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Neemöl: 8 Wirkungen & 3 Risiken des vielseitigen Pflanzenöls

Neemöl wird gerne zur Bekämpfung von Schädlingen verwendet. Und gerade aufgrund seiner schädlingsbekämpfenden Wirkung kann das hierzulande noch weitgehend unbekannte Öl auch hervorragend zur Haut- und Haarpflege eingesetzt werden, beispielsweise bei Hautpilz und Parasitenbefall. Welche Wirkungen Neemöl genau besitzt und wie du es am besten anwendest, erfährst du im Folgenden.

Gerade für Hobbygärtner aber auch bei der Körperpflege kann das wertvolle Öl eine echte Bereicherung sein. Denn Neemöl schützt sowohl vor lästigen Schädlingen als auch vor unschönen Hauterkrankungen. Wir verraten dir alles, was du über das Öl wissen musst.

Neemöl aus den Früchten des Neembaums

Neemöl aus den Früchten des Neembaums

Neemöl wird aus den Samen der Steinfrüchte des Neembaums gewonnen, der im indischen und pakistanischen Raum wächst. Die Baumart ist sowohl unter dem Namen Neembau als auch Niembaum sowie indischer Flieder bekannt. Obwohl der Baum ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammt, wird die Pflanze unter anderem in Amerika, Afrika und Australien als Nutz- oder Zierpflanze angebaut.

Das Öl selbst hat eine gelblich-braune Farbe und einen gewöhnungsbedürftigen Geruch, der schwefelartig ist, aber auch an den typischen Geruch von Zwiebeln und Knoblauch erinnert. Geschmacklich ist es aufgrund seines bitteren Geschmacks vielen Menschen zuwider und wird darum nicht als Speiseöl eingesetzt. Allerdings hat es vielfältige Wirkungen, die sowohl die Landwirtschaft als auch die Ayurveda-Medizin bereichern.

Inhaltsstoffe von Neemöl

Neemöl verfügt über vielfältige gesunde Inhaltsstoffe, die für die zahlreichen Wirkungen des Öls verantwortlich sind. Allgemein setzt sich das Öl circa zur Hälfte aus Ölsäure zusammen. Ölsäure ist eine ungesättigte Fettsäure, die natürlich im Körper entsteht. Aus diesem Grund kann sie sehr gut vom Körper aufgenommen werden und ist überaus verträglich. Sie eignet sich hervorragend zur Pflege von Haut und Haaren. Aufpassen solltest du allerdings bei fettiger und unreiner Haut. Ölsäure wirkt komedogen. Trockene Haut sollte dagegen keine Probleme mit Ölsäure haben. Auch trockene Kopfhaut profitiert von der Fettsäure.

Allerdings ist nicht die Ölsäure für die charakteristischen Wirkungen des Neemöls verantwortlich, sondern Wirkstoffe wie Azadirachtin, Salanin und Nimbin. Besonders wirksam ist hier das enthaltene Azadirachtin. Es ist der Hauptbestandteil der Samen des Neembaums und darum in großen Mengen in dem Neemöl enthalten. Während der Stoff besonders in der Schädlingsbekämpfung eine essentielle Rolle spielt, indem er die Entwicklung der Larven unzähliger Insekten hemmt, ist er für Säugetiere wie auch den Menschen ungefährlich.

Daneben eignet sich auch das enthaltene Salannin als Schädlingsbekämpfer. Der Stoff konnte sowohl in Laborstudien als auch im Praxistest einige Insekten abhalten, Pflanzen zu befallen. Obwohl der Stoff Meliantriol nur in in einer extrem geringen Menge im Neemöl vorhanden ist, kann auch er dazu beitragen, Pflanzen vor Insekten und besonders vor Heuschrecken zu schützen.

Darüber hinaus enthält Neemöl die Stoffe Nimbin und Nimbidin, die für den bitteren Geschmack des Neemöls sorgen und bis zu zwei Prozent in den Kernen vorhanden sind. Auf Pflanzen haben die Stoffe einen antiviralen Effekt. Zudem sind sie für die antiseptischen, antimykotischen, fiebersenkenden und antihistaminischen Wirkungen des Öls verantwortlich.

Gesunde Wirkungen von Niemöl

Gesunde Wirkungen von Niemöl

Aufgrund seiner wirkungsreichen Inhaltsstoffe kann Neemöl bei vielfältigen Beschwerden für Linderung sorgen. Im Ayurveda ist das wertvolle Öl schon seit Jahrhunderten bekannt und wird bei zahlreichen Leiden eingesetzt. Wir erklären dir, welche Wirkungen Niemöl genau hat.

