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Teufelskralle: 4 Wirkungen + 4 Anwendungen der Heilpflanze

Teufelskralle: Wirkungen & Anwendungen

Teufelskralle klingt wie eine gefährliche Giftpflanze. Von dem Namen sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Die Pflanze hat heilende Eigenschaften und kann bei verschiedenen Leiden hilfreich sein. Wir klären dich über die Wirkungen und Anwendungsbereiche der Heilpflanze auf.

Die Teufelskralle oder Harpagophytum

Ihren Namen verdankt die Teufelskralle ihren auffällig geformten Früchten, die mit hakenartigen Auswüchsen versehen sind. Sie können von hellgrün über purpurrot bis braun gefärbt sein und bis zu 15 Zentimeter groß werden. Das auffällige Äußere der Frucht mit seinen Wiederhaken sorgt dafür, dass die Pflanze sich verbreiten kann. Die kleinen Wiederhaken bleiben in dem Fell vorbeiziehender Tiere hängen, die die Frucht mitsamt der Samen mit sich tragen und später häufig zertrampeln. So gehen die Samen in den Boden über.

Auch der botanische Name bezieht sich auf die charakteristischen Früchte der Teufelskralle. Harpagophytum procumbens bedeutet so viel wie niederliegende Enterhaken-Pflanze. Das bezieht sich auf die hakenartigen Auswüchse der Früchte und die Eigenschaft der Pflanze, am Boden zu wuchern. Ihre bis zu zwei Meter langen Stängel wachsen nämlich nicht in die Höhe, sondern verbreiten sich am Boden. Die Teufelskralle ist in Afrika beheimatet und wächst dort vorwiegend in den südlichen Ländern des Kontinents wie in Namibia, Botswana und Simbabwe.

In Afrika sind die heilenden Kräfte der Pflanze schon lange bekannt, doch erst seit circa hundert Jahren weiß man hierzulande von der wirkungsvollen Pflanze. Ungefähr zu dieser Zeit wurde sie auch in Europa eingeführt. In Europa gibt es einige heimische Pflanzen, die den Namen Teufelskralle tragen beispielsweise die schwarze Teufelskralle und die halbkugelige Teufelskralle. Mit der afrikanischen Teufelskralle haben sie jedoch weder das Aussehen noch die heilenden Wirkungen gemeinsam. Verwechseln sollte man die Pflanzen daher nicht.

Wirkungen der Teufelskralle

Wirkungen der Teufelskralle

Die Teufelskralle hat vielfältige Wirkungen. In ihrer afrikanischen Heimat wird sie unter anderem bei Magen-Darm-Beschwerden, Fieber und Schmerzen eingesetzt. Sie soll entzündungshemmend und sogar schmerzstillend wirken. Grund dafür sind unter anderem, die in den Wurzelausläufern enthaltenen Iridoide, die zu einem Anteil von bis zu drei Prozent in der Pflanze enthalten sein können. Dabei sticht besonders das Iridoid Harpagosid hervor. Der Stoff Harpagosid gehört zu den Bitterstoffen. Er sorgt unter anderem für den bitteren Geschmack der Teufelskralle und ist einer der Hauptwirkstoffe derselbigen. Er kommt nur in äußerst wenigen Pflanzen vor und gilt darum als der typische Wirkstoff der Teufelskralle. Medizinisch ist er vor allem aufgrund seiner schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung interessant.

Daneben sind auch Phenolglykoside enthalten, deren Inhaltsstoffe auf den Magen-Darm-Trakt wirken können. Das Phenolglykosid Anthrachinone findet man beispielsweise in vielen pflanzlichen Abführmitteln. Zudem sind Flavonoide enthalten, die der Pflanze ihre Farbe geben. Sie können mitunter antioxidativ wirken. Das bedeutet, dass sie den Körper vor schädlichen freien Radikalen schützen, die beispielsweise durch UV-Strahlung und schlechte Angewohnheiten wie Rauchen entstehen. Hier erfährst du, wie du mit dem Rauchen aufhören kannst. Dadurch schützen sie die Zellen vor vorzeitigen Alterungsprozessen und Krankheiten.

Bei Appetitlosigkeit

Teufelskralle bei Appetitlosigkeit

Teufelskralle kann mitunter appetitanregend wirken. Das liegt an den enthaltenen Bitterstoffen, die die Verdauung anregen. Diese Wirkung der Bitterstoffe ist allgemein anerkannt. Mithilfe der Bitterstoffe wird die Produktion von Verdauungssäften angeregt. Das kann den Appetit steigern. Bei Appetitlosigkeit eignet sich besonders der Verzehr eines Tees, der aus den getrockneten Wurzelknollen der Teufelskralle hergestellt wird und circa 30 Minuten vor den Mahlzeiten verzehrt werden sollte.

