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Azelainsäure: 6 Wirkungen und 4 Tipps zur Anwendung

Mit Azelainsäure kannst du gegen zahlreiche Hautleiden vorgehen – ob Akne, unreine Haut oder gar Rosazea. Sie wirkt nicht nur entzündungshemmend und antibakteriell, sondern gleichzeitig auch wie ein sanftes Peeling. Wir klären dich über Wirkungen und Anwendung von Azelainsäure auf.

Obwohl es zunächst abwegig klingen mag, dass Säure auf der Haut Wunder bewirken soll, so ist dies bei Azelainsäure doch tatsächlich der Fall. Und obwohl wissenschaftliche Studien ihre Wirksamkeit beweisen konnten, wird sie noch heute oftmals unterschätzt. Worum es sich bei Azelainsäure überhaupt handelt, erfährst du im Folgenden.

Was Azelainsäure eigentlich ist

Was Azelainsäure eigentlich ist

Azelainsäure (azelaic acid) zählt zu den Dicarbonsäuren und wird aus Getreidearten wie Weizen, Gerste oder Roggen gewonnen. Sie lässt sich allerdings auch synthetisch im Labor herstellen, was in der Kosmetikindustrie auch vielfach geschieht. Synthetisch hergestellte Azelainsäure ist meist stabiler und wirksamer.

Azelainsäure besitzt antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Außerdem ist sie für alle Hauttypen geeignet, ob fettige, trockene oder normale Haut. Welche Wirkungen du von Azelainsäure erwarten kannst, erfährst du im Folgenden.

So wirkt Azelainsäure in der Hautpflege

Generell wirkt Azelainsäure ähnlich auf die Haut wie ein mildes Exfoliant-Peeling. Diese chemischen Peelings arbeiten mit Säuren, welche Verhornungen auf der Hautoberfläche lösen und den hauteigenen Erneuerungsprozess anregen. Das macht sie oftmals effektiver und auch schonender als mechanische Peelings, welche der Haut im schlimmsten Fall kleine Verletzungen zufügen können und das Hautbild verschlimmern, statt zu verbessern.

Azelainsäure wirkt zusätzlich leicht entzündungshemmend und antibakteriell. Das macht sie zu einem idealen Mittel gegen Akne und andere entzündliche Hautkrankheiten. Weiterhin verfeinert die Dicarbonsäure dein Hautbild und reinigt porentief. Da es zusätzlich als Antioxidans fungiert, kann Azelainsäure auch gegen frühezeitige Hautalterung eingesetzt werden. Im Folgenden klären wir dich detailliert über die Wirkungen von Azelainsäure auf.

Wirkmechanismus von Azelainsäure
Experten vermuten, dass Azelainsäure das Fortschreiten aufkommender Hautprobleme in den oberen Hautschichten hemmen kann. Außerdem löst sie Hornhautverbindungen und wirkt auf diese Weise exfolierend. Aus diesem Grund kann eine regelmäßige Anwendung mit Azelainsäure gegen folgende Leiden helfen: Pigmentflecken (Altersflecken), (Pickel-)Narben, Rötungen und einen leblosen Teint.

Bei Akne

Azelainsäure hilft gegen Akne

Akne ist eine entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen. Zunächst entstehen kleine nichtentzündliche Mitesser, auch Komedonen genannt. Mit der Zeit können aus diesen heraus eine Reihe entzündlicher Prozesse entstehen und Papeln, Pusteln und Knoten werden auf der Haut sichtbar.

Azelainsäure eignet sich deshalb zur Behandlung von Akne, da es sich um ein leicht entzündungshemmendes und antibakterielles Mittel handelt. Sie begünstigt einen normalen Verhornungsprozess der Haut, wodurch der Bildung von Mitessern vorgebeugt wird.

