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Weihrauch: 7 Wirkungen und 6 Anwendungen der Heilpflanze

Bei Weihrauch denken die meisten wohl an den Duft in katholischen Kirchen oder die Heiligen Drei Könige. Weihrauch ist aber viel mehr als das. Als Heilpflanze besitzt Weihrauch vor allem im Orient eine jahrtausendelange Tradition. Und auch in der westlichen Welt wird er als Heilmittel immer populärer. Wir verraten dir, wofür Weihrauch gut ist und wie Du ihn richtig anwendest.

Wissenswertes über Weihrauch

Bei Weihrauch handelt es sich um das Harz des so genannten Weihrauchbaumes. Gewonnen wird es durch kleine Einschnitte in die Baumrinde. Das Harz tritt dann zunächst in milchiger Form aus der Rinde aus. An der Luft trocknet es und erhärtet sich zu gelb-bräunliche Klumpen. Die Weihrauchklümpchen sind beinahe geruchlos. Erst bei der Verbrennung entsteht der typische Dampf und Duft. Auch dieser Dampf beziehungsweise Rauch wird häufig als Weihrauch bezeichnet.

Herkunft der Heilpflanze

Herkunft von Weihrauch

Der Weihrauchbaum (lateinisch Boswellia) wächst nur auf sehr trockenen Böden und wird bis zu 7 Meter hoch. Er gehört zu der Gruppe der Balsambaumgewächse. Unterschiedliche Arten des Weihrauchbaumes finden sich im Osten Afrikas (lateinisch Boswellia carteri), dem Süden der arabischen Halbinsel (lateinisch Boswellia sacra) und Indien (lateinisch Boswellia serrata). In der Antike und der frühen Neuzeit war Weihrauch ein ähnlich kostbares Gut wie Gold. Grund dafür waren die vergleichsweise komplizierte Gewinnung und die für damalige Verhältnisse langen Handelswege, auf denen der Weihrauch geliefert wurde. Es ist also nicht verwunderlich, dass Weihrauch in der biblischen Überlieferung neben Gold und Myrrhe als eines der Geschenke für des frisch geborene Jesuskind genannt wird.

Geschichte der Heilpflanze

Von jeher wurde Weihrauch in spirituellen Handlungen verwendet. Aufgrund des aromatischen Duftes, der bei der Verbrennung entsteht, wurde es gerne als Räuchermittel verwendet. Die alten Ägypter gebrauchten es sogar bei der Einbalsamierung und Mumifizierung verstorbener herausragender Persönlichkeiten. In der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche wird das Verbrennen von Weihrauch bis heute in der Heiligen Messe praktiziert.

Auch die Wirkung von Weihrauch als Heilmittel ist seit Jahrtausenden bekannt. Überlieferte Schriftstücke verschiedener Epochen und Kulturkreise ermöglichen eine Rekonstruktion damaliger Anwendungsbereiche und -formen. Sowohl die innere als auch die äußere Anwendung war bekannt.

Besonders verbreitet ist die Pflanze in der aus Indien stammenden ayurvedischen Heilkunde, die mit dem Harz des in Indien wachsenden Weihrauchbaumes (Boswellia serrata) arbeiten. Die ayurvedischen Lehren werden auch in der westlichen Welt seit einiger Zeit immer populärer. So erhält der Weihrauch Einzug in verschiedensten alternativmedizinischen Methoden und Therapieansätzen.

Wirkung von Weihrauch: 7 Anwendungsbereiche

7 Wirkungen von Weihrauch

Weihrauch ist in der EU nicht als Arzneimittel zugelassen, weshalb es auch in Deutschland nur in Form von Nahrungsergänzungsmitteln erhältlich ist. Allerdings ist die Wirksamkeit einer Behandlung mit Weihrauch schon lange mehr als reine Spekulation. Zahlreiche Studien belegen seine Effizienz. Das Europäischen Arzneibuch empfiehlt Weihrauch zur Behandlung Rheumatischer Erkrankungen und chronischen Darmbeschwerden.

