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Brennnessel: 8 Wirkungen + 5 Anwendungen der Heilpflanze

Die Brennnessel gehört sicher nicht zu den beliebtesten Kräutern, bekannt ist sie nämlich vor allem wegen ihrer schmerz- und juckreizverursachenden Blätter. Dennoch ist sie ein wahres Wundermittel unter den Heilkräutern: Zahlreiche Beschwerden und Krankheitsbilder lassen sich durch das Kraut mildern. Wir erklären dir, was die Brennnessel bewirkt und wie sie angewendet werden kann.

Wissenswertes über Brennnessel

Wissenswertes über Brennnessel

Bekannt ist die Brennnessel vor allem wegen ihrer Eigenschaft, bei Berührung schmerzhafte juckende Pusteln zu hinterlassen. Oft hört hier aber schon das Wissen um das Heilkraut auf. Den Wenigsten ist bewusst, dass die Brennnessel eine wahrhafte Nährstoffbombe ist. Das Besondere an der Brennnessel: Sie ist kein exotisches Gewächs. In Deutschland wächst sie überall in der Natur.

Die Brennnessel beziehungsweise Urtica dioica hat ihren Ursprung in Mitteleuropa. Hier findet man sie noch heute zahlreich an Waldrändern und in der Nähe von Teichen, Tümpeln und an Rändern anderer Gewässer.

Bereits im Mittelalter war man sich der heilenden Wirkungen der Brennnessel bewusst, denn angeblich ließen sich Menschen mit dem Heilkraut auspeitschen. Die Wirkungen der als „Nesselpeitschen“ bekannten Methode lassen sich heute deutlich schmerzfreier beschaffen: zum Beispiel in Form von Tabletten, als Zugabe in Tees oder durch schonendes Kochen und Gären.

Australische Brennnessel und Große Brennnessel

Es gibt circa 45 Arten der Brennnesselgewächse, wobei nicht alle von ihnen genießbar sind. Wie der Name schon sagt, ist die Australische Brennnessel vor allem in Australien beheimeitet. Sie gilt im Gegensatz zu der bei uns beheimateten Großen Brennnessel als besonders gefährlich. Eine Berührung mit der Pflanze kann ein schmerzhaftes Brennnen verursachen, das bis zu vier Stunden anhalten kann. Teilweise berichten Betroffene von tagelangen Schmerzen. Da diese Brennnesselart in nördlichen Gebieten nicht vorkommt, muss man sich hier nicht vor einer Verwechslung fürchten.

Warum brennen Brennnesseln bei Berührung?

Sicherlich ist das auch dir schon einmal passiert: Beim Anfassen einer Brennnessel zieht sich ein unangenehmer und brennender Schmerz durch die Hand. Schuld daran sind die sogenannten Brennhaare, die überall auf der Brennnessel wachsen. In den Brennhaaren befinden sich Säuren: die Kiesel- und Ameisensäure. Berührt man nun die Brennnessel, brechen diese schützenden Haare ab und bohren sich gleichzeitig in die Hand. Auf diese Weise gelangen die Säuren in die Haut und verursachen das unangenehme Brennen und Jucken.

Lagerung von Brennnesseln

Brennnesselblätter kannst du in herkömmlichen Supermärkten nicht als solche kaufen. Erhältlich sind diese in der Regel nur als Öle, Säfte oder höchstens als getrocknete Kräuter. Wenn du dir selbst einen Tee aus frischen Brennnesselblättern zubereiten möchtest, musst du dir diese selbst pflücken und entsprechend aufbewahren. Nach dem Ernten verwelken die Blätter recht schnell, daher solltest du sie noch am gleichen Tag zubereiten oder trocknen. Am besten bewahrst du sie an einem warmen, trockenen Ort auf. Getrocknete Blätter kannst in verschließbaren Gefäßen haltbar machen.

Heilende Inhaltsstoffe der Brennnessel

Heilende Inhaltsstoffe von Brennnessel

In den Blättern selbst, aber vor allem in den Samen und Wurzeln der Brennnessel befinden sich zahlreiche wichtige Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind der Grund dafür, weshalb die Brennnessel als Heilkraut wirkt und viele Beschwerden und Krankheitsbilder mildern und positiv beeinflussen kann. Zu den elementarsten Inhaltsstoffen zählen: die Mineralstoffe Kalzium, Kalium und Eisen, wichtige B-Vitamine, Vitamin C und K, sowie Kieselsäure und Carotinoide.

