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Salicylsäure: 3 Wirkungen & 3 Risiken des Wirkstoffs

Salicylsäure ist einer der besten Wirkstoffe gegen Pickel, Mitesser und Akne – das Wundermittel kann aber noch einiges mehr. Wie genau Salicylsäure wirkt, wie du sie richtig anwendest und was du beim Kauf beachten solltest, erfährst du bei uns.


Was Salicylsäure eigentlich ist

Für manche klingt es absurd, dass ein Mittel, in dem das Wort „Säure“ steckt, zu einer schöneren Haut verhelfen soll. Doch Salicylsäure trägt äußerlich angewendet auf verschiedene Weisen zu einem gesunden und ebenmäßigen Teint bei. Und das auch nicht erst seit dem Industriezeitalter: Salicylsäure ist einer der ältesten medizinisch verwendeten Wirkstoffe überhaupt. Sogar in der griechischen Literatur finden sich Berichte über ihre Heilkräfte. Schon der Arzt und Gelehrte Hippokrates bewunderte das schmerzlindernde und fiebersenkende Extrakt, das aus Weidenrinden gewonnen wird.

Tatsächlich kommt Salicylsäure häufig in der Natur vor, wir nutzen aber meistens Salicylsäure, die aus den Rinden von Weiden gewonnen wird. Sie ist eine sogenannte Beta-Hydroxysäure und genau diese Säuren sind dafür bekannt, tief in die Haut einzudringen und die Zellerneuerung damit ankurbeln zu können. Salicylsäure kann allerdings auch durch die Haut in Blut und Gewebe gelangen, wo es dann später über die Niere ausgeschieden wird.

Salicylsäure wirkt auf enorm positive Weise auf eine geschädigte oder verunreinigte Haut. Aber auch bei Schmerzen, Schuppenflechten, Warzen oder Verhornungsstörungen kommt die Säure zum Einsatz. Neben den ästhetischen Aspekten wie etwa einer strahlenden und jugendlichen Haut kann Salicylsäure also mit gesundheitsfördernden Wirkungen punkten.

Wie Salicylsäure wirkt

Salicylsäure für eine reine Haut

Unsere Haut ist das größte Organ, das wir besitzen – gleichzeitig ist sie auch am intensivsten schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. So kommt es leider oft zu Verunreinigungen und Hautproblemen, mit denen sich sicher jeder schon einmal herumschlagen musste.

Unser größtes Organ teilen wir im Grunde in drei Einheiten ein: Die Oberhaut, die Lederhaut und die Unterhaut. Die Oberhaut ist jedoch letztendlich die einzige, die wir wirklich wahrnehmen. Sie muss sich kontinuierlich neu bilden, da ältere Hautzellen durch verschiedene Einflüsse mit der Zeit absterben. Im Normalfall lösen sich die abgestorbenen Schüppchen und werden durch neue ersetzt. Es kann jedoch passieren, dass sich die Zellen nicht wirklich lösen und stattdessen die Poren verstopfen. So entsteht ein idealer Nährboden für Keime und Bakterien und deine Haut wirkt fahl und verunreinigt.

Salicylsäure kann die Abschilferung – das Lösen der abgestorbenen Hautzellen – effektiv beschleunigen. Die Beta-Hydroxysäure besitzt einige wertvolle Eigenschaften, die zu diesem Effekt beitragen. Zum einen trägt sie zu einer Auflösung der Verbindung zwischen Hornzellen bei, indem sie Enzyme auf der Haut aktiviert, die für diesen Prozess zuständig sind. Zum anderen liegt es aber auch an der wertvollen Eigenschaft von Beta-Hydroxysäuren, tief in die unteren Ebenen der Haut vorzudringen.

Die andere Gruppierung der Hydroxysäuren sind die sogenannten Alpha-Hydroxysäuren, zu denen auch die in Kosmetika gerne verwendeten Fruchtsäuren gehören. Sie helfen zwar wunderbar gegen Sonnenbrand und äußeren Hautschäden, doch sie behandeln im Gegensatz zu ihren näheren Verwandten nur oberflächliche Schäden.

Das Besondere an der Salicylsäure ist aber auch, dass sie der Haut nicht nur bei der natürlichen Abschuppung hilft, sondern gleichzeitig auch die Zellerneuerung ankurbelt. So trägt sie sanft zu einer wichtigen Regenerierung deiner Haut bei. Darüber hinaus wirkt das Heilmittel schmerzlindernd, antientzündlich und wachstumshemmend auf Bakterien und Keime.

