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Physalis: 4 Tipps zur exotischen Kapstachelbeere

Noch vor einigen Jahren war sie vielen Menschen unbekannt, heute findet man sie in nahezu jedem Supermarkt: die Physalis. Dabei überzeugt sie nicht nur geschmacklich, sondern auch mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen. Wie klären dich über die Eigenschaften der Pflanze auf.


Physalis oder die exotische Kapstachelbeere

Physalis (Kapstachelbeere) an der Pflanze

Obwohl Physalis der hierzulande wachsenden Lampionblume stark ähnelt, unterscheiden sich die beiden Pflanzen doch in einem entscheidenden Punkt. Während die Lampionblume eine reine Zierpflanze ist, findet man in den kelchförmigen Blättern der Physalis eine wohlschmeckende Frucht. Die Physalis gehört wie die Lampionpflanze zu den Nachtschattengewächsen und stammt eigentlich aus südamerikanischen Ländern wie Peru, Brasilien und Chile. Darum wird sie auch „Andenbeere“ oder „Peruanische Blasenkirsche“ genannt.

In Deutschland ist die Pflanze auch unter dem Namen „Kapstachelbeere“ bekannt. Dieser Name könnte sich auf den südafrikanischen Anbau der Beere beziehen, der seit Anfang des 19. Jahrhundert erfolgt. Eine andere Theorie besagt, dass sich der Name aus dem englischen Wort „Cape“ ableitet, das übersetzt „Umhang“ bedeutet und auf die kelchförmigen Blätter der Pflanze anspielt, die die Frucht ummanteln. Der geläufige Begriff „Physalis“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Blase“. Auch diesen Begriff kann man auf die Form der Blätter zurückführen, die die Frucht wie eine Blase einschließen.

Während man viele andere exotische Obstsorten nur in den Sommermonaten bekommt, hat die Physalis vor allem in den Winter- und Frühlingsmonaten Saison. Erhältlich ist sie jedoch das ganze Jahr, da sie in ihren Herkunftsländern das ganze Jahr über geerntet werden kann. Die geerntete Pflanze hält sich mehrere Wochen und kann deshalb problemlos transportiert werden. Aufgrund ihrer Ummantelung werden die Früchte zudem beim Transport geschützt. Mittlerweile können Physalis allerdings auch in Deutschland angebaut werden. Ähnlich wie Tomaten, die auch zu den Nachtschattengewächsen gehören, halten sie sich jedoch meist nur ein Jahr, da sie sehr frostanfällig sind.

Was du zur Kapstachelbeere (Physalis) wissen musst

Die Physalis sieht nicht nur gut aus und eignet sich deswegen hervorragend zur Dekoration verschiedener Speisen, sie schmeckt auch noch gut und steckt voller gesunder Vitamine. Wir verraten dir, was du über die Kapstachelbeere wissen musst.

Wie du die Physalis erkennst

Wie du die Physalis erkennst

Die Kapstachelbeere beziehungsweise Physalis peruviana ähnelt der Lampionblume, die hierzulande gerne als Zierpflanze eigesetzt wird. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall, denn auch die Lampionpflanze ist eine Physalis – allerdings unter dem botanischen Namen Physalis alkekengi bekannt. Die Früchte der Lampionblume sind jedoch nicht essbar. Neben diesen beiden Varianten gibt es noch einige andere Sorten, die man zur Physalis zählen kann, hierzulande jedoch noch nicht erhältlich sind. Dazu zählen sowohl die „Giant Poha Berry“ und „Golden Berry“ aus den USA als auch die mexikanische Tomatillo beziehungsweise Physalis ixocarpa, die der Tomate und der Physalis gleichermaßen ähnelt.

Die Kapstachelbeere erkennt man an ihren kelchförmigen Früchten, deren Blätter pergamentartig und trocken sind und meist eine gelbe bis orangene Farbe haben. Die Pflanze an sich kann bis zu zwei Meter hoch werden und hält sich hierzulande meist nur ein Jahr, während sie in tropischen Gebieten mehrere Jahre Früchte tragen kann. Nach der Blütezeit entwickeln sich die Früchte, die in einer Schutzhülle aus Blättern sitzen. Die klebrige Frucht kann einen Durchmesser von bis zu vier Zentimeter haben und bis zu 15 Gramm schwer sein. In der Frucht befinden sich kleine Samen, die sich im Fruchtfleisch befinden. Die sonnengelbe und kugelförmige Frucht ist reich an wertvollen Nährstoffen, die der Frucht ein süß-saures Aroma verleihen und im Geschmack an andere exotische Früchte wie Maracuja, Ananas und Kiwi erinnern kann.

