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Maronen: 5 Heilwirkungen + 3 Tipps zur Zubereitung von Esskastanien

Geröstete Maronen gehören zu den Klassikern auf dem Weihnachtsmarkt. Sie sind nicht nur lecker, in ihnen stecken auch wertvolle Inhaltsstoffe für unsere Gesundheit. Mehr über die Heilkraft der Edelkastanien und was du beim Zubereiten beachten solltest, erfährst du hier.


Wissenswertes über Kastanien

Alles Wissenswerte über Maronen und Esskastanien

Eine heiße Tüte voller gerösteter, gesüßter oder karamellisierter Maronen ist ein beliebter Snack auf dem Weihnachtsmarkt – und dabei sogar ziemlich gesund. Die kleinen braunen Nüsse stammen ursprünglich aus Kleinasien und verbreiteten sich dank der Römer recht schnell in ganz Europa. Die bis zu 35 Meter hohen Kastanienbäume zieren noch heute viele Park- und Waldwege und werfen im Herbst und Winter ihre Früchte ab. Heute sind Maronen eine kleine Kostbarkeit und werden primär als Delikatesse verspeist – das war aber nicht immer so.

Lange bevor Kartoffeln und Mais in Europa Einzug erhielten und zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln wurden, galt die Esskastanie als unverzichtbares Lebensmittel. Besonders arme Bevölkerungsschichten profitierten von den Maronen, auch Maroni genannt. Sie galten als “Brot des armen Mannes“ und fanden ihre Verwendung vor allem in Teigwaren – allen voran Brot aus Maronenmehl. Dabei konnten arme Bürger mit den essbaren Kastanien nicht nur gut überwintern, sie bekamen auch alle wichtigen Nährstoffe durch die Nüsse.

Esskastanien vs. Maronen

Maronen, Edelkastanien, Esskastanien – oft werden die Begriffe als Synonyme durcheinandergeworfen, dabei bezeichnen sie alle etwas anderes. Es gibt insgesamt um die 20 Kastaniensorten, von denen nur bestimmte Arten essbar sind. Die bekanntesten essbaren Sorten sind die Maronen und die Esskastanien. Beide sind Unterarten der Edelkastanie. Genau genommen ist die Marone sogar eine Weiterzüchtung der Esskastanie. Sie ist größer, geschmacksintensiver und süßlicher als ihr nächster Verwandter. Außerdem lassen sich Maronen besser schälen – was ihr gleich mehrere Vorteile gegenüber der Esskastanie gibt.

So wie es genießbare Kastanien gibt, sind leider auch giftige zu finden. Besonders die Rosskastanie ist bei uns weit verbreitet, allerdings solltest du die Finger von diesen Früchten lassen. Im schlimmsten Fall kann ein Verzehr Übelkeit, Bauchschmerzen oder sogar Erbrechen verursachen.

Inhaltsstoffe der Maronen und Esskastanien

Das Besondere an Maronen ist, dass sie zwar zu den Nüssen gehören, doch in der Küche wie Gemüse behandelt und zubereitet werden können. Früher gehörten Maronen zur Grundnahrung der ärmeren Bevölkerung und das obwohl viele wertvolle Nährstoffe in ihnen stecken. Nicht nur sind sie glutenfrei und basisch – sie besitzen auch deutlich weniger Kalorien und Fett als Nüsse. Außerdem steckt in ihr gutes Eiweiß, viele Vitamine und wichtige Mineralstoffe.

Maronen enthalten so viel Vitamin C wie Orangen und damit im Vergleich zu anderen Grundnahrungsmitteln, wie etwa Kartoffeln, enorm viel. Daneben weisen sie fast alle lebenswichtigen B-Vitamine und Vitamin E auf. Das ist deshalb so wichtig für uns, da unser Körper diese Vitamine nicht selbst herstellen kann. Sie müssen uns zwangsweise über die Nahrung zugeführt werden. Auch das in ihr enthaltene Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Kupfer macht die Marone so wertvoll für unsere Gesundheit.

Die Edelkastanie besitzt zudem viele komplexe Kohlenhydrate, allen voran gute Ballaststoffe. Diese sind nicht nur gut für die Verdauung und eine gesunde Darmflora, sie halten auch lange satt und vermeiden Heißhungerattacken. Auch ihre sekundären Pflanzenstoffe machen die Marone zu einem wahren Superfood. Ihre Flavonoide wirken antioxidativ und schützen unseren Körper so vor verschiedenen Krankheiten.