Daneben konnte bewiesen werden, dass in Brennnesseln pflanzliche Hormone stecken, die sich auch auf den menschlichen Organismus positiv auswirken. Weiterhin ist die Brennnessel besonders wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden wertvoll für unsere Gesundheit. Durch diese Zusammensetzung wirkt die Brennnessel entzündungshemmend, harntreibend und krampflösend.

Wirkungen der Brennnessel

Schon im Mittelalter war die Brennessel ein beliebtes Hausmittel bei vielen Krankheiten und Beschwerden. Dabei lässt sie sich sowohl äußerlich als auch innerlich anwenden. Anwendung fand die Brennnessel früher schon häufig bei Hundebissen, Beulen oder anderen Hautschwellungen. Dafür stellte man aus zerstoßenen Brennnesselblättern eine mit Salz vermischte Salbe her und trug diese äußerlich auf die Haut auf.

Harnwegserkrankungen

Brennnessel bei Harnwegserkrankungen

Die in der Brennnessel befindlichen Flavonoide, eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, fördern den Harnfluss und wirken somit stark wassertreibend. Der hohe Kaliumgehalt der Brennnessel sorgt gleichzeitig für einen basischen und verdünnten Urin. So sorgt die Brennnessel beispielsweise als Tee für höhere Harnausscheidungen und für eine Durchspülung der Harnwege. Damit werden effektiv Bakterien oder andere Giftstoffe aus dem Körper gespült.

Aber auch zur Vorbeugung von Nieren- und Blasensteinen zeigt die Brennnessel eine gute Wirkung. Diese bei der Ausscheidung schmerzhaften „Steine“ entstehen nämlich durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Blut. Die Harnsäure kristallisiert nach einiger Zeit und bildet schließlich die unangenehmen Nieren- und Blasensteine. Durch die entwässernde Wirkung der Brennnessel können diese nachweislich vermieden werden.

Um eine ausreichende Wirkung zu erzielen, musst du über einen längeren Zeitraum Brennnesselsaft oder -tee trinken. Die Faustregel lautet hierbei: 30 Tage lang ein großes Glas oder eine große Tasse vor jeder Mahlzeit.

Prostataerkrankungen

Zahlreiche repräsentative Studien konnten den heilenden Effekt der Brennnessel auf die Prostata bereits nachweisen. Dabei berichteten die Patienten von einer deutlichen Steigerung ihres Wohlbefindens und einer Besserung der Krankheitssymptome.

Besonders die Einnahme von Brennnessel-Tabletten konnte die Harnwegsbeschwerden aufgrund einer gutartigen Prostatavergrößerung deutlich reduzieren. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Medikamenten zeigte die Brennnessel hier keinerlei Nebenwirkungen und war für alle Patienten besonders verträglich.

Haarausfall und Schuppen

Brennnessel bei Haarausfall und Schuppen

Zwar liegen noch keine Studien über die tatsächliche Wirkung der Brennnessel gegen Schuppen oder Haarausfall vor, dennoch zeigen ihre Inhaltstoffe eine Effizienz bei der Bekämpfung dieser Beschwerden. Nicht nur kommerzielle Brennnessel-Shampoos, sondern auch selbstgemachte Brennnesselwasser aus Kräutertees regen das Haarwachstum an und beruhigen die Kopfhaut. Brennessel fördert die Durchblutung, versorgt die Haarwurzeln gleichzeitig mit wichtigen Nährstoffen und kräftigt diese.

Schon früher sollen Pferdehändler zum einen das Kraut selbst und zum anderen Brennnesselsamen an ihre Pferde verfüttert haben, damit diese in kürzester Zeit ein dichteres und glänzenderes Fell bekamen. Da diese Methode Wirkung zeigte, kam der Mensch auf die Idee, die Brennessel-Therapie auch bei eigenen Haarproblemen anzuwenden.

Besonders die Brennnesselsamen zeigen hier eine hohe Effektivität durch ihren Reichtum an essenziellen Mikronährstoffen. Die Samen schmecken in Suppen, Müslis, Smoothies oder Salaten.

Gicht und Rheuma

Schon früher sagte man der Brennessel nach, dass sie gegen Gicht und Rheuma hilft und die Beschwerden lindert. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass die Brennnessel Nährstoffe enthält, die sowohl entzündungshemmend als auch antibakteriell wirken. Somit können sie den Krankheitsverlauf von Rheuma und Gicht positiv beeinflussen.

Wirklich effektiv sind hier aber erst die Brennnessel-Tabletten, die eine deutlich höhere Konzentration der heilenden Nährstoffe aufzeigen als herkömmlicher Brennesseltee.

