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Kakaobutter: 10 gesunde Wirkungen & Anwendungen des Pflanzenfettes

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Die pflanzliche Butter aus der Kakaobohne wirkt innerlich und äußerlich wohltuend. Sie wird zur Herstellung von leckeren Lebensmitteln sowie in zahlreichen kosmetischen Produkten verwendet. Wir zeigen dir, was du beim Kauf von Kakaobutter beachten solltest, gegen welche Beschwerden du sie einsetzen kannst und wie du sie selbst verarbeitest.

Was Kakaobutter ist

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Für Kakaobutter wird Fett aus der Kakaobohne gewonnen

Kakaobutter ist ein hellgelbes, aromatisches Pflanzenfett, das aus Kakao gewonnen wird. Für die Herstellung werden Kakaobohnen fermentiert, in der Sonne getrocknet, geröstet und von ihrer Schale befreit. Dann werden die Bohnen zu einer Kakaomasse zermahlen und anschließend gepresst. Dabei tritt die Kakaobutter aus. Sie riecht nur leicht kakaoartig, hat aber einen starken Kakaogeschmack. Ihr Schmelzpunkt liegt zwischen 30 und 38 Grad Celsius.

Kakaobäume brauchen ein tropisches Klima, um zu wachsen. Deswegen liegen Kakaoplantagen hauptsächlich in Mittel- und Südamerika, Westafrika und Südostasien. Die wichtigsten Länder für die Herstellung der Kakaobutter sind Ghana, Indonesien, Brasilien, Kamerun, Nigeria und die Elfenbeinküste.

Die aus den Kakaobohnen gewonnene Butter besteht zu knapp 60 Prozent aus gesättigten Fettsäuren, zu etwa 30 Prozent aus einfach gesättigten Fettsäuren und nur einem kleinen Anteil aus mehrfach gesättigten Fettsäuren. Das bedeutet, dass die pflanzliche Butter ein stabiles Fett ist und bei richtiger Lagerung bis zu zwei Jahre lang haltbar ist.

Außerdem enthält Kakaobutter eine minimale Konzentration der Vitamine E und K und Spurenelemente von Kalium.

Nährwerte, Vitamine, MineralstoffePro 10 g Kakaobutter
Brennwert88 kcal (370 kJ)
Fett10 g
davon gesättigte Fettsäuren6,1 g
davon einfach ungesättigte Fettsäuren3,1 g
davon mehrfach ungesättigte Fettsäuren0,2 g
Cholesterin0,3 mg
Vitamin E< 0,1 mg
Vitamin K< 0,1 mg
Kalium< 0,1 mg

Wie gesund Kakaobutter ist

Kakaobutter ist ein Fett und daher eine reiche Energiequelle. Da sie nur wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, ist sie recht stabil und birgt ein geringes gesundheitliches Risiko durch Oxidationen im Körper.

Der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren gilt generell als gesundheitsgefährdend. Das muss aber nicht unbedingt sein. Die in Kakaobutter enthaltene Palmitinsäure ist sogar das im menschlichen Körper am häufigsten vorkommende Fett. Die Stearinsäure kann mitunter sogar gesundheitsfördernde Effekte hervorrufen und sich positiv auf die Blutfettwerte auswirken. Außerdem wandelt der Körper Stearinsäure schnell in Ölsäure um, also eine einfach ungesättigte Fettsäure, die auch in Speiseölen enthalten ist.

Generell ist die Butter aus der Kakaobohne also nicht ungesund. Doch es kommt auf die Form an, in der du sie konsumierst. Kakaobutter in sehr zuckerhaltiger Schokolade ist eine ungünstige Kombination. Doch je höher der Kakaoanteil der Schokolade, desto weniger Gedanken musst du dir über den Zuckeranteil machen.

Ist Kakaobutter vegan?

Rohe Kakaobutter ist ausschließlich aus der Kakaobohne gewonnenes Fett. Sie ist somit frei von tierischen Produkten und komplett vegan. Du findest sie also häufig auf der Zutatenliste veganer Schokoladen oder Kosmetikprodukte und kannst leicht eigene Produkte aus der veganen Butter herstellen.

Kakaobutter kaufen

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Beim Kauf von Kakaobutter auf die Herkunft achten

Du kannst die pflanzliche Butter in leckeren Lebensmitteln wie Schokolade und Nugat verarbeiten, oder auch äußerlich anwenden und selbst Naturkosmetik aus Kakaobutter herstellen. Beim Kauf der rohen Butter musst du einige Dinge beachten.

