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Spitzwegerich: 6 Wirkungen + 3 Verwendungen der Heilpflanze

Wissenswertes über Spitzwegerich

Spitzwegerich gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen. Schon seit Tausenden Jahren wird das Kraut für medizinische Zwecke genutzt. Wir verraten dir, wofür du Spitzwegerich verwenden kannst.

Wissenswertes über Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Wissenswertes über Spitzwegerich

Spitzwegerich wächst an Wegrändern auf der ganzen Welt. Sein Name stammt aus dem Althochdeutschen und leitet sich von wega (Weg) und rih (König) ab. So könnte man ihn auch als Wegbeherrscher bezeichnen. Sein botanischer Name – Plantago lanceolata – bezieht sich auf ein ähnliches Phänomen. Plantago leitet sich von dem lateinischen planta ab, das Fußsohle oder Fußfläche bedeutet. Durch ihr häufiges Vorkommen an Wegrändern wird die Pflanze nämlich oft platt getreten.

Die medizinische Wirkung des Spitzwegerichs ist schon seit der Antike bekannt. Während man das Kraut damals vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden und Schlangenbissen einsetzte, wird es heutzutage meist für andere Zwecke genutzt. Erst seit dem 11. Jahrhundert nutzt man Spitzwegerich bei Husten, Fieber und Hautentzündungen, wofür es auch in der Gegenwart noch verwendet wird. Es ist in vielen Erkältungsmitteln enthalten und sorgt so bei leichten Beschwerden für Linderung.

Die Pflanze kann bis zu einem halben Meter hoch wachsen und genauso tiefe Wurzeln haben. Man erkennt die Pflanze an seiner ungewöhnlichen Blüte. Diese besteht aus einem länglichen Blütenstand, an dem viele kleine, weißliche Blüten stehen. Diese blühen in den sonnigen Monaten des Jahres von April bis September.

Wirkung von Spitzwegerich

Wirkung von Spitzwegerich

Aufgrund seiner vielfältigen und effektiven Wirkungen wurde die jahrhundertealte Pflanze im Jahr 2014 zur „Arzneipflanze des Jahres“ gewählt. Ihre Wirkungen sind schon lange bekannt, dennoch gibt es bisher vergleichsweise wenige Studien zu den Wirkungen des Plantago lanceolata. Die Studien, die es bereits gibt, überzeugen jedoch mit eindeutigen Ergebnissen zu den Heilkräften der Pflanze. Sie hat viele Eigenschaften, die den Körper unterstützen können und wirkt antientzündlich, reizlindernd sowie immunstärkend. So ist sie besonders bei verschiedenen Entzündungen wirksam.

Verwendung findet dabei das gesamte Kraut. Man kann sowohl Blüten als auch Blätter für medizinische Zwecke verwenden. Einzig die Wurzel ist für die Herstellung pflanzlicher Arzneimittel nicht geeignet. Wirksam sind besonders die Iridoide, die bis zu drei Prozent in Spitzwegerich enthalten sein können und zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Diese können eine Vielzahl von positiven Eigenschaften für den Körper mit sich bringen. In Spitzwegerich sind besonders Aucubin und Catalpol enthalten. Diese beiden Iridoide kommen in vielerlei Pflanzen vor, doch besonders Aucubin ist in hoher Konzentration in Spitzwegerich vorhanden. Es sorgt beispielsweise dafür, dass die Pflanze nicht schimmelt. Darüberhinaus wirkt es antibiotisch, reizlindernd und entzündungshemmend. So hilft es vor allem bei Hautentzündungen und Insektenstichen.

Zudem können bis zu 6,5 Prozent Polysaccharide in dem Kraut enthalten sein, die als Schleimstoffe wirken und bei wichtigen Körperfunktionen beteiligt sind. Sie sind beispielsweise für den Stoffwechsel von großer Bedeutung und spielen auch bei der Zellbildung eine wichtige Rolle. Daneben sind weitere wichtige Stoffe wie die farbgebenden Flavonoide enthalten, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören und als Antioxidantien im Körper wirken. Antioxidantien schützen den Körper vor sogenannten freien Radikalen, die in hoher Konzentration zellschädigend wirken. So können schwerwiegende Krankheiten wie Krebs entstehen und Alterungsprozesse gefördert werden. Freie Radikale entstehen beispielsweise durch schädliche Angewohnheiten wie Rauchen und durch Umweltbelastungen wie UV-Strahlung. Hier erfährst du, wie du mit dem Rauchen aufhören kannst. Auch die enthaltenen Phenylethanoide wirken als Antioxidantien und Radikalfänger und können den Körper so vor Zellschäden schützen.

Neben den genannten Antioxidantien enthält Spitzwegerich bis zu sechs Prozent Gerbstoffe, die adstringierend sind. Das bedeutet, dass sie zusammenziehend wirken und somit abdichtende Eigenschaften aufweisen. Das ist besonders bei Hauterkrankungen von Vorteil, da so die Wundheilung beschleunigt werden kann. Dazu kommen entzündungshemmende Eigenschaften. Aus Spitzwegerich kann man zudem ätherisches Öl herstellen.

