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Vitamin-K-Mangel: 6 Ursachen, Symptome & 5 Folgen

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Vitamin K ist ein überlebenswichtiger Nährstoff für den menschlichen Körper. Wie ein Vitamin-K-Mangel entsteht, was seine Folgen sind und wie du ihn beheben kannst, erfährst du im Folgenden.

Was ist Vitamin K?

Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin. Das bedeutet, dass der Körper es speichern und dadurch Engpässe in der Versorgung überbrücken kann. Vitamine sind für den Körper lebensnotwendig und können in der Regel nicht vom Organismus selbst hergestellt werden. Eine Form des Vitamin K bildet aber eine Ausnahme dieser Regel.

Vitamin K1

Vitamin-K-Photosynthese

Vitamin K1 entsteht durch pflanzliche Photosynthese

Das Vitamin kommt einerseits in Form der chemischen Substanz Phyllochinon in Pflanzen vor und wird im Rahmen der pflanzlichen Photosynthese produziert. Diese Art nennt sich Vitamin K1 und wir nehmen es regelmäßig über die Nahrung zu uns. Bekannte Träger von Vitamin K1 sind Salat, Spinat und Kohl. Diese Form des Vitamins nimmt der Körper am meisten auf. In Form bestimmter chemischer Verbindungen ist der Nährstoff für den Organismus einfacher zugänglich. Vitamin K1 aus pflanzlichen Ölen kann zum Beispiel besser aufgenommen werden als aus den Blättern selbst.

Vitamin K2

Die andere Form von Vitamin K nennt sich Vitamin K2, beziehungsweise Menachinon. Es wird von Bakterien produziert und ist daher auch in tierischen Lebensmitteln zu finden, besonders in fermentierten Speisen wie Joghurt und Käse. Auch Bakterien im menschlichen Körper können das Vitamin herstellen. Es ist allerdings umstritten, inwiefern die Eigenproduktion des Körpers an Vitamin K2 zur Vitaminversorgung des Organismus beiträgt. Vermutlich ist der Nutzen eher gering, da es an einer Stelle im Darm gebildet wird, von der es nur schwer weitergeleitet und verwendet werden kann.

Funktionen von Vitamin K im Körper

Vitamin K hat verschiedene Wirkungen und ist für die Funktion des menschlichen Körpers von grundlegender Bedeutung. Im Folgenden erfährst du, was der Nährstoff in deinem Organismus bewirkt.

Vitamin K und Blutgerinnung

Das „K“ in Vitamin K steht für „Koagulation“, also Blutgerinnung. Das Vitamin ist im Körper an der Produktion der sogenannten Gerinnungsfaktoren beteiligt. Das sind Moleküle, die bei einer Verletzung der Blutgefäße den Blutfluss hemmen und zum Erliegen bringen. Es ist also bei Wundheilungen von größter Bedeutung.

Vitamin-K-Blutgefäße

Vitamin K verhindert Gefäßverkalkungen

Vitamin K und Blutgefäße

Auch auf die Blutgefäße selbst hat Vitamin K Einfluss. Eine dauerhafte Versorgung des Körpers mit dem Vitamin verhindert, dass sich Calcium ansammelt und wirkt so Gefäßverkalkungen entgegen. Dieser Effekt beugt auch schädlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, die auf eine Verkalkung der Gefäße zurückzuführen sind.

Vitamin K und Knochen

Das Vitamin K ist an der biochemischen Verarbeitung von Proteinen beteiligt, die zur Knochenmineralisation beitragen. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin K baut also Knochensubstanz auf, stärkt die Knochen und vermindert das Risiko von Brüchen und Erkrankungen wie Osteoporose.

Vitamin K und Stoffwechselprozesse

Sowohl für die Stoffwechselprozesse von Zellen als auch für ihr Überleben und Wachstum ist das Vitamin K von großer Bedeutung. Es wird daher oft im Zusammenhang mit Krebs und zellverändernden Erkrankungen untersucht. Bisher ist der Nutzen des Vitamins im Zusammenhang mit der Behandlung von Zellwucherungen nicht bewiesen.

Vitamin-K-Mangel-Neugeborene

Vitamin-K-Mangel besonders ausgeprägt bei Neugeborenen

Vitamin K für Babys

Besonders für Neugeborene ist Vitamin K ein wichtiger Nährstoff. Es wirkt positiv auf die Knochengesundheit und Stoffwechselprozesse und senkt das Risiko gefährlicher innerer Blutungen, insbesondere Hirnblutungen. Aus dem Grund erhalten Kinder in Deutschland häufig direkt nach der Geburt eine Dosis des Vitamins. Im Gegensatz zu Erwachsenen sind Babys nicht in der Lage, den Nährstoff in ausreichender Menge zu speichern.