Salicylsäure wird außerdem in folgenden Fällen angewendet:

  • Mitesser: Kleine, unschöne Mittesser entstehen, wenn Talgdrüsen durch abgestorbene Zellen verstopft sind. Salicylsäure kurbelt den Prozess der Zellabschuppung an und befreit die Haut so von Mitessern.
  • Hornhaut: Bei permanenten Druck auf bestimmte Körperstellen kann Hornhaut entstehen. Sie ist vollkommen ungefährlich, kann die Betroffenen aber stören. Auch hier regt Salicylsäure die Abschuppung an und macht die Haut weicher.
  • Milien: Die kleinen weißen Zysten treten vor allem im Gesicht und in Augennähe auf. Sie sind zwar nicht gesundheitsgefährdend, können aber das Hautbild stören. Ein Peeling mit dem natürlichen Weidenrinden-Extrakt entfernt Milien sanft.
  • Ekzeme: Bei Ekzemen handelt es sich um unschöne Entzündungen äußerer Hautschichten. In Kombination mit Kortison wirkt Salicylsäure stark antientzündlich auf die betroffenen Hautstellen. Die Ekzeme gehen zurück und mindern die damit einhergehenden Beschwerden.
  • Schuppenflechte: Schuppenflechte (Psoriasis) bezeichnet eine erbliche und entzündliche Hautkrankheit. Sie geht mit roten Flecken auf der Haut einher, die mit Schuppen bedeckt sind und stark jucken. Salicylsäure hilft dabei, die Schuppen von der Haut abzulösen und die Haut gleichzeitig optimal auf die nachfolgende Behandlung vorzubereiten.

Salicylsäure gegen Akne und Pickel

Unabhängige Studien konnten bereits nachweisen, dass eine regelmäßige Salicylsäure-Anwendung tatsächlich Akne reduzieren kann. Während bei normaler Haut eine Zellabschuppung und Erneuerung automatisch und gleichmäßig erfolgt, sind diese Prozesse bei stark verunreinigter Haut gestört. Hier bleiben abgestorbene Schüppchen auf der Haut zurück und verstopfen damit die Poren. In der Folge kommt es zu unschönen Entzündungen und Pickeln.

Genau hier setzt auch die Salicylsäure an: Sie dringt bis tief in die Haut vor und kurbelt den Prozess nachhaltig an – deine Talgdrüsen sind weniger verstopft und Pickel verschwinden. So bekämpft das Wundermittel gleichzeitig auch irritiert und gerötete Haut sowie eine Überproduktion an Talg.

Gegen Warzen

Salicylsäure hilft gegen Warzen

Eine der gängigsten Behandlungen mit Salicylsäure ist tatsächlich aber die Bekämpfung von Warzen. Nicht selten empfehlen Ärzte und Apotheker den Einsatz dieser natürlichen Säure, um die betroffenen Stellen zu behandeln. Das liegt daran, dass die Salicylsäure Warzen aufweicht und gleichzeitig für ein Absterben der oberen Hautschuppen sorgt. Und gerade diese sind bei einem Warzen-Befall mit dem humanen Papillomavirus befallen.

Die Behandlung mit Salicylsäure ist sehr effektiv, schonend und auch kostengünstig. Bis die Warzen aber vollständig verschwunden sind, kann es bis zu zwei oder drei Monate dauern. Die ersten Erfolge wirst du vermutlich aber schon nach wenigen Wochen sehen und spüren.

Die Behandlung mit Salicylsäure gestaltet sich recht einfach. Vor der Anwendung musst du die betroffene Stelle für etwa fünf bis zehn Minuten in lauwarmen Wasser einweichen. Danach kann die Salbe oder Creme auf und um die Warze herum verteilt werden. Zum Schluss deckst du die Stelle mit einem Pflaster ab. Diesen Vorgang wiederholst du etwa ein bis zwei Mal pro Woche. Nach einigen Wochen wirst du sehen, ob die Behandlung anschlägt.

Die unschlagbaren Vorteile bei Salicylsäure gegenüber anderen Arzneimitteln sind, dass sie sehr kostengünstig ist und gleichzeitig meistens besonders gut vertragen wird. Nur in einigen Fällen kann es zu Rötungen oder Hautirritationen kommen. In diesem Fall, aber auch generell zu deiner eigenen Absicherung, solltest du vorher mit deinem Arzt über die Behandlung sprechen.

