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Süßholzwurzel: 8 Wirkungen + 2 Risiken der gesunden Arzneipflanze

Seit dem Altertum ist das Naturheilmittel bekannt und doch heute noch immer unterschätzt: Die Süßholzwurzel. Die leckere Pflanze kennen wir vor allem aus Lakritzen, doch darüber hinaus wirkt sie gegen Erkältungen, Magengeschwüre und Entzündungen. Was die Süßholzwurzel noch alles bewirkt und wie du sie richtig anwendest, erfährst du hier.


Sie ist Arzneipflanze des Jahres 2012 und Bestandteil zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen, dennoch ist die Süßholzwurzel bei uns noch eher unbekannt. Hast du schon einmal Lakritze gegessen, bist auch du bereits in den Genuss der Süßholzwurzel gekommen. Alles über das Echte Süßholz erfährst du im Folgenden.

Wissenswertes über die Süßholzwurzel

Wissenswertes über die Süßholzwurzel

Das Echte Süßholz (Glycyrrhiza glabra) gehört zu den Schmetterlingsgewächsen und wächst überwiegend im Mittelmeergebiet und in Westasien. Die Pflanze zeichnet sich auf den ersten Blick durch ihre zarten blass-lila bis blau-violett gefärbten Blüten aus. Die Staude wird bis zu zwei Meter hoch, doch Verwendung findet die Pflanze als solche nicht. Denn was das Süßholz so besonders macht, ist sein ausgedehntes und unterirdisches Wurzelsystem.

Die gelblichen, holzigen Wurzeln des Süßholz finden seit Jahrtausenden Anwendung in der Naturheilkunde. Besonders in der fernöstlichen, der traditionell-chinesischen Medizin, ist die Süßholzwurzel ein unverzichtbares und wichtiges Naturheilmittel. Doch was genau macht die Süßholzwurzel so besonders?

Eine erstaunliche Eigenschaft der Pflanze ist ihre natürliche Süße: Sie schmeckt bis zu 50-mal süßer als beispielsweise Rohrzucker. Grund dafür – wie übrigens auch für die meisten ihrer wertvollen Heilwirkungen – ist die Substanz Glycyrrhizin. Daher wird die Süßholzwurzel bei uns in Form eines eingedickten Wurzelsafts gerne zu Lakritzen weiterverarbeitet. Doch die Wurzeln des Echten Süßholz sind viel mehr als die Basis einer leckeren Süßigkeit. Die Pflanze ist nicht umsonst auch als Arzneidroge bekannt – sie war bereits Bestandteil zahlreicher Studien und wissenschaftlicher Untersuchungen. Heute wird die Süßholzwurzel gerne zu Heilzwecken und zu therapeutischen Zwecken genutzt.

Vielleicht kennst auch du das Sprichwort "Süßholz raspeln" – jemandem ein offenes und direktes Kompliment machen. Wie es zu diesem Sprichwort gekommen ist, weiß zwar niemand – doch die Süße und die vielen wertvollen Eigenschaften der Pflanze lassen einen gewissen Zusammenhang erahnen.

Wichtige Inhaltsstoffe der Süßholzwurzel

Die heilenden und gesunden Wirkungen der Echten Süßholz gehen nur auf ihre Wurzeln zurück. Im Gegensatz zu ihren Wurzeln besitzt die Pflanze an sich keine nennenswerten Wirkstoffe. In den Wurzeln aber konnten Forscher bereits über 400 verschiedene Inhaltsstoffe nachweisen – die Wirkungen der meisten von ihnen sind noch unbekannt. Einige andere dagegen sind bereits sehr gut erforscht.

Flavonoide: Flavonoide dienen Pflanzen eigentlich als Schutzmittel. Die Abwehrstoffe schützen diese vor schädlichen Umwelteinflüssen, Mikroorganismen und Schimmelpilzen. Doch auch im menschlichen Körper nehmen Flavonoide eine besondere Schutzfunktion ein. Die starken Antioxidantien schützen unseren Körper unter anderem vor Zellschäden und bekämpfen effektiv Entzündungen.

Coumarine: Dieser sekundäre Pflanzenstoff fungiert ebenso wie die Flavonoide als Antioxidans – nur nicht ganz so stark wie diese. Coumarine sind insbesondere durch ihren stark aromatischen und würzigen Duft bekannt und kommen in großen Mengen in Zimt vor.