Bei Verdauungsbeschwerden

Auch bei Verdauungsbeschwerden kann Teufelskralle wirksam sein. So eignet es sich um Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl zu lindern. Auch hier bietet sich ein Tee zur Behandlung an. Mithilfe der Bitterstoffe der Teufelskralle wird der Fluss der Verdauungssäfte angeregt. Das umfasst sowohl Magensäfte als auch den Speichelfluss und Bauchspeicheldrüsensekrete. So wird ein saurer PH-Wert im Magen erzeugt. Die Nahrung kann schneller verdaut werden, wodurch Blähungen und Völlegefühl vermieden werden können. Mitunter kann die Teufelskralle aufgrund ihrer Bitterstoffe auch bei Verstopfung und Durchfall helfen. Eine Einnahme von Teufelskralle sollte man jedoch unbedingt vermeiden, wenn Geschwüre im Magen-Darm-Trakt vorliegen.

Bei Arthrose und Schmerzen

Wenn die Heilpflanze über einen längeren Zeitraum eingenommen wird, kann sie entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Das ist gerade bei Erkrankungen wie Arthrose und Rheuma von Vorteil. Auch bei Rückenschmerzen kann die Heilpflanze wirksam sein. Sie sollte eine herkömmliche Therapie jedoch nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Für die Behandlung von langfristigen Leiden eignet sich eine mehrwöchige Einnahme von Tabletten mit Teufelskrallenwurzel.

Schmerzerkrankungen können die Lebensqualität erheblich einschränken. Viele Menschen leiden mit zunehmendem Alter unter Rückenschmerzen, die auf Fehlhaltungen zurückgehen. Langes Sitzen und wenig Bewegung können die Rückenmuskulatur zusätzlich belasten. Es kommt zu Verspannungen. Muskelverspannungen entstehen jedoch nicht nur durch eine falsche Körperhaltung sondern auch durch psychische Belastungen. Stress kann muskuläre Verspannungen begünstigen und so chronische Schmerzen verursachen. Häufig betreffen diese Schmerzen den unteren Rückenbereich.

Um die Verspannungen zu lösen sind häufig Schmerzmittel nötig. Einige Menschen greifen dabei zu natürlichen Mitteln wie Teufelskralle. Zu der Wirksamkeit der Heilpflanze bei Kreuzschmerzen gibt es bisher allerdings erst wenige Studien, die die Wirksamkeit von Teufelskralle bei diesem Leiden nicht mit Sicherheit bestätigen können.

Die ESCOP (European Scientific Cooperative on Phytotherapy) erkennt die Heilpflanze jedoch zur medizinischen Anwendung bei Osteoarthritis und Rückenschmerzen an. Bei leichten Gliederschmerzen kann Teufelskralle durchaus wirksam sein. Viele Studien können zwar eine Wirksamkeit von Teufelskralle bei Gelenkentzündungen feststellen, jedoch reichen diese oft nicht aus, um die Wirkung der Heilpflanze zu beweisen.

Teufelskralle für Pferd und Hund

Teufelskralle für Pferd und Hund

Von der Einnahme von Teufelskralle profitieren nicht nur Menschen sondern auch Tiere. Präparate mit Teufelskralle sind auch für Pferde und Hunde beliebt. Pferden wird es gerne als Futterzusatz für den Gelenkschutz und bei Arthrose gegeben. Auch Hunde profitieren von Teufelskralle als Futterzusatz. Es eignet sich beispielsweise, um das Fortschreiten von Arthrose bei den Tieren zu verlangsamen. Bei Tieren wirkt die Heilpflanze ähnlich wie bei Menschen. Auch hier muss das Präparat regelmäßig über mehrere Wochen verabreicht werden, um eine Wirkung festzustellen. Bei Sportpferden gilt Teufelskralle jedoch als verbotene Medikation.

Nebenwirkungen

Mit der Einnahme von Teufelskralle können einige Nebenwirkungen einhergehen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten sind diese jedoch gering. Bei einer innerlichen Behandlung mit Teufelskralle kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen, die sich in Übelkeit, Durchfall und Magenschmerzen äußern können. Mitunter kann auch ein Schwindelgefühl auftreten. Dies liegt an dem hohen Gehalt an Bitterstoffen. Treten Nebenwirkungen auf, sollte das Präparat abgesetzt werden. Mit Zustimmung des Arztes kann man nach einiger Zeit eine erneute Einnahme in geringerer Dosis probieren.

Bei der äußerlichen Anwendung können in manchen Fällen Hautreaktionen auftreten. Es kann zu Rötungen und Hautausschlägen kommen. Mitunter sind auch starke allergische Reaktionen möglich. In diesem Fall sollte man die Anwendung des Präparats umgehend abbrechen und in Zukunft vermeiden.

Liegen Magen- oder Darmgeschwüre vor, darf die Heilpflanze keine Anwendung finden. Bei Gallensteinen sollte man die Verwendung von Teufelskralle ebenfalls vermeiden. Auch während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit ist von der Anwendung der Heilpflanze abzuraten. Ein Einsatz von Teufelskralle bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist noch nicht ausreichend erforscht, um gesicherte Erkenntnisse zu liefern.

