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Mutterkraut: 12 Wirkungen & 3 Tipps zur Anwendung

Mutterkraut ist eine Heilpflanze, die hierzulande noch immer unterschätzt wird. Dabei wirkt das traditionelle Heilkraut vielfältig auf die Gesundheit: entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend sind nur einige seiner Eigenschaften. Was Mutterkraut genau ist, wie es wirkt und wie du die Pflanze anwenden kannst, erfährst du bei uns.

In England ist das "Feverfew" dank seiner heilenden Eigenschaften weit verbreitet; in Deutschland ist es dagegen eher unbekannt. Dabei wurde die Heilpflanze bereits in der Antike bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt. Im Folgenden erfährst du, was Mutterkraut eigentlich ist.

Wissenswertes über Mutterkraut

Wissenswertes über Mutterkraut (Tanacetum parthenium)

Der botanische Name von Mutterkraut lautet Tanacetum parthenium. Die traditionelle Heilpflanze wird zwischen 30 und 100 Zentimeter hoch und blüht zwischen Juni und August. Oft wird sie mit Kamille verwechselt, schließlich sehen sich beide Heilpflanzen erstaunlich ähnlich – kein Wunder, sind sie auch eng miteinander verwandt: Beide gehören zur Familie der Korbblütler. Wer gegen Kamille allergisch reagiert, sollte auch bei Mutterkraut Vorsicht walten lassen.

Beheimatet ist das Heilkraut im östlichen Mittelmeerraum sowie in Westasien. Die hübsche Pflanze ist nicht nur in der Volksmedizin beliebt: Wegen ihrer schön aussehenden Blüten findet man sie in vielen Gärten. Schon in der Antike war Mutterkraut bekannt, viele Gelehrte setzen es zur Linderung bestimmter Beschwerden ein. Dazu zählten neben Geburtsschmerzen auch Fieber und Rheuma. Vermutlich rührt der deutsche Name "Mutterkraut" daher, dass die Pflanze zur Erleichterung der Geburt eingesetzt wurde. Die englische Bezeichnung von Mutterkraut lautet "Feverfew" – ein Hinweis auf seine fiebersenkende Wirkung.

Zu Heilzwecken wird das ganze Kraut angewendet: Sowohl Blüten als auch Stängel. Nur die Wurzeln der Pflanze finden keine Verwendung.

Inhaltsstoffe der Heilpflanze

Mit Blick auf seine Inhaltsstoffe wird schnell ersichtlich, warum Mutterkraut so vielfältig wirkt. Es enthält zwischen 0,5 und 0,9 Prozent ätherisches Öl, das hauptsächlich aus den Substanzen Kampfer und Chrysanthenylacetat besteht. Auch Flavonoide stecken in dem heilsamen Kraut. Was es aber ganz besonders interessant macht, ist der Inhaltsstoff Parthenolid: Dieser zählt zu den sogenannten Sesquiterpenlactone, die bis zu zwei Prozent des Krauts ausmachen. Parthenolid wird für die meisten positiven Eigenschaften des Krauts verantwortlich gemacht. Es wirkt unter anderem schmerzlindernd, entzündungshemmend und antimikrobiell.

Zwar stecken noch eine ganze Menge weiterer Sesquiterpene in Mutterkraut, allerdings sind ihre Wirkungen bisher noch nicht oder nur wenig erforscht worden.

Das sind die Wirkungen von Mutterkraut

Das sind die Wirkungen von Mutterkraut

In Labor- und Tierexperimenten konnten die verschiedensten Effekte von Mutterkraut herauskristallisiert werden. Studien an Menschen gibt es dagegen weniger – die langjährige Erfahrung zeigt aber, was Mutterkraut tatsächlich für eine vielseitige Heilpflanze ist. Im Folgenden erfährst du, wie Mutterkraut wirkt.

