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Zinksalbe: 8 Anwendungsgebiete & 2 mögliche Risiken

Zinksalbe ist ein wirkungsvolles und altbewährtes Mittel zur Wundbehandlung. Mittlerweile gibt es vielfältige Varianten. Bei welchen Leiden du die Salbe anwenden kannst und was du berücksichtigen solltest, erfährst du im Folgenden.


Zink ist nicht nur ein wichtiges Spurenelement, das dem Körper über die Nahrung zugeführt werden muss. Eingearbeitet in eine Salbe entfaltet Zink zahlreiche wertvolle Wirkungen auf der Haut. Wir klären dich über die genauen Wirkweisen der vielseitigen Salbe auf.

Zink als lebenswichtiger Mineralstoff

Zink als lebenswichtiger Mineralstoff

Obwohl Zink täglich nur in kleinen Mengen benötigt wird, ist es doch essentiell für die Aufrechterhaltung wichtiger Körperfunktionen. Der Mineralstoff ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. So kann weder die Zellteilung noch der Proteinstoffwechsel ohne das wichtige Spurenelement funktionieren. Auch für die Hormonproduktion ist Zink überaus wichtig, beispielsweise für die Produktion von Insulin, das Zucker aus der Nahrung in die Zellen transportiert und dort für Energie sorgt.

Allgemein wirkt der Mineralstoff antioxidativ. Er hilft bei der Bekämpfung sogenannter freier Radikale, die die Zellen angreifen und schädigen können. So kann "oxidativer Stress" in der Zelle entstehen, der sie vorzeitig altern oder nachteilig verändern lässt. Mutationen, Geschwüre und sogar Krebs können die Folge sein. Zusammen mit Vitamin C und Vitamin E kann Zink die Immunabwehr stärken und Zellschädigungen entgegen wirken.

Was Zinksalbe genau ist

Nicht nur innerlich sondern auch äußerlich angewendet geht Zink mit zahlreichen tollen Wirkungen für den Körper einher. Für die Anwendung auf der Haut wird der Mineralstoff in Form von Zinkoxid genutzt. Dies ist eine chemische Verbindung aus Zink und Sauerstoff, die ein feines, weißes Pulver bildet. So kann der Stoff sehr gut als eine Salbengrundlage eingearbeitet werden.

Zinkoxid eignet sich optimal zur Wundbehandlung, da es antiseptisch wirkt. Gleichzeitig trocknet es die Haut aus und ist darum besonders bei nässenden Hautstellen empfehlenswert, doch auch bei anderen Leiden kannst du von dem Wirkstoff profitieren. In Sonnenschutzmitteln wird Zinkoxid unter anderem zum Schutz gegen UV-B-Strahlen verwendet. Reine Zinksalbe ist jedoch nicht als Sonnenschutzmittel geeignet.

Neben seiner wundheilungsfördernden und antiseptischen Eigenschaften wirkt Zinksalbe auch adstringierend und sorptiv. Durch ihre adstringierende Wirkung sorgt Zinksalbe dafür, dass kleine Blutungen gestillt werden. Gleichzeitig wirkt sie leicht austrocknend und entzündungshemmend. Ihre sorptive Wirkung sorgt dafür, dass die Haut von Unreinheiten befreit und Feuchtigkeit gebunden wird.

Viele Zinksalben enthalten zehn Gramm Zinkoxid auf 100 Gramm Salbe. Zinkoxid bildet dabei den Hauptwirkstoff. Weitere Bestandteile sind beispielsweise Petrolatum, Wollwachsalkohole und Cetylstearylalkohol. Während Petrolatum und Wollwachsalkohole rückfettend wirken und die Haut geschmeidig halten, sorgt Cetylstearylalkohol für eine angenehme Textur. Darüber hinaus finden sich in einigen Zinksalben neben Zinkoxid auch einige andere aktive Wirkstoffe wie Teebaumöl. Diese Zinksalben eignen sich speziell zur Behandlung von unreiner Haut und Pickeln. Auch bei Hautpilzerkrankungen und Herpes können diese Salben hilfreich sein. Zur Wundbehandlung sollten sie jedoch nicht verwendet werden.

