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Binge Eating Disorder: 6 Symptome, 4 Formen der Therapie + Test

Die Essstörung Binge Eating ist weit weniger bekannt als Magersucht und Bulimie. Dennoch handelt es sich um die häufigste Essstörung hierzulande. Was du über die Krankheit wissen musst und wie du schnell erkennst, ob du selbst oder deine Angehörigen betroffen sind, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist Binge Eating?

Was ist Binge Eating?

Wer unter Binge Eating leidet, verliert regelmäßig die Kontrolle über sein Essverhalten. Es kommt zu Essattacken, während derer der Betroffene in kürzester Zeit eine große Menge an Nahrung zu sich nimmt. Das Essen, das während einer Essattacke verspeist wird, ist in der Regel sehr fettig oder süß.

Von einer Binge-Eating-Störung (englisch binge eating disorder) spricht man dann, wenn die Essattacken mindestens einmal wöchentlich und über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten hinweg auftreten. Während der Essattacken ist der Betroffene in der Regel alleine.

Auf die Attacken folgen Schuldgefühle, Ekel und Depressionen. Dieser Leidensdruck ist entscheidend für die Einstufung des gestörten Essverhaltens als psychosomatische Erkrankung. Mit der Erkrankung geht häufig eine große Scham einher, weshalb Betroffene ihre Erkrankung meist auch vor Freunden und Angehörigen verbergen.

Patienten, die unter Binge Eating leiden, haben in der Regel das Gefühl zu ihrem Körper und auch jedes Gefühl für Hunger oder Sättigung verloren. Sie essen nicht aus einem körperlichen Hungergefühl heraus, sondern um unangenehme Gefühle wie Angst, Trauer oder Langeweile zu betäuben oder eine innere Leere zu füllen.

In Deutschland sind in etwa 2 Prozent der Bevölkerung von der Krankheit betroffen. Vor allem Erwachsene ab dem 20. Lebensjahr sind von der Krankheit bedroht.

Die drei großen Essstörungen: Magersucht, Bulimie, Binge Eating

Die drei großen Essstörungen

Essstörungen gehen regelmäßig durch die Medien. Doch meist geht es dabei um magersüchtige Models oder um junge Frauen, die sich nach dem Essen direkt wieder übergeben, um nicht an Gewicht zu gewinnen. Betroffene von Essstörungen sind in der Vorstellung der Meisten jung, weiblich und untergewichtig.

Aber das Bild ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Mosaik an Krankheiten, das unter dem Begriff Essstörungen zusammengefasst wird. Die drei großen Essstörungen sind Magersucht beziehungsweise Anorexie, Bulimie und Binge Eating. Nur bei der Magersucht sind die Betroffenen in der Regel untergewichtig. Das Gewicht von Bulimikern liegt meist im Normalgewicht, kann aber auch ins Übergewicht oder Untergewicht tendieren. Betroffene von Binge Eating sind normalerweise übergewichtig oder sogar adipös.

Jede Essstörung birgt immense gesundheitliche Risiken und bedeutet eine psychische Belastung für den Betroffenen. Je früher eine Essstörung erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, sie vollständig zu heilen.

Wie sich Binge Eating und Bulimie unterscheiden

Bulimie und Binge Eating sind einander sehr ähnlich. Auch Bulimie-Patienten (Bulimiker) leiden unter regelmäßigen Essattacken, einem Verlust von Körper- und Sättigungsgefühlen und auch sie versuchen, unangenehme Gefühle durch übermäßiges Essen zu betäuben.

Der große Unterschied besteht darin, dass der Bulimiker nach der Essattacke Gegenmaßnahmen ergreift, um die übermäßigen Kalorien wieder loszuwerden. Die häufigsten Gegenmaßnahmen sind dabei selbstinduziertes Erbrechen, übermäßiger Sport oder ein Missbrauch von Abführmitteln. Durch diese Gegenmaßnahmen wird eine Gewichtszunahme größtenteils verhindert.

Die Behandlung beider Krankheiten erfolgt in der Regel ähnlich, da in beiden Fällen der Bezug zum eigenen Körper und dem Essen wiederhergestellt werden muss.

Unterschieden sind jedoch die körperlichen Folgeschäden, die aus den Krankheiten resultieren. Während bei Binge Eating Übergewicht und damit verbundene Stoffwechselstörungen die häufigsten Folgen sind, treten beim Bulimiker Mangelerscheinungen und Störungen im Elektrolythaushalt auf. Die Magensäure, die durch das selbstinduzierte Erbrechen aufgestoßen wird, richtet darüber hinaus gravierende Schäden in der Speiseröhre und an den Zähnen an.

