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Aloe-Vera-Gel selber machen + 8 Anwendungen des Heilmittels

Schon seit Jahrhunderten findet Aloe Vera als Heilpflanze Anwendung. Besonders vielseitig und wirkungsvoll ist dabei Aloe-Vera-Gel, das in den Blättern der Aloe-Vera-Pflanze vorkommt. Bei welchen Leiden du das Gel anwenden kannst und wie du es ganz leicht selber machst, erfährst du hier.

Aloe Vera ist ein wahres Multitalent. Du kannst die Pflanze auf unterschiedliche Weise und bei verschiedenen Leiden einsetzen. Vor allem Aloe-Vera-Gel ist vielseitig einsetzbar. So sorgt es unter anderem für ein junges Hautbild und gesunde Haare. Wie du Aloe-Vera-Gel genau einsetzen kannst, erklären wir dir im Folgenden.

Aloe Vera als vielseitiges Heilmittel

Aloe Vera als vielseitiges Heilmittel

Bei Aloe Vera handelt es sich um eine Wüstenpflanze. Darum wird sie auch als Wüstenlilie bezeichnet. Sie kann überaus gut in trockenen Gebieten überleben, da sie in ihren Blättern eine beachtliche Menge Wasser speichern kann – und zwar pro Blatt bis zu einem Liter. Dieses Wasser wird im Blattmark gespeichert, aus dem später das Aloe-Vera-Gel gewonnen wird. Aufgrund dessen ist es extrem feuchtigkeitsspendend.

Und diese Feuchtigkeit kommt dir bei allerhand Leiden zugute. Doch nicht nur das: Obwohl die Pflanze zu 99 Prozent aus Wasser besteht, steckt sie voller gesunder Nährstoffe. In welcher Konzentration diese genau vorhanden sind, hängt jedoch von den Umweltbindungen ab, unter denen die Pflanze wächst, etwa Sonneneinstrahlung und Nährstoffdichte im Boden. Enthalten sind unter anderem wichtige Vitamine, Enzyme, Mineralstoffe und Aminosäuren.

Allgemein besteht die Aloe-Vera-Pflanze aus drei Teilen: der Blattrinde, dem Blattsaft und dem Aloe-Vera-Gel, das aus dem Blattmark gewonnen wird. Neben dem Pflanzengel hat auch der Blattsaft Wirkungen auf deinen Körper. Der Saft kommt aus den äußeren Blattteilen und besitzt im Gegensatz zum durchsichtigen Gel eine gelbe bis orangene Farbe.

Anwendung findet der Saft vor allem bei Verstopfungen. Er enthält Anthranoide und die Substanz Aloin, die die Durchlässigkeit der Darmwand beeinflussen, so dass sich Salzwasser im Darm sammelt und für einen abführenden Effekt sorgt. Bei Aloe-Vera-Saft handelt es sich um ein Arzneimittel, dessen Anwendung zuvor unbedingt mit einem Arzt besprochen werden sollte – auch weil die genannten Stoffe mitunter schädlich für den Körper sein können. In Aloe-Vera-Gel stecken jedoch weder Anthranoide noch Aloin, weshalb es nicht abführend wirkt und unbedenklich für deinen Körper ist.

Reines Aloe-Vera-Gel selber machen: So geht’s

So stellst du reines Aloe-Vera-Gel her

Reines Aloe-Vera-Gel ohne jegliche Zusatzstoffe findest du nur schwer im herkömmlichen Handel. Da das Gel sehr empfindlich auf Sauerstoff reagiert, muss es innerhalb von kürzester Zeit weiterverarbeitet werden. Dazu wird es meist über mehrere Tage hinweg leicht erhitzt. Auf diese Weise können die empfindlichen Stoffe des Gels jedoch beschädigt werden. Alternativ kommen künstliche Konservierungsstoffe zum Einsatz, die bei einigen Menschen Allergien auslösen können.

Willst du 100 Prozent naturreines Aloe-Vera-Gel anwenden, ist es empfehlenswert, dieses einfach selber zu machen – und zwar mit der Verwendung frischer Blätter. Dazu musst du erst einmal eine Aloe-Vera-Pflanze kaufen. Allerdings eignet sich nicht jede Pflanze zur Herstellung des Gels. Es gibt verschiedene Pflanzengattungen. Einige von ihnen können sogar schädlich für den Menschen sein.