In üblichen Supermärkten bekommst du die Butter aus der Kakaobohne eher selten. In speziellen Bio-Supermärkten oder Unverpackt-Läden kannst du sie schon eher finden. Ansonsten solltest du im Online-Handel nachschauen. Dort ist die Auswahl deutlich größer und du kannst zwischen verschiedenen Herstellern, Packungsgrößen und Formen, zum Beispiel Block oder Chips, wählen.

Die Qualität und Herkunft des pflanzlichen Fettes ist ausschlaggebend. Wenn du die Butter nutzen möchtest, um eigene Naturkosmetik herzustellen, ist es wichtig, dass sie möglichst biologisch produziert wurde und frei von Pestiziden ist. Das Gleiche gilt natürlich, wenn du sie zur Herstellung von Lebensmitteln verwendest. Um eine biologische Herkunft sicherzustellen, solltest du auf entsprechende Siegel achten. Bei uns in Deutschland weisen das Deutsche Bio-Siegel und das EU-Bio-Siegel darauf hin.

Wirkungen und Anwendungen von Kakaobutter

Aufgrund ihres Geruches, Geschmackes, ihrer Inhaltsstoffe und chemischer Eigenschaften wird die Kakaobutter zu den verschiedensten Zwecken verwendet. Du kannst Produkte mit der Pflanzenbutter kaufen, um von ihren Wirkungen zu profitieren, oder du besorgst sie in roher Form, um sie selbst zu verarbeiten.

In Lebensmitteln

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Schokolade aus Kakaobutter

Kakaobutter wird häufig zur Herstellung von Schokoladenprodukten wie Nugat, dunkler und weißer Schokolade, Pralinen und Brotaufstrichen verwendet oder Milch- und Schmelzschokolade zugesetzt. Außerdem wird sie mit Kakaomasse zu Kuvertüre verarbeitet, also zum Überzug von Gebäck oder Pralinen.

Lebensmittel mit Kakaobutter kannst du auch selbst herstellen. Der Vorteil liegt dabei darin, dass du alle Inhaltsstoffe nachvollziehen und somit an mögliche Allergien und Unverträglichkeiten anpassen kannst. So kannst du zum Beispiel deine eigene vegane und laktosefreie Schokolade machen.

Vegane Schokolade mit Kakaobutter

Du brauchst:

  • 50 g Kakaobutter
  • 50 g Backkakao (gesiebt)
  • 30 g Puderzucker
  • Mark einer Vanilleschote
  • 1 Prise Salz

So gehst du vor:

  1. Schmilz die Kakaobutter im Wasserbad.
  2. Nimm die Butter vom Herd und gib unter ständigem Rühren den Kakao, den Puderzucker und das Mark der Vanilleschote hinzu.
  3. Erwärme die Masse noch einmal kurz im Wasserbad.
  4. Verteile die Masse gleichmäßig in einer Silikonform oder auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech.
  5. Lasse die Schokolade eine Stunde im Gefrierfach fest werden und löse sie aus der Form.

Auch bei der Zubereitung deftiger Speisen kannst du Kakaobutter verwenden. Du kannst mit einer kleinen Menge verschiedene Lebensmittel anbraten, da die Butter sehr ergiebig ist. Sie ist also eine geeignete Alternative zu anderen Fetten, um den Cholesterinspiegel zu senken. Falls du vermeiden möchtest, dass deine Lebensmittel nach Kakao schmecken, kannst du Kakaobutter kaufen, der die Geschmacksstoffe entzogen wurden. Du kannst die pflanzliche Butter auf bis zu 200 Grad Celsius erhitzen und daher auch beim Backen verwenden.

In der Pharmazie

Früher wurde Kakaobutter in Salben oder als Grundlage von Zäpfchen verwendet. Doch aufgrund ihrer Nachteile wie das schlechte Erstarrungsverhalten, der fehlende Volumenverlust beim Erkalten, die kurze Haltbarkeit und das geringe Wasseraufnahmevermögen findet sie heute in Arzneimitteln kaum noch Verwendung.