Bluthochdruck

Brennnessel bei Bluthochdruck

In Marokko gehört die Verschreibung von Brennnesseln bei Bluthochdruck bereits zum Alltag. Tatsächlich konnten Wissenschaftler in jüngster Vergangenheit einen positiven Effekt der Brennnessel auf unseren Bluthochdruck nachweisen. Das liegt an ihrer Eigenschaft, eine übermäßige Blutgerinnung zu verhindern und somit das Blut zu verdünnen.

Für eine gesunde Haut

Nicht ohne Grund ist die Brennnessel eine beliebte Zutat in Cremes, Körperlotionen und Shampoos. Durch ihre zahlreichen wertvollen Mineralien wirkt die Brennnessel durchblutungsfördernd und entzündungshemmend. So regt sie nicht nur die Durchblutung der Kopfhaut an, sondern versorgt auch alle weiteren Hautschichten mit den wichtigsten Nährstoffen. Dadurch wird die Haut besser durchblutet und abgestorbene Zellen können sich schneller ersetzen. Gleichzeitig schützen die antibakteriell wirkenden Inhaltsstoffe vor Keimen und Bakterien auf der Haut. Somit hält die Brennnessel die Haut jung und lässt sie frisch aussehen.

Unfruchtbarkeit und Impotenz

Auch gegen Unfruchtbarkeit und Impotenz zeigen hier wieder die Brennnesselsamen erstaunliche Wirkungen: Einerseits werden innere Organe stärker durchblutet und geweitet. Es wird vermutet, dass dies einen positiven Effekt auf die weibliche Fruchtbarkeit hat. Andererseits wurden in der Brennnessel hormonähnliche Substanzen und Vitamine nachgewiesen, die die Leistungskraft der Geschlechtsorgane deutlich steigern können.

Damit wirkt die Brennnessel nicht nur positiv auf Libido und Potenz, das Heilkraut kann auch die Milchproduktion stillender oder werdender Mütter ankurbeln.

Zur Stärkung des Immunsystems

Brennnessel zur Stärkung des Immunsystems

Auch das Immunsystem profitiert von einer Behandlung mit Brennnesseln. Die hohe Nährstoffdichte in Samen und Wurzeln des Krauts sorgt für eine nachhaltige Stärkung der Abwehr und beugt gleichzeitig infektiösen Krankheiten vor. Auch gegen Allergien und Heuschnupfen wird der Brennnessel eine Wunderwirkung nachgesagt. Eine regelmäßige Einnahme zum Beispiel über Salate, Suppen oder Tees kann die für Allergien typischen Überreaktionen langfristig dämpfen.

Nebenwirkungen der Brennnessel

Grundsätzlich ist die Gefahr von Nebenwirkungen bei dem Verzehr von Brennnesseln sehr gering. In sehr seltenen Fällen kann der Verzehr des Krauts zu Magen-Darm-Problemen führen. Dabei können unangenehme Begleiterscheinungen wie Sodbrennen, Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder ein Völlegefühl entstehen. Das kann unter anderem auch an einer Überdosierung der Brennnessel liegen: Wer mehr als 10 Gramm Blätter täglich über einige Wochen hinweg zu sich nimmt, könnte mit Durchfall reagieren.

Außerdem ist durch die stark wassertreibende Wirkung auch eine Dehydration möglich. Deshalb ist es wichtig, dass du bei einem regelmäßigen Verzehr von Brennnesseln auch gleichzeitig auf eine ausreichende Wasserzufuhr achtest.

Noch seltener kann die Pflanze allergische Reaktionen hervorrufen und zu Juckreiz oder anderen Hautirritationen führen. All diese Nebenwirkungen sind jedoch recht harmlos und lassen sich in der Regel schnell behandeln.

Anwendungen und Rezepte mit Brennnesseln

Anwendungen von Brennnessel

Es gibt zahlreiche Methoden zur Brennnessel-Therapie. Am einfachsten und natürlichsten ist die pure Verwendung des Krauts, zumal es auch die günstigste ist. Denn Brennnesseln lassen sich nicht nur zuhause leicht selbst anbauen, man findet sie auch bei jedem Waldspaziergang. Allerdings solltest du Brennnesseln besser nicht pflücken, wenn diese direkt an Wegrändern oder an viel befahrenen Straßen wachsen. Diese können durch Verunreinigungen zu Magen-Darm-Problemen führen. Wenn du unsere Tipps befolgst, wird die Brennnessel zu einem wertvollen Zusatz zu deinen Rezepten.

Beim eigenständigen Ernten von Brennnesseln solltest du zunächst einige Dinge beachten. Die ideale Erntezeit ist von Juli bis September. Ziehe dir lange Kleidung an, damit du nicht von den Blättern gestochen wirst und trage am besten auch (Gummi-)Handschuhe.