7 Symptome von Binge Eating

7 Symptome von Binge Eating

Die Bezeichnung einzelner Essstörungen sind der Versuch, eine Kategorisierung vorzunehmen, indem prototypische Krankheitsbilder skizziert und benannt werden. Essstörungen treten aber nicht immer auf ein und dieselbe Weise auf. Einzelne Symptome können bei dem einen sehr stark, bei dem anderen abgeschwächt oder gar nicht auftreten.

Hier sollen die typischen Symptome einer Binge-Eating-Störung dargestellt werden. Im Anschluss wird anhand der dargestellten Symptome ein Test erstellt. So kannst du ganz einfach prüfen, ob dein Essverhalten dem Krankheitsbild Binge Eating entspricht oder nicht.

Essattacken

Wie bereits erwähnt, sind wiederholte Essattacken ein Symptom der Erkrankung. Der Betroffene schlingt in kürzester Zeit große Mengen an Nahrung herunter, obwohl er keinen körperlichen Hunger verspürt. In der Regel tendieren Essgestörte bei Essattacken zu "verbotenen" Lebensmitteln, das heißt ungesunden Lebensmitteln, die sie sich im Alltag verbieten.

Wie lange eine Essattacke dauert und wie viel Nahrung zu sich genommen wird, ist abhängig von Schweregrad und Dauer der Erkrankung so wie von Größe und Gewicht des Betroffenen. In der Regel nimmt die Menge an aufgenommener Nahrung im Verlauf der Krankheit zu.

Vor der Essattacke

Eine Essattacke hat in der Regel immer einen Auslöser. In der Psychologie wird dieser als Trigger bezeichnet. Diese Auslöser können alles Mögliche sein: Stress auf der Arbeit, ein abschätziger Blick bis hin zu Mobbing, Angst vor einer Prüfung, eine zu enge Hose, Trauer oder Langeweile. Der Essgestörte ist nicht in der Lage, mit den Emotionen umzugehen, die er empfindet.

Aber wie jeder Süchtige kennt auch der Essgestörte und in diesem Fall Esssüchtige eine schnelle und effektive Lösung. Die unangenehmen Gefühle werden übertönt von dem Gedanken an Essen. So wirkt die Droge "Essen" bereits vor der eigentlichen Essattacke.

Während der Essattacke

Wenn der Betroffene allein ist und seinem Bedürfnis nach Essen nachgibt, ist damit ein kompletter Kontrollverlust verbunden. In kürzester Zeit werden große Mengen an Essen verschlungen. Betroffene schildern, dass sie die Essattacken wie einen Rausch erleben, in dem sie alles andere vergessen.

Das Essen stillt keinen körperlichen Hunger. Deshalb kann das Verlangen auch nicht durch ein Sättigungsgefühl des Körpers gestoppt werden. Signale des Körpers wie Bauchschmerzen werden ignoriert.

Um die Gefühle während einer Essattacke besser zu verstehen, muss man sich einfach nur vorstellen, es handele sich bei Essen um Alkohol oder eine andere berauschende Substanz. Denn für den Esssüchtigen ist Essen genau das, was Alkohol für den Alkoholiker ist: eine berauschende Droge.

Nach der Essattacke

Durch die Essattacke ist der Körper sehr geschwächt. Dazu kommt die seelische Belastung. Zu den unangenehmen Gefühlen, die nun wieder auftauchen, mischen sich Scham, Ekel und Selbsthass. Der Essgestörte verurteilt sich für den Kontrollverlust und den Mangel an Selbstdisziplin.

Unregelmäßiges Essverhalten

Das Essverhalten von Betroffenen ist meistens sehr unregelmäßig. Je nach Häufigkeit der Essattacken essen die Betroffen gar nicht, nur eingeschränkt oder sehr unregelmäßig zwischen den Attacken. Manche versuchen durch besonders restriktives Essverhalten in der Zwischenzeit die Attacken bestmöglich zu kompensieren.

Dazu kommt, dass für viele Betroffene Essen automatisch mit Ekel und Scham besetzt ist und sie deshalb vermeiden, vor oder mit anderen Menschen zu essen.