NährwertePro 100 Gramm
Kalorien200 kcal
Kohlenhydrate41 g
davon Ballaststoffe8 g
Eiweiß2 g
Fett2 g
Kalium707 mg
Kalzium33 mg

Wirkungen von Maronen und Esskastanien

Es gibt viele gute Gründe, Maronen in den alltäglichen Speiseplan zu integrieren. Zusammen mit einer ausgewogenen Ernährung stärken die Edelkastanien deine mentale und physische Gesundheit.

Mehr Energie

Maronen liefern viel Energie

Nicht nur Sportlern liefern Maronen viel Energie – auch wer große Denkleistungen vollbringen muss profitiert von den Kastanien. Sie enthalten große Mengen an komplexen Kohlenhydraten, wovon viele auf gesunde Ballaststoffe zurückgehen. Während einfache Kohlenhydrate, wie etwas Haushaltszucker oder Weizenmehl, den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen und wieder sinken lassen, bleibt dieser bei komplexen Kohlenhydraten konstant. Das liegt daran, dass raffinierte Kohlenhydrate industriell verarbeitet sind. Ihnen werden die wertvollen Ballaststoffe entzogen, das macht sie länger haltbar und leichter weiterzuverarbeiten. Ballaststoffe dagegen sind nicht verdaulich und quellen im Darm auf. Dort dienen sie guten Bakterienstämmen als Nahrung.

Maronen sind also in idealer Snack während der Prüfung oder vor großen sportlichen Leistungen. Auch ihr geringer Fettanteil macht die Marone besser verdaulich als andere und meist fettreiche Nüsse.

Dein Körper profitiert aber auch von den Vitaminen B1, 2, 3 und 6, sowie dem Mengenelement Phosphor. Diese Fülle an lebenswichtigen Nährstoffen beugt körperliche und geistige Erschöpfung auf vielfältige Weise vor.

Gesundes Herz-Kreislaufsystem und schöne Haut

Maronen liefern nicht nur viel Energie, sie halten dich auch fit und dein Bindegewebe gleichzeitig straff. Auch wenn die Kastanien so einige Kalorien besitzen, kannst du trotzdem beherzt zugreifen. Denn im Gegensatz zu Nüssen bestehen Maronen lediglich aus zwei Prozent Fett. Der Großteil dessen geht dabei auf einfache und ungesättigte Fettsäuren – wie etwa Linolsäure – zurück. Diese Fettsäuren gelten als überaus gesundheitsfördernd. Das liegt zum einen daran, dass sie das schlechte LDL-Cholesterin senken können. Zum anderen sorgen sie dafür, dass der Anteil des guten HDL-Cholesterins steigt. Diese Kombination sorgt für ein gesundes Herz-Kreislaufsystem.

Das ist aber noch nicht alles. Maronen sorgen mit ihrem hohen Anteil an Vitamin C für ein stabiles und funktionierendes Immunsystem und das wiederum wehrt Krankheitserreger ab. Dein Körper ist also fitter, gesünder und sorgt präventiv dafür, dass das auch so bleibt.

Besonders Frauen kommen die Edelkastanien zugute. Denn die hohe Menge an Vitamin C und E hilft dem Körper, schlaffes Bindegewebe zu stärken und aufzubauen. So sollen Maronen gegen Cellulite aber auch gegen Schwangerschaftsstreifen Wunder bewirken. Auch kleinere Fältchen vermag die Supernuss zu glätten.

Ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt

Für einen gesunden Säure-Basen-Haushalt

Ausgeglichen zu sein ist nicht nur für die Psyche wichtig. Auch dein Körper braucht Stabilität und Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht steht und fällt mit deiner Ernährung. Ist diese sehr säurereich und ernährst du dich gleichzeitig wenig basisch, dann verschiebt sich dein kompletter Haushalt in Richtung Übersäuerung. Das kann sich schon bei dem kleinsten Ungleichgewicht negativ auf dich auswirken: Du fühlst dich müde, schlapp und unkonzentriert. Gleichzeitig bist du anfälliger für Krankheiten. Übrigens hat der Geschmack eines Lebensmittels nichts mit seiner Zuordnung zu tun. An einer Übersäuerung sind meistens Fast Food und Fertiggerichte mit hohem Salz- oder Zucker-Gehalt schuld.

