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Leinsamen: 5 Wirkungen + 3 Risiken der gesunden Saat

Im Vergleich zu Chia-Samen sind Leinsamen bislang eher unbekannt. Zu unrecht, denn Leinsaat wird schon seit Jahrtausenden als Heilmittel verwendet. Im Folgenden erfährst du alles über die gesunden Samen, von ihrer Wirkung über die größten Risiken bis zu Tipps, wie du sie am besten isst.


Was sind Leinsamen?

Leinsamen

Leinsamen sind die Samen der Lein-Pflanze, die auch als gemeiner Lein oder Flachs bezeichnet wird. Lein ist eine der ältesten und langlebigsten Nutzpflanzen der Menschheit: Sie wurde bereits vor 5.000 Jahren kultiviert und war bis ins 18. Jahrhundert der wichtigste Textilrohstoff, bevor sie durch Baumwolle und Kunstfaser ersetzt wurde. Die Pflanze ist besonders im europäischen und eurasischen Raum verbreitet.

Leinsamen sind traditionelle Heilmittel

Aber auch als Heilpflanze hat Lein eine große Tradition: Bereits in der griechischen Antike wurden das Öl und die Samen der Leinpflanze zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt. Diese Tradition setzt sich bis heute fort: 2005 wurde Lein zur "Heilpflanze des Jahres" gewählt. Ein Großteil dieser Heilkraft liegt dabei in den Samen der Pflanze, die je nach Sorte gold-gelb oder braun sind. Welche Nährstoffe in den kleinen Samen stecken und warum sie so gesund sind, erfährst du im Folgenden.

Nährwerte von Leinsamen

Nährwerte von Leinsamen

Aufgrund ihrer Heilkraft werden Leinsamen schon seit der Antike als Heilmittel genutzt. Die gesunde Wirkung der Samen resultiert in erster Linie aus den kostbaren Inhaltsstoffen, die vor allem in der Schale der Samen stecken.

Leinsaat ist reich an Ballaststoffen

Zu diesen Inhaltsstoffen gehören zum Beispiel Ballaststoffe. Unter Ballaststoffen versteht man unverdauliche Nahrungsbestandteile, die in der Regel in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Nachdem Ärzte und Wissenschaftler lange Zeit dachten, dass Ballaststoffe vom Körper nicht verwertet werden können, weiß man nun, dass sie die Verdauung anregen und verschiedenen Krankheiten vorbeugen können. Daher werden Ballaststoffe mittlerweile als fester Bestandteil einer gesunden, ausgewogenen Ernährung betrachtet.

Leinsaat ist reich an Proteinen

Neben Ballaststoffen finden sich außerdem erstaunlich große Mengen wertvoller Proteine, auch Eiweiße genannt, in den kleinen Samen. Proteine gehören zu den wichtigsten Energiequellen des menschlichen Körpers und finden sich sowohl in tierischen als auch pflanzlichen Nahrungsmitteln. Besonders beim Muskelaufbau spielen Proteine eine wichtige Rolle, sodass vor allem Sportler auf eine eiweißreiche Ernährung achten. Leinsamen sind als Lebensmittel hierfür gut geeignet, denn die Power-Saat besteht zu einem Viertel aus hochwertigem Protein.

Leinsaat ist reich an ungesättigten Fettsäuren

Ein weiterer grundlegender Bestandteil von Leinsamen ist Fett. Der Unterschied zu vielen anderen Lebensmitteln liegt darin, dass es sich dabei um extrem hochwertiges Fett handelt, das dein Körper dringend zum Funktionieren benötigt. Der Fettanteil in Leinsaat besteht nämlich zum größten Teil aus ungesättigten Fettsäuren. Obwohl diese fetthaltigen chemischen Verbindungen essentiell für deinen Körper sind, kann er sie nicht selbst herstellen und muss sie stattdessen über die Nahrung aufnehmen.