Für eine strahlende Haut

Feststeht, dass Salicylsäure viele gesundheitliche Vorteile für deine Haut liefert. Dieser Effekt spielt sich jedoch nicht nur im Hintergrund ab, er ist auch sichtbar. Deine Haut wird strahlender und ebenmäßiger – einige Anwender berichten von einer deutlich frischeren Ausstrahlung. Mit Blick auf ihre Wirkungsweisen ist das auch gar nicht verwunderlich. Eine rasche Abschuppung und Zellerneuerung sind tatsächlich eher jugendliche Phänomene. Erst ab Mitte 20 lässt die Regeneration der Haut langsam nach, wodurch sich die ersten Falten durch das Gesicht ziehen und die Haut trockener wird. Salicylsäure aber hält diesen Prozess im Gange und regt im Alter schonend die Regeneration der Zellen an.

Risiken von Salicylsäure

Trotz ihrer gesundheitlichen Vorteile gibt es aber auch einige Dinge bei der Verwendung von Salicylsäure zu beachten, denn sie ist nicht ganz frei von Nebenwirkungen. Diese sind jedoch meistens die Ausnahme, im Regelfall wird Salicylsäure gut vertragen.

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Generell solltest du den Wirkstoff nie auf offenen Wunden anwenden, da er die Haut an dieser Stelle noch weiter reizen kann. Darüber hinaus musst du wissen, dass Salicylsäure mit einigen anderen Wirkstoffen wechselwirken kann. So kommt es zum Beispiel oft zu einer Wirkungs-Verstärkung mit anderen Substraten, die über die Haut aufgenommen wird. Dazu zählen Nikotinpflaster und Hormoncremes, aber auch eine Verstärkung des Wirkstoffs Methotrexat ist möglich. Dieses Mittel kommt häufig in der Behandlung von Krebs und Arthritis zum Einsatz. Eine Verstärkung kommt hier meist deshalb zustande, da der Abbau dieser Stoffe verzögert wird.

Allergie und Überdosierung

Es kann immer passieren, dass sich die Haut bei einer Behandlung rötet oder Irritationen auftreten. Auch eine Reizung der Schleimhäute ist möglich. Im schlimmsten Fall kann der Körper bei einer Salicylsäure-Anwendung allerdings mit einer Allergie reagieren oder gar mit einer Salicyl-Vergiftung. Deshalb solltest du bei ersten Anzeichen einen Arzt aufsuchen oder sicherheitshalber bereits im Vorfeld mit deinem Arzt sprechen. Wenn du allergisch auf Aspirin reagierst, solltest du Salicylsäure unbedingt vermeiden. Die beiden Wirkstoffe besitzen nämlich den gleichen chemischen Aufbau, weshalb eine Salicylsäure-Allergie bei dir ebenfalls wahrscheinlich sein könnte.

In den meisten Kosmetika überschreitet die Salicylsäure-Dosierung nie die Grenze von zwei Prozent. Alle höher dosierten Produkte sind apothekenpflichtig. Es kann zu einer Überdosierung des Wirkstoffes kommen, was sich in unangenehmen Symptomen wie etwa Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschlägen oder Schwindel äußert.

Sonnenempfindlichkeit der Haut

Zwar ist dies nicht direkt eine Nebenwirkung der Säure, dennoch sollte dir bewusst sein, dass deine Haut durch die Behandlung mit Salicylsäure empfindlicher gegenüber UV-Strahlen wird. Die obere Hautschichten werden schließlich abgetragen, wodurch die Haut an diesen Stellen dünner wird. Ein zusätzlicher Sonnenschutz ist daher in jedem Fall empfehlenswert. Was du vor der Anwendung einer Sonnencreme beachten solltest, erfährst du hier.

Salicylsäure in der Schwangerschaft

Salicylsäure in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit ist das Weidenrinden-Extrakt nicht schädlich und darf angewendet werden. Da der Wirkstoff allerdings in Blut und Gewebe übergehen kann, solltest du ihn nur sparsam und kleinflächig auftragen. Gerade in der Stillzeit solltest du Salicylsäure aber nicht an der Brust anwenden, um dem Säugling nicht zu schaden.

Auch bei Kindern und Jugendlichen ist Salicylsäure unbedenklich, allerdings sollte sie nicht verwendet werden, wenn das Kind an einer Virusinfektion leidet.

Salicylsäure kaufen

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Salicylsäure ist kein Geheimtipp mehr, daher kommt der Wirkstoff mittlerweile in vielen Kosmetika vor. Du kannst sie also in fast allen Drogeriemärkten kaufen. Hier brauchst du dich auch übrigens nicht vor einer möglichen Überdosierung zu sorgen, denn die erlaubte Höchstgrenze von Salicylsäure liegt nur bei zwei Prozent. Alles, was den Wert überschreitet, ist apothekenpflichtig.