Maronen sind besonders basenreiche Lebensmittel. Zuständig für diesen Effekt ist ihr hoher Anteil an Kalium, welcher zur Neutralisierung von Säure beiträgt. Das sorgt nicht nur für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt, sondern generell für ein intaktes Verdauungssystem und eine stabile Gesundheit. Schon nach wenigen basenreichen Mahlzeiten verbessern sich die typischen Symptome einer Übersäuerung: Blähungen, Sodbrennen, Völlegefühl und überreizte Schleimhäute.

Mit 707 mg Kalium auf 100 g Maronen sind die Kastanien bereits enorm basenreich. Du kannst den Effekt jedoch zusätzlich verstärken, indem du Maronen mit ähnlich gehaltvollen Lebensmitteln kombinierst. Eine besonders basenreiche Mahlzeit wäre zum Beispiel Maronenpüree mit Spinat und Karotten.

Für Gluten-Allergiker

Maronen und Esskastanien sind zwar Nüsse und können dementsprechend auch so zubereitet werden. Was die Kastanien aber so wertvoll macht, ist ihre große Bandbreite an Verwendungsmöglichkeiten, die weit über das Rösten und Snacken hinaus geht.

Schon vor Jahrhunderten mahlten die Menschen ärmerer Bevölkerungsschichten aus den Kastanien Mehl. Sie nutzten das Maronenmehl für alle möglichen Teigwaren – vor allem Kastanienbrot war eine beliebte Zubereitung.

Auch heute profitieren Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit von den nährstoffreichen Nüssen. Das gilt generell für jeden, der sensibel ist und stark auf gentechnisch verändertes Getreide reagiert – was leider immer mehr Menschen betrifft. Maronen können unter anderem zu Flocken, Mehl, Chips und Aufstrichen weiterverarbeitet werden. Daraus lassen sich dann wiederum Nudeln, Brote und Süßspeisen herstellen – wer kreativ ist kann diese Liste unendlich fortsetzen.

Solltest du an Zöliakie leiden, musst du im Supermarkt unbedingt darauf achten, dass das Kastanienmehl nicht mit anderem Getreide gemischt ist. Um die Binde-Eigenschaft von Gluten beizubehalten, mischt die Industrie häufig verschiedene Getreidesorten zusammen. Du kannst den Effekt des Zusammenklebens übrigens auch auf glutenfreie Weise nachahmen: Mische das Mehl dazu einfach mit Ei und Kartoffelstärke.

Für starke Knochen und gesunde Zähne

Maronen für starke Knochen und Zähne

Ein weiterer Inhaltsstoff macht Maronen zu einer wertvollen Bereicherung in der Küche: Kalzium. Kein anderer Mineralstoff kommt so häufig im menschlichen Organismus vor wie dieser. Nicht verwunderlich also, dass er überaus wichtige Funktionen im Körper übernimmt. So beteiligt sich Kalzium am Aufbau von Zähnen und Knochen und verhindert überdies Muskelkrämpfe. Leidet dein Körper an Kalziummangel, so zieht er sich die benötigte Menge des Mineralstoffs aus den Knochen. Bei einem andauernden Mangel kann so Osteoporose entstehen. Bei der Krankheit verlieren die Knochen immer mehr an Dichte, wodurch zum Beispiel Knochenbrüche wahrscheinlicher werden.

Maronen und Esskastanien kaufen

Sicher bist du nun auf den Geschmack gekommen und möchtest die Kastanien selbst einmal ausprobieren. Die gute Nachricht: Du musst nicht bis zur Weihnachtsmarkt-Zeit warten. Einen Haken gibt es trotzdem: Die Edelkastanien sind erst im Herbst reif und haben dann auch nur bis zum Winter Saison. In dieser Zeit findest du die Edelkastanien lose im Supermarkt. Du kannst sie aber auch das ganze Jahr über vakuumiert oder in Dosen kaufen. Der Vorteil von Dosen-Maronen ist, dass diese meistens bereits gegart und geschält sind.