In der klassischen westlichen Schulmedizin ist Weihrauch als medizinisches Produkt jedoch noch nicht angekommen. Ob sich das in den nächsten Jahren ändert, bleibt abzuwarten. Immer mehr Alternativ-Mediziner setzen auf die Wirkungskraft der Heilpflanze. In der Regel wird das Harz vom Indischen Weihrauch (Olibanum indicum) verwendet. Dieser enthält ätherische Öle und als wichtigste Wirksubstanz so genannte Boswellia-Säuren.

Bei Entzündungen

Dass Weihrauch bei Entzündungen eingesetzt werden kann, wussten schon die alten Ägypter. Der Grund dafür: Die im Weihrauch enthaltenen Boswellia-Säuren wirken entzündungshemmend. Sie bekämpfen die so genannte 5-Lipoxygenase, ein Enzym, das maßgeblich an der Entzündungsbildung beteiligt ist. Die entzündungshemmende Wirkung wird durch zahlreiche Studien unter anderem der Universitäten Münster und Jena belegt.

Entzündungen können äußerlich auftreten, in Form von kleineren Wunden und Verletzungen. In diesem Fall empfiehlt sich eine äußere Anwendung mit einer Weihrauch-Salbe (Näheres zu den Anwendungsformen weiter unten). Verletzungen treten aber häufig auch innerlich auf, an Gelenken, Knochen oder Schleimhäuten. Auch hier weisen verschiedene Studien eine Wirkung von Weihrauch nach. Bei schwerwiegenderen Entzündungen oder wenn nach mehreren Tagen eine Besserung durch die Behandlung mit Weihrauch ausbleibt, sollte jedoch in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Da Entzündungsherde häufig die Ursache für die unterschiedlichsten Erkrankungen sind, spielt die entzündungshemmende Wirkung auch in Bezug auf viele andere Anwendungsbereiche eine Rolle.

Bei Gelenkschmerzen

Weihrauch bei Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen kennt fast jeder. Besonders anfällig sind die Knie, die Füße und Schultern. Es gibt verschiedene Ursachen für Gelenkproblemen. Tabakkonsum, falsche Ernährung, ein Mangel an Bewegung, aber auch genetische Veranlagung oder das Alter können Gelenkprobleme hervorrufen.

In den meisten Fällen ist eine Abnutzung der Gelenke Ursache für die Probleme. Diese Abnutzungserscheinung ist unter der Bezeichnung Arthrose bekannt. Abnutzungen treten bei Überlastung der Gelenke zum Beispiel bei übermäßigem Sport oder falscher Belastung auf. Neben der entzündungshemmenden Wirkung von Weihrauch besitzt es auch schmerzstillende Kräfte. So kann es bei der Arthrose eingesetzt werden, auch wenn die Ursache durch Weihrauch nicht bekämpft werden kann.

Im Gegensatz zu Medikamenten wie Aspirin oder Ibuprofen, die meist als Schmerzstiller bei Arthrose eingesetzt werden, treten bei der Behandlung mit Weihrauch jedoch nur sehr selten Nebenwirkungen auf. In wenigen Fällen kann es bei der inneren Anwendung mit Weihrauchkapseln kurzzeitig zu Magenbeschwerden kommen.

Neben der Arthrose ist die Arthritis eine weit verbreitete Gelenkproblematik. Die Schmerzen, die bei einer Arthritis entstehen, sind auf eine akute Entzündung im Gelenk zurückzuführen. Hier kann Weihrauch aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung wahre Wunder bewirken. Im Gegensatz zu einfachen Schmerzmitteln bekämpft es nicht nur das Problem, sondern geht die Ursache direkt an. Die Entzündung wird abgeschwächt und der Schmerz dadurch gelindert.

Auch hier gilt jedoch: Eine Behandlung mit Weihrauch kann keine professionelle medizinische Beratung ersetzen. Langwierige oder immer wieder auftretende Schmerzen sollten in jedem Fall in Absprache mit einem Arzt behandelt werden.