Die Dicarbonsäure eignet sich besonders bei leichter bis mittelschwerer Akne, wobei das Produkt mindestens 15 Prozent Azelainsäure enthalten sollte. Solche Mittel erhältst du verschreibungspflichtig in der Apotheke. Lass dich deshalb zuvor ausführlich von deinem Arzt beraten. Hier erfährst du mehr über die Behandlungsmöglichkeiten bei Akne.

Bei unreiner Haut

Azelainsäure lässt sich auch bei unreiner Haut anwenden, die sich durch Mitesser und kleinere Pickel auszeichnet. Ihre entzündungshemmenden, antibakteriellen und peelenden Eigenschaften lösen die Verhornungen auf der Hautoberfläche, regulieren die Talgproduktion der Haut und verfeinern außerdem die Poren. Das erschwert die Bildung von Pickeln und Mitessern, außerdem wirkt die Haut frischer und strahlender.

Bei Rosazea

Rosazea mit Azelainsäure behandeln

Rosazea ist ebenfalls eine entzündliche Hauterkrankung, die sich kennzeichnet durch kleine Pusteln und Rötungen auf der Gesichtshaut, vorzugsweise an Wangen, Kinn und Stirn. Im Gegensatz zur Akne tritt Rosazea vor allem bei Erwachsenen auf und wird durch innere und äußere Reize (wie etwa Stress) gefördert.

Mittlerweile ist Azelainsäure auch zur Behandlung von Rosazea zugelassen, schließlich zeigt sie hier ebenfalls eine hohe Wirksamkeit. Um Besserung zu erzielen, ist eine Konzentration von mindestens 15 Prozent Azelainsäure erforderlich. Produkte mit einer so hohen Konzentration erhältst du nur mit einer Verschreibung. Lass dich hierzu von deinem Arzt beraten.

Für einen ebenmäßigen und strahlenden Teint

Chemische Peelings unterstützen die Abschuppung der Haut. Denn mit der Zeit können sich abgestorbene Hautzellen auf der Oberfläche ansammeln und unter anderem die Poren verstopfen und damit Unreinheiten begünstigen. Dank der exfolierenden Eigenschaft von Azelainsäure wirkt deine Haut bei regelmäßiger Anwendung ebenmäßiger, strahlender und frischer.

Bei Pickelmalen

Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leidet im Laufe ihres Lebens an unreiner Haut. Sind die Pickel abgeklungen, bleiben teilweise kleine rot-bräunliche Narben oder auch Pickelmale zurück, die zum Teil über Monate oder sogar Jahre sichtbar sind. Azelainsäure wirkt dank ihres peelenden Effekts leicht aufhellend, wodurch dunkle Flecken oder Verfärbungen bei regelmäßiger Anwendung langsam verschwinden können. Das Gleiche gilt übrigens auch für Sonnenschäden wie etwa Pigmentflecken oder Altersflecken.

Gegen frühzeitige Hautalterung

Azelainsäure als Anti-Aging-Mittel

Die zarte Gesichtshaut ist ständig verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Luftverschmutzung, Rauch und UV-Strahlung setzen ihr auf Dauer zu und können eine frühzeitige Hautalterung begünstigen. Azelainsäure besitzt antioxidative Eigenschaften, die Schäden durch freie Radikale mindern und die Haut vor einer frühzeitigen Hautalterung schützen. Weitere Tipps zum Anti-Aging erhältst du hier.

Risiken und Nebenwirkungen

Trotz der Vielzahl an positiven Auswirkungen von Azelainsäure solltest du dir vor einer Anwendung auch über die möglichen Nebenwirkungen und Risiken bewusst sein. Verzichte während deiner Schwangerschaft oder Stillzeit lieber auf den Wirkstoff, auch bei Überempfindlichkeit ist Azelainsäure nicht empfehlenswert.

Vor allem nach den ersten Anwendungen kann deine Haut mit leichten Reizungen reagieren. Sollten diese über längere Zeit bestehen bleiben, verträgt deine Haut den Wirkstoff vermutlich nicht besonders gut. Das trifft häufig auf trockene oder empfindliche Hauttypen zu. Gehörst du zu dieser Hautgruppe, tastest du dich besser langsam an Azelainsäure heran und steigerst die Dosierung nach und nach.