Glycyrrhizin: Der wahrscheinlich wichtigste und interessanteste Inhaltsstoff der Süßholzwurzel ist das Glycyrrhizin. Molekular betrachtet ähnelt der Stoff den Steroidhormonen und wirkt im Körper sogar auf ähnliche Weise. So imitiert Glycyrrhizin unter anderem das entzündungshemmende Hormon Kortison. Diese Eigenschaft kommt insbesondere Menschen zugute, die unter einer Nebennierenerschöpfung leiden – hier sinkt der hauseigene Kortison-Spiegel immer weiter. Aber auch gesunde Menschen profitieren von dem Glycyrrhizin. Er animiert den Körper zwar nicht zu einer erhöhten Hormon-Ausschüttung, dafür reguliert er diese aber.

Wirkungen der gesunden Arzneipflanze

Sie ist nicht nur Bestandteil zahlreicher Untersuchungen, die Süßholzwurzel ist sogar bei einigen Erkrankungen bereits medizinisch anerkannt. So wirkt das gesunde Süßholz etwa antientzündlich und kommt besonders Menschen mit einer Gastritis zugute. Daneben wird die Süßholzwurzel gerne bei Erkältungen und Bronchitis eingesetzt, sowie bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes.

Bei Erkältungen und Bronchitis

Süßholzwurzel hilft bei Atemwegserkrankungen

Besonders gerne wird die Arzneipflanze zur Linderung der Symptome von Erkältungen und Bronchitis eingesetzt. Denn die Süßholzwurzel besitzt einige wertvolle Eigenschaften, die den Krankheitsverlauf durchaus positiv beeinflussen können. So unterstützen ihre antientzündlichen und schleimlösenden Wirkungen das Abhusten. Dafür verantwortlich sind die in der Süßholzwurzel enthaltenen Saponine. Sie regen die Bildung von dünnflüssigem Sekret in den Drüsenzellen an, wodurch der Schleim besser abgehustet werden kann.

Bei Magengeschwüren

Die gesunde Arzneipflanze kommt aber auch dem Magen zugute und unterstützt diesen bei der Heilung von Infektionen und Entzündungen. So besitzt besonders das Saponin Glycyrrhizin stark entzündungshemmende Eigenschaften, da es den Abbau des körpereigenen Hormons Kortison verlangsamt. So kann sich der Körper etwa bei einer Magenschleimhautentzündung oder bei Geschwüren des Magen- und Zwölffingerdarms schneller erholen.

Doch die gesunde Süßholzwurzel hilft auch bei unangenehmem Sodbrennen und bei anderen säurebedingten Beschwerden des Magens.

Zur Anregung der Nebennierenrinde

Darüber hinaus wird der süßen Heilpflanze eine belebende und vitalisierende Wirkung nachgesagt. Zurückzuführen sind diese Eigenschaften darauf, dass das Süßholz sowohl Kortison als auch die Wirkung von aktivierenden Stoffen wie Koffein nachahmt. Daher kann sich die Süßholzwurzel positiv auf deinen Wasserhaushalt, Zucker- und Salzhaushalt sowie auf deine Sexualhormone auswirken. Über den ganzen Tag verteilt wirkt die Süßholzwurzel belebend und gleichzeitig regulierend.

Gegen oxidativen Stress

Oxidativer Stress entsteht häufig durch einen übermäßigen Alkoholkonsum, Rauchen, Stress oder aber ein intensives Sonnenbad. Als oxidativen Stress bezeichnet man eine Stoffwechsellage, bei welcher vermehrt reaktive Sauerstoffverbindungen (ROS) gebildet werden. Diese Stoffe, auch als freie Radikale bekannt, sind derart reaktiv, dass sie gesunde Zellen im Körper schädigen können. Das wiederum kann zu chronisch entzündlichen Erkrankungen und sogenannten Wohlstandserkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Alzheimer führen.

Die süße Wurzel der Arzneipflanze steckt voller antioxidativ wirkender Inhaltsstoffe. Diese sind dafür bekannt, freie Radikale an der Zerstörung gesunder Zellen zu hindern. Dadurch schützt die gesunde Süßholzwurzel vor den Folgen von oxidativem Stress. Dennoch sollte dir immer bewusst sein, dass der beste Schutz vor oxidativem Stress ein bewusster Umgang mit Alkohol, Rauchen und Sonnenbaden ist.

