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Haarkur selber machen: 7 Tipps + 5 Rezepte für deine Haarmaske

Regelmäßige Haarkuren schützen dein Haar vor Spliss und Trockenheit. Außerdem machen sie das Haar geschmeidig und lassen es gesund aussehen – vorausgesetzt, du wendest die Maske richtig an. Tipps für das Gelingen deiner eigenen Haarmaske + verschiedene DIY-Rezepte findest du in diesem Beitrag.

Aufbau von Kopfhaar

Aufbau von Kopfhaar

Wir behandeln, färben und frisieren sie, doch woraus Haar eigentlich besteht, wissen nicht viele. Dabei könnte gerade dieses Wissen dabei helfen, es besser zu schützen und seinen eigenen Haar-Typ genauer kennenzulernen.

Genau genommen sind Haare ein Gebilde des Faserproteins Keratin und entstehen in sogenannten Haarfollikeln. Das einzelne Haar wird umgeben von einer verhornten Plattenepithel, welches nach oben gerichtete und gleichzeitig gezackte Kanten besitzt. Vorstellen kannst du dir die einzelnen Kanten als dachziegelartig übereinander greifend. Sind sie dicht beieinander (enganliegend), wirkt dein Haar glatt und glänzend. Stehen sie auseinander, erscheint dein Kopfhaar eher spröde und rau.

Es ist übrigens ein Mythos, dass Haare nach dem Schneiden schneller wachsen würden. Genau genommen wächst das durchschnittliche Haar circa 0,3 Millimeter am Tag, was ungefähr einen Zentimeter im Monat entspricht. Fällt ein Haar aus, wird es nach einiger Zeit in der zugehörigen Haarfollikel neu gebildet. Übrigens verlierst du im Durchschnitt zwischen 70 und 100 Haaren am Tag.

Haare sind heute oftmals ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Lebenseinstellungen, die wir nach außen hin zeigen wollen. Doch sie besitzen auch schützende Funktionen, wie etwa vor starker UV-Einstrahlung, Witterungseinflüssen und natürlich vor Kälte.

Wie viele Haare ein Mensch durchschnittlich auf dem Kopf trägt, hängt unter anderem mit seiner Haarfarbe zusammen. Die durchschnittlich meisten Haare besitzen blonde Menschen mit etwa 150.000 in der Anzahl. Gefolgt werden sie von brünetten Menschen mit knapp 110.000 Haaren. Schwarzhaarige besitzen durchschnittlich 100.000 in der Gesamtzahl – und Rothaarige nur rund 85.000.

Haarprobleme und ihre Ursachen

Ursachen von kaputtem Haar und Haarausfall

Fallen deine Haare vermehrt aus, sehen strohig aus oder bilden ungewünschten Spliss an den Spitzen, dann kann das mehrere Ursachen haben. Mitunter spielt deine körperliche Gesundheit eine entscheidende Rolle für das Wohlergehen deiner Haare. Aber auch die falsche Pflege kann sich schnell bemerkbar machen. Typische Haarprobleme und ihre Ursachen stellen wir im Folgenden vor.

Haarausfall

Verringert sich die Haarfülle immer weiter, spricht man von Haarausfall. Neben dem Einsatz bestimmter Medikamente kann der Verlust des Haupthaares mehrere Ursachen haben, etwa eine ungesunde und wenig ausgewogene Ernährung sowie bestimmte Krankheiten. Tipps für eine gesunde Ernährung erhältst du hier.

Die Gesundheit deines Körpers wirkt sich schließlich nicht nur auf innere Organe aus, sondern auch auf Haut und Haare. Sie sind ein erster Indikator dafür, dass dir bestimmte Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder Aminosäuren fehlen. Auch bei Akne und anderen Hautunreinheiten spielt die Ernährung eine zentrale Rolle. Wichtig für dein Haar sind insbesondere Zink und Vitamin E. Das Vitamin schützt dich und deine Haare vor schädlichen freien Radikalen. Weitere Tipps gegen Haarausfall erhältst du hier.

