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Milchsäure: 4 Anwendungen & 3 Tipps zu Milchsäurebakterien

Dein Körper wird von unzähligen Mikroorganismen bevölkert. Was sich vielleicht zuerst schlimm anhört, ist aber völlig normal und sogar gut für deinen Körper. Gute Bakterienstämme wie Milchsäurebakterien sorgen nämlich dafür, dass du dich wohl fühlst. Wieso das so ist und wie du Milchsäure genau anwenden kannst, erklären wir im Folgenden.

Besonders für den Verdauungstrakt spielen Milchsäurebakterien eine entscheidende Rolle, aber auch in anderen Bereichen kommt Milchsäure zum Einsatz. Denn die Bakterien und ihr Erzeugnis sind vielfältig anwendbar.

Was Milchsäurebakterien sind

Was Milchsäurebakterien sind

Dein Körper bietet einen Lebensraum für zahlreiche Mikroorganismen. Diese befinden sich unter anderem auf der Haut, den Schleimhäuten und im Verdauungstrakt. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl an Bakterienstämmen, aber auch anderen Bewohnern wie Pilze und Einzeller. Unter ihnen leben viele Stämme sogenannter Milchsäurebakterien. Diese fühlen sich im Verdauungstrakt wie dem Darm und der Mundhöhle sowie in der Vagina besonders wohl und sorgen hier für ein gesundes Gleichgewicht und dein Wohlbefinden.

Denn gute Darmbakterien, zu denen auch die meisten Milchsäurebakterien gehören, halten schlechte Mikroorganismen in Schach und können so Krankheiten verhindern. Sie bilden damit einen wesentlichen Teil des Immunsystems. Wie viele dieser guten Darmbakterien sich in deinem Körper befinden, hängt erheblich mit deinem Lebensstil zusammen.

Schon deine Geburt entscheidet über die Zusammensetzung deiner Darmflora. So übertragen sich die Milchsäurebakterien bei einer natürlichen Geburt von der Mutter auf das Neugeborene. Bei Kaiserschnitt-Geburten fehlt dieser Prozess. So können sich leichter schädliche Bakterien im Darm des Babys anreichern. Darüber hinaus entscheiden auch deine gegenwärtigen Essgewohnheiten über die Zusammensetzung deiner Darmflora.

Denn Milchsäurebakterien stecken in zahlreichen Lebensmitteln. Besonders Milchprodukte enthalten reichlich davon. Milchsäurebakterien sorgen in großer Zahl dafür, dass die Milch andickt. So sind sie beispielsweise zur Herstellung von Joghurt und Käse essentiell. Isst du viel von diesen Lebensmitteln, befinden sich wahrscheinlich auch genug Milchsäurebakterien in deinem Verdauungstrakt.

Unterstützen kannst du deine Darmgesundheit auch mit sogenannten Probiotika. Solche Präparate können deine Darmflora gezielt mit gesunden Darmbakterien aufbauen und schädliche Einzeller verdrängen. Zum Einsatz kommen dabei häufig Laktobazillen, also Milchsäurebakterien, und Bifidobakterien. Auch deine Vaginalflora kannst du mit speziellen Präparaten unterstützen. Erhältlich sind hier sowohl Präparate mit Milchsäurebakterien als auch mit Milchsäure.

Anwendungsgebiete von Milchsäure

Milchsäurebakterien für die Darmgesundheit

Bei Milchsäure handelt es sich um ein Stoffwechselprodukt der Milchsäurebakterien. Diese wandeln Milchzucker in Milchsäure um, die zahlreiche positive Auswirkungen auf den Körper hat. So stabilisiert sie unter anderem den ph-Wert der Schleimhäute und kann gegen Keime vorgehen. Das führt dazu, dass sich schädliche Bakterien und Pilze schlechter vermehren können und sich mehr gute Bakterien entwickeln. Dazu kannst du Milchsäure ganz unterschiedlich anwenden.

Für die Darmgesundheit

Milchsäurebakterien in Form von Probiotika können deine Darmgesundheit erheblich verbessern. Sie bauen deine Darmflora nach Infektionen oder einer Antibiotika-Einnahme wieder auf und können dein Wohlbefinden damit effektiv steigern. Denn eine gestörte Darmflora geht mit belastenden Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung einher. Auch ein Reizdarm kann die Folge sein. Die Beschwerden können also chronisch sein und den Alltag stark einschränken.

Milchsäurebakterien und ihr Stoffwechselprodukt können das Gleichgewicht im Darm wieder herstellen und den Beschwerden auf diese Weise entgegenwirken. Doch nicht jeder Bakterienstamm eignet sich gleich gut, um gegen Darmprobleme vorzugehen oder einfach nur das Immunsystem im Darm zu unterstützen. Einige Bakterienstämme zeigen in Studien eine bessere Wirkung bei bestimmten Beschwerden als andere.