Maronen werden in aufwändigen Prozessen gesammelt und verkaufsbereit gemacht. Deshalb sind sie selbst in der Saison oft nicht kostengünstig. Um dein Geld nicht zu verschwenden, solltest du also genau auf die Frische der Kastanien achten. Sind sie glatt und glänzend, kannst du davon ausgehen, dass die Nüsse noch jung sind. Liegen sie schwer in der Hand, sind sie nicht von innen beschädigt. Leichte Kastanien deuten auf einen geschrumpften oder gar fehlenden Kern hin – lass diese Maronen also lieber liegen.

Maronen selbst ernten und sammeln

Du kannst Maronen und Esskastanien selbstverständlich auch selbst sammeln. Es gibt deutlich mehr Bäume der Gattung

Esskastanien, doch hast du erst einmal einen Maronenbaum gefunden, wirst du meistens mit einer reichen Ernte belohnt. Denn in den stachligen Hüllen befinden sich bis zu drei Kastanien. Bei den bis zu 30 Meter hohen Bäumen ist es überdies auch gar nicht so unpraktisch, dass nur die am Boden liegenden Früchte gesammelt werden sollten. Denn erst wenn sie vom Baum fallen, sind die Maronen wirklich reif.

Rezepte mit Maronen und Esskastanien

Maronen und Esskastanien lassen sich zu allen möglichen Gerichten weiterverarbeiten. Nur frisch gesammelt und roh sollten die Kastanien nicht verspeist werden. Besonders beliebt und lecker sind Maronen aus dem Ofen. Dadurch erhalten sie auch das typische Röstaroma, das wir vom Weihnachtsmarkt kennen und lieben.

Edelkastanien zubereiten

Um Maronen essen oder weiter zubereiten zu können, muss zunächst ihre braune Schale entfernt werden. Einfach mit der Hand lässt sich diese leider nicht lösen, deshalb müssen die Kastanien für etwa eine Stunde in einem Wasserbad einweichen. Als nächstes schneidest du mit einem scharfen Messer auf der oberen Seite ein Kreuz ein. Das ist nötig, damit die Maronen bei hoher Hitze im Ofen oder Topf nicht aufplatzen.

Edelkastanien rösten

Maronen ganz einfach selbst rösten

Nachdem du die Pinsel der Maronen mit einer Schere abgeschnitten, diese dann eingeweicht und anschließend kreuzweise eingeritzt hast, kannst du die Kastanien im nächsten Schritt rösten. Für das perfekte Röstaroma müssen die Maronen für etwa 20 bis 30 Minuten bei 170 Grad Celsius in den Backofen. Sobald sie fertig sind, müssen sie noch kurz etwas abkühlen. Erst dann kannst du die Schalen der Kastanien ganz einfach abziehen. Mit etwas Butter und Salz verfeinert schmecken Maronen besonders lecker. Aber auch Gewürze wie Vanille, Nelken und Zimt passen hervorragend zu den Kastanien.

Noch ein paar Tipps, um den Maronen das perfekte Röstaroma zu entlocken: Beim Rösten einfach eine kleine Wasserschale in den Backofen stellen. Das verhindert ein Austrocknen der Nüsse. Wenn du dir ein wenig Zeit sparen möchtest, kannst du die Maronen auch kurz in siedendem Wasser kochen. Dadurch verringert sich die Zeit des Röstens auf etwa 10 bis 15 Minuten.

Edelkastanien kochen

Statt sie im Backofen zu rösten, kannst du Maronen auch im Topf oder der Pfanne zubereiten. Dafür musst du die Kastanien zuvor wie gehabt im Wasserbad einweichen und mit einem Kreuzschnitt versehen. Der Schnitt kann ruhig bis ins Fruchtfleisch reichen, er muss nur tief genug sein, um die Schale später leicht lösen zu können.

Nach der Vorbereitung müssen die Maronen nur noch für etwa 20 Minuten in leicht gesalzenem Wasser kochen. Sobald die Maronen fertig sind, platzt ihre Schale an der Einkerbung leicht auf. Wie auch beim Rösten müssen die Kastanien nun für kurze Zeit abkühlen, bevor du ihre Schalen sicher entfernen kannst.

Jetzt kannst du die Powernüsse zu allen möglichen Gerichten weiterverarbeiten und verwenden. Besonders lecker sind Maronen zu Gans und Wild, aber auch kandiert oder glaciert sind Maronen schmackhafte Snacks.

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