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Migräne mit Aura: 3 Symptome, 3 Gefahren + Therapie

Die Migräne mit Aura ist eine Unterform der Migräne. Dabei kommt es vermehrt zu Wahrnehmungsstörungen, hauptsächlich in der visuellen Wahrnehmung. Wie genau sich die Migräne mit Aura unterscheidet, wie gefährlich sie ist und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.


Eine Migräne macht sich grundsätzlich durch starke und pochende Kopfschmerzen bemerkbar. Viele wissen jedoch nicht, dass die Krankheit sich auch in verschiedenen Unterformen bemerkbar machen kann. Neben den Kopfschmerzattacken leiden viele Migränepatienten nämlich auch unter eine Aura. Diese macht sich durch verschiedene Wahrnehmungsstörungen bemerkbar. Typische Symptome sind Augenflimmern, Lichtblitze oder Gefühls- und Sprachstörungen.

Was Migräne mit Aura ist

Was Migräne mit Aura ist

Die Migräne unterteilt sich in zwei Arten: Eine Form mit Aura und eine Form ohne Aura. Das Phänomen  wurde nach einer römischen Gottheit benannt: Aurora – die Göttin der Morgenröte.

Es ist ein Vergleich zur aufsteigenden Sonne: Während die Morgenröte den Tag einleitet, leitet die Aura die Kopfschmerzen ein.

Die Aura beschreibt verschiedene Störungen der Wahrnehmung, hauptsächlich der visuellen.

Insgesamt leiden nur knapp 15 bis 25 Prozent der Migränepatienten an einer Aura, die Form ohne Aura kommt häufiger vor. Grundsätzlich ist die Aura eine zusätzliche Phase, in der Störungen der visuellen Wahrnehmung auftreten. Zusätzlich kannst du auch an Gefühls- und Sprachstörungen leiden .

In manchen Fällen entwickeln die Migränepatienten auch das Alice-im-Wunderland-Syndrom. Die Betroffenen sehen ihre Umwelt verzerrt, haben das Gefühl zu schweben oder ein verändertes Zeitgefühl.

Unterschiede zur Migräne ohne Aura

Bei einer Migräneattacke wird zwischen der Migräne ohne Aura und mit Aura unterschieden. Beide Formen unterscheiden sich in bestimmten Punkten, haben aber auch vieles gemeinsam.

Grundsätzlich leidest du bei beiden Formen unter dem Hauptsymptom. Die einseitigen Kopfschmerzen erscheinen bei beiden Migräne-Formen. Auch die Begleitsymptome können auftreten. Dir wird übel, du erbrichst und bist licht- und lärmempfindlich. Der einzige Unterschied ist die Aura. Die Wahrnehmungsstörungen treten in der Regel nur in dieser Phase auf.

Im Vergleich haben die Betroffenen der Migräne mit Aura eine geringere Durchblutung im Gehirn. Daher wird angenommen, dass der Sauerstoffmangel im Gehirn die Wahrnehmungsstörungen auslöst.

Die Migräne mit Aura unterscheidet sich in drei wichtigen Punkten von der Migräne ohne Aura:

  1. Vor den typischen Kopfschmerzen kommt es zu einer Auraphase. Die visuellen Störungen sind typische Symptome der Phase. Du hast Augenflimmern und siehst Blitze oder Zickzacklinien. Auch mit geschlossenen Augen siehst du die Lichterscheinungen.
  2. Die Migräne mit Aura kommt seltener vor. Hauptsächlich verspüren die Betroffenen die typischen Kopfschmerzen. Nur 15 bis 25 Prozent leiden zusätzlich an der Aura.
  3. Durchschnittlich haben die Betroffenen mit Aura seltener eine Migräneattacke.

Die Wahrnehmungsstörung ist das Kernmerkmal der Migräne mit Aura. Während bei der Migräne ohne Aura hauptsächlich die typischen Migränesymptome auftreten.

 Migräne mit AuraMigräne ohne Aura
HauptsymptomeKopfschmerzen und WahrnehungsstörungenKopfschmerzen und Übelkeit
Dauerwenige Minuten bis 60 Minuten vor der eigentlichen Migränecirca 4 bis 72 Stunden
Häufigkeit in Deutschland15 bis 25 Prozent10 bis 30 Prozent

Zusätzlich muss die Migräne mit Aura von der Augenmigräne abgegrenzt werden.
Während die Symptome der Augenmigräne allein auftreten können, stehen bei der Migräne mit Aura die Kopfschmerzen im Vordergrund.

Symptome der Migräne mit Aura

Bei der Migräne mit Aura kommt es in der Regel zu Wahrnehmungsstörungen. Hauptsächlich leiden Migränepatienten an Sehstörungen, wie Lichtblitzen. Aber auch Gefühls- und Sprechstörungen können vorkommen.

