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Bindegewebsschwäche: 4 Symptome, 2 Ursachen + 6 Tipps zur Vorbeugung

Ist das Bindegewebe geschwächt, reagiert die Haut mit Cellulite, Besenreisern oder Dehnungsstreifen. Doch obwohl die meisten Symptome kosmetischen Ursprungs sind, kann eine Bindegewebsschwäche auch zu einem medizinischen Problem werden. Was Bindegewebe genau ist und wie du einer Bindegewebsschwäche vorbeugst, erfährst du bei uns.

Obwohl Cellulite, Dehnungsstreifen und Co. vollkommen natürlich und ungefährlich sind, kann das zum Teil schwere Erscheinungsbild viele Betroffene belasten. Dabei lässt sich ein schwaches Bindegewebe durchaus behandeln – und damit die unschönen Dellen, Risse und hervorschauende Äderchen vermeiden. Was Bindegewebe genau ist, erfährst du im Folgenden.

Was eine Bindegewebsschwäche ist

Was eine Bindegewebsschwäche ist

Bindegewebe bezeichnet das Stützgewebe des menschlichen Körpers, welches jedes einzelne Organ umgibt und schützt. Diese Gewebeart besteht aus elastischen Fasern und Kollagenfasern, die gemeinsam alle Strukturen und Organe des menschlichen Körpers festigen und miteinander verbinden.

Aus unterschiedlichen Gründen kann es zu einem Verlust von straffenden Kollagenfasern im Bindegewebe kommen, was die gesamte Haut erschlaffen lässt. Dadurch wird nicht nur die Bildung von Cellulite begünstigt, sondern auch das Entstehen von Besenreisern und letztlich Krampfadern. Doch eine Bindegewebsschwäche ist weit mehr als ein kosmetisches Problem: Durch den Verlust der straffenden Bindegewebszellen, die immerhin alle Organe festigen und schützen, kann deren feste Verankerung nachlassen. Mitunter kann es so zu einer Herabsenkung der Gebärmutter kommen. Verliert das Bindegewebe stark an Elastizität und ihrer Funktionsfähigkeit, so sprechen Mediziner von einer Bindegewebsschwäche.

Um zu verstehen, in welchen Symptomen sich schwaches Bindegewebe äußert, solltest du zunächst die Funktionen und Aufgaben des Bindegewebes kennen.

Funktionen von Bindegewebe

Dein Bindegewebe übernimmt überaus wichtige Funktionen im Körper. Kann es seinen Aufgaben nicht mehr vollständig nachgehen, liegt eine Bindegewebsschwäche vor. Das kann nicht nur ein rein optisches Problem sein, sondern je nach Schweregrad auch ein medizinisches.

Stützfunktion

Die bekannteste Funktion des Bindegewebes ist die stützende. Denn das Gewebe umfasst jedes einzelne Organe und gibt ihm Halt. Immerhin macht Bindegewebe bis zu 60 Prozent der gesamten Körpermasse aus. Doch nicht nur Organe werden von dem wichtigen Gewebe umgeben – auch schützt es Gelenke, Muskeln, Gefäße und Knochen.

Als Wasserspeicher

Neben der Stabilisation der Organe ist das Bindegewebe essenziell für ihre Versorgung. Dank des hohen Wassergehalts von Bindegewebe fungiert es als Wasserspeicher. Außerdem ermöglicht das Gewebe den Transport von Nährstoffen und Sauerstoff zu Organen und Muskeln. Und andersherum sorgt es dafür, dass Abfallprodukte aus den Zellen heraustransportiert werden.

Als Energiespeicher

Nicht umsonst sind eher Frauen von Cellulite betroffen als Männer: Die Evolution hat den weiblichen Körper so gebildet, dass Frauen durch Schwangerschaft und Stillzeit vermehrt Fettgewebe entwickeln. Es mag viele enorm stören, doch die Reserven haben einen wichtigen Zweck: Sie dienen als Energiespeicher für schlechtere Zeiten. Daher sind schlanke Frauen in der Regel seltener von starker Cellulite betroffen als übergewichtige Frauen.