Tagesbedarf an Vitamin K

Der Bedarf des Vitamins variiert je nach Alter und Geschlecht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt unter dieser Berücksichtigung Schätzwerte über eine angemessene Zufuhr an Vitamin K an:

BevölkerungsgruppeVitamin K in Mikrogramm pro Tag
Säuglinge unter 4 Monate4
Säuglinge 4 bis 12 Monate10
Kinder 1 bis 4 Jahre15
Kinder 4 bis 7 Jahre20
Kinder 7 bis 10 Jahre30
Kinder 10 bis 13 Jahre40
Kinder 13 bis 15 Jahre50
Frauen 15 bis 51 Jahre60
Männer 15 bis 51 Jahre70
Frauen ab 51 Jahre65
Männer ab 51 Jahre80
Schwangere und Stillende60

Vitamin-K-Mangel

Bei einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung ist ein Vitamin-K-Mangel eher selten, da das Vitamin in vielen Lebensmitteln in ausreichender Menge enthalten ist. Eine Unterversorgung kann trotzdem auftreten und teilweise gefährliche Folgen mit sich bringen.

Für manche Bevölkerungsgruppen ist ein Mangel an Vitamin K gravierender als für andere. Frauen nach den Wechseljahren sind besonders betroffen, da sie weniger Östrogene bilden, was den Knochenabbau beschleunigt.

Auch Neugeborene leiden vermehrt an einem Mangel, da ihr Darm noch nicht ausreichend von Vitamin-K-bildenden Bakterien besiedelt ist. Grund dafür ist, dass der Transport von Vitamin K von der Mutter über den Mutterkuchen zum Kind beeinträchtigt ist, was die Vitamin-K-Speicherkapazität verringert.

Ursachen von Vitamin-K-Mangel

Es gibt verschiedene Ursachen für eine unzureichende Versorgung an Vitamin K. Ein Mangel kann einerseits dadurch zustande kommen, dass du zu wenig des Vitamins aufnimmst. Andererseits können bestimmte Vorerkrankungen und die Einnahme bestimmter Medikamente dazu führen, dass die Aufnahme-, Verarbeitungs- oder Speicherfähigkeit deines Körpers beeinträchtigt ist.

Fehlernährung

Eine Ursache für einen Vitamin-K-Mangel ist eine falsche Ernährung. Den größten Teil des Vitamins nehmen wir über Nahrung zu uns. Bei einer einseitigen und vitaminarmen Ernährung kann eine Unterversorgung die Folge sein.

Vitamin-A-Mangel-Lebererkrankungen

Lebererkrankungen können Ursache für Vitamin-K-Mangel sein

Lebererkrankungen und Alkoholismus

Bei Lebererkrankungen ist die Leberfunktion reduziert. Das hat zur Folge, dass die Speicherung von Vitamin K im Lebergewebe deutlich eingeschränkt ist.

Auch regelmäßiger Alkoholkonsum schädigt die Leber und hemmt somit die Vitaminaufnahme und die Transportfähigkeit und verstärkt den Verbrauch des Vitamin K.

Darmerkrankungen

Ein Teil des Vitamin K wird über den Darm an den Körper weitergeleitet. Bei Darmerkrankungen wie Morbus Crohn wird diese Aufnahme von Vitamin K über den Darm unterbunden.

Zystische Fibrose

Zystische Fibrose, oder Mukoviszidose, ist eine Erbkrankheit, die vor allem Erkrankungen in der Lunge, im Verdauungssystem und in der Bauchspeicheldrüse verursacht. Als Folge produziert die Bauchspeicheldrüse oft nicht genügend Enzyme, sodass der Körper Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr richtig aufnehmen kann. Auch die Aufnahme des fettlöslichen Vitamin K ist davon betroffen.

Einnahme bestimmter Medikamente

Vitamin-K-Mangel-Medikamente

Bestimmte Medikamente können einen Vitamin-K-Mangel hervorrufen

Einige Medikamente haben die Senkung des Vitamin-K-Spiegels zur Folge. Die Einnahme von Cumarin-Derivaten, also einer Art von Vitamin-K-Antagonisten, rufen einen künstlichen Vitamin-K-Mangel hervor, um die Blutgerinnung zu hemmen. Dabei wird die Bildung von Vitamin-K-Hydrochinon gehemmt, welches ein wichtiges Zwischenprodukt in der Vitamin-K-Synthese ist.