Die Zinksalbe kannst du mehrmals täglich auf die betroffene Hautstelle auftragen, bis sich Besserung einstellt. Am besten wirkt die Salbe, wenn du die sie mit einer Mullbinde abdeckst. Die meisten Zinksalben eignen sich für jede Altersgruppe und können auch bei Babys angewendet werden. Allerdings solltest du gerade bei Säuglingen und Kleinkindern aber auch bei Senioren auf eine präzise Dosierung der Salbe achten. Das Präparat solltest du kühl lagern.

Anwendungen von Zinksalbe

Anwendungen von Zinksalbe

Zinksalbe ist sehr vielseitig und lässt sich bei zahlreichen Beschwerden einsetzen. Du kannst sie sowohl im Einzelhandel als auch online erwerben. In Apotheken kann dich ein Fachmann beraten und dir die geeignete Zinksalbe für deine Beschwerden empfehlen, doch auch online findest du zahlreiche Erfahrungsberichte zu den verschiedenen Produkten und Anwendungsgebieten von Zinksalbe.

Als Wundheilsalbe

Zinksalbe ist vor allem aufgrund ihrer wundheilungsfördernden Eigenschaften ein beliebtes Arzneimittel. So kommt sie bei verschiedenen Verletzungen zum Einsatz. Schürfwunden und Verbrennungen können sehr gut mit dem Präparat behandelt werden. Besonders nässende Hautstellen können wegen ihrer adstringierenden und sorptiven Eigenschaften von der Anwendung einer Zinksalbe profitieren und schneller verheilen.

Die Anwendung einer Zinksalbe schützt die Wunden außerdem vor gefährlichen und schmerzhaften Entzündungen, da sie antiseptisch und entzündungshemmend wirkt. Zinkoxid geht gegen schädliche Bakterien und Krankheitserreger vor und schützt die Wunde somit vor dem Befall gefährlicher Keime. Allerdings solltest du die Salbe nicht direkt auf offene Wunden auftragen, sondern vor allem auf wunde Hautstellen, die jucken und nässen.

Zinksalbe gegen Pickel

Zinksalbe gegen Pickel

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden, antiseptischen und leicht austrocknenden Wirkung ist Zinksalbe auch optimal zur lokalen Behandlung von unreiner Haut und Pickeln geeignet. Du kannst sie ganz leicht in deine tägliche Pflegeroutine integrieren, indem du sie nach deiner Reinigung und Pflege einfach auf die betroffene Hautstelle aufträgst. Am besten wendest du die Salbe einmal täglich abends an, damit sie die ganze Nacht auf der betroffenen Hautstelle wirken kann. Manche Zinksalben kannst du auch dünn auf dem gesamten Gesicht auftragen. Dies solltest du jedoch zuvor mit deinem Dermatologen besprechen.

Einige Anti-Pickel-Cremes enthalten neben anderen hilfreichen Wirkstoffen auch Zinkoxid, um gegen unreine Haut vorzugehen. Regelmäßig angewendet kann Zink dabei helfen, die Talgdrüsenaktivität zu regulieren und so der Bildung neuer Pickel vorzubeugen. Gleichzeitig unterstützt es die Abheilung bereits entstandener Hautunreinheiten und kann sie schneller abklingen lassen. So kann sie außerdem einer möglichen Narbenbildung entgegen wirken.

Bei Windeldermatitis

Bei Windeldermatitis ist Zinksalbe ebenfalls ein nützlicher Helfer. Nicht ohne Grund befindet sie sich in nahezu jedem Haushalt, in dem Babys gewickelt werden. Zinksalbe schützt den wunden und geröteten Po und kann die Wundheilung fördern. Sie bindet Feuchtigkeit und verhindert so, dass die Haut aufweicht und einen Nährboden für Krankheitserreger bildet. Dies kommt sowohl nässenden Wunden zugute als auch Hautarealen, in denen sich Feuchtigkeit stauen kann wie in Hautfalten.

