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Neurodermitis-Creme: 3 Tipps zum Kauf & 4 alternative Behandlungen

Neurodermitis bezeichnet eine chronische Erkrankung der Haut. Viele Therapien und Behandlungen können diese Erkrankung abmildern und die Häufigkeit von immer wiederkehrenden Schüben reduzieren. Dabei ist vor allem die richtige und regelmäßige Hautpflege entscheidend über den Hautzustand. Alles, was du über eine Pflege mit Neurodermitis-Creme wissen musst, erfährst du hier.

Betroffene von Neurodermitis leiden unter verschiedenen Symptomen – Jucken, rote Flecken oder nässende Hautareale gehören für sie zum Alltag. Um die chronische Erkrankung in den Griff zu bekommen, ist die richtige Hautpflege mit ausschlaggebend. Im Folgenden klären wir dich über das Krankheitsbild Neurodermitis auf.

Was Neurodermitis eigentlich ist

Was Neurodermitis eigentlich ist

Auch als atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem bekannt, bezeichnet Neurodermitis eine nicht-infektiöse Hauterkrankung, die zu den atopischen Krankheiten gehört. Neurodermitis tritt in Schüben auf und kann durch bestimmte, individuelle Faktoren verstärkt werden. Die genaue Ursache der Hauterkrankung ist noch nicht vollständig wissenschaftlich erforscht. Allerdings konnte nachgewiesen werden, dass die Veranlagung genetisch bedingt ist. Denn ein genetischer Enzym-Defekt verursacht eine Stoffwechselstörung. Diese wiederum führt zu einem Mangel an essenziellen Fettsäuren in den Hautschichten; die Hornhaut ist bei Menschen mit Neurodermitis enorm dünn. Dadurch haben Schädlinge ein leichtes Spiel: Hautreizende Substanzen sowie Allergene können leichter in die Haut eindringen.

Neurodermitis tritt bei Erwachsenen vorrangig im Bereich der Armbeugen, Kniekehlen, Hals- und Gesichtspartie sowie Kopfhaut und Händen auf. Je nach Alter des Betroffenen unterscheiden sich auch die Symptome und Stellen, an denen sie auftritt.

Formen von atopischer Dermatitis

Für eine wirkungsvolle Behandlung und Therapie beim atopischen Ekzem ist es von Bedeutung, die vorhandenen Symptome in eine der drei Schweregrade einzuteilen. Anhand dessen sollte auch die passende Hautpflege ausgewählt werden. Dermatologen unterscheiden anhand der vorliegenden Symptomatik. Folgende Schweregrade gibt es:

Leichte Neurodermitis

Die leichte Neurodermitis kennzeichnet sich durch vorübergehende Rötungen an einigen Körperstellen. Die Haut ist generell sehr trocken, lässt sich leicht reizen und bildet vermehrt Schuppen.

Mittelschwere Neurodermitis

Liegen deutlich stärkere Hautrötungen vor und geht die Fleckenbildung mit einem ausgeprägten Juckreiz einher, spricht man von einer mittelschweren Neurodermitis. Hier bilden sich sichtbare Papeln auf der Haut, die in der Regel wie knotige und rötliche Verdickungen auf der Haut erscheinen. Insgesamt erinnern die Flecken an einen allergischen Ausschlag.

Schwere Neurodermitis

Die letzte und schwerwiegendste Form der atopischen Dermatitis äußert sich unter anderem durch zahlreiche Papeln und Pusteln auf der Haut. Zudem bilden sich stark gereizte und nässende Ekzeme, die einen heftigen Juckreiz auslösen können. Infolgedessen kratzen die Betroffenen die Hautstellen häufig ungewollt auf. Dadurch zeichnen sich vielfach blutige Spuren auf der Haut ab, welche auch als Exkoriationen bezeichnet werden. Die nässenden Ekzeme heilen in der Regel unter Krustenbildung ab.