Verwendest du die Blätter anschließend zur weiteren Verarbeitung in der Küche, kannst du die kleinen Brennnessel-Haare unschädlich machen indem du mit einem Nudelholz über die Blätter rollst oder diese in einer kleinen Tüte kräftig zerdrückst.

Kochen, Gären und Dünsten

Die Brennnessel lässt sich wunderbar in Suppen, als Gemüsezusatz zu anderen Gerichten oder als Smoothie zubereiten. Durch das Kochen, Dünsten oder auch Trocknen werden die säurehaltigen Brennhaare unschädlich gemacht. Die Wirkung bekommst du aber auch, wenn du die frischen Brennnesselblätter vor der Zubereitung mit einem Nudelholz bearbeitest. Generell solltest du die Blätter vorher immer gründlich waschen, das gilt vor allem dann, wenn du die Brennnesseln in der Natur sammelst.

Anschließend lassen sich die leicht nach Spinat und Nuss schmeckenden Kräuter zu verschiedenen Gerichten kombinieren: Suppen, Salate, Dips, aber auch als Zusatz in Smoothies und Getränken.

Brennnessel-Haarwasser

Brennnessel-Haarwasser

Besonders gegen Schuppen und Haarausfall ist ein Brennnessel-Haarwasser empfehlenswerter als ein herkömmliches Shampoo. Es ist in erster Linie zu 100 Prozent natürlich und kommt ganz ohne zusätzliche Chemikalien aus. So ist es für nahezu jeden geeignet und verträglich.

Das Brennnessel-Haarwasser kann man ganz einfach zuhause selbst anfertigen. Dafür lässt man einfach einen Tee aus Brennnesselblättern abkühlen und kombiniert diesen mit anderen Substanzen wie zum Beispiel ätherischen Ölen oder Rosmarin.

Brennnesselsaft oder -öl

Wer die Brennnessel nicht erst selbst zubereiten möchte, kann sich auch in der Apotheke oder in Reformhäusern Öle und Säfte aus Brennnesseln kaufen. Diese sind ohnehin nicht ganz einfach selbst herzustellen und erfordern spezielle Geräte. Die Öle können zur äußerlichen Anwendung genutzt werden, zum Beispiel zum Auftragen auf Hautirritationen, Wunden und die Haare.

Auch Brennnesseltees sind in Apotheken und Reformhäusern erhältlich, allerdings zeigen frisch zubereitete Tees aus Brennnesselnblättern eine deutlich höhere Wirkung.

Brennnessel-Tabletten

Die wertvollen Inhaltsstoffe der Brennnesseln sind auch in Kapselform in Apotheken erhältlich. Bei starken Beschwerden, zum Beispiel in den Gelenken, sind diese absolut zu empfehlen. Die höhere Konzentration der Nährstoffe hat eine schnellere und höhere Wirksamkeit als beispielsweise Brennesseltee. Du kannst die Kapseln auch in Drogeriemärkten kaufen, allerdings sind die Tabletten aus der Apotheke höher dosiert und deshalb wirksamer.

Brennnesseltee selbst zubereiten

Brennnesseltee selbst zubereiten

Um dir selbst einen Tee aus frisch gepflückten Brennnesseln zuzubereiten, brauchst du nur kochendes Wasser und das Heilkraut selbst. Je nach Vorliebe kannst du die Brennnessel vorher für einige Stunden oder Tage trocknen. Das ist allerdings nicht notwendig. Durch das Trocknen werden die schmerzverursachenden Säuren in den Brennnesselhaaren unschädlich gemacht, allerdings hat das Kochen, Aufbrühen und Ziehenlassen des Brennnesseltees den gleichen Effekt. Je frischer der Tee zubereitet wird, desto besser und wirksamer ist er.

Kleiner Tipp vorweg: Beim Pflücken der Brennesseln solltest du nur junge Kräuter wählen. Diese schmecken leicht nussig und krautartig. Ältere Brennnesseln dagegen enthalten deutlich mehr Gerbstoffe und schmecken dadurch zum Teil unangenehm bitter. Sie sind teilweise ungenießbar und sollten daher eher gemieden werden.

Um den Tee zuzubereiten, übergießt du eine kleine Handvoll Brennnesselblätter mit einen halben Liter Wasser und lässt das Ganze fünf Minuten lang ziehen. In dieser Zeit entfaltet sich die komplette Wirkung und der Tee ist trinkfertig. Wenn er dir zu krautartig oder bitter schmeckt, kannst du ihn noch zusätzlich mit Honig oder anderen Süßungsmitteln süßen.

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