Augenflimmern und Flimmerskotom

Augenflimmern und Flimmerskotom

Beim Augenflimmern kommt es bei den Migränepatienten zu einer Störung der visuellen Wahrnehmung. Die Betroffenen sehen meist am Sichtfeldrand flimmernde Lichterscheinungen oder Lichtblitze. Das Augenflimmern wird auch als Flimmerskotom bezeichnet und erscheint auf beiden Augen. Wie lange das Augenflimmern genau auftritt, ist von Person zu Person verschieden. Im Durchschnitt liegt die Dauer bei 20 bis 30 Minuten.

Währenddessen können die Lichtblitze in unterschiedlichen Formen auftreten. Viele sehen kleine Punkte, ähnlich wie Schneeflocken. Aber auch in der Form von Sternen und Sternschnuppen können die Lichter auftauchen.

Gefühlsstörungen als Symptom der Migräne mit Aura

Gefühlsstörungen als Symptom der Migräne mit Aura

Als Symptom der Migräne mit Aura können auch Gefühlsstörungen auftreten. Bei knapp 30 bis 54 Prozent der Patienten tritt diese Form der Aura auf.

Die Gefühlsstörungen machen sich durch ein Kribbeln bemerkbar. Oft wird auch von einem Taubheitsgefühl gesprochen. Hauptsächlich spüren die Betroffenen die Lähmungserscheinungen im Gesicht oder den Extremitäten.

Sei bei den Symptomen aufmerksam. Gesichtslähmungen kommen auch bei Schlaganfällen vor. Achte daher besonders auf die Intensität und Dauer der Symptome. Bei Unsicherheiten ist der Gang zum Arzt ratsam.

Sprechstörungen als Symptom der Migräne mit Aura

In seltenen Fällen kommt es auch zu Sprachstörungen. Während der Aura treten Symptome auf, die sich negativ auf deine Sprache auswirken. Dabei hast du Probleme, bestimmte Worte richtig auszusprechen oder zu verwenden.

Dieses Symptom der Aura ist aber äußerst selten und kommt bei nur neun bis 31 Prozent der Migränepatienten vor.

Ist die Migräne mit Aura gefährlich?

In den meisten Fällen ist die Migräne mit Aura ungefährlich. Die Symptome bleiben nicht bestehen und es entstehen keine Folgeschäden.

Die Symptome können aber auch auf andere Krankheiten hindeuten und sollten daher beobachtet werden. Achte immer auf die Dauer und Intensität der Symptome. Die Aura entwickelt sich in der Regel nur langsam.

Dennoch kann es auch während der Aura zu Problemen kommen. Insbesondere die Symptome sind vielfältig und können auf schlimmere Krankheiten hindeuten. Diese müssen ausgeschlossen werden.

Bei intensiven und langanhaltenden Symptomen solltest du daher immer einen Arzt aufsuchen. Dieser kann dich gezielt untersuchen und behandeln.

Ausschluss von anderen Krankheiten

Ausschluss von anderen Krankheiten

Die Symptome der Migräne mit Aura müssen von den Beschwerden anderer Krankheiten abgegrenzt werden. Die Sehstörungen können beispielsweise auch ein Indiz für Durchblutungsstörungen sein. Andere Augenerkrankungen können ebenfalls ursächlich sein.

Wichtig ist, dass ein Schlaganfall ausgeschlossen wird. Viele Symptome der Aura sind denen eines Schlaganfalls sehr ähnlich.

Besonders das Taubheitsgefühl und die Sprachstörungen sind gefährliche Symptome, die auch während eines Schlaganfalls auftreten können. Kopfschmerzen können ebenfalls auf einen Schlaganfall hindeuten, da bei einem Schlaganfall die Arterie im Gehirn blockiert wird.

Zusätzlich ist das Risiko höher, während einer Migräne einen Schlaganfall zu erleiden. Migränepatienten mit Aura haben ein zweifach höheres Risiko an einem Schlaganfall zu erkranken. Auch wenn das Risiko sehr gering ist, musst du die Möglichkeit im Hinterkopf behalten.

Beobachte daher, wie Intensiv und plötzlich die Symptome auftreten. Während eines Schlaganfalls sind die Symptome nämlich sehr stark ausgeprägt und kommen plötzlich. Rufe bei starken und plötzlichen Symptomen daher sofort einen Arzt an. Die Migräne mit Aura tritt in der Regel langsam auf und nimmt an Intensität nur langsam zu.

Migränöser Infarkt als Gefahr

In schlimmen Fällen kann es auch zu einem migränösen Infarkt kommen. Dabei handelt es sich um eine Komplikation, bei der die Aura länger als eine Stunde bestehen bleibt.