Teufelskralle richtig anwenden

Teufelskralle richtig anwenden

Teufelskralle kann man sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Dazu eignen sich Salben, Dragees, Kapseln, Tees, Tinkturen und Tropfen. Die einzelnen Präparate findet man hauptsächlich in der Apotheke. Tees und Salben mit Teufelskralle kann man auch in Drogeriemärkten erwerben. Für medizinische Zwecke eignen sich ausschließlich die knolligen Teufelskrallenwurzeln. Vor der Weiterverarbeitung werden sie gewaschen und in circa 0,5 bis 1,5 Zentimeter große Stücke zerkleinert. Dann werden sie getrocknet. Nach der Trocknung ist die Wurzel extrem hart und lässt sich nur noch schwer zerteilen. Aus der getrockneten Wurzel werden nun die Präparate hergestellt, die man hierzulande erhalten kann.

Als Salbe

Salbe aus der Teufelskrallenwurzel eignet sich zur äußerlichen Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen. Je nach Zusammensetzung der Salbe kann sie kühlend oder wärmend wirken. In Kombination mit einer Massage kann sie die Durchblutung fördern und so gegen eine häufige Ursache von Verspannungen, nämlich Stress, vorgehen. Die Salbe eignet sich besonders zur Anwendung im Rücken- und Nackenbereich. Dies kann man normalerweise mehrmals täglich wiederholen. Vermeiden sollte man den Kontakt mit Schleimhäuten. Auch verletzte Haut sollte nicht mit der Salbe in Berührung kommen. Darum sollte man die Hände nach der Anwendung gründlich reinigen.

Als Dragees und Kapseln

Dragees und Kapseln eignen sich zur Behandlung von chronischen Gelenkschmerzen. Für eine effektive Wirkung sollte das Präparat mindestens 30 Milligramm Harpagosid beinhalten. Dennoch ist bei der Einnahme Geduld gefragt. Eine Verbesserung tritt oft erst nach einigen Wochen auf. Eine herkömmliche Therapie von rheumatischen Erkrankungen können Präparate mit Teufelskralle jedoch nicht ersetzen. Sie können diese ausschließlich erfolgreich unterstützen.

Als Tee

Tee mit Teufelskralle eignet sich vor allem zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden. Das heiße Getränk kann den Magen-Darm-Trakt beruhigen und möglichen Verdauungsbeschwerden vorbeugen. Dazu sollte man circa 30 Minuten nach dem Essen eine Tasse mit circa 1,5 Gramm getrockneter Teufelskrallenwurzel zu sich nehmen. Wer von der appetitanregenden Wirkung der Teufelskralle profitieren möchte, sollte den Tee eine halbe Stunde vor dem Essen trinken. Der Tee eignet sich auch zur Behandlung von Gliederschmerzen. Für die Zubereitung des Tees nimmt man in diesem Fall 4,5 Gramm der getrockneten Wurzel.

Der Tee wird mit der fein geschnittenen oder pulverisierten Variante der Wurzel zubereitet. Diese schüttet man mit heißem Wasser auf. Die Flüssigkeit lässt man nun mehrere Stunden ziehen, bevor man sie durch ein Sieb abgießt. Den Tee kann man bis zu dreimal täglich zu sich nehmen.

Als Tinktur und Tropfen

Teufelskralle ist auch als Tinktur oder Tropfen erhältlich. Diese eignen sich ebenfalls zur innerlichen Behandlung rheumatischer Beschwerden. Die Tinktur wird dazu mit Wasser verdünnt. Da sie häufig mithilfe von Alkohol hergestellt wird, sollte sie mit Bedacht verwendet werden. Eine längere Einnahme sollte nur unter Absprache mit dem Arzt erfolgen. Normalerweise nimmt man bis zu dreimal täglich 20 bis 30 Tropfen zu sich. Die genaue Dosierung sollte man mit einem Arzt oder Apotheker absprechen.

Tinkturen aus Heilpflanzen kann man schnell selbst herstellen. Dazu braucht man circa 50 Gramm der getrockneten Pflanze, 200 Milliliter Alkohol, ein Schraubglas, einen Kaffeefilter und ein steriles Glas zur Aufbewahrung. Die getrockneten Pflanzenteile, bei Teufelskralle wäre das die getrocknete Wurzel, mischt man mit dem Alkohol und verschließt sie daraufhin luftdicht in einem Schraubglas. Das Glas lässt man nun circa vier Wochen stehen. Die Stoffe aus der Pflanze gehen so in den Alkohol über. Nach den vier Wochen lässt man das Gemisch durch einen Kaffeefilter laufen. Die gefilterte Flüssigkeit kannst man nun in eine sterile Flasche – am besten aus Braunglas – umfüllen. Nun ist die Tinktur einsatzbereit.

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