Symptome: Schwaches Bindegewebe erkennen

Symptome: Schwaches Bindegewebe erkennen

Es gibt sowohl die charakteristischen Anzeichen einer Bindegewebsschwäche – wie die Bildung von Dehnungsstreifen und Cellulite – als auch die weniger typischen. Diese spielen sich oft innerlich ab und können nur von einem Facharzt zugeordnet werden. Grundsätzlich äußern sich die Anzeichen einer starken Bindegewebsschwäche oftmals erst im Alter.

Cellulite

Das wohl am häufigsten auftretende Symptom einer Bindegewebsschwäche ist die Cellulite, umgangssprachlich auch Orangenhaut genannt. Sie tritt bei bis zu 90 Prozent aller Frauen über 20 Jahren auf und lässt sich nur schwer behandeln. Hier handelt es sich allerdings um ein rein kosmetisches Problem – gefährlich werden kann Cellulite nicht. Bei der Frau verlaufen die Bindegewebsfasern senkrecht. Darunter liegende Fettzellen können sich durch diese Anordnung der Fasern leicht durch die Lücken schieben und bis an die Oberfläche vordringen. Dieses Phänomen nehmen wir schließlich als die kleinen unschönen Dellen wahr, die wir Cellulite nennen. Da Männer grundsätzlich eine andere Struktur der Bindegewebsfasern besitzen, ist das Hautbild bei ihnen seltener ausgeprägt. Wie du gezielt gegen Cellulite vorgehen kannst, erfährst du hier.

Besenreiser

Eine Bindegewebsschwäche an den Beinen führt nicht selten zu Besenreisern. Diese Hautveränderung ist an sich nicht gefährlich, allerdings kann sie Anzeichen eines anderen Problems sein: Für tiefer liegende Krampfadern. Wann Krampfadern gefährlich werden können und was du gegen sie tun kannst, erfährst du hier.

Ist das Bindegewebe an den Beinen geschwächt, so leiern mit der Zeit die Venenwände aus. Das wiederum führt dazu, dass sogenannte Venenklappen nicht mehr richtig schließen können – das in den Beinen befindliche Blut kann nicht mehr ausreichend zum Herzen gepumpt werden. In der Folge kann sich das Blut in den Gefäßen stauen, was du letztlich in Form von blau-violett-rötlichen Linien unter der Haut wahrnimmst.

Hämorrhoiden

Einer der Hauptgründe für entzündliche und vergrößerte Hämorrhoiden ist zumeist eine Bindegewebsschwäche im Beckenbodenbereich. Denn durch die Erschlaffung der hier befindlichen Muskulatur kann es zu einer oftmals schmerzhaften Ausstülpung des Enddarms kommen.

Gebärmuttersenkung

Eine Gebärmuttersenkung in Folge einer Bindegewebsschwäche tritt oftmals erst im Alter auf. Normalerweise ist das Gewebe um den Beckenboden straff gespannt, was sowohl der Blase als auch der Gebärmutter Halt gibt. Wird das Bindegewebe an dieser Stelle schwächer, so kann es zu einer Herabsenkung kommen. Diese kann zum Teil schmerzhaft werden und sich durch einen verstärkten Harndrang äußern. In einigen Fällen haben die Betroffenen durch die Fehlstellung Schwierigkeiten dabei, ihre Blase vollständig zu entleeren.

Ursachen eines schwachen Bindegewebes

Ursachen eines schwachen Bindegewebes

Die Ursachen für ein erschlafftes Bindegewebe können vielfältig sein. Die gute Nachricht: Zum größten Teil liegt die Gesundheit unserer Haut in unserer eigenen Verantwortung. Nur gegen den Lauf der Zeit und unsere Genetik können wir nicht viel machen. Zu den klassischen verstärkenden Faktoren zählen Bewegungsmangel, eine schlechte Ernährungs- und Lebensweise sowie Rauchen und Alkohol. Welche weiteren Ursachen zu einer Bindegewebsschwäche führen, erfährst du im Folgenden.