Um Aloe-Vera-Gel selbst herzustellen, solltest du darum unbedingt zur Gattung Aloe Vera Barbadensis Miller greifen. Diese besitzt circa 50 Zentimeter lange und dicke Blätter, die an den Außenseiten gezähnt sind. Sollte sie blühen, entwickelt sie rundliche und gelb- bis orangefarbene Blüten. Zur Herstellung des Aloe-Vera-Gels sollte deine Pflanze mindestens zwölf Blätter besitzen und drei Jahre alt sein. Erst dann ist sie besonders reich an Wirkstoffen, die zahlreiche positive Wirkungen entfalten. Du brauchst:

  • Aloe-Vera-Pflanze
  • Scharfes Messer
  • Löffel
  • Glas
  • Ausgekochtes Einmachglas

Trenne ein Blatt der Aloe-Vera-Pflanze so nah wie möglich an der Basis ab. Nimm dazu ein scharfes Messer und trenne damit das ganze Blatt ab oder ritze es nur an und drehe es dann ab, wenn du sonst andere Pflanzenteile beschädigen würdest. Damit der schädliche Aloe-Vera-Saft ablaufen kann, solltest du das Blatt nun für circa eine Stunde mit der geöffneten Seite nach unten in ein Glas stellen.

Wenn du den Saft vollständig aus dem Blatt entfernt hast, solltest du noch circa einen Zentimeter vom unteren Blatt abschneiden, um mögliche Reste zu entfernen. Nun kannst du die äußere Blattschicht entfernen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Du kannst die Blattschicht entweder mit einem Sparschäler oder Messer entfernen oder aber das Blatt seitlich auftrennen und dann halbieren. Das Gel holst du dann vorsichtig mit dem Löffel heraus.

Fülle das Gel in ein Einmachglas. Im Kühlschrank hält es sich bis zu zwei Wochen. Du kannst das Gel direkt auf der Haut anwenden und sogar in einen Smoothie oder Saft mischen. Alternativ kannst du auch dein eigenes Pflege-Produkt herstellen, indem du das Gel mit wertvollen Ölen und anderen Wirkstoffen vermengst.

Aloe-Vera-Pflege selber machen

Aloe-Vera-Gel ist besonders hautverträglich und eignet sich darum für zahlreiche Hautpflege-Produkte. Mit selbst gemachtem Aloe-Vera-Gel kannst du diese ganz leicht herstellen. Wir stellen dir einige Rezepte vor:

Aloe-Vera-Toner

Für einen feuchtigkeitsspendenden Toner brauchst du nur zwei Zutaten – und zwar Aloe-Vera-Gel und Wasser. Diese mischst du in einem beliebigen Verhältnis zusammen und füllst alles in eine Sprühflasche. Nach der Gesichtsreinigung oder an heißen Sommertagen kannst du diesen Toner nun zur Erfrischung auf dein Gesicht sprühen.

Aloe-Vera-Maske

Aloe-Vera-Gel eignet sich hervorragend als Zutat für eine Gesichtsmaske. Dazu mischst du das Gel einfach in einem beliebigen Verhältnis mit anderen hautpflegenden Inhaltsstoffen wie Heilerde, Manuka-Honig, Kamille und Zaubernuss. Vermenge die Zutaten mit ein wenig Wasser und trage sie dann auf dein Gesicht auf. Nach circa zehn Minuten kannst du die Maske von deinem Gesicht waschen.

Aloe-Vera-Pads

Aloe-Vera-Pads eignen sich hervorragend zur Behandlung lästiger Augenringe. Zur Herstellung brauchst du ausschließlich Wattepads, Aloe-Vera-Gel und Wasser. Mische das Gel mit dem Wasser und tränke die Wattepads in der Flüssigkeit. Damit die Pads sich dem Bereich unter den Augen gut anpassen können, solltest du die Pads zuvor halb durchschneiden. Um sie länger haltbar zu machen, kannst du die Aloe-Vera-Pads einfrieren. Auf diese Weise haben sie zusätzlich einen kühlenden und abschwellenden Effekt. Lasse die Pads dafür circa fünf bis zehn Minuten einwirken.

So machst du Aloe-Vera-Gel haltbar

Aloe-Vera-Gel haltbar machen

Willst du das Aloe-Vera-Gel länger als zwei Wochen aufbewahren, musst du es haltbar machen. Je nachdem, welche Wirkungen du erzeugen möchtest und wie lange du das Gel aufbewahren willst, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ohne viel Aufwand kannst du das Gel in Eiswürfelformen einfrieren. So kannst du jeweils kleine Portionen entnehmen, auftauen oder für einen kühlenden Effekt (beispielsweise bei Insektenstichen) direkt anwenden.

