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Bockshornklee: 8 Wirkungen & 3 Verwendungen der Heilpflanze

Bockshornklee: Wirkungen & Anwendungen

Bockshornklee ist eine jahrtausendealte Pflanze, die heutzutage gerne als Heilpflanze verwendet wird. Das war jedoch nicht immer so, darum sind ihre Wirkungen noch immer nicht vollends bekannt. Wir erklären dir, was es mit dem Bockshornklee auf sich hat.

Wissenswertes über Bockshornklee

Wissenswertes über Bockshornklee

In Ländern wie Indien und China sind die heilenden Kräfte des Bockshornklees schon lange bekannt. In der Antike wuchs der Klee vor allem im Mittleren Osten und im Mittelmeerraum. Anwendung fand er allerdings auch im alten Ägypten und im Kaiserreich China. Erst im Mittelalter gelangte die Pflanze nach Mitteleuropa, wo die Benediktinermönche versuchten, sie in den Klostergärten anzubauen. Sowohl Karl der Große als auch der islamische Prophet Mohammed sollen um die Heilkraft des Bockshornklees gewusst haben. Doch erst durch den Naturheilkundler und Priester Sebastian Kneipp wurde seine Wirksamkeit in der Neuzeit bekannt.

Über die Jahrhunderte wurden dem Bockshornklee unterschiedliche Wirkungen nachgesagt. So soll er unter anderem bei der Geburtshilfe, bei Hautkrankheiten, bei Haarausfall, bei Menstruationsbeschwerden und bei Leberproblemen wirksam sein. Seine botanische Bezeichnung – Trigonella foenum-graecum – hat mehrere Bedeutungen. Sie spielt sie zum Einen auf die Form der Blüten an, denn Trigonella bedeutet soviel wie „die kleine Dreikantige“. Zum Anderen bezieht sie sich auf das Vorkommen der Pflanze. Die Bezeichnung foenum-graecum bedeutet übersetzt „griechisches Heu“ und spielt auf sein Vorkommen auf den Wiesen Griechenlands an. In der Sportlerszene ist der Klee vor allem unter seinem englischen Namen Fenugreek bekannt.

Der Klee kann bis zu 80 Zentimeter hoch wachsen und zeichnet sich durch seine kleeartigen Laubblätter aus. Diese können bis zu vier Zentimeter groß werden und sind elliptisch geformt. Meist wachsen drei Blätter an einem Stiel. Der Bockshornklee blüht von April bis Juli und bildet längliche Hülsenfrüchte, die von Juli bis September reifen und dem Klee ihren Namen geben. Die Früchte sind hornförmig. Oft erkennt man den Bockshornklee schon an seinem intensiven Geruch.

Wirkung des Bockshornklees

Bockshornklee – auch hilfreich bei Appetitlosigkeit

Bis heute sind nicht alle Wirkungen des Bockshornklees erforscht. Seine Wirkungen auf das Herz und bei verschiedenen Krebsarten müssen noch erforscht werden. Andere Wirkungen wurden bereits bestätigt. Die Kommission E erkannte Bockshornklee als Heilpflanze bei Appetitlosigkeit und bei Hautentzündungen an. Die ESCOP bestätigte seine Wirksamkeit bei Diabetes mellitus, bei Appetitlosigkeit und bei verschiedenen Hautentzündungen. Andere Wirkungen beruhen auf Erfahrungswerten.

Die ESCOP steht für die European Scientific Cooperative on Phythotherapy. Sie wurde im Jahr 1989 mit dem Ziel gegründet, Bewertungskriterien für pflanzliche Arzneimittel in Europa zu vereinheitlichen. Dazu nutzt sie einzelne Monogaphien, in denen die ESCOP den aktuellen Wissensstand sowie die Wirksamkeit und Zubereitung einzelner Arzneipflanzen veröffentlicht. Zu den Mitgliedern zählen Fachgesellschaften und Wissenschaftler aus dem europäischen Raum.

Die Kommission E wertete von 1983 bis 1994 verschiedene Studien für das damalige Bundesgesundheitsamt aus. Dadurch sollten die Risiken und Nutzen der Pflanzen zusammengetragen werden. Mit den Ergebnissen wurden unter anderem die Anwendungsgebiete, die empfohlene Dosierung der getrockneten Pflanzenteile, Wirkungen und Wechselwirkungen veröffentlicht.

Beim Stillen

Bockshornkleesamen eignen sich als Nahrungsergänzungsmittel, wenn Probleme beim Stillen auftreten. Müttern, die Probleme mit der Milchbildung haben, wird mitunter geraten auf die Samen des Bockshornklees zurückzugreifen. Wissenschaftlich erwiesen ist ein positiver Effekt auf die Milchbildung bisher nicht, dennoch gibt es einige positive Erfahrungsberichte. Die Einnahme von Bockshornkleesamen während der Stillzeit sollte mit einem Arzt besprochen werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Seine milchtreibende Wirkung soll der Bockshornklee durch sogenannte Phythoöstrogene erhalten. Dies sind pflanzliche Hormone, die dem menschlichen Hormon Östrogen ähnlich sind. Dadurch können sie die Hormonbildung im Körper beeinflussen und die Bildung von Östrogen und Prolaktin begünstigen. Ein Mangel an diesen Hormonen kann in der Stillzeit zu Problemen mit der Milchproduktion führen. Bockshornkleesamen können diesem Hormonungleichgewicht entgegen wirken und so bei hormonell bedingten Stillproblemen für Besserung sorgen. Haben die Probleme bei der Milchproduktion eine andere Ursachen, können Bockshornkleesamen nicht helfen.