In Cremes und Seifen

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Kakaobutter spendet der Haut Feuchtigkeit

Die nachteiligen Eigenschaften der Kakaobutter für die Pharmazie können aber auch zum Vorteil genutzt werden. Da Kakaobutter bereits bei Körpertemperatur schmilzt, lassen sich Kosmetikprodukte daraus leicht auf der Haut verteilen. Zudem wirkt es als Träger für weitere pflegende Zusatzstoffe.

Kakaobutter spendet der Haut Feuchtigkeit und versorgt besonders trockene und rissige Haut mit dem nötigen Fett. Dafür ist das enthaltene Kalium verantwortlich. Es reguliert den Wasserhaushalt des Körpers und sorgt für ausreichend Feuchtigkeit und Spannkraft in der Haut.

Das Vitamin K in der Kakaobutter stärkt das Kapillarsystem der Haut, also das Gewebe. Das wirkt dunklen Augenringen, Flecken und Hautkrankheiten wie der entzündlichen Erkrankung Rosazea entgegen.

Vereint sorgen die Inhaltsstoffe der Pflanzenbutter für ein ebenmäßiges Hautbild und eine gleichmäßige Pigmentierung. Besonders in der Gesichtspflege ist die pflanzliche Butter ein beliebter Inhaltsstoff.

Wenn du von Natur aus fettige Haut hast, solltest du auf Pflegeprodukte mit Kakaobutter verzichten, da sie häufig zu fettig ist und zu Hautirritationen führen kann.

Eine Kakaobutter-Creme kannst du mit nur zwei Zutaten selbst herstellen:

Kakaobutter-Gesichtscreme

Du brauchst:

  • 25 g Bio-Kakaobutter
  • 25 g pflegendes Öl wie Mandelöl

So gehst du vor:

  1. Schmilz die Kakaobutter im Wasserbad.
  2. Gieße die geschmolzene Butter in ein steriles Gefäß und füge das Öl hin.
  3. Verschließe das Gefäß luftdicht, schüttle die Masse und lasse sie über Nacht stehen, bis die Creme fest ist.

Du kannst die fertige Creme bei Zimmertemperatur aufbewahren. Sie ist mehrere Monate haltbar, sollte aber keiner Hitze ausgesetzt werden.

Als Lippenpflege

Spröde und trockene Lippen sind besonders schmerzhaft und führen schnell zu unangenehmen und wiederkehrenden Rissen. Lippenpflegestifte enthalten dementsprechend häufig Kakaobutter, um Feuchtigkeit zu spenden und die gereizten Lippen zu beruhigen.

Einen Lippenpflegebalsam kannst du ebenfalls mit natürlichen Zutaten selbst machen:

Kakaobutter-Lippenpflegebalsam

Du brauchst:

So gehst du vor:

  1. Gib die Kakaobutter, das Kokosöl und das Bienenwachs in eine Schale und schmilz die Zutaten im Wasserbad.
  2. Verrühre die Zutaten zu einer homogenen Masse.
  3. Lasse die Masse etwas abkühlen und füge das ätherische Öl hinzu.
  4. Fülle die Masse in Döschen und lasse den Balsam aushärten. Stelle ihn dann für eine Stunde in den Kühlschrank.

Den Lippenbalsam kannst du nun mehrere Wochen benutzen. Da Kokosöl schnell schmilzt, solltest du den Balsam nicht an warmen Orten aufbahren.

In Anti-Aging-Produkten

Kakaobutter befindet sich auch in Anti-Aging-Produkten

Kakaobutter enthält Vitamin E, welches auch als Anti-Aging-Vitamin bekannt ist. Es stärkt die Zellmembran und bewahrt die Zellen vor der frühzeitigen Alterung. Zudem schützt es vor Angriffen freier Radikale, also aggressiver Molekülverbindungen, die Zellschäden und damit einhergehende Hautkrankheiten auslösen können.

In Shampoos

Bei sprödem Haar kann ein Shampoo mit Kakaobutter Abhilfe schaffen. Die gesättigten Fettsäuren dringen tief in die Haarstruktur ein und pflegen es von innen.

Auch bei trockener und empfindlicher Kopfhaut solltest du ein Shampoo mit der Pflanzenbutter probieren. Die Butter wirkt beruhigend und pflegend.

Wenn du zu fettigem Haar neigst, ist von Kakaobutter zugesetztem Shampoo abzuraten. Das würde dein Haar zusätzlich fetten.