Azelainsäure kaufen

Lange Zeit war Azelainsäure ein Arzneimittel, das du nur in der Apotheke erhalten konntest. Mittlerweile ist der Markt so stark gewachsen, das ein fast unüberschaubares Sortiment der unterschiedlichsten Produkte die Auswahl erschwert.

Besonders wirksam und effektiv ist hochprozentige Azelainsäure von 15 bis 20 Prozent. Produkte mit dieser Konzentration sind verschreibungspflichtig und eignen sich bei hartnäckigen Hautproblemen wie Akne oder Rosazea. Lass dich hierzu ausführlich von einem Dermatologen beraten.

Niedriger dosierte Produkte von unter 10 Prozent findest du in Drogeriemärkten, der Apotheke und vor allem in Online-Shops, wobei die Auswahl hier am größten ist. Um dir die Auswahl zwischen den unzähligen Produkten zu erleichtern, kannst du einen Blick auf die restlichen Inhaltsstoffe werfen. Wirkstoffe wie Aloe Vera beruhigen die Haut zusätzlich, während Duftstoffe allergische Reaktionen auslösen könnten und deshalb besser gemieden werden.

Tipps zur Anwendung von Azelainsäure

Tipps zur Anwendung von Azelainsäure

Damit deine Haut vollkommen von den positiven Eigenschaften von Azelainsäure profitiert, haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt. Halte dich jedoch in jedem Fall auch an die Verpackungshinweise. Denn wie genau das Produkt wirkt, hängt schließlich auch von der Konzentration ab.

Bei kleiner Dosierung

Produkte, die 10 Prozent oder weniger Azelainsäure enthalten, gelten als gering dosiert und können bei kleineren Hautleiden eingesetzt werden. Sie lassen sich gut in die tägliche Hautpflege integrieren, allerdings solltest du dich als Anfänger besser langsam herantasten. Probiere das Produkt aus und beobachte deine Haut. Mache nun mindestens ein bis zwei Tage Pause, bevor du in die tägliche Anwendung übergehst.

Bei hoher Dosierung

Enthält ein Produkt zwischen 15 und 20 Prozent Azelainsäure, gilt es als hoch dosiert und ist nur in der Apotheke erhältlich. Dein Arzt kann es dir bei Akne oder Rosazea verschreiben, bitte ihn also um ausführlichere Informationen. Die möglichen Nebenwirkungen fallen bei hoch dosierten Produkten etwas stärker aus – unter anderem kann deine Haut mit Juckreiz, Rötungen oder Brennen reagieren. Taste dich auch hier vorsichtig heran.

Sonnenschutz tragen

Das A und O bei exfolierenden Produkten ist das Tragen von Sonnenschutz. Denn obwohl die Abschuppung der Haut erwünscht ist, wird sie dadurch anfälliger gegenüber UV-Strahlung. Das erhöht die Gefahr eines Sonnenbrandes, der frühzeitigen Hautalterung und letztlich auch für Hautkrebs. Trage jeden Morgen einen Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 auf, auch wenn es bewölkt ist. Befürchtest du einen Vitamin-D-Mangel, kannst du deinen Arzt um ein Blutbild bitten und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel zu dir nehmen.

Den Produkthinweisen folgen

Wie häufig und intensiv du Azelainsäure nutzen solltest, hängt in erster Linie von der Konzentration ab. Befolge also in jedem Fall die Hinweise des Herstellers und wende das Produkt nicht täglich an, wenn es nur maximal zweimal die Woche verwendet werden sollte. Generell gilt: Taste dich lieber langsam heran, um mögliche Schäden zu vermeiden.