Erfolglose Diäten

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Diäten begegnen uns überall, sei es in der Frauenzeitschrift, dem Plakat im Fitnessstudio oder der Startseite unseres E-Mail-Anbieters. Personen, die unter Binge Eating leiden, fühlen sich nicht wohl in ihrem Körper. Deshalb ist es nur verständlich, dass sie sich immer wieder auf Diäten und Ernährungstrends einlassen.

Am Beginn jeder Diät steht die Hoffnung, nun endlich die Macht über das Essen und den eigenen Körper wiederzuerlangen. Die Diäten halten in der Regel nicht lange. Die nächste Essattacke ist schon vorprogrammiert.

Diäten können selbstverständlich für Menschen eine Hilfe sein, die schnell und effektiv abnehmen wollen. Es spricht nichts gegen eine gesunde Ernährung oder den Wunsch gesund abzunehmen. Für Menschen, die unter einer Essstörung leiden, sind Diäten jedoch alles andere als eine Hilfe. Erfahrungsberichten zufolge sind es häufig Diäten, die den Weg in eine Essstörung hinein ebnen.

Übergewicht

Die meisten Menschen, die unter Binge Eating leiden, sind übergewichtig. Jedoch kann man umgekehrt nicht von Übergewicht auf die Essstörung schließen. Übergewicht kann unterschiedliche Ursachen haben: Falsche Ernährung oder Stoffwechselerkrankungen können genauso gut Gründe für Übergewicht sein.

Erhebungen zufolge leiden in etwa 1/3 der adipösen, das heißt der stark übergewichtigen Menschen unter Binge Eating. Von Adipositas spricht man von einem BMI über 30. Starkes Übergewicht kann sich auf die Gesundheit auswirken und erhöht das Risiko, an Herz-Kreislauf-Krankheiten, Bluthochdruck, Gelenkerkrankungen und Demenz zu erkranken.

Mangelndes Selbstwertgefühl

Wie die meisten Essgestörten leiden auch Betroffene der Binge-Eating-Störung unter einem sehr instabilen Selbstwertgefühl. Sie schämen sich für ihren Körper und ihren Mangel an Disziplin.

Wie mit diesem Mangel an Selbstwert umgegangen wird, ist ganz unterschiedlich. Viele Essgestörte überspielen ihre Unsicherheit oder aber sie ziehen sich in einen Komfortbereich zurück.

Wer mit einem sehr geringen Selbstwertgefühl durch sein Leben geht, traut sich in der Regel nur wenig zu und erreicht demnach auch weniger als jemand, der sich sicher und wohl in seiner Haut fühlt.

Kontaktschwierigkeiten & sozialer Rückzug

Kontaktschwierigkeiten & sozialer Rückzug

Soziale Interaktion stellt für Betroffene der Binge-Eating-Störung häufig eine Schwierigkeit dar. Das liegt zum einen daran, dass Verabredungen häufig mit Essen verbunden sind. Man geht mit den Kollegen in der Mittagspause in die Mensa, man verabredet sich mit Freundinnen zu Cocktails und Tapas oder man hat ein romantisches Date in einem schicken Restaurant. Essen ist in unserem Alltag omnipräsent. Für Menschen, die unter einer Essstörung leiden, stellt diese Tatsache eine große Belastung dar. So halten sie sich häufig von Verabredungen fern.

Dazu kommt eine übermäßige Müdigkeit in Folge der falschen Ernährung und der starken körperlichen Belastung durch die Essattacken. Menschen mit Binge Eating sind häufig schon durch kleine körperliche Anstrengungen ermüdet. So bleibt nur noch wenig Energie neben der Schule oder der Arbeit.

Erotische Beziehungen oder Partnerschaften sind ein großes Problem für Menschen mit Binge-Eating. Das Schamgefühl und der Ekel in Bezug auf den eigenen Körper machen eine gelebte Sexualität beinahe unmöglich. Auch fällt es ihnen überdurchschnittlich schwer, Vertrauen und emotionale Nähe zu einem Partner aufzubauen.

Ursachen der Krankheit

Ursachen von Binge Eating

Die Ursachen einer Binge-Eating-Erkrankung sind noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, von denen angenommen wird, dass sie zu einer Erkrankung führen können.

Übergewicht im Kindesalter

Erfahrungsberichte aus dem Universitätsklinikum Basel zeigten auf, dass Betroffene überdurchschnittlich oft als Kind übergewichtig waren. Wie genau sich dies jedoch auf das spätere Krankheitsbild auswirkt, ist nicht geklärt.