So wirken Lactobacillus acidophilus und Lactobacillus plantarum beispielsweise sehr gut gegen Meteorismus und Flatulenzen, während sie bei Verstopfungen weniger Wirkung zeigen. Wieder andere Bakterienstämme zeigen dagegen bei anderen Beschwerden vielversprechende Wirkungen, können aber Blähungen kaum lindern. Mitunter musst du verschiedene Probiotika testen und für dich selbst herausfinden, mit welchen du gut zurecht kommst.

Für die Vaginalflora

Milchsäure für die Vaginalflora

Milchsäurebakterien spielen auch für die Vaginalflora eine wichtige Rolle. Denn Milchsäure reguliert den ph-Wert der Schleimhäute. Sind zu wenige Laktobazillen vorhanden, gerät dieser aus dem Gleichgewicht. Die Folge ist häufig eine Vaginalmykose, da sich Pilze so leichter ausbreiten können. Um dagegen vorzugehen, sind vor allem Lactobacillus gasseri und Lactobacillus acidophilus geeignet. Diese führst du in Form von Vaginalzäpfchen ein, um deine Vaginalflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Dabei kannst du zwischen Milchsäurebakterien und Milchsäure unterscheiden. Bei leichten Beschwerden reicht es oft schon aus, Milchsäure zu verwenden. Wenn noch genug Milchsäurebakterien vorhanden sind, kannst du den Mikroorganismen mit Milchsäure ein wahres Wohlfühlklima schaffen – nämlich einen sauren ph-Wert. In solch einem Milieu fühlen sich die Laktobazillen am wohlsten, so dass sie sich wieder vermehren können.

Liegt eine schwerwiegendere Schädigung der Vaginalflora vor, können externe Milchsäurebakterien zum Einsatz kommen. Dies sorgt dafür, dass sich natürliche Milchsäurebakterien auf den Schleimhäuten anreichern. Die künstlich zugeführten Bakterien übernehmen dann zeitweise die Funktion der Laktobazillen, so dass sich das Milieu regenerieren kann.

Zur Hautpflege

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Milchsäure zur Hautpflege

Milchsäure kommt nicht nur der Darm- und Vaginalflora zugute, sondern auch deiner Haut. Denn Milchsäure kann abgestorbene Hautzellen abtragen und die Haut sanft peelen. Dabei gehört Milchsäure zu den chemischen Peelings – genauer zu den Alpha-Hydroxy-Säuren (AHA’s) – und wirkt besonders sanft auf die Haut. Je nach Konzentration variiert auch die Intensität des Peelings. Geringe Dosierungen können sogar feuchtigkeitsspendend wirken.

Dabei fördert Milchsäure das Wachstum gesunder Hautzellen, indem es die Haut nur von den geschädigten Zellen befreit. Dabei ist es besonders mild, da es nur an der Hautoberfläche wirkt. Säuren wie Salicylsäure können zwar tiefer in die Haut eindringen und so auch tieferliegende Verschmutzungen lösen, allerdings können sie die Haut auch stark austrocknen. Gerade trockene Hauttypen sollten daher eher zu sanfteren Peelings wie Milchsäure greifen.

Sanft ist Milchsäure auch gerade, weil sie natürlicherweise in der Haut vorkommt. Das sorgt dafür, dass der Körper sie eher erkennt und schneller abbaut. Reizungen und Hautirritationen treten darum seltener auf. Bei einer dauerhaften Anwendung kann Milchsäure somit zu einer glatteren Haut beitragen. Denn Milchsäure löst nicht nur Verhornungen und öffnet die Poren, sondern regt auch die Ceramid- und Kollagenproduktion an, so dass die Säure sich hervorragend als Anti-Aging-Mittel eignet. Mehr Tipps zum Anti-Aging gibt es hier.

Zur Konservierung

Milchsäure zur Konservierung

Dein Körper profitiert auch auf andere Weise von Milchsäure. Diese wird nämlich als Konservierungsmittel eingesetzt und verhindert so, dass du verdorbene Lebensmittel zu dir nimmst. Da Milchsäure den ph-Wert senkt, können sich gesundheitsschädliche Bakterien und Keime weniger gut ausbreiten.

Dieser Effekt wird schon seit Jahrtausenden genutzt. Und auch heute kommt der Stoff darum in der Lebensmittelbranche noch häufig zum Einsatz. Milchsäure findet sich unter anderem in Limonaden und Süßwaren. Auch bei der Herstellung von Marmeladen und Bier kommt Milchsäure zum Einsatz. Natürlicherweise entsteht Milchsäure dagegen bei der Gärung von Kefir und anderen Sauermilchprodukten. Auch Gemüse kannst du mithilfe der Milchsäure sauer einlegen. Wie du Gemüse genau fermentierst, erfährst du hier.