  1. Fiebersenkend: Seine fiebersenkende Wirkung hat dem Heilkraut seinen englischen Namen verliehen. Das Kraut wirkt lindernd bei einer erhöhten Körpertemperatur. Du kannst es beispielsweise bei einer Grippe anwenden.
  2. Senkt den Serotoninspiegel: Mutterkraut wirkt regulierend auf den Serotoninspiegel. Serotonin – ein Gewebshormon und Neurotransmitter – spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne. Durch einen niedrigen Serotoninspiegel kann einem Migräne-Anfall vorgebeugt werden.
  3. Lindert Insektenstiche: Bei juckenden und rötenden Insektenstichen kann Mutterkraut lindernd wirken. Dazu verwendest du am besten eine Tinktur oder eine Salbe, die du äußerlich auf den Stich aufträgst. Außerdem soll es Insekten fernhalten. Dazu verdünnst du die Tinktur mit Wasser und reibst sie auf deinem Körper ein.
  4. Bei Rheuma: Schon vor Jahrhunderten wurde Mutterkraut zur Linderung von Rheuma verwendet – allerdings ist diese Wirkung nicht klinisch belegt. Das Kraut soll rheumatische Beschwerden lindern können.
  5. Bei Regelschmerzen: Dank seiner krampflösenden Eigenschaften kann Mutterkraut bei unangenehmen Menstruationskrämpfen Besserung verschaffen. Bereite dir einen wohltuenden Tee zu, am besten trinkst du mehrere Tassen täglich, um eine zufriedenstellende Wirkung zu erzielen.
  6. Bei unregelmäßiger oder starker Monatsblutung: Mutterkraut kann die Monatsblutung antreiben und damit einer unregelmäßigen Periode entgegenwirken. Auch wirkt es sich regulierend auf den Zyklus aus – wodurch starke Blutungen gemindert werden können. Außerdem soll das Kraut den Eisprung fördern.
  7. In den Wechseljahren: Das Kraut soll die Beschwerden der Wechseljahre lindern, indem es den Hormonmangel ausgleicht.
  8. Fördert die Verdauung: Mutterkraut soll die Verdauung ankurbeln, Blähungen lindern und gleichzeitig leicht abführend wirken.
  9. Bei Depressionen: Das Kraut wirkt beruhigend auf den Geist – das kann bei Depressionen für Besserung sorgen. Allerdings ersetzt es keinesfalls eine Therapie. Du kannst das Kraut lediglich als Ergänzung einnehmen.
  10. Wirkt entzündungshemmend
  11. Lindert Schmerzen
  12. Beugt Migräne-Anfällen vor: Mutterkraut steht im Verdacht, Migräne-Anfällen vorbeugen zu können – und das aus verschiedenen, guten Gründen. Wieso das so ist, erklären wir im Folgenden.

Mutterkraut und Migräne

Mutterkraut beugt Migräne-Anfälle vor

Ab und zu leidet jeder einmal an Kopfschmerzen. Diese lassen sich aber meist schon mit einfachen Hausmitteln bekämpfen. Anders sieht es bei einer Migräne aus. Wer von dieser Erkrankung betroffen ist, leidet meist nicht nur an starken Kopfschmerzen, sondern auch an Begleitsymptomen wie Übelkeit oder Lärm- und Lichtempfindlichkeit. Obwohl intensiv an der Erkrankung geforscht wird, ist noch immer nicht ganz klar, wie Migräne genau entsteht. Als gesichert gelten lediglich einige der stattfindenden biologischen Prozesse. Dabei spielen vor allem Entzündungsprozesse und das Hormon Serotonin eine wichtige Rolle.

Von Mutterkraut ist bekannt, dass es nicht nur entzündungshemmend wirkt, sondern auch den Serotoninspiegel senkt. Beides kann dazu beitragen, Migräne-Anfällen effektiv vorzubeugen. Dies ist allerdings nur ein theoretischer Ansatz (wenn auch ein überaus plausibler) – bewiesen sind die Wirkungen nicht. Dennoch "beweist" die langjährige Erfahrung mit dem Heilkraut, dass es tatsächlich bei einigen Patienten für deutliche Besserung sorgt. Um Migräne mithilfe des Mutterkrauts auf lange Sicht vorzubeugen, ist es ratsam, das Kraut über mehrere Wochen hinweg zu dir zu nehmen. Mindestens acht Wochen lang solltest du zweimal täglich zum Beispiel einen Tee aus dem Kraut zubereiten, noch effektiver sind hochkonzentrierte Kapseln.

Nebenwirkungen

Allgemeinhin gilt das Heilkraut als sehr gut bekömmlich, denn nur wenige Nebenwirkungen sind bekannt. In seltenen Fällen kann ein Verzehr zu Beschwerden im Magen-Darm-Bereich führen. Etwas häufiger kommt es zu allergischen Reaktionen – meistens im Bereich der Haut, des Mundes und der Zunge. Bist du gegen Korbblütler, wie zum Beispiel der Kamille, allergisch, solltest du besser die Hände von Mutterkraut lassen.

Schwangere und Stillende sollten ebenfalls besser auf das Heilkraut verzichten, denn hier sind die Langzeit-Auswirkungen noch nicht untersucht.