Leinsaat bietet sich hier als Lieferant für ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Säure oder Omega-6-Säure an. Beide Substanzen enthalten wiederum Stoffe, die sich nachweislich sehr positiv auf die Gesundheit auswirken, unter anderem gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Kalorien von Leinsamen

Zwar handelt es sich bei dem Fett von Leinsamen um gutes Fett. Doch beeinflusst es trotzdem die Kalorienanzahl der Saat. 100 Gramm Leinsamen enthalten immerhin circa 360 Kilokalorien. Dennoch gibt es keinen Grund, die Samen als Kalorienbombe vom Einkaufszettel zu verbannen. Denn die ballaststoffreichen Samen solltest du eh nur in einer bestimmten Menge essen, um Durchfall zu vermeiden. Ungefähr 45 Gramm Leinsaat gilt als empfehlenswerte Tageshöchstgrenze, die Kalorien werden dadurch schon einmal um die Hälfte reduziert. Und da die wertvollen Vitamine und Mineralien der Samen schon in geringer Menge Wirkung entfalten, sind 20 bis 30 Gramm Leinsaat täglich vollkommen ausreichend.

Leinsaat ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen

Neben zuvor genannten Nährstoffen zeichnen sich Leinsamen durch einen hohen Anteil an Vitaminen und Mineralien aus. Welche das sind und was sie bewirken, erfährst du im Folgenden.

Vitamine in Leinsamen

Vitamine in Leinsamen

Vorrangig zu nennen ist hierbei Vitamin E, das sogenannte "Zellschutz"-Vitamin. Vitamin E stärkt dein Immunsystem und ist dafür bekannt, deine Zellen vor schädlichen Molekülen, den sogenannten freien Radikalen, zu beschützen. Diese freien Radikale versuchen, deine Zellen anzugreifen, wodurch sie sie schädigen und eine vorzeitige Alterung der Zellen verursachen. In der Folge können Krankheiten wie Krebs entstehen.Neben einer großen Menge Vitamin E enthalten Leinsamen zudem das immunstärkende Vitamin C und die Vitamine A und K, die jeweils von großer Bedeutung für Zellen und Stoffwechsel sind.

Minerale in Leinsamen

Neben den zahlreichen Vitaminen sind in Leinsamen außerdem Magnesium und Eisen vorhanden, also zwei Mineralstoffe, die Muskeln und Blutgefäße stärken. Auch Calcium, das die Knochen schützt, und Kalium, das für die Funktion deiner Nervenbahnen grundlegend ist, sind vorhanden.

Wirkungen: So gesund sind Leinsamen

Wirkungen: So gesund sind Leinsamen

Unter der Schale der unscheinbaren Samen verbergen sich viele wertvolle Inhaltsstoffe: Ballaststoffe, Proteine, ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralien machen die kleinen Körner zu einem echten  Superfood, das Chia-Samen oder Hanfsamen nicht nachsteht. Leinsamen eignen sich somit hervorragend als Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Zudem verfügen sie aber auch über Heilkräfte, die seit der Antike genutzt werden.

Leinsamen fördern die Verdauung

Leinsamen sind in erster Linie für ihre positive Wirkung auf die Verdauung bekannt. Warum die Samen so gut wirken, erfährst du hier.

Leinsaat bildet einen Schutzfilm im Darm

In der Samenschale finden sich sogenannte Schleimstoffe. Im Verdauungstrakt kommen diese Schleimstoffe mit Flüssigkeit in Verbindung und quellen auf. Das hat zwei Auswirkungen zur Folge: Erstens legt sich der Schleim wie eine Schutzschicht an die Wände von Magen und Darm. Das verhindert die Aufnahme von Schadstoffen, die über die Ernährung transportiert werden können, und kann entzündliche Krankheiten wie Gastritis lindern. Zweitens wirkt der Schleim wie ein Schmiermittel und sorgt dafür, dass Verdauungsprodukte im Darm zügig weitertransportiert werden.