Alternative Wirkstoffe zu Azelainsäure

Alternative Wirkstoffe zu Azelainsäure

Neben Azelainsäure gibt es noch eine Reihe weiterer Wirkstoffe, die einen peelenden Effekt besitzen und bei unreiner Haut, Pigmentflecken oder anderen Hautproblemen helfen können. Was du vor der Anwendung von chemischen Peelings wissen solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Enzym-Peeling

Ein Enzym-Peeling spaltet Proteine auf der oberen Hautschicht, sodass sich abgestorbene Hautzellen lösen können. Bei dieser Art von Peeling kommen in der Regel pflanzliche Substanzen zum Einsatz, wie zum Beispiel Ananas oder Papaya, die in Pulverform angeboten werden.

Sobald die Enzyme mit Wasser in Berührung kommen, entfalten sie ihre zelllösende Wirkung. Daher wendest du das Peeling am besten an, indem du es nach der Gesichtsreinigung zunächst in deinen Händen aufschäumst und anschließend auf die Gesichtshaut aufträgst. Nach einer kurzen Einwirkzeit spülst du das Enzym-Peeling wieder ab.

Ein Enzym-Peeling reinigt porentief und sorgt bei regelmäßiger Verwendung für einen strahlenden Teint und eine verfeinerte Haut. Da diese Art von Peeling sehr sanft ist, ist es auch für sensible und trockene Haut bestens geeignet. Auch Menschen mit Couperose oder Rosacea können zu einem Enzym-Peeling greifen.

Alpha-Hydroxysäure (AHA)

Alpha-Hydroxysäuren, kurz AHAs, sind natürliche Säuren und werden aus den folgenden Lebensmitteln gewonnen:

  • Milchsäure
  • Glykolsäure
  • Zitronensäure
  • Apfelsäure
  • Mandelsäure
  • Weinsäure

AHAs sind sehr effektiv und wirken, indem sie den sogenannten interzellulären Kleber sanft auflösen. Dieser “Kleber” hält abgestorbene Hautzellen zusammen. Löst er sich, können auch die abgestorbenen Schüppchen von der Haut abfallen – das Gesicht wirkt ebenmäßiger und verstopften Talgdrüsen wird entgegengewirkt. Alpha-Hydroxysäuren sind bei trockener Haut geeignet, denn sie unterstützen die Bindung von Feuchtigkeit. Außerdem hellen sie – genau wie Azelainsäure – Pigmentflecken auf, zaubern einen frischen Teint und fördern außerdem die Kollagenproduktion.

Ein AHA-Peeling wendest du auf trockenem Gesicht an und wäschst es anschließend nicht ab. Massiere es sanft und mit leicht kreisenden Bewegungen in die Haut ein, ohne zu viel Druck auszuüben. Typisch an chemischen Peelings ist, dass die Haut leicht zu prickeln beginnt. Dies ist eine normale Reaktion der Haut. Nach mehrmaliger Verwendung gewöhnt sie sich immer mehr an das Peeling, sodass auch das Kribbeln mit der Zeit nachlässt.

Beta-Hydroxysäuren (BHA)

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BHA-Peeling zur Hautpflege

Eine weitere Form von chemischen Peelings bilden Beta-Hydroxysäuren, kurz BHAs. Sie enthalten Salicylsäure und sind besonders geeignet für Haut, die zu Unreinheiten und Mitessern neigt. Denn BHAs wirken entzündungshemmend und gleichzeitig porenreinigend. Sie befreien deine Haut von Talg und Schmutz und beugen damit effektiv der Bildung von neuen Unreinheiten vor.

Außerdem reduzieren Beta-Hydroxysäuren Sonnenschäden wie Pigmentflecken und Pickelmale, die nach dem Abheilen eines Pickels auf der Haut zurückbleiben können. Viele Produkte mit BHA verbessern zusätzlich die Hydratation der Haut und enthalten Antioxidantien, die deine Haut vor negativen Umwelteinflüssen und einer frühzeitigen Hautalterung schützen.

Auch ein BHA-Peeling wendest du auf trockenem und gereinigtem Gesicht an. Ein Abwaschen ist nicht nötig. Mehr über Salicylsäure und wie du sie richtig anwendest, erfährst du in diesem Beitrag.

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