Auch Antibiotika haben einen Einfluss auf die Vitamin-K-Aufnahme. Sie wirken negativ auf die Darmflora und vermindern so indirekt die Aufnahme und die körpereigene Synthese von Vitamin K.

Gallensäurenbinder wie Colestyramin und Colestipol hemmen generell die Aufnahme fettlöslicher Nährstoffe und somit auch die Aufnahme des fettlöslichen Vitamin K.

Antikonvulsiva (Arzneimittel zur Behandlung epileptischer Anfälle) wie Phenytoin und Phenobarbital steigern den Abbau von Vitamin K in der Leber. Auch die Einnahme von Aspirin reduziert das Vitamin-K-Level.

Übergewicht

Vitamin K wird vorwiegend im Fettgewebe angesammelt. Bei Menschen mit Adipositas, also einem hohen Körperfettanteil, erhöht sich durch die übermäßige Speicherung von Vitamin K im Fettgewebe das Risiko eines funktionellen Vitamin-K-Mangels. Das heißt, dass zwar viel Vitamin K gespeichert ist, es dem Körper aber zum Großteil nicht zur Verfügung steht.

Symptome von Vitamin-K-Mangel

Schon die Symptome eines Vitamin-K-Mangels äußern sich in teilweise unangenehmer Form. Um weitere Folgen zu unterbinden, solltest du auf folgende Erscheinungsformen achten:

Vitamin-K-Mangel-Symptom-Blutneigung

Eine erhöhte Blutungsneigung weist auf einen Vitamin-K-Mangel hin

Erhöhte Blutungsneigung

Vitamin K fördert die Blutgerinnung, hemmt also den Blutfluss bei einer Verletzung der Blutgefäße. Ein Mangel des Vitamins kann deshalb zu Störungen der Blutgerinnung führen. Daraus folgt eine erhöhte Blutungsneigung und eine Verlangsamung der Wundheilung. Solltest du also bei Verletzungen auffällig viel und lange Bluten, ist das ein Hinweis auf einen Vitamin-K-Mangel.

Innere Blutungen

Der Mangel an gerinnungsfördernden Molekülen kann in ausgeprägten Fällen auch zu inneren Blutungen führen. Daraus könnten wiederum Schäden in Körperregionen wie dem Magen-und-Darmtrakt, den Schleimhäuten, der Leber und dem Gehirn auftreten. Auch Blutergüsse sind eine harmlose Form innerer Blutungen. Falls du häufig an inneren Blutungen leidest, kann das also auch ein Symptom für einen Vitamin-K-Mangel sein.

Test auf Vitamin-K-Mangel

Wenn du einen Mangel an Vitamin K vermutest, solltest du dich darauf untersuchen lassen. So kannst du herausfinden, ob du wirklich an einem Vitaminmangel leidest und was die Ursachen dafür sind.

Vitamin-K-Mangel-Bluttest

"Quick-Test" misst Geschwindigkeit deiner Blutgerinnung

Dafür wird meistens ein sogenannter Quick-Test gemacht. Dieser Test misst anhand einer Blutprobe die Geschwindigkeit deiner Blutgerinnung. Der errechnete Wert wird in Prozent angegeben. Der Normalwert liegt nahe der 100 Prozent. Bei einem Wert von unter 70 Prozent ist die Blutgerinnung verlangsamt, die Funktionen der Leber sind gestört und ein Vitamin-K-Mangel liegt vor. Ein Wert von unter 15 Prozent wird als kritisch angesehen, da die Gefahr spontaner Blutungen besteht. Ein erhöhter Wert von über 120 Prozent lässt meistens auf die Einnahme bestimmter Medikamente schließen.

Außerdem kannst du die Menge an Vitamin K in deinem Blut ermitteln. Meistens wird dabei ein Vitamin-K-Spiegel bestimmt, jedoch ohne zwischen Vitamin K1 und K2 zu unterscheiden. Speziell dem Vitamin K2 wird eine besondere Bedeutung im Zusammenspiel mit Vitamin D zum Aufbau der Knochen zugeschrieben. Bei einem nachgewiesenen Mangel solltest du dich also darauf konzentrieren, den Körper mit dieser Form des Vitamins zu unterstützen. Der Blutspiegel erfasst außerdem nur die tagesaktuelle Zufuhr an Vitamin K, nicht die Gewebesituation.