Bei Darmerkrankungen

Weihrauch bei Darmerkrankungen

Darmbeschwerden sind ein weit verbreitetes Problem. Bauchkrämpfe, Blähungen oder Verdauungsprobleme sind eine Folge, durch die der Alltag und allgemein die Lebensqualität stark beeinträchtigt wird. Die Gründe hierfür können unterschiedlicher Natur sein: Falsche Ernährung, Stress, übermäßiger Alkohol- oder Tabakkonsum. Da die klassische Schulmedizin hier nur in stark begrenztem Maß Hilfe leisten kann, greifen viele Betroffene auf alternative Methoden zurück.

Eine Behandlung mit Weihrauch stellt auch hier eine Möglichkeit dar. Zahlreiche Studien belegen eine positive Wirkung von Weihrauch auf den Verdauungstrakt. Der Grund dafür ist einfach: In vielen Fällen sind Darmbeschwerden auf kleine Entzündungen im Darm zurückzuführen. Wie bei äußeren Entzündungen kann Weihrauch sich auch hier positiv auf den Heilungsprozess auswirken.

Weihrauch kann die Beschwerden zwar lindern, ersetzt jedoch keine ausgewogene und gesunde Ernährung. Diese ist und bleibt die Basis einer guten Verdauung.

Bei Atemwegserkrankungen

Die positive Wirkung von Weihrauch auf die Atemwege ist schon lange bekannt. Bereits antike Ärzte wie Hippokrates wussten darum. Atemwegserkrankungen wie Asthma lassen sich größtenteils auf eine chronische Entzündung der Atemwege zurückführen. Hier kann der Wirkstoff Boswelliasäure wie bei anderen Entzündungen auch Abhilfe schaffen. Bei Atemwegserkrankungen empfiehlt sich die Inhalation von Weihrauchdampf. Dafür können Räucherstäbchen oder aber Weihrauchöl in einer Duftlampe verwendet werden.

Es wurden sowohl in den USA als auch in Europa bereits Studien durchgeführt, die die positive Auswirkung von Weihrauch auf Asthmapatienten zeigten. Dennoch gilt die tatsächliche Wirksamkeit von Weihrauch auch hier noch nicht als medizinisch gesichert.

Bei Multipler Sklerose

Bei Multipler Sklerose handelt es sich um eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems. MS lässt sich auf eine Fehlregulierung des Immunsystems zurückführen. Je nach den befallenen Nerven kann MS zu Sehstörungen, Schwindel, Zittern, Müdigkeit oder sogar Lähmungen führen. Bislang lässt sich die Multiple Sklerose mit Medikamenten zwar eindämmen jedoch nicht vollständig heilen.

Einzelne Studien deuten darauf hin, dass die im Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren die Bildung entzündungsfördernder Zellen verhindern und so den Krankheitsverlauf von MS aufhalten oder verlangsamen können. Es gibt auf dem Markt selbstverständlich konventionelle Medikamente, die eine ähnliche Wirkung versprechen. Die Behandlung wird jedoch in den meisten Fällen von starken Nebenwirkungen begleitet.

Weitere Studien der Wirksamkeit von Weihrauch auf Patienten mit MS sind geplant. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Behandlung auf der Basis von Weihrauch jedoch noch nicht möglich.

Bei Krebs

Ähnlich wie bei Multipler Sklerose gibt es Studien, die auf eine Wirksamkeit von Weihrauch bei Krebserkrankungen hinweisen. Schon seit mehreren Jahrzehnten wird die Wirkung von Weihrauch auf Tumorzellen erforscht, insbesondere bei Patienten mit Hirntumoren.

Wie bei Multipler Sklerose gilt jedoch auch hier: Es gibt keine gesicherten Angaben zu der Wirksamkeit der Boswelliasäuren auf Tumorzellen. Eine Therapie ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu verantworten.

