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Arnika: 7 Wirkungen & 3 Anwendungen der Heilpflanze

Arnika: Wirkungen & Anwendungen

Die heutzutage allseits bekannte Arnika ist erst seit wenigen Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. Während andere Heilpflanzen schon in der Antike für medizinische Zwecke genutzt wurden, findet Arnika erst seit dem 17. Jahrhundert Anwendung. Wir klären dich über die Eigenschaften der wirkungsvollen Pflanze auf.

Wissenswertes über Arnika (Arnica montana)

Wissenswertes über Arnika (Arnica montana)

Arnika gehört wohl zu den bekanntesten Heilpflanzen und findet sich in zahlreichen Hautsalben und Körperölen. Besonders für äußerliche Anwendungen ist sie beliebt. In der Homöopathie wird sie auch innerlich angewendet, allerdings sollte man sie ausschließlich in Form von Globuli zu sich nehmen, da die Einnahme von Arnika mit zahlreichen Nebenwirkungen einhergehen kann.

Arnika ist eine krautige Giftpflanze, die zur Familie der Korbblütler gehört. Ihr botanischer Name lautet Arnica montana, der auf das Vorkommen der Pflanze anspielt. Diese wächst vor allem in Bergregionen. Dabei ist sie sowohl in Tälern als auch in Höhen von bis zu 2.800 Metern anzutreffen. Sie wird darum auch Bergwohlverleih genannt. Obwohl sie vor allem in den Alpen, den Pyrenäen, im Balkan und in Südskandinavien heimisch ist, ist sie in vielen Ländern Europas vom Aussterben bedroht. Das liegt nicht an ihrer nachhaltigen Beliebtheit sondern an der Zerstörung ihres Lebensraums.

Man erkennt die Heilpflanze an ihren leuchtend gelben Blüten. Diese duften aromatisch und können bis zu 60 Zentimeter in die Höhe wachsen. Die Arnikablüten blühen von Juni bis August. Nur dann können sie für medizinische Zwecke gepflückt werden, denn ausschließlich die Arnikablüten eignen sich für diesen Zweck. Da die Pflanze unter Naturschutz steht, ist das Pflücken der Pflanze verboten. Um sie als Arzneipflanze zu nutzen, wird sie in verschiedenen Teilen Europas angebaut.

Wirkungen von Arnika

Wirkungen von Arnika

Arnika hat entzündungshemmende, schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Eigenschaften. Das liegt an den besonderen Inhaltsstoffen der Pflanze. Dabei sticht vor allem der Stoff Sesquiterpenlactone hervor, der für die entzündungshemmende Wirkung der Arnika verantwortlich ist. Zudem kann er auch antimykotische Eigenschaften besitzen beziehungsweise hemmend bei Pilzbefall wirken. Die Sesquiterpenlactone können zu einem Anteil von bis zu 1,5 Prozent in der Pflanze enthalten sein. Fast 5.000 Stoffe können zu dieser Stoffgruppe gehören. In Arnika ist vor allem der Stoff Helenalin vertreten, der als natürlicher Entzündungshemmer bekannt ist. Allerdings ist der Stoff auch giftig.

Neben diesen für die Arnika typischen Stoffen gibt es weitere Stoffe, die ebenso in vielen anderen Heilpflanzen vorhanden sind. Dazu zählen Flavonoide und Cumarine, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen, sowie Gerbstoffe. Flavonoide sind Pflanzenfarbstoffe, die auf den Menschen mitunter antioxidativ, blutdrucksenkend und antibiotisch wirken können. Sie können somit den menschlichen Organismus unterstützen und körpereigene Abwehrkräfte mobilisieren. Das kann den Körper vor schwerwiegenden Krankheiten schützen. Cumarine haben entzündungshemmende Eigenschaften.

Auch Gerbstoffe haben medizinische Wirkungen. So können sie sowohl bei der Wundheilung als auch bei Magen- und Darmentzündungen hilfreich sein. Gerbstoffe haben eine adstringierende Wirkung, die es Bakterien und Pilzen schwerer macht, in geschädigtes Gewebe einzudringen. Zudem können sie schmerzlindernde Wirkungen haben und die Wundheilung beschleunigen. Sie bilden einen schützenden Film auf der Schleimhaut und können so die Heilung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum beschleunigen.

Bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden

Arnika bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden

Arnika kann bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden für Linderung sorgen. Im Falle von Arthrose wirkte es in einer Studie sogar schmerzlindernder als Ibuprofen-Gel. Arthrose ist eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, die mit der Abnutzung des Knorpels an den Gelenken einhergeht. In einem späteren Stadium können Entzündungen und Schwellungen an den Gelenken hinzukommen. Arnika kann durch seine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung die Symptome der Erkrankung positiv beeinflussen. Dabei kann sie durch ihre antioxidative Wirkung sogar Schädigungen durch entzündliche Prozesse abmildern. Allerdings zeigte Arnika im Vergleich zu Ibuprofen-Gel mehr Nebenwirkungen. Um diese Ergebnisse mit Sicherheit zu bestätigen, müssen allerdings noch größere Studien durchgeführt werden.