Hormonveränderungen

Östrogen ist ein weibliches Geschlechtshormon, welches unter anderem für ein festes Bindegewebe sorgt. Während der Wechseljahre, Schwangerschaft und Pubertät spielen die Hormone bekanntlich leicht verrückt – es kommt zu einer verminderten oder vermehrten Produktion des Geschlechtshormons.

In den ersten zwei Jahren nach dem Eintreten der Wechseljahre kann es bei Frauen zu einem 40-prozentigen Verlust von Kollagen im Unterhautgewebe kommen. Kollagenfasern werden in dieser Zeit immer schwächer, wodurch das Unterhautfettgewebe immer präsenter an die Oberfläche drängt. Junge Mädchen sind dagegen häufig von Dehnungsstreifen betroffen. Der Anstieg der weiblichen Hormone und das schnelle Wachstum des Körpers kann der Haut zusetzen und sie reißen lassen.

Schlechte Ernährungsweise

Einen ebenfalls nicht unbedeutenden Einfluss auf das Bindegewebe nimmt die eigene Ernährungsweise. Kommt es im Körper zu einer Übersäuerung, so hat das neben vielen weiteren gesundheitlichen Nachteilen auch einen negativen Effekt auf das Stützgewebe. Denn über das Bindegewebe werden Nährstoffe an Zellen weitergegeben und Abfallprodukte, zu denen auch Säuren gehören, wegtransportiert.

Es kommt im Körper zu einer Übersäuerung, wenn vermehrt säurebildende Lebensmittel konsumiert werden. In der Regel werden diese durch Basen neutralisiert, ist der Körper – und damit das Bindegewebe – jedoch stark übersäuert, so ist er nicht mehr in der Lage, alle Säuren zu binden. Sie können nicht vernünftig ausgeschieden werden und lagern sich im Gewebe ein. Das wiederum begünstigt ein schwaches Bindegewebe. Zu stark säurebildenden Lebensmitteln zählen Fleisch, Wurst, Fisch und Milchprodukte. Eine ausgewogene Kost aus reichlich Obst und Gemüse kann diesem Phänomen entgegenwirken. Übrigens können auch bestimmte Medikamente zu einer Übersäuerung führen – so zum Beispiel Cortison.

Ebenso schädlich für das Bindegewebe kann stark salzhaltige Nahrung sein, denn diese kann gegebenenfalls zu Wassereinlagerungen führen. Auch eine sehr zuckerreiche Ernährung kann eine Bindegewebsschwäche begünstigen. Nicht nur fördert das süße Nahrungsmittel entzündliche Prozesse im gesamten Körper, es fördert auch das Wachstum der Fettzellen und damit Übergewicht. Mehr über eine zuckerfreie Ernährung erfährst du hier.

Bindegewebe stärken mit diesen Maßnahmen

Maßnahmen: Bindegewebsschwäche vorbeugen

Zum Glück lässt sich das eigene Bindegewebe gezielt stärken und einer Bindegewebsschwäche mit den richtigen Maßnahmen vorbeugen. Du kannst unsere Tipps ganz einfach in deinen Alltag integrieren.

Ausreichend Bewegung

Sich regelmäßig sportlich zu betätigen, hat weitaus mehr Vorteile, als nur die Stärkung des Bindegewebes. Deshalb solltest du immer darauf achten, einen sportlichen Ausgleich neben dem langen Sitzen im Büro zu haben. Dabei ist es ganz egal, ob du dich für Jogging, Schwimmen oder Yoga interessierst: Jede Bewegung tut deinem Körper gut. Besonders bewährt haben sich lange Spaziergänge, Wandern und Nordic Walking. Diese Betätigungen helfen insbesondere bei sich weiter ausdehnenden Krampfadern.

Sport steigert die Durchblutung, fördert den Stoffwechsel und strafft die Haut. Dabei reichen bereits 15 bis 30 Minuten sportliche Betätigung am Tag.