Leinsaat regt die Darmaktivität an

Da die Samenkörner aufgrund von Schleimstoffen im Darm aufquellen, vergrößern sie das Volumen des Darminhalts, was ebenfalls die Verdauung anregt. Daher gelten Leinsamen seit jeher als natürliches Mittel gegen Verstopfung und Magen-Darm-Probleme. Wenn dir dein Verdauungstrakt häufig Probleme bereitet, kannst du Leinsamen mit Flohsamenschalen kombinieren. Diese reinigen den Darm und helfen somit, deinen Allgemeinzustand zu verbessern und dein Immunsystem zu stärken.

Leinsamen helfen beim Abnehmen

Leinsamen helfen beim Abnehmen

Die Schleimstoffe innerhalb der Leinsamenschale bewirken, dass die Samen im Darm aufquellen und dadurch die Verdauung fördern. Doch wie hilft das beim Abnehmen?

Leinsaat macht langanhaltend satt

Diese Wirkung hat aber noch einen weiteren, äußerst nützlichen Nebeneffekt: Wenn die Samen aufquellen, werden sie dadurch größer. Das bedeutet, das Volumen deines Darminhalts wächst. Was auf Anhieb etwas unappetitlich klingt, birgt einen großen Vorteil: Je größer der Inhalt von Magen und Darm, desto stärker das Sättigungsgefühl.

Mit Leinsamen gesund und langfristig abnehmen

Leinsamen eignen sich deswegen gut als Hilfsmittel, wenn du Gewicht verlieren möchtest. Denn sie sorgen dafür, dass dein Sättigungsgefühl länger anhält, und wirken dadurch Naschereien und unkontrollierten Essschüben entgegen. Leinsamen im Essen können dir deswegen helfen, wenn du schnell abnehmen möchtest. Als Teil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung helfen dir die Samen aber vor allem bei einer langfristigen, gesunden Gewichtsreduktion.

Leinsamen können Krebs vorbeugen

Leinsamen können Krebs vorbeugen

Leinsamen besitzen einen relativ hohen Fettanteil. Dieses Fett ist nicht schädlich, sondern besteht im Gegenteil zum Großteil aus ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3-Säuren. Diese bestehen wiederum aus verschiedenen Stoffen, beispielsweise Linolen-Säure, die für deine Gesundheit wichtig sind. So trägt Linolen-Säure aus der Gruppe der Omega-3-Säuren aktiv dazu bei, Herzinfarkten und Schlaganfällen vorzubeugen. Die Säure ist jedoch noch aus einem anderen Grund relevant: Sie enthält Lignane. Das sind pflanzliche Stoffe, die scheinbar eine antioxidative Wirkung besitzen.

Durch diese antioxidative Wirkung verhindern sie die Entstehung schädlicher Moleküle, der sogenannten freien Radikale. Diese greifen deine Zellen an und können unter anderem  Krebserkrankungen auslösen. Die Lignane aus der Omega-3-Fettsäure von Leinsamen hemmen nicht nur die Entstehung dieser schädlichen Stoffe, sie bekämpfen sie auch und beschützen deine Körperzellen. Aufgrund dieser Wirkung legen medizinische Studien nahe, dass Leinsamen durch die enthaltenen Lignane Krebs vorbeugen oder bei seiner Bekämpfung helfen können.

Leinsamen gegen hormonelle Beschwerden

Leinsamen gegen hormonelle Beschwerden

Leinsamen sind nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht nur im Kampf gegen Krebs von Nutzen, sie helfen auch bei hormonellen Beschwerden. Auch hier spielen die Pflanzenstoffe Lignane eine signifikante Rolle. Die chemische Struktur dieser Stoffe, die Bestandteil der reichlich in Leinsamen enthaltenen Omega-3-Säuren sind, ähnelt nämlich stark der chemischen Struktur des Hormons Östrogen.

Was ist Östrogen?

Östrogen ist das wichtigste weibliche Sexualhormon und übernimmt zahlreiche essentielle Funktionen im Körper. Doch Östrogen kann sich auch negativ auswirken: Ein Überschuss des Hormons kann beispielsweise zu hormonellen Beschwerden führen, ob Pubertät oder Wechseljahrsbeschwerden. Auch bei der Entstehung von Brustkrebs spielt Östrogen eine Rolle.