Bei Rheuma kann Arnika-Tinktur ebenfalls zu einer Verbesserung der Beschwerden führen. Sowohl die ESCOP als auch die Kommission E erkennen Arnika zur Behandlung von rheumatischen Beschwerden an.

ESCOP ist das Kürzel für European Scientific Cooperative on Phytotherapy. Sie wurde 1989 mit dem Ziel gegründet, einheitliche Bewertungskriterien für pflanzliche Arzneimittel in Europa zu schaffen. Der aktuelle Wissensstand wurde in der Vergangenheit in einzelnen Monographien veröffentlicht, die heutzutage auf der Website abrufbar sind. In ihnen findet man unter anderem Informationen über die Wirksamkeit und die Zubereitung der einzelnen Arzneipflanzen. Fachgesellschaften und Wissenschaftler aus ganz Europa engagieren sich in der ESCOP.

Die Kommission E trug in den Jahren zwischen 1983 und 1994 wissenschaftliches Material zu verschiedenen Arzneipflanzen zusammen. Dabei wurden sowohl die Anwendungsgebiete, die Wirkungen, Neben- und Wechselwirkungen als auch die Dosierung der getrockneten Pflanzen festgelegt. Heutzutage übernimmt die ESCOP diese Aufgabe.

Bei Blutergüssen und Verstauchungen

Bei Blutergüssen und Verstauchungen

Auch bei Blutergüssen und Verstauchungen kann Arnika hilfreich sein. Häufig wird die Pflanze auch zur Behandlung von Sportverletzungen genutzt. Dazu zählen neben Blutergüssen und Verstauchungen auch Prellungen und Quetschungen. Obwohl Arnika Muskelschäden nicht vermeiden kann, wirkt es doch schmerzlindernd und kann Blutergüsse schneller abklingen lassen. Es stärkt das Immunsystem des Körpers, wodurch Heilungsprozesse schneller vorangetrieben werden.

Bei Insektenstichen

Bei Insektenstichen kann Arnika ebenfalls zum Einsatz kommen, vor allem wenn daraus Entzündungen folgen. Es kann den Juckreiz lindern, der häufig mit Insektenstichen einhergeht. Salben und Gele können direkt auf den Stich aufgetragen werden und so Entzündungen vorbeugen. Auch bei bereits bestehenden Entzündungen kann Arnika durch ihre entzündungshemmenden Eigenschaften für eine Besserung der Symptome sorgen.

Bei Entzündungen der Mundschleimhaut

Neben Anwendungen auf der Haut kann Arnika auch auf der Schleimhaut Anwendung finden. Vor allem bei Entzündungen der Rachen- und Mundschleimhaut kann Arnika die Symptome lindern. Die ESCOP erkennt es auch zur medizinischen Anwendung bei Zahnfleischentzündungen und Aphten an. Ätherische Öle besitzen häufig Fähigkeiten, um Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze zu beseitigen, die häufig bei Mundschleimhautentzündungen beteiligt sind. Auch in Arnika ist ein wenig ätherisches Öl enthalten, das neben der sowieso schon entzündungshemmenden Wirkung der Arnika hilfreich sein kann. Zur Behandlung der Mundschleimhaut eignet sich vor allem Arnika-Tinktur.

Bei oberflächlichen Venenentzündungen

Die Kommision E erkennt Arnika auch zur medizinischen Anwendung bei oberflächlichen Venenentzündungen an. Dabei entstehen häufig Wassereinlagerungen, die schmerzhaft sind und die Belastbarkeit der Beine stark beeinträchtigen. Vor allem im Knöchel- und Wadenbereich können die Wassereinlagerungen für Schwellungen sorgen. Mithilfe von Arnika kann der Körper diese Wassereinlagerungen zurückbilden und gegen die Schmerzen angehen.

In der Homöopathie

In der Homöopathie wird Arnika gerne in Form von Globuli verwendet. Diese können bei verschiedenen Leiden Anwendung finden. Vor allem bei körperlichen Beschwerden nach einer Überanstrengung kann Arnika hilfreich sein, um die daraus resultierenden Symptome zu lindern. Das kann bei Blutungen, Entzündungen und zur Unterstützung der Wundheilung der Fall sein. Es kann außerdem zur Unterstützung schulmedizinischer Maßnahmen zum Einsatz kommen. Dann wird es unter anderem auch bei Bluthochdruck, Herzschwäche, Gicht und verschiedenen Entzündungen angewendet. Die Anwendungen sollten in diesen Fällen unbedingt mit einem Arzt besprochen werden.