Wegen ihres aromatischen Geschmacks werden die Pflanzen gerne zur Zubereitung von Süßspeisen verwendet. Beliebt sind Physalis beispielsweise in:

  • Säften
  • Konfitüren
  • Kompotten
  • Cocktails
  • Torten
  • Pralinen
Die äußere Ummantelung durch ihre getrockneten Blätter lässt die Frucht zwar hübsch aussehen, erschwert aber auch die Überprüfung des optimalen Reifegrads vor der Ernte oder dem Kauf. Zu früh oder zu spät geerntete Früchte büßen ihren aromatischen Geschmack ein. Am besten erkennt man den Reifegrad an der Färbung der Früchte. Hat die Frucht die perfekte Reife erreicht, sollte sie orange sein. Früchte, die noch nicht voll ausgereift sind, haben oft einen eher gelblichen Farbton.

Physalis: So gesund ist sie wirklich

Physalis: So gesund ist sie wirklich

Die Physalis enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe und eignet sich somit hervorragend als Ergänzung zu einer gesunden Ernährung. Obwohl ihre Nährwerte nicht an die sogenannter Superfoods heranreichen, sind doch viele wichtige Vitamine und Spurenelemente enthalten, die den Körper in seiner natürlichen Funktionsweise unterstützen und ihn gesund halten.

Wichtige Vitamine

Die Kapstachelbeere enthält viele wichtige Vitamine. Dabei sticht besonders der Vitamin-C-Gehalt heraus. Doch auch andere Vitamine sind in nennenswerter Konzentration enthalten. Wir stellen einige vor.

Vitamin A

Nicht nur einen Stoff kann man als Vitamin A bezeichnen sondern vielerlei Stoffe, denn sie haben ähnliche Wirkungen im menschlichen Körper. Der Stoff, der häufig als Synonym für Vitamin A genutzt wird, ist Retinol. Auch Beta-Carotin wird häufig als Vitamin A bezeichnet. Dabei kann der Körper Beta-Carotin lediglich zu Vitamin A umwandeln. Es ist also ein Provitamin.

Physalis enthält sowohl Retinol als auch Carotin. Carotin gibt der Frucht eine kräftig sonnengelbe oder orangene Farbe. Schon der Verzehr von einer Handvoll Physalis kann erheblich zum Tagesbedarf des wichtigen Vitamins beitragen. Empfohlen wird laut dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs eine tägliche Zufuhr von 0,8 bis 1,0 Milligramm Vitamin A pro Tag.

Vitamin A ist besonders für Augen, Sehkraft, Schleimhäute und die Haut von Bedeutung. Es kann die Behandlung verschiedener Hauterkrankungen unterstützen und so zu einem ebenmäßigeren Hautbild beitragen. Zudem profitieren auch die Zellen von dem wichtigen Vitamin.

Vitamin C

Physalis bestechen durch ihren hohen Vitamin-C-Gehalt. Vitamin C ist wohl das bekannteste Vitamin, denn es hat zellschützende Eigenschaften und stärkt das Immunsystem. Wer seinen Vitamin-C-Bedarf deckt, ist besser vor Krankheiten geschützt und gesünder. Durch seine Wirkung als Antioxidans hilft es die Zellen vor freien Radikalen zu schützen und kann so sogar Krebs vorbeugen. Es kann außerdem vor Schlaganfällen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Auch auf den Cholesterinspiegel kann es durchaus positiv wirken. Zudem kann es die Hautgesundheit fördern. Es stärkt das Bindegewebe und sorgt so für eine straffere Haut. So kann auch das Erscheinungsbild von Falten verringert werden.

100 Gramm Physalis enthalten circa 28 Milligramm Vitamin C. Das sind ungefähr 28 Prozent der empfohlenen Verzehrmenge des wichtigen Vitamins pro Tag. Diese beträgt laut dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs zwischen 95 und 110 Milligramm am Tag. Weitere gute Vitamin-C-Quellen sind Orangen, Paprika, Johannisbeeren und vor allem Sanddornbeeren, die mit 450 Milligramm pro 100 Gramm den höchsten Vitamin-C-Gehalt haben.

Wirksamkeit bei Krankheiten

Physalis hilft auch beim Abnehmen

Schon bei den Azteken galt die Physalis als natürliches Heilmittel und wurde bei zahlreichen Leiden eingesetzt wie beispielsweise Bluthochdruck und Magen-Darm-Beschwerden. Auch heute noch wird die Frucht in ihren Herkunftsländern in der Medizin eingesetzt. Dabei werden sowohl die Frucht als auch die Blätter verwendet. Diese werden als wirksame Wundpflaster genutzt.

Die Frucht hat aufgrund der kleinen Samen im Fruchtfleisch eine abführende Wirkung, wenn man sie in größeren Mengen zu sich nimmt. So soll sie bei der Entgiftung des Körpers helfen. Das ist jedoch nicht die einzige Wirkung der Frucht. Diese soll auch bei Diabetes, Stoffwechselerkrankungen, Rheuma und Asthma helfen. Dazu gibt es jedoch keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.