Tipps zur Verwendung von Milchsäurebakterien

Milchsäurebakterien verwenden

Milchsäure und Milchsäurebakterien haben ganz unterschiedliche Funktionen und können dich auf vielfältige Weise unterstützen. Wichtig ist, dass du die Präparate richtig verwendest. Damit du weißt, was du beachten musst, haben wir im Folgenden die wichtigsten Informationen für dich zusammengefasst.

Finde das passende Präparat

Milchsäurebakterien und Milchsäure kommen bei verschiedenen Anwendungsbereichen zum Einsatz. Doch nicht jeder Bakterienstamm und jede Milchsäure eignet sich für jedes Anwendungsgebiet. Darum gibt es spezielle Präparate für den Darm, die Vaginalflora, die Haut und zur Konservierung.

1. Probiotika zum Aufbau der Darmflora enthalten oft viele verschiedene Bakterienstämme in sehr hoher Konzentration, so dass sich diese in relevanter Menge im Darm anreichern.

2. Präparate zur Unterstützung der Vaginalflora enthalten bereits weniger Bakterienstämme, jedoch ebenfalls in hoher Konzentration, weil hier weniger Bakterienvielfalt vorherrscht.

3. Zur Behandlung der Haut kommt Milchsäure zum Einsatz, also das Erzeugnis der Milchsäurebakterien. Dabei handelt es sich um rechtsdrehende Milchsäure, die bereits natürlicherweise im Körper vorkommt.

4. Linksdrehende Milchsäure fermentiert dagegen stärker und ist zur Konservierung geeignet.

Je nach Einsatzgebiet kannst du zwischen den verschiedenen Formen wählen. Zwar kannst du Milchsäurebakterien wie Lactobacillus reuteri auch einzeln erwerben, ohne dass ein bestimmter Anwendungszweck angegeben ist. Allerdings steht bei vielen Präparaten der Anwendungszweck direkt auf der Verpackung, so dass du sicher sein kannst, dass du das richtige Produkt für deine Zwecke auswählst.

Mache eine Milchsäurekur

Eine Milchsäurekur machen

Bei Problemen wie einer Vaginalmykose bietet es sich an, eine Milchsäurekur durchzuführen. Dabei nimmst du über Tage hinweg ein Milchsäure-Präparat in Form von Vaginal-Zäpfchen oder greifst gleich auf Milchsäurebakterien zurück. Mit solch einer Kur kann sich die Vaginalflora regenerieren und die natürlichen Milchsäurebakterien können sich vermehren. Auch bei bakteriellen Infekten wie einer bakteriellen Vaginose kann solch eine Milchsäurekur als Begleitbehandlung hilfreich sein. Zusätzlich ist dabei oft die Einnahme von Antibiotika nötig.

Nach solch einer Antibiotika-Einnahme kann auch die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten. Dann ist ebenfalls eine Darmkur mit Probiotika empfehlenswert. Denn Antibiotika vernichten nicht nur schlechte Bakterien, auch gute Darmbakterien sterben aufgrund der Antibiotika-Einnahme ab. In diesem Fall solltest du deine Darmflora mit Probiotika unterstützen, die Bifidobakterien und Laktobazillen enthalten. Manchmal kann auch eine Darmsanierung hilfreich sein, um die Darmflora gezielt aufzubauen.

Tipp: Es gibt ebenfalls Probiotika-Präparate zum Einnehmen, die spezielle Bakterienstämme für die Vaginalflora enthalten.

Integriere Milchsäure in deinen Alltag

Integriere Milchsäure in deinen Alltag

Milchsäure ist vielfältig und kommt vielfach zum Einsatz. Es lohnt sich also, die hilfreiche Säure in deinen Alltag zu integrieren und von ihren Wirkungen zu profitieren. Verwende doch ein Milchsäure-Peeling in deiner Hautpflege-Routine. Du kannst es sowohl bei unreiner Haut und Akne als auch bei trockener und empfindlicher Haut verwenden. Langfristig kannst du dein Hautbild so positiv verändern.

Auch um Gemüse haltbar zu machen, kannst du auf Milchsäure zurückgreifen. Du kannst Gemüse zuhause fermentieren und es so länger aufbewahren. Auch bei der Herstellung von Kefir, Kombucha, Sauerkraut und Sauerteigbrot kommt Milchsäure zum Einsatz.

Zu guter Letzt kannst du Milchsäurebakterien für die Darmflora und Vaginalflora verwenden. Du kannst sie akut einnehmen oder täglich als Nahrungsergänzungsmittel verwenden, um deine Darm- und Vaginalflora zu unterstützen. Im Akutfall kannst du Milchsäure und Milchsäurebakterien auch als Vaginal-Zäpfchen nutzen, um deine Vaginalflora zu regenerieren. Du kannst also vielfältig von dem Stoff profitieren.

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