Alternativ kannst du das Gel auch mit Vitamin-C-Pulver oder Vitamin-E-Öl konservieren. Beide Konservierungsmittel wirken stark antioxidativ und verhindern so, dass das Gel durch Oxidation verdirbt. Verwende auf 100 Gramm Gel etwa ein Gramm Vitamin-C-Pulver oder 15 Tropfen Vitamin-E-Öl. Dann hält sich das Aloe-Vera-Gel bis zu sechs Wochen. Noch länger hält es sich, nämlich mehrere Monate, wenn du Weingeist mit 95 Prozent Alkoholanteil verwendest. Der Anteil an Weingeist sollte in der Mischung circa 15 Prozent betragen. Bedenke allerdings, dass Alkohol hautreizend wirken kann und sich damit nur bedingt zur Hautpflege eignet.

Anwendungen von Aloe-Vera-Gel

Aloe-Vera-Gel wirkt überaus positiv bei zahlreichen Leiden. Insbesondere die äußerliche Verwendung des Gels geht mit unzähligen gesundheitlichen Wirkungen einher. Es wirkt beruhigend, kühlend und stark feuchtigkeitsspendend. Aber auch innerlich kannst du das Gel hervorragend anwenden, vorausgesetzt, es ist speziell für diese Verwendung ausgezeichnet. Bei welchen Beschwerden du das Gel genau anwenden kannst, erfährst du im Folgenden.

Bei entzündlichen Hautkrankheiten

Aloe-Vera-Gel ist ein überaus verträgliches Hautpflegemittel und eignet sich darum auch zur Behandlung von entzündlichen Hautkrankheiten. Mit entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkstoffen wie Polysacchariden, Salicylsäure, Enzymen, Vitaminen und Aminosäuren kann das Gel bei akuten Hautbeschwerden schnell für Besserung sorgen, vorausgesetzt, es verzichtet auf hautreizende Konservierungsmittel und Alkohol.

Während Polysaccharide die Haut nachhaltig mit Feuchtigkeit versorgen, ohne die Poren zu verstopfen, wirkt Salicylsäure entzündungshemmend und schmerzlindernd. Die zellschützenden und antioxidativen Vitamine A, C und E beugen weiteren Hautirritationen vor und stärken die Hautbarriere. Darum eignet sich Aloe-Vera-Gel unter anderem zur Behandlung von Akne, Rosazea, Neurodermitis und Schuppenflechte. Bewahrst du es im Kühlschrank auf, hat es zudem eine angenehm kühlende Wirkung auf die Haut.

Bei Sonnenbrand

Aloe-Vera-Gel bei Sonnenbrand

Das natürliche Gel aus der Aloe-Vera-Pflanze bildet eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Präparaten zur Behandlung von Sonnenbrand. Besonders seine hautberuhigenden und kühlenden Eigenschaften können hier schnell für eine Linderung der Symptomatik sorgen. Da die geschädigte Haut zudem viel Feuchtigkeit benötigt, kommt dir auch die extrem feuchtigkeitsspendende Wirkung des Gels zugute. Das Gel ist somit der perfekte Allrounder bei Sonnenbrand. Dies konnte bereits eine Studie der Universität Freiburg bestätigen. Der Studie zufolge reduziert Aloe-Vera-Gel Hautrötungen bei Sonnenbrand effektiver als gering dosierte Kortison-Präparate. Welche Hausmittel du außerdem bei Sonnenbrand anwenden kannst, erfährst du hier.

Zur Wundheilung

Auch die Wundheilung kann Aloe-Vera-Gel unterstützen. Zwar gibt es in diesem Fall noch keine ausreichenden Studien, dennoch enthält das Gel zahlreiche Wirkstoffe, die der Wundheilung zuträglich sind. So kann das Gel die Zellteilung beschleunigen und damit auch den Wundverschluss. Auch die Kollagen-Produktion kann sich erhöhen, wodurch die Haut gestärkt und der Bildung unschöner Narben vorgebeugt wird. Willst du das Gel zum Zweck der unterstützenden Wundheilung anwenden, sollte es allerdings weder reizende Konservierungsstoffe noch Alkohol enthalten.