Allgemein kann man sagen, dass die Physalis eine gute Energiequelle ist. Sie kann die geistige Leistungsfähigkeit kurzfristig erhöhen und auf gesunde Weise Energie spenden. Sie eignet sich somit als gesunder Snack und kann ganz einfach in Obstsalaten, getrocknet in Müslis oder in Smoothies verwendet werden. Wegen ihrer geringen Kaloriendichte sind Physalis auch in Diäten geeignet, um eine ausreichende Nährstoffzufuhr zu gewährleisten.

Nährwerttabelle für 100 Gramm Physalis
  • Energie: 72 Kilokalorien
  • Fett: 1 Gramm
  • Kohlenhydrate: 13 Gramm
  • Ballaststoffe: 2 Gramm
  • Carotin: 900 Mikrogramm
  • Retinol: 150 Mikrogramm
  • Vitamin C: 28 Milligramm

Physalis selber pflanzen

Die Kapstachelbeere ist besonders gesund, wenn sie frisch verzerrt wird. Wer die Frucht also nicht erst nach einem mehrtägigen Transportweg zu sich nehmen möchte, kann sie auch selbst anbauen. Obwohl sie ursprünglich aus Südamerika stammt, wird sie mittlerweile in Ländern auf der ganzen Welt angebaut, darunter asiatische Länder, Australien und die USA. Auch in Europa wird die Kapstachelbeere angebaut, doch fast ausschließlich von Hobbygärtnern. Besonders in England ist die Physalis beliebt.

Wer die empfindliche Kapstachelbeere hierzulande anbauen möchte, sollte sie am besten in einem Kübel an einem sonnigen Ort halten. Dieser sollte windgeschützt und warm sein. Als Boden eignet sich eine nährstoffreiche Erde, in der sich die Wärme sammeln kann. Nicht alle Regionen Deutschlands eignen sich, um dort die Physalis anzubauen. Wenn es bereits früh im Jahr Frost gibt, kann die Pflanze stark darunter leiden und mitunter kaputtgehen. Im Winter sollte die Pflanze auf jeden Fall an einem warmen Ort im Haus oder in der Wohnung stehen. Wer die Pflanze im Gewächshaus hält, kann sich mehrere Jahre an ihr erfreuen, wird aber weniger Früchte und einen weniger intensiven Geschmack erhalten.

Der Februar eignet sich, um die Samen der Physalis auszusäen. Die Sämlinge sollte man an einem hellen und warmen Ort halten. Ab Mai kann man sie nach draußen setzen. Man sollte die Pflanze regelmäßig gießen, jedoch Staunässe vermeiden. Ernten kann man die ersten Früchte circa drei Monate nach der Blütezeit. Dazu sollten die Blätter um die Frucht, der sogenannte Lampion, hellbraun getrocknet sein. Die geernteten Früchte sind mehrere Wochen haltbar.

Physalis richtig aufbewahren

Physalis richtig aufbewahren

Wenn man Physalis im Supermarkt kauft, sind diese oft in Plastik verpackt. Vor der Lagerung sollte man dieses unbedingt entfernen, da die Blätter sonst schnell schimmeln können. Ansonsten lassen sich die Früchte gut lagern und halten sich mit der richtigen Lagerung sogar mehrere Wochen. Die ideale Temperatur zur Lagerung beträgt 10 bis 15 Grad Celsius. Die Luft sollte trocken sein. Die Früchte lassen sich ebenfalls gut einfrieren. Dazu sollte man sie zuvor von ihrer Ummantelung befreien und waschen.

Physalis lassen sich ebenfalls trocknen. Man kann sie entweder selbst trocknen oder bereits getrocknet kaufen. Die Früchte werden bereits kurz nach der Ernte weiterverarbeitet. Werden sie getrocknet, befreit man sie zuerst von den trockenen Blättern, wäschst sie und trocknet sie dann bei einer Temperatur von unter 40 Grad Celsius.

Sind Physalis giftig?
Während man die Früchte der Kapstachelbeere beziehungsweise des Physalis peruviana bedenkenlos essen kann, gibt es einige ähnliche Sorten, die ganz und gar nicht zum Verzehr geeignet sind und sogar als giftig gelten. Darunter ist auch die beliebte Lampionblume, deren Früchte nicht essbar sind. Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob die Pflanze wirklich giftig ist. Während die Frucht in manchen Fällen als giftig dargestellt wird, behaupten andere, dass die reife Frucht sogar verzehrt werden kann. Trotzdem sollte die Frucht der Lampionblume besser nicht als Nahrungsmittel dienen, sondern ausschließlich als Zierpflanze verwendet werden. Ähnlich sieht es mit der sogenannten Physalis pruinosa aus. Auch diese Pflanze wird hierzulande häufig als Zierpflanze verwendet, ist aber zum Verzehr weniger geeignet.
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