Falsche Ernährung

Ebenso geht man davon aus, dass eine falsche, nährstoffarme oder fettreiche Nahrung eine Binge-Eating-Erkrankung anstoßen kann. Die Zusammenhänge sind auch hier nicht abschließend geklärt.

Diäten

Erfahrungsberichten zufolge steht am Anfang einer Erkrankung häufig eine missglückte Diät. Man geht davon aus, dass durch ein restriktives Essverhalten ein unstillbarer Drang nach Essen entsteht, der in einigen Fällen eine Binge-Eating-Störung auslöst.

Depressionen

Ein großer Teil der Binge-Eating-Patienten gibt an, bereits unter Depressionen gelitten zu haben. Ob Depressionen eine Essstörung auslösen können, ist jedoch nicht eindeutig zu sagen.

Emotionale Probleme

Es gibt Hinweise darauf, dass Personen, die an Binge Eating erkranken, überdurchschnittlich große Probleme haben, mit Emotionen umzugehen. Gefühle wie Angst, Trauer oder Sehnsucht können nicht normal verarbeitet und angemessen gefühlt werden. Stattdessen werden Emotionen als etwas Bedrohliches empfunden, vor dem man fliehen und sich schützen will.

Mögliche Folgen der Binge-Eating-Störung

Folgen von Binge Eating

Wie alle Essstörungen kommt auch Binge Eating nicht ohne negative und häufig gravierende Folgen für die Betroffenen aus.

Psychische Folgen

Die Krankheit löst bei vielen Betroffenen Depressionen aus. Dazu kommen sozialer Rückzug und nicht selten auch Begleiterkrankungen wie Zwangsstörungen, Substanzenmissbrauch oder Angststörungen.

Körperliche Folgen

Eine Mehrzahl der Binge-Eating-Patienten sind stark übergewichtig. Starkes Übergewicht führt bei vielen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schwere Gelenkprobleme.

Dazu kommt ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken und einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.

Finanzielle Folgen

Je häufiger die Essattacken auftreten, desto höher sind die Geldsummen, die für sie aufgebracht werden müssen. Binge-Eating-Patienten leiden darum häufig unter finanziellen Schwierigkeiten.

Dazu kommt, dass die Krankheit die Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt. Ist die Krankheit sehr stark fortgeschritten oder wird von einer Depression begleitet, kann es sein, dass Erkrankte keiner geregelten Arbeit nachgehen können.

Therapiemöglichkeiten: Hilfe und Selbsthilfe

Therapiemöglichkeiten: Hilfe und Selbsthilfe

Je nach Grad der Erkrankung und der persönlichen Eigenschaften gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit einer Binge-Eating-Erkrankung umzugehen. In der Regel schaffen Betroffene den Ausstieg aus der Sucht jedoch nicht ohne Hilfe von Außen. Sie haben ein Recht, diese Hilfe auch einzufordern.

Binge Eating wird von der Weltgesundheitsorganisation als Krankheit eingestuft. In der ICD-10, der internationalen Klassifikation der Krankheiten, taucht sie unter dem Schlüssel F50.9 auf.

Psychotherapie

Eine Möglichkeit, mit einer Erkrankung umzugehen, ist die Behandlung durch einen Psychotherapeuten. Solche Therapien können in Einzelsitzungen oder aber auch in Form von Gruppentherapien erfolgen. Wie lange eine Therapie dauert, hängt von der Therapieform und der Schwere der Erkrankung ab.

Bei der Entscheidung und der Suche nach einem Therapeuten ist man nicht auf sich allein gestellt. In fast jeder größeren Stadt gibt es Beratungsstellen für Betroffene und auch die Krankenkassen können einem weiterhelfen.

Stationäre Behandlung

Zusätzlich zu einer ambulanten Psychotherapie kann in einigen Fällen eine stationäre Behandlung sinnvoll sein. Es gibt mittlerweile zahlreiche Kliniken, die sich auf die Behandlung von Essstörungen spezialisiert haben.

Diese Klinik sind in der Regel Psychosomatische Kliniken, in denen viel therapeutische Arbeit geleistet wird und die Patienten einen normalen Tagesablauf und ein geregeltes Essverhalten erlernen sollen. Vor allem in der Anfangsphase der Behandlung kann eine kurzzeitige stationäre Betreuung häufig von großem Nutzen sein. Eine solche Auszeit ermöglichst Betroffenen, den Teufelskreis zu durchbrechen, in dem sie durch die Essstörung gefangen sind.