Kaputte Haare

Von kaputtem Haar spricht man im Volksmund, wenn es spröde oder strohig aussieht und zudem Spliss an den Spitzen aufweist. Spliss erkennst du daran, dass sich dein Haar an der Spitze ein- oder mehrmalig teilt. Wie du oben bereits erfahren hast, ist das Haar von einer schützenden Schuppenschicht umgeben, die, solange sie dicht übereinander anliegt, gesund und glänzend aussieht. Stehen die einzelnen Kanten auseinander, wirkt das Haar spröde und glanzlos.

Dass die Schuppenschicht nicht richtig geschlossen und aufgeraut ist, kann mehrere Gründe haben. In den meisten Fällen ist die falsche Pflege dafür verantwortlich, dass dein Haar kaputt aussieht. Häufiges Glätten, heißes Föhnen und Waschen sowie starke Sonneneinstrahlung und Blondieren können die Schuppenschicht auf Dauer stark beschädigen. Seltener hängt dieser Zustand deines Haares damit zusammen, dass du dich schlecht ernährst oder an einer Krankheit leidest. Eine Ursache könnte beispielsweise eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse sein.

So wirken Haarmasken

Wie Haarmasken wirken

In der Haarpflege wird zwischen Spülungen (Conditioner), Haarkuren und Shampoos unterschieden. Ausgenommen sind dabei Produkte zum Stylen der Haare, wie etwa Gele oder Haarfestiger. Mit einem Shampoo entfernst du während der Haarwäsche Rückstände wie Schmutz oder Styling-Produkte. Conditioner ziehen die Haare in der Regel zusammen, was durch ihren sauren pH-Wert verursacht wird. Sie glätten das Haar und gleichen kleinere Unebenheiten aus. Bei welligem und lockigem Haar kannst du Spülungen nach dem Shampoonieren verwenden und dabei dein Haar kämmen oder vorsichtig mit deinen Fingern entwirren.

Haarkuren, auch Haarmasken genannt, wirken von allen Produkten am intensivsten. Einige Produkte müssen nicht einmal wieder herausgewaschen werden, beispielsweise Sprühkuren oder sogenannte Leave-in-Kuren. Ob die Maske kurzfristig (bis zur nächsten Haarwäsche) oder dauerhaft wirkt, hängt wiederum von den Inhaltsstoffen des Produktes ab.

Bei einer Haarmaske wird die Oberfläche des einzelnen Haares sozusagen aufgeraut, sodass die einzelnen Wirkstoffe besser eindringen können. Spülst du die Kur aus, schließt sich die Schuppenschicht und wird geglättet. Es handelt sich übrigens um einen weitverbreiteten Mythos (und falsche Werbeversprechen), dass Kuren kaputtes Haar reparieren können. Eine Maske beugt Spliss und sprödem Haar lediglich vor und lässt es glänzender und gesünder erscheinen. Bei Spliss hilft nur der Gang zum Friseur. Willst du Geld sparen, kannst du deine Spitzen übrigens auch ganz einfach selbst schneiden. Wie das geht, erfährst du hier.

Tipps zur Anwendung einer Haarkur

Tipps für eine gelingende Haarmaske

Ob deine Haarmaske auf Dauer Wirkung zeigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wir geben Tipps, damit deine Haarpracht bald wieder glänzt und sich für dich gut anfühlt.

Den eigenen Haar-Typ kennen

Bevor du eine Maske kaufst oder selbst herstellst, solltest du genau wissen, wo dein persönliches Haar-Problem eigentlich liegt. Schließlich ist nicht nur die eigene Haarfarbe, sondern auch ihre Beschaffenheit ganz individuell. Folgende Fragen solltest du dir deshalb im Vorhinein stellen:

  • Ist dein Haar eher trocken oder fettig?
  • Fehlt es deinem Haar an Glanz?
  • Weisen deine Spitzen vermehrt Spliss auf?
  • Steht dein Haar spröde ab?