Als Badezusatz

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Wohltuender Badezusatz aus Kakaobutter

Da Kakaobutter bereits bei Körpertemperatur schmilzt, eignet sie sich ideal als Massagebar oder für Pflegepralinen. Diese kannst du einfach mit in die Badewanne nehmen. Durch die Wärme schmelzen sie auf der nassen Haut und überziehen diese mit einem pflegenden Film. Das versorgt deine Haut mit ausreichend Feuchtigkeit und du musst dich nach dem Bad nicht zusätzlich eincremen.

Badepralinen aus Kakaobutter kannst du ganz einfach selbst herstellen. Sie tun nicht nur deiner Haut gut, sondern riechen wunderbar und machen sich aufgrund ihrer Pralinen-Form wunderbar als Geschenk.

Badepralinen aus Kakaobutter

Du brauchst:

  • 90 g Kakaobutter
  • 30 g Basisöl (zum Beispiel Mandelöl)
  • Optional: 1 EL getrocknete Blüten
  • Optional: Ätherisches Öl
  • Pralinen- oder Eiswürfelform aus Silikon

So gehst du vor:

  1. Schmilz die Kakaobutter gemeinsam mit dem Öl im Wasserbad.
  2. Lasse die Mischung auf Körpertemperatur abkühlen. Optional kannst du einige Tropfen ätherischer Öle hinzufügen.
  3. Falls du getrocknete Blüten hinzufügen möchtest, gib jeweils ein paar in die Förmchen.
  4. Fülle die geschmolzene Masse in die Form und lasse sie auskühlen.
  5. Löse die ausgehärteten Badepralinen aus der Form.

Da die Badekugeln schnell anfangen, zu schmelzen, solltest du warme Orte zur Lagerung vermeiden. Du kannst sie auch bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren. Eine Badepraline pro Bad reicht, um dich und deine Haut zu verwöhnen. In diesem Artikel findest du weitere Rezepte für Badezusätze.

In der Parfümerie

Die Butter aus den Kakaobohnen wird häufig bei der Enfleurage als Fettschicht genutzt. Enfleurage ist ein Verfahren zur Gewinnung geruchsintensiver Fette aus empfindlichen Blütenpflanzen. Die Butter nimmt die Duftstoffe der Blüten auf. Durch Alkohol werden diese Duftstoffe dem Fett wieder entzogen und zur Herstellung von Parfüm verwendet.

Gegen Narben und Dehnungsstreifen

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Kakaobutter gegen Narben und Dehnungsstreifen

Das pflanzliche Fett aus der Kakaobohne enthält wichtige Vitamine und Fettsäuren, die äußerlich angewendet in die Haut eindringen und das Gewebe glätten, das für Narben verantwortlich ist. Eine regelmäßige Massage mit der Butter kann Narben unauffälliger machen. Die Narben sollten aber nicht älter als zwei Jahre sein.

Die pflanzliche Butter verbessert die Elastizität der Haut und fördert die Produktion neuer, gesunder Zellen im Körper. Du kannst sie also auch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft oder bei großem Gewichtsverlust nutzen.

Gegen Insektenstiche

Kakaobutter wirkt nachweislich als Repellent gegen Insektenstiche. Durch ihren Geruch wehrt sie stechende und saugende Insekten ab. Trage die Pflanzenbutter einfach äußerlich auf deine Haut auf, um Insektenstiche zu vermeiden.

Mögliche Nebenwirkungen

Es ist möglich, dass du allergisch auf Kakao und somit auf die daraus gewonnene Butter reagierst. Allergische Reaktionen können bei der äußerlichen Anwendung auf der Haut auftreten, oder beim Verzehr von kakaobutterhaltigen Lebensmitteln. In einem solchen Fall solltest du auf die Verwendung von Kakaobutter in jeglicher Form verzichten.

Auch bei fettiger Haut ist der Einsatz des planzlichen Fettes in Kosmetikprodukten kontraproduktiv. Die Butter hat einen hohen Fettgehalt und kann bei fettiger Haut zu einer gesteigerten Talgproduktion und verstopften Poren führen. Sie wirkt also komedogen. Daraus resultiert eine unreine und gerötete Haut.

Ähnliches gilt bei fettigem Haar. Das Verwenden von Shampoo mit Kakaobutter fettet den Haaransatz zusätzlich und sorgt für strähniges Haar.

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