Genau dieses Phänomen begünstigt eine Bildung von Windeldermatitis, bei der ein Hautausschlag im Windelbereich entsteht. Die Hautstellen können zusätzlich von einem Pilz befallen sein. Die feuchte Wärme im Windelbereich begünstigt das Wachstum von Keimen und Bakterien, die die Haut reizen und Juckreiz auslösen können. Häufig sind Babys in ihren ersten Lebensmonaten betroffen, doch auch Menschen, die an einer Inkontinenz leiden und infolgedessen Windelhosen tragen, können von einer Windeldermatitis betroffen sein.

Bei Hautpilzerkrankungen

Zinksalbe kann zudem bei Hautpilzerkrankungen angewendet werden. Gerade deshalb ist sie auch bei einer Windeldermatitis ein beliebtes Mittel, da hier die Haut oft zusätzlich von einem Pilz befallen ist. Die Salbe wirkt antiseptisch und ist somit auch bei einem Pilzbefall wirksam. Eine Pilzinfektion kann nahezu überall am Körper auftreten. Dabei breiten sich verschiedene Pilze parasitär auf dem Körper aus. In vielen Fällen ist dies ungefährlich, sollte aber unbedingt behandelt werden. Mitunter kann sich eine Pilzerkrankung ausbilden, die gefährlich werden kann.

Oberflächliche Pilzinfektionen auf der Haut können sehr gut mit einer Zinksalbe behandelt werden. Die einzelnen Behandlungsschritte solltest du jedoch unbedingt mit einem Arzt oder Apotheker abklären.

Als Schrundensalbe

Zinksalbe als Schrundensalbe

Schrunden treten zumeist an der Fußsohle, genauer der Ferse, auf. Sie bezeichnen einen Hauteinriss, der tief in die Haut hineinreicht. Häufig ist eine sehr trockene Haut und eine starke Verhornung ursächlich für die Hautveränderung. Mitunter kann jedoch auch Kälte oder eine Hautkrankheit wie beispielsweise Neurodermitis die Bildung von Schrunden verursachen.

Die schmerzhafte Hautveränderung kannst du sehr gut mit einer Zinksalbe behandeln. Die Salbe schützt die Wunde vor schädlichen Keimen und unterstützt sie bei der Heilung. Die nässende, wunde Haut profitiert von den adstringierenden und sorptiven Eigenschaften der Salbe und kann so optimal verheilen.

Bei Herpes

Auch bei Herpes kann Zinksalbe eine schnelle Abheilung der lästigen Bläschen begünstigen. Durch ihre austrocknende Wirkung sorgt sie dafür, dass die in den Bläschen enthaltene Flüssigkeit nach außen gelangt. Die Bläschen können somit schneller abheilen. Gleichzeitig kann Zinksalbe aufgrund ihrer antiseptischen Wirkung möglichen Entzündungen vorbeugen und die Wundheilung fördern. Dafür sollte die Salbe punktuell auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden. Um die Ausbreitung der Viruserkrankung einzudämmen, sollten zusätzlich spezielle, antivirale Präparate zum Einsatz kommen.

Bei Hämorrhoiden

Obwohl Hämorrhoiden oft mit schmerzhaftem Jucken und Brennen in Verbindung gebracht werden, hat eigentlich jeder Mensch sie. Sie benennen die empfindliche Haut direkt um den After. Erst wenn sie vergrößert sind, machen sie Probleme. In leichten Schweregraden gehen sie dann mit Juckreiz, Brennen, Nässen und leichten Blutungen einher. Gerade dann kann Zinksalbe helfen. Die Salbe stoppt leichte Blutungen und ist optimal zur Behandlung nässender Hautstellen geeignet. Sie unterstützt die Heilung feiner Risse in der empfindlichen Haut und beugt Entzündungen vor. Halten die Beschwerden an, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Bei chronischen Hautausschlägen

Chronische Hautausschläge können ebenfalls sehr gut mit Zinksalbe behandelt werden, vor allem wenn der Hautausschlag mit Juckreiz und nässenden, geröteten Hautstellen einhergeht. Die Salbe kann die Heilung des Hautausschlags unterstützen, das Nässen eindämmen und die Haut vor schädlichen Bakterien und Keimen schützen.