Bei Insektenstichen

Mit einfachen Mitteln kann Spitzwegerich bei Insektenstichen eingesetzt werden. Gerade im Sommer sind Stiche durch Mücken, Wespen und andere Insekten keine Seltenheit. Auf Wanderungen kann die Pflanze ganz einfach in Akutsituationen verwendet werden, da sie häufig am Wegrand zu finden ist. Dazu nutzt man das Kraut auf der Haut. Die zerdrückten Blätter des Spitzwegerichs legt man ganz einfach als ein natürliches Pflaster auf die betroffenen Stellen. In ähnlicher Form kann Spitzwegerich auch bei Blasen und ähnlichen Beschwerden angewendet werden. Wer im Sommer auf eine Wanderung geht, kann getrost auf Pflaster verzichten, wenn Spitzwegerich am Wegesrand wächst. Als natürliches Pflaster können die Wirkstoffe in die Haut eindringen und für eine Linderung der Beschwerden sorgen. Die Blätter sollte man zerdrücken, damit der Saft der Pflanze austreten kann. Dieser enthält die Wirkstoffe der Pflanze in hoher Konzentration. Bei Insektenstichen wirken besonders Aucubin, das entzündungshemmende und reizlindernde Eigenschaften besitzt, und die enthaltenen Gerbstoffe, die eine adstringierende Wirkung haben.

Bei (Schleim-)Hautentzündungen

Spitzwegenich bei (Schleim-)Hautentzündungen

Die ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) und die Kommission E erkennen Spitzwegerich für medizinische Zwecke bei Haut-, Mund- und Rachenschleimhautentzündungen an. Dabei kann die Pflanze sowohl innerlich als auch äußerlich verwendet werden. Bei Hals- und Rachenentzündungen helfen vor allem Schleimstoffe, die reizlindernd wirken, Gerbstoffe und das entzündungshemmende Aucubin. Die antibiotische Wirkung des Spitzwegerich sorgt dafür, dass die Pflanze auch bei äußerlichen Hautentzündungen angewendet werden kann. Es hilft dabei den Blutfluß zu stoppen und fördert die Wundheilung. Die antibiotische Wirkung der Pflanze ist allerdings nur in frischen Blättern festzustellen. Tees und andere verarbeitete Varianten verlieren diese Eigenschaft. Auch wenn die Blätter eine braune Färbung haben, wirken sie nicht mehr antibiotisch.

Die ESCOP wurde 1989 mit dem Ziel gegründet, einheitliche Bewertungskriterien für pflanzliche Arzneimittel in Europa herzustellen. In einzelnen Monographien veröffentlichte die ESCOP den aktuellen Wissensstand, die Wirksamkeit und Zubereitung verschiedener Arzneipflanzen. Zu den Zuständigen zählen unter anderem Fachgesellschaften und Wissenschaftler aus ganz Europa.

Die Kommission E war in den Jahren zwischen 1983 und 1994 für das damalige Bundesgesundheitsamt tätig. Die Kommission trug die Ergebnisse hunderter Studien zusammen, um Risiken und Nutzen verschiedener Pflanzen einschätzen zu können. Sie veröffentlichten die Anwendungsgebiete der einzelnen Pflanzen, die Wirkungen, Wechselwirkungen und legten die Dosierung der getrockneten Pflanzenteile, die auch Drogen genannt werden, fest.

Bei Atemwegsinfekten und Husten

Spitzwegenich bei Atemwegsinfekten und Husten

Die Schleimstoffe in Spitzwegerich sorgen auch für eine Linderung der Beschwerden bei Hustenreiz und Halsschmerzen. Besonders bei trockenem Husten ist Spitzwegerich hilfreich. Die enthaltenen Schleimstoffe legen sich über die Schleimhaut in Mund und Rachen und können so vor weiteren Reizungen der betroffenen Partien schützen. Die Wirksamkeit der Pflanze ist bei Katarrhe gesichert. Eine Katarrhe ist eine Entzündung der oberen Atemwege, die häufig bei Erkältungen auftritt. Diese kann meist mit natürlichen Heilmitteln wie Spitzwegerich behandelt werden und ist in den meisten Fällen harmlos. Spitzwegerich sorgt dafür, dass der Schleim sich aus den Atemwegen löst und kann sogar die Bronchien erweitern.

Bei Magen-Darm-Beschwerden

Auch bei Magen-Darm-Beschwerden kommt das Kraut zum Einsatz. Schon in der Antike wusste man um diese Wirkung des Spitzwegerichs. Besonders bei Darmentzündungen und Magenschmerzen kann die Pflanze hilfreich sein. Sie kann sowohl antibiotisch als auch entzündungshemmend wirken. Darüberhinaus schützt sie die Schleimhäute. Das alles kann sich positiv auf Magen und Darm auswirken. Auch seine antioxidative Wirkung hat positive Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt.