Gegen Fieber

Da Neemöl den Wirkstoff Nimbin enthält, der sowohl fiebersenkende als auch antivirale und antibakterielle Wirkungen besitzt, wird das Öl im Ayurveda unter anderem gegen Fieber eingesetzt. Zu diesem Zweck muss das Öl oral eingenommen werden. Die innerliche Anwendung von Neemöl kann jedoch mit einigen Nebenwirkungen einhergehen und sollte darum nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen und bestenfalls von einem Arzt begleitet werden.

Für die Zahnpflege

Die antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften des Neemöls eignen sich zudem hervorragend zur Zahn- und Mundhygiene. In Indien, dem Heimatland des Neembaums, werden die Zweige des Baums schon lange zur Zahnpflege genutzt, beispielsweise indem die Zweige zerkaut werden. Neemöl kann zum Beispiel gegen Bakterien vorgehen, die Karies, Parodontitis und Zahnfleischentzündungen auslösen und wirkt dabei ähnlich gut wie herkömmliche Präparate, die dem Schutz der Zähne dienen. Neemöl ist darum vielen Naturkosmetik-Zahnpasten zugesetzt.

Bei Hauterkrankungen

Neemöl eignet sich zur Behandlung zahlreicher Hauterkrankungen, da es sowohl antibakterielle und antimykotische als auch pflegende Eigenschaften besitzt. So können Hautkrankheiten behandelt werden, ohne die Haut unnötig auszutrocknen. Es eignet sich beispielsweise zur Behandlung von Hautpilz, Akne, Herpes und Neurodermitis. Unreine Haut profitiert von dem Öl vor allem, wenn du es punktuell auf Hautunreinheiten wie Pickel aufträgst und beispielsweise ein paar Tropfen Teebaumöl hinzugibst. Zur großflächigen Anwendung ist es hier eher weniger geeignet, da es aufgrund der enthaltenen Ölsäure komedogen wirkt.

Anders sieht es bei der Pflege von trockener Haut aus. Neemöl kann rauen Hautstellen entgegen wirken und sogar die Wundheilung fördern. Dein Hautbild kann sich so erheblich verbessern. Damit das wertvolle Öl seine volle Wirkung entfalten kann, solltest du es jedoch regelmäßig auf die betroffenen Hautstellen auftragen.

Bei Geschwüren

Innerlich kann das Öl auch bei Geschwüren zum Einsatz kommen. Besser bekömmlich ist allerdings ein sogenannter Neem-Extrakt, der eher wässrig ist. Dieser kann sowohl bei Magengeschwüren als auch bei Geschwüren im Zwölffingerdarm hilfreich sein, indem er gegen schädliche Magenbakterien wirkt und die Magensäure zurückbilden kann. Gerade Stress und ungesunde Ernährung können ungünstig auf den Verdauungstrakt wirken und die Bildung von Geschwüren begünstigen. Ein Neem-Extrakt kann sich in diesem Fall als hilfreich erweisen.

Zur Vorbeugung von Haarausfall

Neemöl zur Vorbeugung von Haarausfall

Auch zur Vorbeugung von Haarausfall kann Neemöl durchaus wirksam sein. Eine Kopfhaut-Massage mit dem wertvollen Öl kann die Durchblutung anregen und die Haarwurzel stärken. Es pflegt die Kopfhaut und schützt sie vor Parasiten und Pilzen. So ist sie gestärkt und gesund und kann das Haarwachstum optimal begünstigen.

Bei trockener Kopfhaut

Besonders trockene Kopfhaut profitiert von dem wertvollen Neemöl. Das Öl kann dank der enthaltenen Ölsäure deine Kopfhaut hervorragend pflegen und Trockenheitsschuppen entgegen wirken. Aufgrund seiner antimykotischen und antiseptischen Wirkungen kann das Öl Pilzen auf der Kopfhaut und der daraus resultierenden Trockenheit vorbeugen. Empfehlenswert ist beispielsweise eine Haarkur mit Niemöl, die über Nacht einwirken kann.

Neurodermitis und Ekzeme auf der Kopfhaut können ebenfalls mit dem Öl behandelt werden, indem es vorsichtig auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen wird. Auch juckende Kopfhaut kann von dem Öl profitieren. Ein schöner Nebeneffekt: Neemöl kräftigt die Haare und verleiht ihnen einen schönen Glanz.

Gegen Parasiten

Nicht nur als Pflanzenschutzmittel kann Neemöl gegen Parasiten vorgehen, auch auf der Kopfhaut hat sich das Öl als Mittel gegen Läuse, Zecken und Co. bewährt. Zur Behandlung von Läusen kann das Öl einfach deinem normalen Shampoo hinzugemischt werden. Für eine optimale Wirkkraft sollten etwa fünf Prozent Niemöl im Shampoo enthalten sein. Das Shampoo solltest du circa zehn Minuten auf deinen Haaren einwirken lassen, damit es seine Wirksamkeit entfalten kann.