Bei Untergewicht

Auch bei Untergewicht und Appetitlosigkeit findet Bockshornklee Anwendung. Bockshornklee soll appetitanregend wirken. Die enthaltenen Bitterstoffe können den Fluss von Magensäften fördern und so das Appetitempfinden fördern. Hilfreich ist dies vor allem bei Älteren und Menschen, die an Essstörungen leiden. Besonders die Bockshornkleesamen eignen sich für den Verzehr. In einigen Ländern werden sie als Stärkungsmittel verwendet und Kindern zur Kräftigung gegeben. Jegliche Verwendung von Bockshornkleesamen bei Untergewicht sollte zuvor mit einem Arzt besprochen werden.

Bei Diabetes mellitus

Bockshornklee kann innerlich zur Unterstützung bei Diabetes mellitus angewendet werden. In der traditionellen Medizin Chinas, Indiens und der arabischen Länder wird die Pflanze schon lange als Mittel bei Diabetes mellitus genutzt. Bockshornklee kann positiv auf den Blutzuckerspiegel und auch auf die Blutfettwerte wirken. Das zeigte eine Studie mit Ratten. In dieser Studie wurden die erkrankten Ratten über Wochen mit einer Aminosäure (4-Hydoxy-Isoleucin) aus dem Bockshornklee behandelt. Dies sorgte dafür, dass sich die Blutzuckerwerte bei den Tieren fast halbierten. Die Aminosäure soll dabei Insulin unabhängig wirken. Alle Blutfette außer Cholesterin konnten ebenfalls reduziert werden. Da die Studie nur mit wenigen Tieren und unter Laborbedingungen stattfand, können die Ergebnisse nur einen Anhaltspunkt für weitere Forschungen bilden und noch nicht auf den Menschen übertragen werden.

Bei Hautentzündungen

Bockshornsamenbrei wird zur äußerlichen Anwendung bei Hautentzündungen, Furunkeln, Ekzemen und Geschwüren verwendet. Grund dafür ist der Stoff Diosgenin, der natürlich in Bockshornkleesamen vorkommt. Dieser wirkt entzündungshemmend und mitunter sogar schmerzlindernd. Zudem kann der Brei kühlend auf die entzündeten Stellen wirken. Die Schleimhäute profitieren ebenfalls von den schützenden Eigenschaften des Bockshornklees. Das liegt an den enthaltenen Schleimstoffen, die einen schützenden Film auf gereizten Schleimhäuten bilden können. Das kann sowohl bei Hals- und Mundschleimhautentzündungen als auch bei Darmerkrankungen hilfreich sein.

Bei Haarausfall

Bockshornklee bei Haarausfall

Schon seit Jahrhunderten nutzt man Bockshornklee bei Haarausfall. Wissenschaftliche Studien gibt es zu diesem Thema bisher nicht. Da ein gesunder Haarwuchs jedoch stark mit einer gesunden Ernährung zusammenhängt, vermutet man, dass die Zusammensetzung der Bockshornkleesamen mit ihren Vitaminen und Phythoöstrogenen optimale Inhaltsstoffe für den Haarwuchs liefern. Doch nicht nur als Nahrungsmittel sondern auch als Aufguss oder Paste kann Bockshornklee die Haargesundheit fördern. Dazu schüttet man Bockshornkleesamenpulver mit Wasser auf und mischt eventuell noch Kokosöl bei. Diese Mischung lässt man nun einige Minuten in die Kopfhaut einwirken. Die entzündungshemmende Wirkung des Bockshornklees kann zudem entzündete Hautstellen an der Kopfhaut und Schuppen therapieren.

Als Hustenmittel

In einigen Fällen wird Bockshornklee auch als Hustenmittel eingesetzt. Besonders Tee aus Bockshornklee eignet sich zu diesem Zweck. Die in Bockshornkleesamen enthaltenen Schleimstoffe können bei Entzündungen der oberen Atemwege die gereizten Schleimhäute schützen. Die Samen bestehen bis zu 30 Prozent aus Schleimstoffen und eignen sich darum besonders gut als Schutzschicht für die empfindlichen Schleimhäute. So können die Samen auch bei Atemwegs-, Nasennebenhöhlenentzündungen, Halsschmerzen und sogar bei Bronchitis unterstützend eingesetzt werden.