Weihrauch als psychoaktive Droge

Weihrauch als psychoaktive Droge

Möglicherweise könnte Weihrauch in Zukunft sogar als Psychopharmaka eingesetzt werden. Bei Laborversuchen mit Mäusen wurde beobachtet, dass das Einatmen von Weihrauchdampf eine beruhigende Wirkung auf die Tiere ausübte. Sie verhielten sich weniger ängstlich und wirkten entspannter.

Studien aus Israel und den USA führen diese Wirkung auf den in Weihrauch enthaltenen Stoff Intensolacetat zurück. Dieser stimuliere im Gehirn den so genannten TRPV3-Rezeptor, was zu einer Entspannung der Nerven führe. Sollten sich diese Annahmen bewahrheiten, wäre eine Behandlung von unterschiedlichen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen durch den nebenwirkungsarmen Weihrauch möglich. Auch wenn die Wirkung bislang noch nicht an Menschen erforscht wurde, sind die ersten Ergebnisse vielversprechend. Weitere Studien sind in Planung.

Risiken bei der Behandlung mit Weihrauch

Bei Weihrauch handelt es sich um ein vergleichsweise risikoarmes Heilkraut. Es wird allerdings nicht immer in Reinform vermarktet. Bei der Einnahme beziehungsweise Anwendung von weihrauchhaltigen Präparaten sollte demnach immer genau auch auf die anderen Inhaltsstoffe geachtet werden.

Entstehung von Schadstoffen bei der Verbrennung

Entstehung von Schadstoffen bei der Verbrennung

Bei der Verbrennung von Weihrauch werden Stoffe freigesetzt, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Studien zeigen, dass in geräucherten Tempeln die Luftverschmutzung viel höher als an stark befahrenen Straßen und in etwa 40-Mal so hoch wie in Raucherwohnungen ist.

Diese Studien sind ernst zu nehmen. Die frappierenden Ergebnisse dürfen allerdings nicht dem Weihrauch an sich zugeschrieben werden. Bei der unvollständigen Verbrennung praktisch aller organischer Stoffe werden so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) freigesetzt. Viele dieser Stoffe stehen unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Im Rauch von Weihrauch wurde insbesondere eine hohe Konzentration des PAH Benzopyren festgestellt.

Die Räucherung eines Zimmers oder einer Wohnung mit Weihrauch ist also nur bedingt zu empfehlen. Bei der Einnahme oder der Verwendung einer Salbe besteht jedoch in dieser Hinsicht kein Risiko.

Mangel an gesicherten Erkenntnissen

Da es bislang nur vereinzelte Studien über die Wirkung von Weihrauch gibt, sollte eine Behandlung nur unter gewissen Bedingungen stattfinden.

Bei schwerwiegenderen Erkrankungen sollte Weihrauch immer nur in Ergänzung und nicht als Ersatz zu herkömmlichen Medikamenten verwendet werden. Eine Absprache mit einem Arzt ist bei einer solchen Erkrankung unerlässlich.

Auch wenn bislang bis auf leichte Magenbeschwerde keine Nebenwirkungen von Weihrauch bekannt sind, sollte bei der Einnahme genau auf mögliche Reaktionen geachtet werden und im Zweifel ein Arzt konsultiert werden.

Weihrauch kaufen: 6 Formen der Anwendung

Weihrauch kaufen

Weihrauchhaltige Präparate sind in Deutschland frei verkäuflich. Sie sind jedoch in Deutschland und der gesamten Europäischen Union nicht als Arzneimittel zugelassen. Eine Verschreibung durch Ärzte beziehungsweise eine Übernahme durch die Krankenkasse ist folglich nicht möglich.

Weihrauch als Salbe

Weihrauchsalben beziehungsweise -cremes sind in ausgewählten Apotheken, Drogeriemärkten oder online erhältlich. Die Salbe empfiehlt sich bei der Behandlung von äußerlichen Entzündungen oder Gelenkschmerzen. Die Salbe wird dabei nach Bedarf gleichmäßig auf die entzündete oder schmerzende Körperpartie gestrichen. Bei einer regelmäßigen Anwendung solltest du eine eindeutige Verbesserung deiner Beschwerden feststellen.