Atopische Dermatitis behandeln nach Hautzustand

Die atopische Dermatitis muss entsprechend des vorliegenden Hautzustands behandelt werden. Denn je nachdem, ob die Ekzeme nässen oder sich trockene, juckende Flecken bilden, bedarf es verschiedener Wirkstoffe. Insgesamt wirken die meisten Inhaltsstoffe in Neurodermitis-Cremes entweder feuchtigkeitsspendend, rückfettend, juckreizlindernd oder entzündungshemmend.

Trockene und juckende Haut: Bei einer nicht-akuten Dermatitis eignen sich insbesondere Öl-in-Wasser-Emulsionen, welche die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen. Unter anderem sollten bei diesem Hautzustand Substanzen wie Glycerin oder Urea verwendet werden. Generell gilt: Je trockener und schuppiger die Haut ist, desto höher sollte der Lipid-Anteil in den Cremes beziehungsweise Salben sein. Bei einer trockenen Haut reicht oftmals bereits eine intensive und reichhaltige Hautpflege aus.

Akut entzündete Haut: Ausgelöst durch Umwelteinflüsse wie Klimaveränderungen, aber auch durch Stress und Nahrungsunverträglichkeiten, können sich nässende und entzündete Ekzeme auf der Haut bilden. Bei der schweren Form von Neurodermitis kommen bevorzugt entzündungshemmende und juckreizlindernde Wirkstoffe zum Einsatz. Ebenso können Umschläge und Wickel in diesem Zustand helfen. Bei extrem schweren Entzündungen der Haut verschreiben Fachärzte häufig Cremes mit Kortison oder Antihistaminika. Einige Studien geben Hinweis darauf, dass eine gute Hautpflege bei Neurodermitis den Einsatz von Kortison-Präparaten senken kann. Umso wichtiger also, auch in nicht-akuten Phasen die Haut richtig zu pflegen. Bei einer schweren Form der atopischen Dermatitis kommen häufig auch zusätzliche Medikamente zum Einsatz.

Tipps zum Kauf einer Neurodermitis-Creme: Darauf solltest du achten

Tipps zum Kauf einer Neurodermitis-Creme

Die richtige tägliche Hautpflege ist enorm wichtig für Menschen mit atopischer Dermatitis. Es ist elementar, die ohnehin geschwächte Haut vor dem Austrocknen zu bewahren, die Hautbarriere zu stärken und Reizungen zu vermeiden. Neurodermitis-Cremes werden sowohl zur vorsorglichen Behandlung in schubfreien Phasen als auch bei akuten Hautzuständen verwendet. Je nach deinem Hautzustand solltest du zwischen verschiedenen Wirkstoffen unterscheiden. Insgesamt gilt: Je trockener die Haut, desto fettiger sollte die Salbe beziehungsweise Creme sein. Dies gilt jedoch nicht bei stark nässenden Ekzemen.

Auf Allergene achten

Ist die Hautbarriere geschwächt, haben hautreizende Substanzen aber auch Allergene ein leichtes Spiel in die Haut einzudringen. Daher ist es von großes Bedeutung, eine möglichst natürliche und nicht-allergene Hautcreme zu verwenden. Wirf immer einen Blick auf die Inhaltsstoffe und lasse sie gegebenenfalls überprüfen, zum Beispiel mittels der App Codecheck. Leider sind spezielle, allergenfreie Produkte auch meistens teurer als herkömmliche Neurodermitis-Creme, etwa wenn auf Duftstoffe wie Parfum verzichtet wird. Einige Betroffene können stark auf die Substanzen reagieren, während sie bei anderen Menschen keine Reaktion auslösen. Daher muss es nicht unbedingt das teuerste Produkt sein – es kommt auf deine individuelle Verträglichkeit an.

Auf bestimmte Fette verzichten

Nicht alle Fette eignen sich gleich gut zur Behandlung von Neurodermitis. So solltest du beispielsweise auf pure Vaseline sowie Melkfett verzichten. Auch das Auftragen von Ölen ist nicht unbedingt von Vorteil: Sie können die Haut auf Dauer eher austrocknen als ihr nachhaltig Feuchtigkeit zu spenden.