Folgen von Vitamin-K-Mangel

Schon die Symptome eines Vitamin-K-Mangels, also die erhöhte Blutungsneigung und innere Blutungen, sind direkte Folgen der Unterversorgung. Bei einem starken Mangel kann es aber darüber hinaus zu weiteren gefährlichen Folgen kommen:

  • Morbus haemorrhagicus neonatorum: Erhöhte Blutungsneigung bei Neugeborenen
  • Arteriosklerose: Verengung der Arterien
  • Osteoporose: Abbau der Knochensubstanz
  • Gelenkentzündungen
  • Insulinresistenz

Vitamin-K-Mangel behandeln

Um einen Vitamin-K-Mangel behandeln zu können, ist es wichtig zu wissen, was ihn hervorgerufen hat. Ist der Mangel dadurch entstanden, dass schlichtweg zu wenig Vitamin K aufgenommen wurde, so kann man dieses Defizit leicht ausgleichen. Liegt jedoch eine Krankheit vor, die den Mangel bedingt, sollte diese zusätzlich behandelt werden.

Lebensmittel mit Vitamin K

Vitamin-K-Mangel-Lebensmittel

Besonders pflanzliche Lebensmittel haben einen hohen Vitamin-K-Gehalt

Der natürlichste und sicherste Weg, deinen Vitamin-K-Haushalt aufzufüllen, ist es, Lebensmittel zu konsumieren, die eine große Menge dieses Vitamins enthalten. Das stellt keine große Herausforderung dar, da viele vorwiegend pflanzliche Nahrungsmittel viel Vitamin K bergen.

Pflanzliche Lebensmittel

Das Vitamin K1 wird durch pflanzliche Photosynthese produziert und ist daher in rein pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Eine ausreichende Versorgung stellt also auch für Vegetarier und Veganer kein Problem dar. Folgende pflanzliche Lebensmittel enthalten besonders viel des Vitamins:

LebensmittelVitamin-K-Gehalt pro 100 Gramm (in Mikrogramm)
Grünkohlca. 820
Petersilie350 bis 800
Schnittlauchbis 570
Spinatbis 400
Rosenkohlca. 230
Brokkoli100 bis 300
Blumenkohl100 bis 300
Kichererbsenca. 250
Linsenca. 120
Traubenkernölca. 280
Rapsölca. 150
Sojaölca.150
Schwarzer Teeca. 260

Tierische Lebensmittel

Das Vitamin K2 wird von Bakterien produziert. Es kann also im menschlichen Körper hergestellt werden, sollte aber für eine hinreichende Versorgung zusätzlich in Form von Lebensmitteln aufgenommen werden. Folgende Lebensmittel haben einen besonders hohen Gehalt:

LebensmittelVitamin-K-Gehalt pro 100 Gramm (in Mikrogramm)
Kalbs-, Rind-, Hühnerleber75 bis 90
Schweineleberca. 56
Speisequark (40 % Fett)ca. 50
Speisequark (20 % Fett)ca. 23
Frischkäseca. 40
Schweinefleischca. 18
Rindfleischca. 13
Aalca. 40

Vitamin-K-Präparate

Vitamin-K-Mangel-Präparate

Präparate gegen Vitamin-K-Mangel

Falls die Vitamin-K-Aufnahme über Lebensmittel nicht reicht, kannst du zusätzlich zu Vitamin-K-Präparaten greifen. Du kannst sie in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen erwerben. Sie sind in der Apotheke, im Reformhaus, in Drogeriemärkten oder auch im Supermarkt erhältlich. Du solltest trotzdem mit deinem Arzt sprechen, da bei einer Aufnahmestörung des Vitamins eine Erkrankung nahe liegt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) legt eine Tageshöchstdosis von 80 Mikrogramm Vitamin K fest, die zusätzlich zur Ernährung durch Präparate eingenommen werden soll. Es reicht also, wenn du Tabletten mit 100 Mikrogramm Vitamin K pro Portion einnimmst. Dosen von 200 bis 1200 Mikrogramm sind nicht notwendig und können zu einer Überdosis führen. Für Erwachsene ist das zwar nicht wirklich bedenklich, bei Kindern kann es aber zu Gesundheitsschäden führen.

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