Risiken von Zinksalbe

Risiken von Zinksalbe

Zinksalbe ist ein beliebtes Mittel gegen vielerlei Beschwerden und findet sich in zahlreichen Haushalten. Obwohl sie allgemein sehr verträglich ist, gibt es doch einige Nebenwirkungen und Risiken, die du bei der Anwendung von Zinksalbe bedenken solltest.

Ätzende Wirkung von Zinkchlorid

Zinkchlorid entsteht, wenn Zink oder Zinkoxid in Salzsäure gelöst werden. Der Stoff wirkt stark ätzend. Eine reine Anwendung von Zinksalbe ist im Bezug auf die ätzende Wirkung von Zinkchlorid jedoch unbedenklich, da in der Salbe ausschließlich das für medizinische Zwecke verwendete Zinkoxid Anwendung findet. Aufpassen solltest du jedoch vor Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln.

Hautreizungen

In einigen Fällen kommt es bei der Anwendung von Zinksalbe zu Hautreizungen wie einem leichten Brennen, Hautrötungen und Juckreiz. In schweren Fällen kann sich zudem ein Ekzem ausbilden. Sollte eine dieser Nebenwirkungen auftreten, solltest du dich umgehend an einen Arzt wenden. Grund für Hautreizungen können unter anderem die in der Zinksalbe enthaltenen Wollwachsalkohole und Cetylstearylalkohole sein.

Varianten von Zinksalbe

Varianten von Zinksalbe

Neben Zinksalbe gibt es noch einige zinkhaltige Varianten, die du ähnlich einsetzen kannst. Aufgrund ihrer andersartigen Konsistenzen sind sie für das ein oder andere Beschwerdebild besser geeignet.

Zinkpaste

Zinkpaste hat eine dickflüssigere Konsistenz und ist weitaus höher dosiert als herkömmliche Zinksalbe. Der Anteil an Zinkoxid liegt hier bei 25 Prozent und kann bei einigen Präparaten sogar noch darüber liegen. Weiterhin enthält sie zumeist Weizenstärke und Petrolatum. Im Gegensatz zu Zinksalbe zieht sie nicht in die Haut ein, sondern liegt auf der Haut und bildet so einen Schutzfilm. Sie zieht Flüssigkeit auf und eignet sich so hervorragend zur Anwendung bei einer Windeldermatitis, vor der sie auch vorbeugend schützen kann. Auch bei Herpes ist Zinkpaste eine hervorragende Alternative zu einer herkömmlichen Zinksalbe.

Zinkcreme

Zinkcremes sind weitaus weniger dickflüssig als Zinksalben oder gar Zinkpasten. Sie sind wasserhaltig und lassen sich somit sehr gut mit wasserlöslichen Wirkstoffen kombinieren, die in eine Zinksalbe nicht eingearbeitet werden können. Solch eine Creme lässt sich mitunter auch großflächiger als eine Zinksalbe anwenden und kann möglicherweise auf einer gesamten Hautpartie wie dem Gesicht oder den Händen aufgetragen werden. Eine solche Anwendung solltest du jedoch vorher mit einem Arzt besprechen. Aufgrund ihres hohen Wasseranteils lässt sie sich zudem leichter von der Haut entfernen als andere zinkhaltige Präparate.

Zinköl

Bei Zinkölen wird das Zinkoxid als Pulver mit einer Ölbasis wie Olivenöl vermischt. Du erhälst das Öl in der Apotheke und kannst es ähnlich wie einer Zinksalbe verwenden. Vor der Anwendung solltest du das Präparat gut schütteln, damit sich das unlösliche Zinkoxid in dem Öl verteilt. Genau wie andere zinkhaltige Präparate wirkt Zinköl austrocknend, adstringierend und antiseptisch. Aufgrund der Ölgrundlage bleibt die Haut während der Anwendung geschmeidig. Darum eignet sich das Öl besonders zur Anwendung bei Schrunden, zur Wundbehandlung, bei Ekzemen und bei einer Windeldermatitis.

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