Die richtigen Wirkstoffe verwenden

Eine gute Neurodermitis-Creme sollte einige Wirkstoffe aufweisen, die sowohl die Regeneration der Haut unterstützen, als auch die geschädigte Barrierefunktion stärken und die Haut dank feuchtigkeitsspendender Substanzen wieder geschmeidig machen. Viele Feuchtigkeitscremes bieten hier bereits eine gute Option, da sie in erster Linie die Haut vor dem Austrocknen schützen sollen. So zum Beispiel natürliche Omega-6-Fettsäuren, die einen übermäßigen Feuchtigkeitsverlust verhindern können. Weitere wirkungsvolle Inhaltsstoffe in Neurodermitis-Cremes sind folgende:

Licochalcone A

Dieser Wirkstoff unterstützt die Wiederherstellung der geschädigten Hautbarriere. Bei Licochalcone A handelt es sich um ein Flavonoid, das aus den Wurzeln der chinesischen Süßholz hergestellt wird. Seine Wirkungen reichen von antientzündlich bis antibakteriell, antiparasitär und antioxidativ. Weiterhin wird dem Wirkstoff eine krebshemmende Wirkung nachgesagt. Licochalcone A eignet sich deshalb für Neurodermitis-Cremes, da der Wirkstoff Rötungen, Schwellungen und Hautirritationen reduzieren kann.

Panthenol

Panthenol zur Behandlung von Neurodermitis

Auch unter dem Namen Provitamin B5 bekannt, ist Panthenol, ein wichtiger Stoff für die menschliche Gesundheit. Äußerlich angewendet wirkt Panthenol hautberuhigend, feuchtigkeitsspendend, entzündungshemmend und reduziert gereizte oder irritierte Haut. Er wird schon lange als Wirkstoff in Wund- und Heilsalben verwendet, kommt aber auch bei Neurodermitis zum Einsatz.

Urea

Urea bezeichnet Harnstoff – ein natürliches Endprodukt des menschlichen Eiweißstoffwechsels. Der im menschlichen Körper gebildete Harnstoff dient der natürlichen Regulierung des Feuchtigkeitshaushalts, indem er Wasser in der Haut bindet. Daher findet sich Urea nicht nur in zahlreichen Produkten der Dermatologie, sondern auch in Kosmetika. Zellen können sich dank des Harnstoffes besser untereinander verbinden und ihrer Aufgabe, dem Schutz der Haut, effektiver nachkommen.

Deine Haut profitiert von Urea, da es sie geschmeidiger macht, ihre Elastizität erhöht und eine Menge Feuchtigkeit spendet – und das ohne jegliche Nebenwirkungen: Der natürliche Stoff wird vom menschlichen Körper sehr gut vertragen. Auch eignet sich Harnstoff für eine regelmäßige und dauerhafte Anwendung. Achtung ist allerdings bei akuten Ekzemen geboten: Cremes mit einem hohen Anteil an Urea können hier ein brennendes Hautgefühl verursachen. Insbesondere bei Kleinkindern ist deshalb Vorsicht geboten – am besten ist es immer, eine solche Anwendung zuvor mit einem Facharzt abzusprechen. Weiteres über die Wirkungen von Urea-Creme und wie du sie optimal anwendest, findest du in diesem Beitrag.

Polidocanol

Polidocanol ist ein Wirkstoff, welcher in erster Linie zur äußerlichen Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt wird, die ebenso mit Juckreiz einhergehen. Er besitzt sowohl juckreizlindernde als auch schmerzstillende, lokal betäubende und venenverödende Eigenschaften. Der Wirkstoff eignet sich dementsprechend gut bei stark juckender Neurodermitis. Dennoch ist er kein Ersatz für eine antientzündliche Therapie.