Mutterkraut kaufen

Mutterkraut kaufen

Du erhältst Mutterkraut in verschiedenen Varianten. Du kannst die Heilpflanze einerseits im Baumarkt als Gartenpflanze erwerben und andererseits zu Heilzwecken als weiterverarbeitete Produkte. Beliebt sind die getrockneten Pflanzen, die du zum Beispiel in Online-Shops erhältst. Daneben besteht die Möglichkeit, Tabletten oder Kapseln in der Apotheke zu erwerben. Die Online-Auswahl ist hier deutlich größer als die Produkt-Angebote in Apotheken. Dennoch ist ein Besuch beim Apotheker ratsam: Willst du das Kraut langfristig zu Heilwecken verwenden, solltest du dich zusätzlich von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen. Wenn du die Wahl hast, entscheide dich am besten eher für Produkte mit Bio-Siegel – so vermeidest du Pestizide.

Mutterkraut verwenden

Zur Weiterverarbeitung wird das gesamte Kraut verwendet: Sowohl Stängel als auch Blätter und Blüten. Du kannst Mutterkraut in getrockneter Form erwerben, um beispielsweise Tee daraus zuzubereiten, oder als Kapseln, Pulver oder Tinkturen. Das Kraut ist eine beliebte und hübsche Gartenpflanze. Hast du die Möglichkeit sie anzupflanzen, kannst du das ganze Jahr über von ihrer Heilkraft profitieren. Dafür trocknest du am besten das gesamte Kraut nach der Ernte.

Tee zubereiten

Mutterkraut als Tee genießen

Eine beliebte Anwendung ist der Mutterkraut-Tee. Dafür brauchst du lediglich Mutterkraut-Pulver oder das getrocknete Kraut. Bereite den Tee immer nach Packungsbeilage zu, wenn keine vorhanden ist, gehst du folgendermaßen vor:

Koche etwa 250 Milliliter Wasser auf und übergieße einen gehäuften Teelöffel getrocknetes Mutterkraut damit. Lasse alles 10 Minuten ziehen, ehe du die Pflanzenreste abseihst. Nach Belieben kannst du noch etwas Honig oder Agavendicksaft zum Süßen hinzufügen.

Möchtest du Mutterkraut verwenden, um deine Migräne in den Griff zu bekommen, sind Fertigpräparate wie Kapseln ratsamer als Tee. Diese sind höher konzentriert und wirken damit effektiver. Bevorzugst du den Tee, musst du ihn mindestens acht, besser zwölf Wochen am Stück und jeweils zweimal am Tag zu dir nehmen. Danach kannst du die Dosis allmählich reduzieren.

Mutterkraut-Tinktur

Eine Tinktur aus Mutterkraut ist ebenfalls beliebt – und ganz einfach selbst herzustellen. Zur Vorbeugung von Migräne nimmst du am besten dreimal täglich circa fünf bis zehn Tropfen ein. Die Tinktur hat sich in Hinblick auf Migräne als effektiver erwiesen als der Tee. Schließlich ist diese deutlich höher konzentriert und außerdem ist es einfacher, sich an die tägliche Dosis zu halten. Willst du deine eigene Tinktur herstellen, brauchst du dafür folgende Materialien:

  • Handvoll getrocknetes Mutterkraut
  • 40-prozentiger Alkohol
  • Saubere Gläser
  • Braune Flaschen

Folgendermaßen gehst du bei dem Rezept vor:

  1. Gebe das Kraut in ein gut verschließbares, am besten ausgekochtes Glas und fülle es bis obenhin mit dem Alkohol. Verschließe das Glas gut.
  2. Nun muss der Ansatz vier bis sechs Wochen ruhen – das geschieht am besten an einem warmen und lichtgeschützten Ort.
  3. Nach abgelaufener Zeit seihst du die Pflanzenreste ab und füllst die Tinktur in eine Braunflasche um. In dieser ist sie am besten vor Lichteinflüssen geschützt. Bewahre die Flasche an einem trockenen und dunklen Ort auf.

In der Küche

Als Nahrungsmittel eignet sich das Kraut eher weniger. Das liegt daran, dass seine Bestandteile sehr bitter schmecken und sich auch nicht zum Würzen eignen. Eine Ausnahme bilden lediglich die jungen Triebe beziehungsweise Keimlinge der Pflanze. Diese kannst du ähnlich wie Kresse verwenden und zum Beispiel in Salaten verwenden oder dein Frühstücksbrot damit garnieren.

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