Nebenwirkungen

Neben zahlreichen positiven Wirkungen von Arnika gibt es jedoch auch einige unschöne Nebenwirkungen, die von Arnika-Produkten ausgehen können. Arnika darf nur in Form von Globuli oral eingenommen werden, da Stoffe in der Pflanze wie Helenalin toxisch wirken können. Auch Tee aus Arnika sollte man vermeiden. Doch nicht nur innerlich sondern auch bei der äußerlichen Anwendung kann es zu starken Nebenwirkungen kommen. Obwohl die Pflanze in vielen Fällen auf der Haut für eine Besserung der Symptome sorgen kann, sollte man es niemals auf verletzter Haut anwenden. Auch bei längerer Anwendung kann es zu Nebenwirkungen wie Bläschenbildung und anderen Hautreaktionen kommen.

Arnika kann mitunter allergische Reaktionen auslösen, die sich in Juckreiz, Rötungen und Hautausschlag äußern können. Da sie zur Familie der Korbblütler gehört, sollte man bei Allergien gegen andere Korbblütler wie Ringelblumen auch Arnika meiden. Schwangere und stillende Mütter sollten die Anwendung von Arnika vermeiden. Auch bei Kindern unter 12 Jahren liegen noch nicht genug Kenntnisse über die Wirksamkeit der Pflanze vor.

Anwendung von Arnika

Arnika wird vor allem für äußerliche Anwendungen genutzt. Dabei kann man es sowohl als Salbe als auch als Gel und Tinktur anwenden. Produkte mit Arnika kann man in Apotheken und Drogeriemärkten erhalten. Auch getrocknete Blüten sind in Apotheken erhältlich. Aus diesen kann man Tinkturen und Umschläge selbst herstellen. Ein Teeaufguss sollte nur für äußerliche Anwendungen zubereitet und niemals eingenommen werden. Ausschließlich Globuli eignen sich zur innerlichen Einnahme von Arnika. Die entsprechende Dosierung sollte mit einem Arzt besprochen werden.

Arnika-Salbe und Gel

Arnika-Salbe und Gel kann man als Fertigarzneimittel in der Apotheke erhalten. In diesen Produkten sind häufig ölige Auszüge von Arnikablüten oder alkoholische Auszüge aus der gesamten Pflanze verarbeitet. Salbe oder Gel eignet sich vor allem zur Behandlung von Insektenstichen, Verstauchungen und Blutergüssen.

Arnika-Tinktur

Arnika-Tinktur eignet sich zur Behandlung vielerlei Beschwerden. Man kann sie in Apotheken erhalten oder mithilfe getrockneter Blüten ganz leicht selbst herstellen. Dazu nimmt man die getrockneten Arnikablüten und legt sie für 14 Tage in circa 200 Milliliter Alkohol ein. Hochwertigen Alkohol findet man in der Apotheke, allerdings eignen sich auch hochprozentige Varianten wie Wodka. Nachdem die Blüten zwei Wochen in dem Alkohol gelegen haben, filtert man sie aus der Flüssigkeit heraus. Die fertige Tinktur füllt man nun in eine gut gereinigte Flasche um. Lagern sollte man die Tinktur am besten an einem kühlen und dunklen Ort. Die Tinktur sollte vor der ersten Anwendung noch einmal mindestens zehn Tage stehen.

Arnika-Tinktur kann bei vielen Leiden eingesetzt werden. Vor der Anwendung sollte man die Tinktur mit Wasser verdünnen. Für Umschläge und Wickel sollte man die Tinktur dreifach mit Wasser verdünnen, für eine Mundspülung bei Entzündungen der Mundschleimhaut sollte man sie zehnfach mit Wasser verdünnen. Umschläge und Wickel mit Arnika-Tinktur eignen sich besonders bei Muskel- und Gelenkbeschwerden, Verstauchungen, Quetschungen und oberflächlichen Venenentzündungen. Statt der Tinktur kann für einen einfachen Umschlag auch ein Teeaufguss aus den getrockneten Blüten verwendet werden.

Arnika-Globuli und Kügelchen

Globuli sind kleine Streukügelchen, die sich für die innerliche Anwendung eignen. Sie kommen in der Homöopathie zum Einsatz und sind mit Wirkstoffen verschiedener Heilpflanzen angereichert. Es gibt sie in verschiedenen Potenzen beziehungsweise Verdünnungen und können so mehr oder minder stark wirken. In der Regel haben sie keine Nebenwirkungen. Im Fall von Arnika sind sie die einzige Verwendungsweise, die sich für die innerliche Anwendung eignet. So werden sie in der Homöopathie auch bei Beschwerden wie beispielsweise Herzschwäche und ähnlichen Leiden eingesetzt. Häufig begleiten sie schulmedizinische Maßnahmen. Die Anwendung von Globuli sollte zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden.

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