Gerbstoffe

Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit werden Gerbstoffe häufig bei Kindern mit Neurodermitis eingesetzt. Der Wirkstoff kommt sowohl bei unterstützenden Behandlungen von Neurodermitis zum Einsatz als auch bei akuten Symptomen. Gerbstoffe wirken entzündungshemmend, juckreizlindernd und darüber hinaus gefäßabdichtend. Ebenso wirken Gerbstoffe schorfbildend: Dieser Umstand kann dafür sorgen, dass sich nässende Ekzeme wieder verschließen.

Neurodermitis-Creme anwenden

Neurodermitis-Creme anwenden

Eine regelmäßige, geeignete Hautpflege ist überaus wichtig bei Neurodermitis – auch wenn keine akuten Phasen vorliegen. Die Haut muss vorbeugend vor dem Austrocknen bewahrt werden, wodurch Schübe reduziert werden können. Am besten trägst du deine individuelle Creme direkt nach dem Duschen beziehungsweise Baden auf. Trockne deine Haut vorher nicht ab, sondern creme auf die noch nasse Haut – das hat den Vorteil, dass das Wasser in der feuchten Haut gehalten wird.

Sind einige Hautstellen rissig oder aufgesprungen, sollte stets eine sehr fettreiche Salbe verwendet werden. Diese am besten über Nacht einwirken lassen.

Alternative Behandlungen zur Neurodermitis-Creme

Nicht nur spezielle Neurodermitis-Cremes können als unterstützende Maßnahme die Hautkrankheit abmildern. Auch weitere Therapien eignen sich, um den Hautzustand zu verbessern beziehungsweise um akuten Stadien der Krankheit vorzubeugen. Im Folgenden klären wir dich über alternative Behandlungen bei Neurodermitis auf.

Salbe: Salben und Cremes werden häufig als Synonyme verwendet, doch insbesondere bei Neurodermitis wird deutlich, dass es sehr wohl einen Unterschied gibt. Salben hinterlassen einen deutlich dickeren Fettfilm auf der Haut als Cremes, was sehr trockener Haut besonders guttut. Cremes basieren mehr auf einer Wasserbasis, wodurch sie in der Regel leichter aufzutragen sind – Salben haben eine deutlich festere Konsistenz. Bei Neurodermitis, die sich durch extrem trockene Haut kennzeichnet, bietet sich daher eher eine geeignete Salbe als eine Creme an.

Lotionen: Während Salben den höchsten Fettgehalt aufweisen, zeichnen sich Lotionen eher durch ihren hohen Anteil an Wasser aus. Sie sind das wasserreichste Pflegeprodukt. Auf der Haut verdunstet die Lotion daher recht leicht, was zwar einerseits einen kühlenden Effekt hat. Andererseits trocknet die Haut auch dementsprechend schneller wieder aus. Bei trockener Haut sind Lotionen daher eher weniger geeignet – umso effektiver sind sie bei nässender Neurodermitis-Haut.

Hyposensibilisierung: Die Hypersensibilisierung wird angewandt, um Allergien längerfristig zu behandeln. Bei dieser Form der Therapie nehmen die Patienten in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren ein bestimmtes Allergen in hochkonzentrierter Form zu sich. Das Ziel ist es, das Immunsystem auf dieses Allergen anzupassen, sodass es lernt damit umzugehen. In der Folge soll die Stärke der Allergie abklingen.

UV-Therapie: Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei Neurodermitis ist die UV-Therapie. UV-Strahlung, beziehungsweise Sonnenlicht, hat nicht nur einen nachweislich positiven Effekt auf unsere Stimmung, sondern auch auf das Immunsystem. Bei der UV-Therapie werden die betroffenen Hautstellen bestrahlt, was unter anderem Entzündungsreaktionen an dieser Stelle hemmt. Die Behandlung findet üblicherweise zwei- bis sechsmal die Woche statt, entweder im Krankenhaus oder einer spezialisierten Arztpraxis. Sonnenstudios eignen sich nicht für eine UV-Therapie.

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