Ist dein Haar trocken (was oftmals auch mit einer trockenen Kopfhaut zusammenhängt), benötigst du auf jeden Fall vermehrt Feuchtigkeit. Ist es eher spröde und kraftlos, kannst du ihm mit Proteinen wieder auf die Sprünge helfen. Bei Spliss solltest du auch daran denken, deine Pflege schonender zu gestalten und weniger Hitze zu verwenden.

Vor der Kur richtig pflegen

Bevor du die Haarmaske anwendest, solltest du dein Haar vorsichtig entwirren. Keinesfalls solltest du bei trockenem und kaputtem Haar einfach drauf los kämmen. Damit kannst du es im schlimmsten Fall weiter beschädigen. Besonders einfach fällt das Kämmen, wenn das Haar richtig nass ist. Du kannst es entweder vorsichtig mit deinen Fingern entwirren oder mit einer Bürste durchkämmen. Massiere anschließend die Kur sorgfältig in deine Kopfhaut ein, sodass sich die Wirkstoffe auch hier entfalten können. Verteile die Maske sorgfältig bis in die Spitzen.

Über Nacht wirken lassen

Lass die Haarmaske über Nacht wirken

Wenn du dich dafür entscheidest, die Maske über Nacht wirken zu lassen, dann reicht es, wenn du die Kur nur einmal die Woche verwendest. Pflege dein Haar abends wie im oben beschriebenen Schritt und verteile dann deine Kur gründlich bis in die Spitzen. Umwickele dein Haar anschließend mit einer Haube oder einem Baumwoll-Handtuch, damit sich die Kur später nicht in deinem ganzen Bett verteilt. Spüle die Maske am nächsten Morgen sorgfältig aus. Eventuell musst du dein Haar noch einmal shampoonieren, damit alle Produktreste entfernt werden. Ansonsten könnten die Rückstände dein Haar beschweren.

Übrigens unterscheidet man zwischen kurz- und langfristigen Kuren. Nicht alle handelsüblichen Produkte eignen sich dazu, sie über Nacht zu verwenden.

Regelmäßig verwenden

Experten raten für langfristige Erfolge dazu, etwa ein- bis zweimal die Woche eine Kur anzuwenden. Dabei gilt die Faustregel: Bei kurzem Haar verwendest du etwa eine haselnussgroße Menge, bei längerem Haar eine Portion der Größe einer Walnuss. Tagsüber reicht es, wenn du die Kur etwa 20 Minuten lang im Haar behältst.

Mit Wärme behandeln

Verwende ein warmes Handtuch

Wärme hilft der Maske dabei, besser und intensiver in dein Haar einzudringen. Dafür wärmst du beispielsweise ein Baumwollhandtuch auf oder legst es vor der Verwendung in warmes Wasser. Vergiss jedoch nicht, die Maske später mit kühlem oder lauwarmem Wasser auszuspülen. Hitze kann schließlich deine Kopfhaut angreifen und Trockenheit fördern.

Auf Silikone verzichten

Kaufst du eine Haarkur im Drogeriemarkt, solltest du darauf achten, welche Inhaltsstoffe sie aufweist. Erdöl, Mikroplastik und Duftstoffe sind grundsätzlich eher zu meiden, denn sie können dir und der Umwelt schaden. Achte auch darauf, dass keine Silikone enthalten sind. Sie glätten zwar dein Haar oberflächlich, allerdings hindern sie auch andere Inhaltsstoffe daran, in dein Haar einzudringen.

Kur richtig ausspülen

Besonders bei öligen Kuren hilft es oftmals nicht, sie nur mit Wasser auszuspülen. Deshalb ist es ratsam, deine Haare nach der Einwirkzeit zu shampoonieren, um alle Rückstände loszuwerden. Das gilt auch dann, wenn du feste Zutaten wie Joghurt, Ei oder Banane verwendest.