Zecken lassen sich besonders aufgrund des unangenehmen Geruchs und Geschmacks des Öls abschrecken. Auch gegen Hausstaubmilben ist Neemöl wirksam. Zwar kann das Öl diese nicht wirklich abtöten, allerdings kann es das Fressverhalten, Wachstum und die Fortpflanzungsfähigkeit der Hausstaubmilben beeinflussen.

Neem als Pflanzenschutzmittel

Besonders beliebt ist die Verwendung von Neemöl als Pflanzenschutzmittel, denn das Öl ist eine natürliche Alternative zu chemischen Mitteln und dennoch überaus wirksam. Hier spielt vor allem der Wirkstoff Azadirachtin eine essentielle Rolle, der eine starke Wirkung auf zahlreiche Insekten ausübt. Obwohl der Stoff die Insekten nicht abtötet, kann er doch ihre Fortpflanzung und ihr Wachstum beeinträchtigen. Da Azadirachtin besonders wirksam ist, werden Pestizide mit diesem Wirkstoff in der EU kontrolliert und der Verkauf reguliert.

Du kannst das wirkungsvolle Öl mit etwas Wasser mischen und auf die Pflanzen sprühen oder sie mit dem Wasser gießen. Es reicht bereits, wenn du nur wenige Milliliter Neemöl auf einem Liter Wasser verwendest. Auch im Haus kannst du das Pflanzenschutzmittel anwenden, da es keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Haustier hat. Allerdings sollte es nicht in dem natürlichen Lebensraum von wichtigen Insekten wie Bienen verwendet werden, auch wenn das natürliche Pflanzenschutzmittel milder wirkt als seine chemischen Verwandten.

Risiken von Neemöl

Risiken von Neemöl

Neemöl hat zahlreiche vorteilhafte Wirkung auf Haut, Haare und Gesundheit. Für diese Wirkungen verantwortlich sind jedoch zumeist starke Wirkstoffe, die auch mit einigen Risiken und Nebenwirkungen einhergehen. Wenn du Neemöl verwendest, solltest du diese unbedingt beachten und das Öl am besten nur verdünnt anwenden.

Nicht bei Kindern anwenden

Kinderhaut ist sehr empfindlich und sollte darum nur mit besonders verträglichen Ölen behandelt werden. Empfehlenswert sind beispielsweise Mandelöl, Olivenöl oder Arganöl. Liegen Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Ekzeme vor, die mit Neemöl behandelt werden können, sollte die Anwendung des Öls zuvor unbedingt mit einem Arzt besprochen werden. Von einer innerlichen Anwendung sollten Kinder in jedem Fall absehen.

Hemmende Wirkung auf die Fruchtbarkeit

In der ayurvedischen Medizin wird Niemöl unter anderem als Verhütungsmittel eingesetzt, da es sowohl bei Männern als auch bei Frauen eine fruchtbarkeitshemmende Wirkung besitzt. Zur alleinigen Verwendung für diesen Zweck ist das Öl jedoch nicht geeignet. Der Effekt ist zu gering, als dass eine ausreichende Sicherheit vor einer möglichen Schwangerschaft besteht. Andererseits solltest du das Öl auch nicht verwenden, wenn ein Kinderwunsch vorliegt. Neemöl kann die Fruchtbarkeit hemmen und eine Schwangerschaft auf diese Weise erschweren.

Nicht in der Schwangerschaft verwenden

Allgemein solltest du während einer Schwangerschaft vor allem von einer innerlichen Verwendung des Öls absehen. Unter Umständen kann es so zu einer Frühgeburt oder sogar einer Fehlgeburt kommen. Zur Sicherheit solltest du auch auf eine äußerliche Anwendung des Öls verzichten.

Neemöl kaufen

Neemöl kaufen

Neemöl kannst du sowohl in diversen Bioläden als auch online erwerben. Beim Kauf solltest du unbedingt darauf achten, dass es sich um hochwertiges Öl handelt, da Neemöl anfällig für Schimmelpilze ist, beispielsweise durch falsche Lagerung der Samen. Achte darauf, dass es sich um 100 Prozent reines Neemöl handelt und greife bestenfalls auf Bioqualität zurück. Hier sind die Kontrollen oftmals stärker und es wird beim Anbau auf schädliche chemische Pestizide verzichtet.

Eine Flasche Neemöl kostet in der Regel um die zehn Euro. Meist sind 100 bis 200 Milliliter enthalten. Je nach Produkt kann der Preis sowohl ein wenig niedriger als auch höher ausfallen.

Handelt es sich um ein spezielles Haaröl oder einen bestimmten Schädlingsbekämpfer ist das Neemöl meist schon mit anderen Inhaltsstoffen vermischt. In diesen Fällen solltest du die dich genauestens an die Anwendungshinweise halten und das Produkt nur für den ausgeschriebenen Zweck verwenden.

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