Als Aphrodisiakum und für Sportler

Aufgrund der enthaltenen Phythohormone soll Bockshornklee potenzsteigernd wirken und die Libido fördern können. In der traditionellen Volksmedizin wird die Pflanze schon lange bei Impotenz eingesetzt. Wissenschaftler fanden heraus, dass Bockshornkleeextrakt die Testosteronwerte im Blut steigern kann. Einen klaren Beweis gibt es bisher jedoch nicht.

Diese Erkenntnis ist auch für Sportler interessant, in deren Kreisen Bockshornklee vor allem unter seinem englischen Namen Fenugreek bekannt ist. Eine regelmäßige Einnahme von Fenugreek-Extrakt sorgte in einer Studie dafür, dass die Menge an Testosteron um 26 Prozent anstieg. Gleichzeitig soll die Umwandlung von Testosteron in Östradiol gehemmt werden. Das sorgt dafür, dass Fett schneller abgebaut wird und der Körperfettanteil sinkt. Das ist vor allem für Bodybuilder interessant.

Nebenwirkungen

Neben vielen guten Eigenschaften können bei der innerlichen und äußerlichen Anwendung von Bockshornklee auch einige Nebenwirkungen auftreten. Es sind bereits Fälle von Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen aufgetreten. Bei der innerlichen Anwendung kann es zudem zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Diabetiker müssen besonders aufpassen, da Bockshornsamen mitunter den Blutdruck senken können. Sie sollten ihre Blutzuckerwerte daher im Auge behalten. Während der Schwangerschaft sollte man besser auf Bockshornkleesamen verzichten, da sie auf den natürlichen Hormonhaushalt wirken können. Vor der Anwendung für medizinische Zwecke sollte in jedem Fall ein Arzt zur Rate gezogen werden.

Bockshornklee kaufen

Bockshornklee kaufen

Bockshornklee kann man in verschiedenen Ausführungen in Apotheken, Drogeriemärkten und auch online erhalten. Die Samen kann man sowohl in ihrer natürlichen Form als auch gemahlen erwerben. Diese kann man zu Tee weiterverarbeiten. Auch als Kapseln ist Bockshornklee beliebt. So nimmt man die wirkungsvollen Inhaltsstoffe der Pflanze ganz leicht zu sich und kann von deren Effekten profitieren. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei etwa sechs Gramm der getrockneten Pflanzenteile für Teeaufgüsse. Bei Fertigarzneimitteln sollte man die Dosierung der Packungsbeilage entnehmen oder seinen Arzt oder Apotheker befragen.

Einige Präparate aus Bockshornklee nennen sich aktivierter Bockshornklee. Bei diesen Präparaten wurden die Bockshornkleesamen mit einem speziellen thermischen Verfahren bearbeitet. Das soll die positiven Eigenschaften des Bockshornklees verstärken. Diese Präparate sollen besonders viel Niacin enthalten, das wichtig für das zentrale Nervensystem ist. Sie sollen unter anderem besonders gut für Haut und Haare sein.

Als Kapseln

Kapseln eignen sich zur innerlichen Anwendung von Bockshornklee. Als Nahrungsergänzungsmittel eignen sie sich beispielsweise für Sportler. Bei Halschmerzen und ähnlichen innerlichen Beschwerden greift man besser auf eine breiige Konsistenz aus den Samen zurück. Um auf Zusatzstoffe zu verzichten, sollte man auf Kapseln in Bioqualität zurückgreifen. Zu den einzelnen Präparaten kann man sich in der Apotheke beraten lassen. Auch online findet man viele Präparate in Kapselform.

Als Tee

Tee mit Bockshornklee wird meist aus den Samen hergestellt. Dazu gießt man die Samen mit kaltem Wasser auf und lässt sie mehrere Stunden einweichen. Danach kann man sie aufkochen und gibt die Flüssigkeit zum Schluss durch ein Sieb. Den fertigen Tee kann man beispielsweise mit Honig süßen. Tee eignet sich vor allem bei Husten und beim Stillen. Für einen wirkungsvollen Stilltee kannst du den Tee aus Bockshornklee mit Fenchel oder Anis ergänzen und ihn mehrmals täglich zu dir nehmen.

Als Öl

Bockshornklee ist auch als Öl erhältlich. Dies eignet sich vor allem zur Pflege entzündeter und empfindlicher Hautstellen. Man kann es sowohl für Umschläge als auch zur einfachen Pflege dieser Hautstellen verwenden. Auch bei Akne und Hautunreinheiten kann das Öl hilfreich sein. Das Öl wird aus den Samen des Bockshornklees hergestellt, die kalt gepresst werden. Wenn man sein eigenes Öl herstellen möchte, kann man dies mithilfe von Bockshornkleesamenpulver tun. Das Pulver wird einfach mit einem anderen hochwertigen Körperöl wie Mandel- oder Jojobaöl vermengt. Fertiges Öl findet man vor allem online in Form von ätherischem Öl. Von ätherischem Öl sollte man stets nur eine kleine Menge verwenden, um die Haut nicht zu reizen. Die Verwendung des ätherischen Öls auf entzündeten Hautstellen sollte darum mit einem Arzt besprochen werden.

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