Sollten die Symptome so lange andauern, werden bestimmte Hirnanteile nicht mehr ausreichend durchblutet. Es kommt zu bleibenden Schäden.

Migralepsie als Gefahr der Migräne mit Aura

Die Aura als Ursache für einen epileptischen Anfall

Tritt während oder nach der Aura ein epileptischer Anfall auf, wird von einer Migralepsie gesprochen. Beide Krankheiten können sich nämlich gegenseitig auslösen. So kann nach einem Migräneanfall ein epileptischer Anfall auftreten.

In der Regel tritt eine Migralepsie circa eine Stunde nach der Migräne auf. Dein Gehirn krampft, wodurch ein epileptischer Anfall entsteht.

Auslöser der Migräne mit Aura

Warum eine Migräne mit Aura entsteht, ist noch unklar. Es wird angenommen, dass die Nervenzellen in der Hirnrinde eine mögliche Ursache sind.

Bei Migränepatienten werden diese verstärkt erregt. Das beeinflusst die Schmerzwahrnehmung im Gesicht. Die Folge: Taubheitsgefühle und Kribbeln im Gesicht.

Ebenso könnte ein Sauerstoffmangel die Aura auslösen. Im Gegensatz zur Migräne ohne Aura kommt es bei der anderen Form nämlich zu einer geringeren Durchblutung im Gehirn.

Es gibt jedoch bestimmte Trigger, die eine Migräneattacke auslösen können. Die Trigger sind aber sehr unterschiedlich und ganz individuell. Mögliche Migräneauslöser sind Stress, Wetterumschwünge oder bestimmte Gerüche.

Dennoch gibt es kaum erklärbare Gründe, wieso genau eine Aura entsteht und auftaucht. Daher ist es schwer, die Aura an sich zu behandeln oder die Symptome zu lindern.

Alice-im-Wunderland-Syndrom

Alice-im-Wunderland-Syndrom

Das AliceimWunderlandSyndrom ist angelehnt an das Kinderbuch von Lewis Carroll. Während der Geschichte nimmt Alice an Größe zu oder ab. Dadurch nimmt sie ihre Umgebung verzerrt wahr.

Auch bei der Migräne kann die Aura das Alice-im-Wunderland-Syndrom auslösen. Während dieser Phase leidest du unter einer verzerrten Wahrnehmung. Ähnlich wie Alice im Wunderland, siehst du deine Umgebung und deine eigenen Körperteile größer oder kleiner.

Besonders häufig tritt das Symptom bei Kindern und Jugendlichen auf. Während einer Aura nehmen die Patienten ihre Umgebung gestört wahr. Objekte und Teile der Umgebung sehen die Betroffenen größer oder kleiner, als sie eigentlich sind.

Zusätzlich nimmst du während der Migräne die Zeit falsch wahr. Dein Tastsinn und deine akustische Wahrnehmung sind ebenfalls gestört.

Migräne mit Aura behandeln

Eine richtige Behandlung gegen die Aura gibt es nicht. Es gibt keine zuverlässigen Mittel, die die Symptome lindern oder verhindern.

In der Regel tritt die Aura aber vor der eigentlichen Kopfschmerzphase auf. Daher kannst du während der Aura schon die zukünftigen Symptome beeinflussen und dem Schmerz präventiv entgegenwirken.

Bevor du mit einer möglichen Behandlung beginnst, solltest du aber andere Ursachen für die Symptome ausschließen. Es gibt viele andere Erkrankungen, die den Symptomen der Aura ähnlich sind. Daher lass dich zur Sicherheit von einem Arzt untersuchen.

Medikamente und Schmerzmittel helfen hauptsächlich gegen die Symptome der klassischen Migräne. Die Symptome der Aura können nicht behandelt werden.

Mit einer Lebensanpassung und der Vermeidung von Risikofaktoren kannst du aber vor und während der Aura den weiteren Verlauf beeinflussen. Versuche dich in dieser Zeit zu entspannen und Stress zu vermeiden. An dunklen Orten bist du weniger Lichtreizen ausgesetzt und linderst die Kopfschmerzen. Auch ein gesunder Schlaf kann den Verlauf der Migräne für dich positiv beeinflussen.

Verzichte auf Alkohol und Nikotin, da diese die Entwicklung einer Migräne fördern. Auch das in Rotwein und Schokolade enthaltene Tyrami ist ein Risikofaktor.

Grundsätzlich kannst du bei allgemeinen Migränesymptomen auf Medikamente und Schmerzmittel zurückgreifen. Auch natürliche Hausmittel können die Schmerzen lindern. Gegen die Aura selbst kannst aber nur wenig machen. Hier findest du weitere Tipps zur Behandlung von Migrändesymptomen.

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