Haarkuren selber machen: 5 Rezepte

Rezepte für deine DIY-Haarkur

Natürlich kannst du Haarmasken in jedem beliebigen Drogeriemarkt kaufen. Selbstgemachte Produkte haben jedoch den Vorteil, dass sie Kosten sparen und oftmals aus natürlicheren Wirkstoffen bestehen. Außerdem kannst du sie genau an die Bedürfnisse deiner Haare anpassen. Für die Masken kannst du verschiedene Öle verwenden und gerne selbst etwas experimentieren. Diese Öle eignen sich für eine DIY-Haarkur:

Olivenöl-Avocado-Haarmaske

Du brauchst:

  • 1 reife Avocado
  • 50 ml Olivenöl
  • 1 EL Zitronensaft

So geht’s:

Vermische die Zutaten gründlich miteinander. Die Avocado muss reif oder gar überreif sein. Zerquetsche sie zuvor ordentlich mit einer Gabel. Trage anschließend die Maske in deinem feuchten Haar auf und lasse sie mindestens 20 Minuten wirken.

Protein-Haarkur

Rezept für eine Protein-Haarkur

Du brauchst:

  • 3-4 g reines Gelatinepulver
  • 60 ml stilles Wasser
  • 4 Tropfen Zitronensaft
  • 1 TL warmen Honig
  • 1 TL Kokosöl
  • Eventuell etwas Xanthan-Pulver (für mehr Festigkeit, kein Muss)

So geht’s:

Gib die Gelatine in eine Schüssel mit dem Wasser. Füge das Xanthan-Pulver hinzu und erwärme die Mischung, bis sie anfängt zu kochen. Füge anschließend alle restlichen Zutaten hinzu und vermenge sie gründlich miteinander. Lasse die Kur abkühlen, ehe du sie auf dein Haar aufträgst.

Diese Kur eignet sich für poröses, feines und kaputtes Haar. Hängen deine Naturlocken schlaff herunter, kannst du es ebenfalls einmal mit Proteinen versuchen.

Rosmarin-Haarkur

Du brauchst:

  • 3 EL Kokosöl
  • 3 EL Rizinusöl
  • 1 Bund Rosmarinzweige

So geht’s:

Erwärme die Öle in einem Topf, lasse sie jedoch nicht kochen. Gib die Rosmarinzweige kurz dazu und lasse die Mischung anschließend abkühlen. Verteile die Haarkur sorgfältig in deinem feuchten Haar und massiere sie richtig in deine Kopfhaut ein, um die Durchblutung zu fördern und damit dein Haarwachstum anzukurbeln.

Honig-Eier-Haarmaske

Du brauchst:

  • 3 EL Honig
  • 3 Eigelbe

So geht’s:

Erwärme den Honig schonend in einem Wasserbad und verquirle ihn anschließend mit den Eigelben. Danach trägst du die Mischung auf deinem Haar auf und lässt das Ganze mindestens 15 Minuten einwirken. Um die Kur sorgfältig aus deinem Haar herauszuwaschen, solltest du nur kaltes Wasser verwenden. Die Kur eignet sich für strapaziertes und sprödes Haar.

Kokosöl-Bananen-Haarkur

Rezept für eine Kokosöl-Bananen-Haarkur

Du brauchst:

  • 2 EL Kokosöl
  • 3-5 EL Kamillentee
  • 1 pürierte Banane

So geht’s:

Püriere oder zerstampfe die Banane mit einer Gabel, bis sie zu Mus wird. Vermische anschließend alle weiteren Zutaten miteinander. Trage die Kur auf deinem Haar auf und lasse sie für mehrere Stunden (am besten über Nacht) einwirken. Diese Kur beugt effektiv Spliss vor.

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