Natürlich kann die Weihrauchsalbe auch dann verwendet werden, wenn keine Entzündungen oder Schmerzen vorliegen. Es sind keine Beschwerden bekannt, die bei der Anwendung der Weihrauchsalbe auftreten können. Du kannst sie also auch so ohne Bedenken verwenden, ganz einfach, weil dir der Geruch gefällt.

Die Preise für Weihrauchsalben sind sehr unterschiedlich. Es gibt Salben auf dem Markt, die nur ein paar Euro kosten. Allerdings sollte hierbei immer genau auf die Inhaltsstoffe geachtet werden. Weihrauchsalbe ist nicht gleich Weihrauchsalbe. Bei sehr günstigen Produkten kommt der Weihrauchwirkstoff in den meisten Fällen nur in einer sehr geringen Dosierung vor. Auch heute noch ist Weihrauch ein wertvolles Gut.

Weihrauch als Kapsel oder Tablette

Weihrauch als Kapsel oder Tablette

Auch Weihrauchtabletten oder Kapseln können online, in ausgewählten Apotheken oder Drogeriemärkten erworben werden. Je nach Produkt und Beschwerde werden die Tabletten 1 bis 3 mal täglich mit ein wenig Wasser eingenommen. Empfohlen wird die Einnahme vor oder während der Mahlzeiten. Vor allem für die Behandlung von Darmbeschwerden oder Autoimmunerkrankungen empfiehlt sich diese Form der Einnahme. Auch bei Entzündungen oder Gelenkschmerzen kann die Einnahme einer Tablette zusätzlich oder alternativ zum Auftragen einer Salbe sinnvoll sein.

Auch hier gibt es preislich große Unterschiede. Da es kein zugelassenes Arzneimittel ist, werden die Kosten in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. In Ausnahmefällen können Privatrezepte ausgestellt werden. Für nähere Informationen wendest du dich am besten an deinen Hausarzt.

Weihrauch als Pulver

Weihrauchpulver findet man selten im regulären Handel, es kann jedoch online bestellt werden. Weihrauchpulver wird in der Regel oral eingenommen. Je nach Produkt wird die tägliche Menge von bis zu 5 Gramm empfohlen.

Das Pulver lässt sich gut mit ein wenig Flüssigkeit herunterschlucken. Für einen angenehmeren Geschmack kann das Pulver auch gut in Joghurt oder andere cremige Speisen eingerührt und dann verspeist werden.

Weihrauchpulver kann auch für die Weiterverarbeitung verwendet werden. Aus einfachem Hautpflegeöl und Weihrauchpulver lässt sich beispielsweise wunderbar selber ein Weihrauchöl herstellen. Auch die Weiterverarbeitung zu einer Creme ist möglich, jedoch etwas aufwendiger.

Zum Räuchern, das heißt zum Verbrennen eignet sich das Weihrauchpulver jedoch nicht!

Weihrauch als Öl

Weihrauchöl ist ein ätherisches Öl, das wie die meisten ätherischen Öle primär als Duftöl verwendet wird. Einfach ein paar Tropfen in eine Duftlampe und der Raum erfüllt sich mit einem wohlriechenden Weihrauchduft.

Aber auch zum Auftragen auf die Haut kann das Öl verwendet werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen ätherischen Ölen sind Reizwirkungen der Haut äußerst selten. Es kann also unverdünnt auf die jeweilige Stelle aufgetragen werden.

Das Öl kann auch oral eingenommen werden. Da es allerdings bei reinem Verzehr recht bitter schmeckt, ist zu empfehlen, das Pulver zu vermischen, beispielsweise mit einem Löffel Honig.