So hängen Lignane und Östrogen zusammen

Lignane werden von deinem Körper wie Östrogen behandelt und verwendet, doch der Pflanzenstoff wirkt sanfter als das Hormon. Er hilft somit, die Funktionen auszuführen, die Östrogen im Körper zukommen, birgt aber ein deutlich geringeres Risiko von Nebenwirkungen. Eine tägliche Aufnahme von Lignanen in Form von Leinsaat kann daher dazu beitragen, hormonelle Beschwerden zu lindern und schädlichen Nebenwirkungen vorzubeugen.

Leinsamen gegen hohe Cholesterin-Werte

Cholesterin ist ein lebensnotwendiger Stoff für deinen Körper. Er stellt es sogar selber her, nämlich in der Leber. Zusätzlich dazu nehmen wir aber auch noch Cholesterin durch tierische Nahrungsmittel auf. Das kann dazu führen, dass wir zu viel Cholesterin im Körper haben. In diesem Fall lagert es sich in den Blutbahnen ab, wo es zu Verstopfungen und Verkalkungen führt. Diese Verstopfungen können Folgekrankheiten wie Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigen.

Leinsamen enthalten eine große Menge Omega-3-Fettsäuren, die genau dagegen wirken. Sie sorgen dafür, dass der Cholesterinspiegel nicht übermäßig steigt und halten Blutgefäße und Venen geschmeidig.

Risiken von Leinsamen

Risiken von Leinsamen

Obwohl Leinsamen sich sehr förderlich auf deine Verdauung auswirken, beim Abnehmen helfen und verschiedenen Krankheiten vorbeugen können, ist die Einnahme der Samen mit verschiedenen Risiken verbunden. Im Folgenden erfährst du, worauf du achten musst, um die gesunden Samen sicher einnehmen zu können.

Leinsamen können den Darm verstopfen

Die in der Samenschale enthaltenen Schleimstoffe sorgen dafür, dass Leinsaat im Verdauungstrakt Schleim absondert und aufquillt. Das bewirkt, dass die Schleimhäute von Magen und Darm mit einem Schutzfilm belegt und die Verdauung angeregt wird. Leinsamen können deshalb auf natürlichem Wege Verstopfungen lösen sowie Blähungen und Bauchkrämpfe lindern.

Leinsamen brauchen Zeit, um zu wirken

Um diese vorteilhafte Wirkung zu entfalten, sind jedoch zwei Faktoren essentiell: Zeit und Flüssigkeit. Die Wirkung der Samen setzt in der Regel nach frühestens 12 Stunden ein, manchmal auch erst nach einem Tag. Als spontane Lösung gegen akute Beschwerden ist Leinsaat daher nicht geeignet, erst recht nicht in großen Mengen. Vielmehr sollten die Samen regelmäßig konsumiert werden, um deine Verdauung dauerhaft zu unterstützen.

Leinsamen brauchen Flüssigkeit, um zu wirken

Das geht allerdings nur, wenn die Leinsamen mit ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden. Ansonsten kann sich ihre verdauungsfördernde Wirkung ins Gegenteil verkehren: Bei mangelnder Flüssigkeit können die Samen deinen Darm verkleben, Verstopfung, Krämpfe und andere Beschwerden auslösen. Über den Tag hinweg solltest du deshalb mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Wenn es dir schwer fällt, viel Flüssigkeit zu dir zu nehmen, kannst du dein Trinkverhalten trainieren. Richtig trinken ist nämlich essentiell für die Gesundheit.

Leinsamen können Blausäure bilden

Neben zahlreichen Vitaminen, Mineralien und ungesättigten Fettsäuren enthalten Leinsamen auch sogenannte Cyanogene Glykoside. Das sind chemische Stoffe, aus denen Blausäure entstehen kann. Das ist eine giftige Säure, deren Verzehr in hohen Dosen für Menschen tödlich sein kann.