Wechsel- und Nebenwirkungen

Spitzwegerich ist eine äußerst verträgliche Heilpflanze. Es sind weder Neben- noch Wechselwirkungen bekannt. Dennoch sollte man sich zur Anwendung der Pflanze in der Apotheke beraten lassen. Zudem sollte man stets auf die Verzehrempfehlung des jeweiligen Produkts achten. Bei selbstgesammeltem Spitzwegerich sollte man das Kraut gut abwaschen, um es von möglichen Verunreinigungen zu befreien.

Ist Spitzwegerich giftig?

Spitzwegerich ist ungiftig und kann daher problemlos selbst gesammelt, getrocknet und weiterverarbeitet werden. Verwechslungsgefahr besteht ausschließlich mit dem Breitwegerich. Auch dieser ist ungiftig und weltweit verbreitet. Die Blüten bestehen jedoch aus einem längeren Blütenstand, an dem viele kleine Blüten wachsen. Der Breitwegerich kann ebenfalls hervorragend als natürliches Pflaster während einer Wanderung dienen.

Spitzwegerich kaufen

Spitzwegerich kaufen

Spitzwegerich wird zu verschiedenen Präparaten weiterverarbeitet. Das Kraut ist sowohl als Hustensaft und Tee als auch als Salbe und Tinktur erhältlich. Die verschiedenen Produkte sollten auch unterschiedlich dosiert werden. Bei fertigen Arzneimitteln sollte man daher unbedingt die Packungsbeilage beachten. Bei einem Teeaufguss aus getrockneten Pflanzenteilen besteht eine Höchstmenge von drei bis sechs Gramm am Tag bei Erwachsenen und Jugendlichen. Kinder unter sechs Jahren sollten nur zwei bis vier Gramm der getrockneten Pflanze zu sich nehmen. Während man Hustensaft und Salben mit Spitzwegerich vorwiegend in Apotheken und online kaufen kann, sind Spitzwegerich-Tees auch in Drogeriemärkten erhältlich. Die einzelnen Präparate kosten meist unter zehn Euro.

Spitzwegerich in Hustensaft und Hustensirup

Es sind zahlreiche Hustensäfte mit Spitzwegerich auf dem Markt erhältlich. Die schleimlösenden und reizlindernden Eigenschaften sorgen bei Husten für Linderung. Aufgrund dieser Eigenschaften werden sie in vielen Arzneimitteln verwendet. Dazu hat der Spitzwegerich weder Neben- noch Wechselwirkungen. Er ist sehr verträglich und kann darum auch mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden. Auch zuhause kann man sich ganz leicht einen eigenen Hustensirup herstellen. Die Zutaten findet man in jedem Supermarkt. Bei einem selbsthergestellten Hustensirup wird der Spitzwegerich beispielsweise mit Zucker und Zitronensaft vermengt. Diese Mischung wirkt jedoch nur bei leichten Beschwerden.

Tipp: Bei der Herstellung eines eigenen Hustensirups sollte man stets auf eine gründliche Hygiene achten, um Schimmelbildung im Produkt zu vermeiden.

Spitzwegerich-Tee

Spitzwegerich-Tee

Spitzwegerich-Tee wird ebenfalls gerne bei ersten Erkältungsanzeichen zu sich genommen, allerdings gehen hier durch die Verarbeitung einige wichtige Wirkstoffe verloren. Beispielsweise verliert das in Spitzwegerich enthaltene Aucubin seine entzündungshemmende Wirkung durch falsche Lagerung und Trocknung. Dennoch kann man Spitzwegerich-Tee nicht nur kaufen, sondern auch selbst herstellen, indem man einige Spitzwegerichpflanzen sammelt und selbstständig trocknet. Diese schüttet man schließlich mit heißem Wasser auf und bekommt einen reinen Spitzwegerich-Tee. Die getrockneten Pflanzenteile kann man jedoch auch mit anderen Teesorten mischen. Die Flüssigkeit des Tees eignet sich auch als Wickel bei Hautentzündungen.

Spitzwegerich-Salbe und Tinktur

Salben und Tinkturen aus Spitzwegerich eignen sich zur Anwendung auf der Haut. Häufig werden sie zur Behandlung von Insektenstichen und Hautentzündungen verwendet. Spezielle Salben und Tinkturen können allerdings auch bei Erkältungen wirksam sein. Wenn man diese Präparate beispielsweise auf den Brustkorb gibt, können sie dabei helfen, die Atemwege zu befreien. Auch Spitzwegerich-Salbe kann man selbst herstellen. Meist werden die frischen Blätter dazu in ein Pflanzenöl eingelegt, damit die Wirkstoffe aus den Blättern in das Öl übergehen. Nachdem die Blätter circa zwei Wochen in dem Öl lagen, filtert man das Öl mithilfe eines Baumwolltuchs. Das Öl vermengt man nun mit geschmolzenem Bienenwachs, um eine festere Konsistenz zu erhalten. Auch hier sollte man wieder auf eine ausreichende Hygiene achten, damit das Endprodukt vor Bakterien und anderen Schädlingen geschützt ist. Fertige Salben und Tinkturen kann man sowohl in der Apotheke als auch in Online-Shops und Drogeriemärkten erhalten.

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