Bei Insektenstichen

Bei schmerzenden und juckenden Insektenstichen kann Aloe-Vera-Gel ebenfalls Abhilfe leisten – vor allem, wenn du es im Kühlschrank aufbewahrst. Denn dann wirkt das Gel besonders kühlend und somit auch abschwellend. Das beugt Juckreiz vor und kann Entzündungen der Haut abklingen lassen. Du kannst das Gel direkt auf die entsprechende Hautstelle auftragen und musst es nicht abwaschen.

Bei Allergien

Aloe-Vera-Gel bei Allergien

Allergien können sich unter anderem in unschönen, schmerzenden und juckenden Hautausschlägen äußern. In diesen Fällen eignet sich Aloe-Vera-Gel zur Behandlung. Denn ebenso wie bei anderen Hauterkrankungen kann das Gel beruhigend, entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend wirken. Teste das Gel vor der großflächigen Verwendung an einer Hautstelle auf deine Verträglichkeit oder besprich die Anwendung des Gels zuvor mit einem Arzt. Dies gilt insbesondere, wenn du unter sehr empfindlicher Haut leidest.

Bei vorzeitiger Hautalterung

Aufgrund seiner stark feuchtigkeitsspendenden Wirkung eignet sich Aloe-Vera-Gel auch hervorragend als Anti-Aging-Mittel – sowohl pur als auch in Form einer Aloe-Vera-Creme. Das Gel polstert die Haut auf und glättet sie. So können Trockenheitsfältchen verschwinden. Du kannst das Gel auf das gesamte Gesicht auftragen – auch auf die empfindliche Augenpartie. So versorgst du deine Haut effektiv mit Feuchtigkeit und förderst aufgrund der wirkungsvollen Inhaltsstoffe des Gels die Hautregeneration.

Zur Haarpflege

Neben der Hautpflege eignet sich Aloe-Vera-Gel auch bestens zur Haarpflege, speziell für trockene Haare und Kopfhaut. Es sorgt für seidig weiches Haar und kann krausem sowie schuppigem Haar vorbeugen. Dazu verteilst du es vor dem Waschen großzügig auf Kopfhaut und Haare und lässt es einige Stunden einwirken, bevor du es mit Shampoo auswäschst. Zur Pflege der Haarspitzen kannst du es nach dem Waschen zudem verdünnt in den Haarlängen verteilen. Die Anwendung von Aloe-Vera-Gel zur Pflege der Kopfhaut eignet sich auch, wenn du unter entzündeten Hautstellen leidest. Das Gel kann entzündungshemmend wirken und die Wundheilung fördern.

Zum Styling deiner Haare ist Aloe-Vera-Gel ebenfalls geeignet, besonders für deine Wimpern und Augenbrauen. Willst du auf herkömmliche Wimpern- und Augenbrauentusche verzichten, kannst du auch einfach Aloe-Vera-Gel verwenden. Tunke dazu eine saubere Wimpernbürste in das reine Gel und trage es auf die feinen Härchen auf. So kannst du sie den ganzen Tag in Position halten. Achte auch hier wieder darauf, dass keine reizenden Konservierungsmittel und kein Alkohol enthalten ist.

Zur Entgiftung des Körpers

Aloe-Vera-Gel zur Entgiftung des Körpers

Aloe-Vera-Gel wird vor allem zur äußerlichen Anwendung verwendet, doch auch innerlich profitiert dein Körper von dem nährstoffreichen Gel – und zwar in Form eines Aloe-Vera-Drinks. Zur innerlichen Verwendung des Gels eignet sich jedoch nur reines Aloe-Vera-Gel, das frei von jeglichen Zusatzstoffen ist. Verwende am besten ausschließlich frisches Gel aus der Aloe Vera Barbadensis Miller. Achte dabei jedoch besonders darauf, dass du das Gel nicht mit dem Saft und dem darin enthaltenen Aloin verunreinigst. Das könnte mit einigen erheblichen Nebenwirkungen einhergehen.

Reines Aloe-Vera-Gel trägt innerlich zur Entgiftung des Körpers bei. Die enthaltenen Polysaccharide können Schadstoffe aus dem Körper transportieren und damit die Funktion der Leber unterstützen. Auch die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe tragen zu einer optimalen Versorgung deines Körpers bei. Deshalb ist Aloe Vera auch bei einem Detox empfehlenswert. Allerdings finden sich die enthaltenen Nährstoffe auch in anderen Obst- und Gemüsesorten.

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