Für eine gesteigerte Konzentration

Süßholzwurzel fördern die Gehirnleistung

Tatsächlich wird der Süßholzwurzel auch eine positive Auswirkung auf die Konzentration und die Gehirnleistung nachgesagt. Grund dafür soll der Neurotransmitter Acetylcholin sein: Dieser ist für die Übertragung von Nervenimpulsen auf das Herz verantwortlich. Darüber hinaus spielt Acetylcholin eine wichtige Rolle bei der Aufmerksamkeitserhöhung direkt nach dem Aufwachen, der Lernfähigkeit sowie der Bildung von Erinnerungen.

Der Süßholzwurzel wird deshalb ein positiver Effekt auf die Gedächtnisleistung nachgesagt, da die gesunde Pflanze den Abbau von Acetylcholin hemmt. So sorgt die süße Wurzel im Gehirn für einen erhöhten Spiegel dieses Transmitters.

Für gesunde Knochen

In der Kombination mit einem anderen Wirkstoff kann das gesunde Süßholz auch für starke und gesunde Knochen sorgen. In einer klinischen Studie erhielten 46 Frauen eine Kombination aus der Süßholzwurzel und dem Extrakt der Dimorphandra mollis. Sie mussten die Wirkstoffe zweimal täglich über 28 Tage hinweg einnehmen. Im Ergebnis war der Knochenabbau – die osteoklastischen Prozesse – gehemmt sowie der Knochenaufbau – die osteoblastischen Prozesse – gefördert. Grund für diese Wirkungen  könnte sein, dass die Süßholzwurzel knochenmorphogenetische Proteine stimuliert. Diese sind maßgeblich an den Prozessen des Knochenstoffwechsels beteiligt und unterstützen den Aufbau von Knorpel, Knochen, Sehnen und Bändern.

Für ein verringertes Schmerzempfinden

Die Süßholzwurzel wirkt darüber hinaus wie ein natürliches Schmerzmittel. Grund dafür ist ihre Nachahmung des Hormons Kortison, welches das natürliche Schmerzempfinden reduzieren kann. Die Süßholzwurzel simuliert das Hormon und sorgt so dafür, dass bestimmte Signale gehemmt werden.

Weitere Anwendungsgebiete

Das Süßholz ist eine besondere Pflanze, deren Wurzeln diverse gesundheitsfördernde Wirkungen besitzen. So versprechen diese nicht nur Linderung bei den bereits genannten Beschwerden und Krankheiten. Auch die nachfolgenden Krankheitsbilder kann die wirkungsvolle Arzneipflanze bessern.

Virale Effekte: Die Wurzel der Süßholz besitzt wichtige antivirale Eigenschaften. Besonders effizient wirkt die Pflanze bei dem humanen Respiratorischen Synzytial-Virus.

Chronische Müdigkeit: Die aktivierenden Wirkungen der Süßholzwurzel kommen nicht nur dem Gedächtnis und der Lernfähigkeit zugute. Die belebende Wirkung der Pflanze hat ebenso einen positiven Effekt auf Menschen, die unter chronischer Müdigkeit leiden.

Neurodermitis und Schuppenflechte: Diese Erkrankungen der Haut kann die Arzneipflanze ebenfalls lindern. Denn die Süßholzwurzel kann auch äußerlich als Extrakt angewendet werden und unterstützt so die Heilung von chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen.

Arteriosklerose: Bei dieser Erkrankungen kommt es zu einer übermäßigen Einlagerung von Cholesterin und anderen Fetten in den Blutgefäßen. Das wiederum kann zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems führen. Dank ihres hohen Gehalts an Antioxidantien und der Glyzirrhizinsäure wirkt sich die Süßholzwurzel positiv auf Arteriosklerose aus.

Bei niedrigem Blutdruck: Die Wirkstoffe der Süßholzwurzel wirken blutdrucksteigernd. Davon profitieren besonders diejenigen, die mit einem zu niedrigen Blutdruck zu kämpfen haben.

Bei Diabetes: Die Süßholzwurzel liefert zudem effektive Wirkstoffe gegen Diabetes. Die in ihnen enthaltenen Amorfrutinen wirken sowohl blutzuckersenkend als auch entzündungshemmend.