Tageshöchstgrenze beachten

Wenn der Verzehr von Leinsamen gesundheitsgefährdend wäre, wären die Samen natürlich nicht zum Verzehr zugelassen. Du solltest jedoch darauf achten, dass du eine bestimmte Tagesdosis nicht überschreitest. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält eine Verzehrmenge von 15 Gramm pro Mahlzeit für unbedenklich. Geht man von einem Schema von drei größeren Mahlzeiten pro Tag aus, bedeutet das eine Tageshöchstgrenze von 45 Gramm.

Diese Dosis zu überschreiten, ist aufgrund des hohen Ballaststoffanteils von Leinsaat sowieso nicht ratsam. Da die Ballaststoffe der Samen zusätzlich zu den vorhandenen Schleim- und Quellstoffen die Verdauung anregen, kann es andernfalls schnell zu Durchfall kommen.

Leinsamen können die Wirksamkeit von Medikamenten hemmen

Leinsamen können die Wirksamkeit von Medikamenten hemmen

Die Schale von Leinsamen enthält Schleimstoffe. Diese werden freigesetzt, wenn sie im Verdauungstrakt mit Flüssigkeit in Berührung kommen, und bilden einen Schutzfilm, der Magen- und Darmschleimhäute vor schädlichen Einflüssen schützt. Dieser Schutzfilm kann jedoch dazu führen, dass Medikamente, die über die Verdauung aufgenommen werden sollen, nicht in die Schleimhaut eindringen können. Sie werden also nicht richtig aufgenommen und können dementsprechend nur eine verminderte oder gar keine Wirkung entfalten.

Deshalb solltest du Leinsamen und Medikamente immer in einem zeitlichen Abstand von zwei bis drei Stunden zueinander einnehmen.

Tipps zur Anwendung: Wie sollte man Leinsamen essen?

Leinsamen lassen sich schnell und einfach in den Speiseplan integrieren. Dabei gibt es jeweils zwei große Unterschiede: Du kannst die Samen einerseits pur essen oder als Beilage in anderen Gerichten. Und andererseits hast du die Wahl zwischen ganzen und geschroteten Leinsamen.

Leinsamen als Beilage essen

Als Beilage kannst du Leinsaat in der Küche äußerst vielseitig verwenden: Du kannst sie ins Müsli oder in den morgendlichen Joghurt streuen, Salate damit garnieren, Soßen verfeinern oder beim Backen verwenden. Diese Methoden haben den Vorteil, dass du dir die Wirkung der Samen quasi nebenbei verabreichst, während du alte Rezepte aufpeppst und für eine vielfältige Ernährung sorgst. Außerdem kannst du die Menge der Samen je nach Gericht und Anzahl der Essenden variieren. Die Tageshöchstgrenze wirst du auf diese Art kaum überschreiten.

Leinsamen pur essen

Auf der anderen Seite kannst du die nussigen Samen auch pur verzehren. Das bietet sich besonders an, wenn dir der Geschmack gefällt und wenn es dir gezielt darauf ankommt, die Wirkung der Samen zu maximieren. Grundsätzlich werden zwei Esslöffel der Pflanzensaat zur Einnahme empfohlen. Gerade zu Beginn ist es jedoch sinnvoll, mit einer kleinen Portion, zum Beispiel einem Teelöffel, anzufangen und deinen Körper langsam an die ballaststoffreiche Kost zu gewöhnen. Ansonsten kann es zu Durchfall kommen.

Denke außerdem daran, nach dem Verzehr der Saat mindestens ein großes Glas Wasser zu trinken, damit die Samen ordnungsgemäß aufquellen können. Behalte außerdem im Hinterkopf, dass Leinsamen nicht sofort wirken, sondern dass ihre Wirkung erst nach einigen Stunden, manchmal auch Tagen einsetzt.

Geschroteter Leinsamen

Geschroteter Leinsamen

Leinsamen ist allgemein in zwei Formen erhältlich: Du kannst die Körner sowohl in ihrer ursprünglichen, ganzheitlichen Form erwerben, oder du greifst zu geschroteten Leinsamen. Geschrotete Leinsamen sind grob zerkleinert, was zur Folge hat, das ihre Samenschale aufgebrochen wurde.