Weihrauchöl kann in Reformhäusern, ausgewählten Drogeriemärkten und online erworben werden. Die Preise differieren je nach Anteil des reinen Öles, das häufig in Kombination mit anderen Ölen verkauft wird. Bei Öl, das nicht zu 100% aus Weihrauch besteht, können bei äußerer Anwendung in einigen Fällen unerwartete Reizwirkungen auftreten. Eine orale Einnahme ist nur bei reinem Öl zu verantworten.

Weihrauch als Räucherstäbchen

Neben der Verwendung von Öl zur Verteilung des Weihraucharomas gibt es die Möglichkeit des Räucherns.

Die bekannteste und einfachste Möglichkeit zu räuchern besteht in der Verwendung von fertigen Räucherstäbchen mit Weihraucharoma. Die Räucherstäbchen sind in der Regel um die 20 cm lang und werden an einem Ende angezündet. Das andere Ende kann man wunderbar in einen kleinen Behälter mit Sand oder Erde stecken. Die Brenndauer von Räucherstäbchen ist sehr unterschiedlich. Auch wenn die Stäbchen in der Regel ruhig herunterbrennen, sollten Räucherstäbchen nicht ohne Anwesenheit einer Person brennen. Ähnlich wie das Öl sorgt auch die Verwendung von Räucherstäbchen schnell für ein Weihraucharoma im ganzen Raum. Viele Menschen empfinden den Duft als beruhigend oder konzentrationsfördernd.

Weihrauchharz

Daneben gibt es die Möglichkeit, das Weihrauchharz direkt zu räuchern. Das Harz gibt es in der Form von kleinen Klumpen zu kaufen. Diese eignen sich hervorragend zum Räuchern.

Am einfachsten geht mit Sicherheit das Räuchern in einem kleinen Gefäß über einem Teelicht (Stövchen). Einige Klumpen vom Harz werden in die Schale gelegt und das Teelicht darunter angezündet.

Es ist auch möglich, mit Kohle zu räuchern. Dazu benötigst du ein feuerfestes Gefäß und möglichst geruchsarme Kohle. Die Kohle wird in dem Gefäß angezündet und das Harz vorsichtig auf die Kohle gelegt. Damit du dich nicht verbrennst, eignet sich als Hilfsmittel hervorragend eine kleine Pinzette. Fertig.

Weihrauch selber anbauen

Weihrauch selber anbauen

Weihrauchpflanzen und -samen sind auf dem Markt sehr selten und dementsprechend teuer. Der Grund dafür sind die komplizierten Anbaubedingungen und die geringe Keimungsrate der Pflanzen. Dennoch gibt es die Möglichkeit, Weihrauchpflanzen zu erstehen. Und auch eine Aufzucht in unserem Klima ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich.

Häufig werden die Pflanzen als Bonsai verkauft. Die größte Schwierigkeit besteht dann darin, die Pflanze über die ersten Jahre zu bringen, die so genannte „Anzucht“ zu überstehen. Weihrauchbäume wachsen sehr langsam und reagieren sehr empfindlich auf klimatische und räumliche Veränderungen. Weihrauchbäume sind nicht kälteresistent, Temperaturen bei Tag unter 15 Grad sollten vermieden werden. Der Standort der Bäume muss warm und sonnig sein. Umtopfen sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

In unserem Klima kann der Baum nur im Topf kultiviert werden. Im Sommer kann und sollte der Baum im Freien stehen. Im Winter empfiehlt sich ein möglichst warmer und heller Ort im Haus. Die Pflanze wächst am besten auf sandigem und trockenem Boden. Für die Anzucht zuhause kann ein Gemisch aus Erde, Sand und einem mineralischen Substrat zu je gleichen Teilen verwendet werden. Es sollte sparsam gegossen werden.

Der Weihrauchbaum ist mit Sicherheit kein Baum für Botanik-Anfänger. Erfahrung und ein grüner Daumen sind unbedingt erforderlich. Wenn dir die Aufzucht aber gelingt, bist du im Besitz eines der seltensten und dazu wertvollsten Gewächse dieser Welt.

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