Risiken und Nebenwirkungen

Obwohl die Wurzeln der Süßholz enorm viele gesundheitliche Vorteile bieten, können sich bei einem erhöhten und langfristigen Konsum unerwünschte Nebenwirkungen einstellen. So imitieren die Wirkstoffe der Wurzel die körpereignen Hormone Kortison und Aldosteron. Auf Dauer kann dadurch dein Blutdruck steigen. Daher sollten Menschen, die ohnehin an Bluthochdruck oder Nierenproblemen leiden, auf eine Anwendung der Wurzel verzichten.

Wechselwirkungen

Risiken der Süßholzwurzel: Wechselwirkungen

Mitunter kann es passieren, dass sich bei einer langfristigen Süßholzwurzel-Anwendung ein Ungleichgewicht im Mineralhaushalt einstellt. Unter anderem halten die Wirkstoffe Wasser und Natrium auf, während sie für einen Verlust von Kalium sorgen.

Die Inhaltsstoffe der Süßholzwurzel können im Weiteren die Wirkungen bestimmter Medikamente und Präparate beeinflussen. Wegen ihrer simulierenden Wirkung trifft das unter anderem auf Präparate, die Kortison beinhalten, und Herzmittel zu.

In der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft solltest du auf den Verzehr der Süßholzwurzel verzichten. Zwar sind die genauen Wirkungen hier nicht bekannt, doch unter Umständen kann die Arzneipflanze giftig wirken. Grund dafür könnten etwa ihre steroidähnlichen Wirkungen sein.

Übrigens gilt das auch für den Verzehr von Lakritzen. So sollte die Süßigkeit nicht mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin auf 100 Gramm Lakritzen enthalten. Bei diesem Gehalt solltest du pro Tag nicht mehr als 50 Gramm der leckeren Süßigkeit naschen.

Süßholzwurzel anwenden

Die süßen Wurzeln der Arzneipflanze finden auf verschiedene Weisen Anwendung. So gibt es die Wurzeln getrocknet, geschält, ungeschält und geschnitten zu kaufen. Eine der beliebtesten Möglichkeiten, von den gesunden Wirkstoffen zu profitieren, ist die Zubereitung eines Tees.

Natürlich kannst du die Süßholzwurzel auch in Form von Lakritzen zu dir nehmen. Da die Süßigkeiten in der Regel jedoch viel raffinierten Zucker beinhalten und mit anderen Zusatzstoffen versehen sind, wirken sie nicht ganz so gesund wie die pure Version.

Süßholzwurzel-Tee selbst machen

Süßholzwurzel-Tee selbst machen

Alles was du für einen leckeren und gesunden Tee brauchst, ist ein halber Teelöffel fein geschnittener Süßholzwurzeln und eine Tasse kochendes Wasser. Lasse die Wurzel 15 bis 20 Minuten im heißen Wasser ziehen und filtere anschließend die Pflanzenteile heraus.

Du solltest eine Tagesdosis von zehn Gramm nicht überschreiten und kannst dir mehrmals täglich einen Tee zubereiten. Für eine verstärkende positive Wirkung kannst du dem Tee zum Beispiel Kurkuma, Ingwer oder Grüntee hinzufügen.

Süßholz-Sirup

Eine ebenfalls leckere und gesunde Variante der Süßholzwurzel ist der Sirup. Besonders bei Erkrankungen der Atemwege, bei Magen-Darm-Geschwüren und Gastritis entfaltet der Sirup seine positiven Eigenschaften. Dafür löst du ihn einfach in 100 Milliliter heißem Wasser auf. Hier solltest du eine Tagesdosis von drei Gramm keinesfalls überschreiten. Setzt du die Süßholzwurzel gezielt bei Erkältungen und Infekten der Atemwege ein, liegt die Höchstgrenze sogar bei nur einem Gramm.

Süßholzwurzel kaufen

Die Anwendung mit der gesunden Pflanze wird immer beliebter. Kein Wunder also, dass sie mittlerweile vermehrt in Kapseln, Präparaten und Tropfen steckt. Du kannst die Süßholzwurzel unter anderem in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder online erwerben. Die Extrakte der gesunden Wurzeln stecken in immer mehr Kapseln, Tabletten und Tropfen und können auch mit anderen Wirkstoffen – vor allem mit anderen Naturheilmitteln – gemischt sein.

Dennoch solltest du dir immer gründlich die Packungsbeilage durchlesen, um Risiken und Nebenwirkungen zu vermeiden. Bei Vorerkrankungen oder Unsicherheiten solltest du zudem eine Anwendung unbedingt mit deinem Arzt oder Apotheker absprechen.

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