Zur Behandlung bestimmter Hautkrankheiten kannst du Salicylsäure in Apotheken erwerben. Sie sind grundsätzlich nicht rezeptpflichtig, solange nicht andere Wirkstoffe beigemischt wurden, die ein Rezept erfordern.

Auf manchen Kosmetik-Produkten ist zwar angegeben, dass Salicylsäure enthalten ist, allerdings nicht, wie viel genau. Hier lohnt sich ein Blick in die Inhaltsstoffe: Steht sie ganz am Ende der Liste, kannst du von einer sehr geringen Dosierung ausgehen. Diese reicht in den meisten Fällen nicht aus, um die beschriebenen Effekte auf der Haut zu erzielen.

Salicylsäure-Creme

Salicylsäure-Creme für den Alltag

Salicylsäure ist ein beliebte Zutat in Kosmetika und Hautpflege-Produkten. Daher wirst du eine ganze Reihe an Cremes, Salben, Peelings und Gels finden, die den Wirkstoff beinhalten.

Eine gute Kaufoption ist auf jeden Fall die Salicylsäure-Creme. Sie ist meistens für jeden Hauttyp geeignet, ist aber hauptsächlich empfehlenswert für Menschen mit einer unreinen und fettigen Haut. Wenn du planst, mit der Creme gezielt gegen Akne und Pickel vorzugehen, solltest du auch auf die anderen Inhaltsstoffe achten. Sie sollten so natürlich wie möglich sein und mit nur wenigen bis gar keinen Konservierungsstoffen auskommen. Während pflanzliche und ätherische Öle wie Teebaumöl oder Rosenöl eine zusätzliche Bereicherung für deine Haut darstellen, können dir Parabene oder Silikone schaden.

Für die optimale Anwendung reinigst du dein Gesicht vor dem Auftragen der Creme gründlich und wendest ein mildes Gesichtswasser an. Danach trägst du die Creme mit Salicylsäure auf und lässt sie gut einwirken, bevor du deine übliche Feuchtigkeitscreme oder dein Make-up benutzt. Am besten ist eine Anwendung am Morgen und am Abend.

Salicylsäure-Peeling

Ein Peeling mit Salicylsäure ist doppelt effektiv, da in ihr meist zusätzliche abschürfende Partikel enthalten sind. Dadurch werden abgestorbene Hautschüppchen noch besser entfernt. Im Ergebnis wirkt das Gesicht frischer und glatter. Generell ist ein Peeling, wenn nichts Genaues angegeben ist, für alle Hauttypen geeignet. Dennoch kann eine sehr empfindliche Haut hier schnell mit Rötungen und Irritationen reagieren.

Ein Peeling mit Salicylsäure ist nur dann wirklich effektiv, wenn die Konzentration der Säure mindestens ein Prozent des Gesamtinhalts ausmacht. Das Peeling kannst du etwa zwei bis vier Mal die Woche anwenden. Da es die Haut schnell reizen kann, wäre ein Peeling mit anderen milden und beruhigenden Wirkstoffen, wie etwa Süßholzwurzelextrakt oder Aloe Vera, sinnvoll.

Salicylsäure anwenden

So wendest du Salicylsäure richtig an

Salicylsäure ist mittlerweile ein üblicher Inhaltsstoff in der Kosmetikindustrie. Deshalb findest du sie in so ziemlich jeder Darreichungsform – von flüssigen Tinkturen bis zu cremigen Salben. Die Säure befindet sich auch in alltäglichen Tages- oder Feuchtigkeitscremes. Wofür du dich letztlich entscheidest, hängt ganz von deinem Hauttyp, deiner Vorliebe und dem Zweck der Anwendung ab. Eine Tagescreme mit Salicylsäure kannst du zum Beispiel täglich verwenden, dennoch solltest du beachten, dass eine Konzentration von zwei Prozent die Haut reizen kann. Besonders bei einer sehr trockenen Haut brauchst du also einen guten Feuchtigkeitsausgleich und unbedingt einen Sonnenschutz. Denn die Säure kann deine Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlen machen. Außerdem sollte die Salicylsäure niemals in direkter Augennähe verwendet werden, damit ihnen nicht geschadet wird.

Während Produkte mit höchstens zwei Prozent der Säure in Drogerien gekauft werden können, sind hochdosierte Arzneimittel nur in Apotheken zu finden. Diese solltest du auch nur kurzzeitig anwenden, wenn du zum Beispiel Warzen damit behandeln möchtest. Halte dich auf jeden Fall an die Angaben in der Packungsbeilage.

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