Die richtige Ernährung

Die Art, wie du dich ernährst, nimmt einen entscheidenden Einfluss auf deine Haut. Daher sollte deine Ernährung möglichst ausgewogen sein und aus vielen Vitaminen und Mineralstoffen bestehen. Weiterhin sollte sie fleischarm sein, dafür fettarme Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Fisch enthalten. Letzterer enthält viele wichtige Aminosäuren, die zur Kräftigung des Bindegewebes beitragen. Ein ebenfalls wichtiger Nährstoff für das Stützgewebe ist Vitamin C. Es steckt vermehrt in Zitrusfrüchten und Sanddorn. Auch Ballaststoffe kommen deiner Haut zugute: Neben Leinsamen sind die wichtigen Ballaststoffe auch vermehrt in getrockneten Früchten, Hafer und Vollkornbrot zu finden. Verzichten solltest du dagegen auf zu viel tierisches Eiweiß, denn dieses unterstützt die Übersäuerung des Körpers, was letztlich unter anderem Cellulite fördern kann.

Insbesondere Übergewicht kann zu schwachem Bindegewebe führen und das Erscheinungsbild von Cellulite und Dehnungsstreifen verstärken. Eine gesunde Ernährung in Kombination mit ausreichend Bewegung kann dich bei der Gewichtsreduktion unterstützen. Hier findest du weitere Tipps zum gesunden Abnehmen.

Wechselduschen

Besonders effektiv zur Anregung der Durchblutung sind Wechselduschen. Ferner unterstützt diese Maßnahme den Abtransport von Abfallprodukten. Bei der Wechseldusche duschst du dich zunächst mit warmem Wasser und braust deinen Körper zum Schluss für kurze Zeit mit kaltem Wasser ab.

Einen ähnlich durchblutungsfördernden Effekt haben Massagen und Peelings. Ein Luffa-Handschuh verstärkt den Effekt zusätzlich.

Bindegewebe straffen mit der richtigen Creme

Als unterstützende Maßnahme kannst du Anti-Cellulite-Cremes verwenden. Wie sie wirken, hängt letztlich immer von den verwendeten Wirkstoffen ab. Ätherische Öle, Menthol und CHacoll regen die Durchblutung an und unterstützen so die Straffung der Haut. CHacoll soll darüber hinaus die Kollagensynthese in der Unterhaut fördern, indem es die Bildung neuer Kollagenfasern anregt. Eine Lotion oder Creme wird das Erscheinungsbild eines schwachen Bindegewebes jedoch nicht erheblich reduzieren, weshalb sie lediglich als begleitende Maßnahme zu betrachten ist.

Vor UV-Strahlen schützen

Vor UV-Strahlen schützen

Dass zu viel Sonnenbaden die Haut schnell altern lassen, ist nichts Neues. Weniger bekannt ist allerdings, dass UV-Strahlen auch die kollagenproduzierenden Fibroblasten schädigen können. Diese Schädigung kann mitunter Cellulite fördern. Daher ist es sehr wichtig, immer genügend Sonnenschutz aufzutragen, neben langen Textilien kann auch eine Sonnencreme deine Haut optimal schützen.

DHU Schüsslersalze

Das Schüssler-Salzpräparat Silicea Pentarkan von der DHU ist ein ebenfalls wirksames Mittel gegen eine Bindegewebsschwäche und die damit einhergehenden Folgen. Das Produkt kombiniert die Schüssler-Salze Nr. 1 und 11. Die homöopathisch aufbereiteten Schüssler-Salze sollen spezielle Funktionen der Organe unterstützen und mitunter das Bindegewebe stärken. Schüssler-Salz Nr. 1 ist Calcium fluoratum, welches Anteil an der Stabilität des Stützgewebes nimmt – es beugt damit sowohl Dehnungsstreifen als auch Besenreisern und Krampfadern vor. Schüssler-Salz Nr. 11 ist Silicea, welches auch gerne als Anti-Aging-Salz bezeichnet wird. Auch dieses Salz verleiht Haut und Haaren Festigkeit und kann somit kleineren Knitterfältchen entgegenwirken.

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