetika Silikone verwenden, da dieser Stoff die Poren füllt und für ein ebenmäßigeres Hautbild sorgt. Zudem sorgen Silikone dafür, dass das Make-up länger auf der Haut hält.

Sind dir diese Faktoren nicht wichtig, kannst du zu einem natürlichen Make-up greifen. Naturkosmetisches Make-up setzt auf die Verwendung natürlicher Pflanzenöle. Auch hier solltest du darauf achten, dass es sich um nicht komedogene Pflanzenöle handelt, um Hautunreinheiten zu vermeiden. Alternativ zu einem flüssigen Make-up kannst du auch ein mineralisches Make-up nutzen. Dieses Make-up ist pudrig und kommt ohne Zugabe von Ölen aus. Es ist somit besonders für fettige, unreine und Mischhaut geeignet.

Auf die individuellen Bedürfnisse deiner Haut achten

Auch wenn ein Produkt als “nicht komedogen“ gekennzeichnet ist und du die Inhaltsstoffe selbst nachgeprüft hast, kann das Produkt bei dir mitunter noch Hautunreinheiten auslösen. Jede Haut reagiert anders auf bestimmte Inhaltsstoffe und verträgt einige Stoffe weniger gut als andere. Deshalb solltest du dich an mach neue Wirkstoffe eher langsam herantasten und sie an einer unauffälligen Hautstelle austesten, bevor du sie großflächig auf deine Haut aufträgst.

Nicht nur ihre Komedogenität kannst du so überprüfen, sondern auch, ob die Stoffe deine Haut reizen. Das ist besonders dann wichtig, wenn du Wirkstoffe wie Benzoylperoxid, Salicylsäure oder Retinoide nutzt, die die Haut stark austrocknen und empfindlich machen können. Während einige Hauttypen gut mit aggressiveren Wirkstoffen zurecht kommen, reagiert vor allem eine trockene Haut sehr sensibel auf solche Stoffe. Dagegen kommt eine trockene Haut zumeist besser mit komedogenen Stoffen zurecht, da die Poren hier meist weniger leicht verstopfen.

Doch gerade wenn du sowieso schon unter Hautunreinheiten wie Pickeln und Mitessern oder gar Akne leidest, solltest du von der Verwendung komedogener Stoffe und Produkte absehen, da diese dein Hautbild weiter verschlimmern können und die Bildung weiterer Hautunreinheiten begünstigen.

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