Eine stationäre Behandlung kann jedoch keine längerfristige therapeutische Betreuung ersetzen. Nach einem Klinik-Aufenthalt sollte in jedem Fall eine ambulante Therapie folgen oder fortgesetzt werden.

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen für Patienten mit Essstörungen gibt es überall in Deutschland. Die Termine und Treffpunkte werden in der Regel online bekanntgegeben. Ob eine Anmeldung notwendig ist oder nicht, hängt von der Gruppe ab.

Selbsthilfegruppen sind Treffen von mehreren Betroffenen einer Krankheit, die sich über ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig helfen. Selbsthilfegruppen werden zwar in der Regel von einer Person organisiert, besitzen jedoch keine hierarchische Struktur. De Teilnahme an Selbsthilfegruppen ist üblicherweise kostenlos.

Es hat sich gezeigt, dass die Teilnahme an Selbsthilfegruppen vielen Betroffenen von Binge Eating eine große Hilfe sein kann. Die Teilnahme kann jedoch in der Regel keine professionelle Psychotherapie ersetzen.

Selbsthilfe

Natürlich gibt es auch viel, was man selbst tun kann, um gegen die Essstörung vorzugehen. Es ist wichtig, sein Essverhalten weitestgehend zu normalisieren. Auch wenn es kaum möglich sein wird, von heute auf morgen Essattacken zu vermeiden, sollte auf das Essverhalten zwischen den einzelnen Attacken geachtet werden. Gesunde, vitamin- und nährstoffreiche Nahrung ist hierbei wichtig.

Auch körperliche Bewegung ist unerlässlich. Für Betroffene von Binge Eating ist es wichtig, wieder ein Gespür für den eigenen Körper zu entwickeln. Das geht am besten durch viel Bewegung. Yoga beispielsweise ist perfekt geeignet, um ein Gespür für den eigenen Körper zu gewinnen.

Achtsamkeitsübungen und Übungen für ein stärkeres Selbstbewusstsein können den Heilungsprozess in jeder Phase unterstützen. Denn nur wer lernt, sich selbst wertzuschätzen, wird auch pfleglich mit sich und seinem Körper umgehen.

Tipps für Angehörige

Für Angehörige ist es häufig sehr schwer, mit der Binge-Eating-Erkrankung umzugehen. Grund sind in der Regel ein Mangel an Verständnis für das selbstzerstörerische Verhalten des Betroffenen.

Ein erster Schritt zu einem richtigen Umgang ist immer die Akzeptanz und das Verständnis dafür, dass es sich um eine Krankheit und keine Schwäche des Betroffenen handelt.

Auch wenn psychische und psychosomatische Erkrankungen mittlerweile gesellschaftlich größtenteils akzeptiert sind, ist der Umgang damit häufig noch unsicher. Psychische Erkrankungen sind nicht sichtbar, wie es bei körperlichen Erkrankungen der Fall ist. Dennoch sind sie ebenso schwerwiegend und bedrohlich.

Der Angehörige kann dem Betroffenen eine Hilfe bei der Akzeptanz der Krankheit und im Anschluss beim Auffinden eines Therapeuten oder einer Therapieform sein. Wichtig ist es jedoch, eigene Grenzen klar aufzuzeigen und sich nicht für den Erkrankten aufzuopfern.

Test auf Binge Eating Disorder

Anhand der folgenden Punkte kannst du schnell feststellen, ob du oder ein Angehöriger unter einer Binge-Eating-Störung leidet.

  1. Du hast wiederholt Essattacken.
  2. Diese Essattacken kommen mindestens einmal die Woche vor.
  3. Die Essattacken treten schon seit mindestens 3 Monaten auf.
  4. Du leidest aufgrund der Essattacken.
  5. Nach den Essattacken werden KEINE Mittel zur Kompensation der Kalorienzufuhr (Erbrechen, Sport, Abführmittel) unternommen.
  6. Die Essanfälle charakterisieren sich durch mindestens drei der folgenden Symptome:
  • Du isst sehr schnell
  • Du isst, bis du Bauchschmerzen hast
  • Du isst, obwohl du keinen körperlichen Hunger verspürst
  • Du isst möglichst alleine
  • Nach der Essattacke schämst du dich und/oder ekelst dich vor dir selbst
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