Dadurch wirken geschrotete Leinsamen deutlich besser als ganze. Denn weil die Schale der Saat bereits aufgebrochen ist, können im Verdauungstrakt die Schleimstoffe bei Kontakt mit Flüssigkeit ungehindert austreten und aufquellen. Auch die enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und ungesättigten Fettsäuren sind für deinen Körper viel besser zugänglich, wenn die Samen bereits zerkleinert wurden. Wenn es dir also um die Wirkung der Leinsamen geht, solltest du definitiv geschrotete Samenkörner essen.

Ganze Leinsamen

Wenn Leinsamen nicht geschrotet sind und ihre Samenschale nicht aufgebrochen wurde, kommt dein Körper deutlich schwerer an die gesunden Inhaltsstoffe der Saat. Es kann sogar passieren, dass die Samen deine Verdauung nahezu unbeschadet passieren und unverändert wieder ausgeschieden werden – mit der Folge, dass die kostbaren Nährstoffe verloren sind. Allerdings bieten ganze Leinsamen einen großen Vorteil gegenüber geschroteter Saat: Sie sind deutlich länger haltbar.

Geschrotete Samen halten sich nur für relativ kurze Zeit, und das auch nur im Kühlschrank. Ganze Leinsamen sind dagegen monatelang haltbar. Entweder, du verbrauchst deine geschroteten Leinsamen sehr schnell – oder du greifst du ganzen Leinsamen und zerstößt diese vor dem Verzehr portionsweise in einem Mörser. Dadurch kann dein Körper die Inhaltsstoffe nutzen, die Samen sind aber länger haltbar.

Leinsamen kaufen

Leinsamen kaufen

Nachdem Leinsamen lange Zeit in Vergessenheit geraten waren, kannst du sie mittlerweile sowohl online als auch im Einzelhandel kaufen. Du findest sowohl ganze als auch geschrotete Samen in Drogeriemärkten, Reformhäusern und Lebensmittelgeschäften. Viele Samen werden heutzutage in Bioqualität angeboten.

Inzwischen gibt es zudem Leinsamen-Mehl, das sich besonders gut zum Backen eignet. Das ist insbesondere interessant für Personen, die aufgrund einer Glutenunverträglichkeit kein gewöhnliches Getreidemehl vertragen. Damit bietet Leinsamen-Mehl eine Alternative zu Buchweizen-Mehl. Zudem gibt es mittlerweile zahlreiche Produkte, die von vorneherein mit Leinsaat angereichert werden, zum Beispiel Müsli oder Backwaren. Und neben Leinsamen-Produkten kannst du auch Leinöl und Leinöl-Kapseln erwerben.

Leinsamen in der Schwangerschaft

Leinsamen in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Nährstoffbedarf, da sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihr ungeborenes Kind mit Mineralien und Vitaminen versorgen müssen. Für viele Substanzen bedeutet das, dass Frauen während und teilweise schon vor der Schwangerschaft eine gesteigerte Dosis zu sich nehmen sollten. Folsäure ist dafür nur eins von vielen Beispielen.

Doch obwohl Leinsamen nicht nur viele Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch gesunde ungesättigte Fettsäuren enthalten, sollten sich Schwangere sich beim Verzehr der Saat eher zurückhalten. Denn bisher unbestätigte Studien legen den Verdacht nahe, dass Leinsamen in größerer Menge möglicherweise Fehlgeburten begünstigen könnten. Daher sollten werdende Mütter ihren Frauenarzt konsultieren, ob und in welcher Menge Leinsamen für sie und das Kind gesund sind.

Für wen sind Leinsamen besonders geeignet?

Für wen sind Leinsamen besonders geeignet?

Leinsamen verstecken eine wahre Fülle an Vitaminen, Mineralien und anderen kostbaren Nährstoffen unter ihrer unscheinbaren Schale. Aufgrund ihres Reichtums an wertvollen Inhaltsstoffen und ihrer langen Tradition als Heilmittel sind Leinsamen für jeden geeignet, der seinen Verdauungstrakt unterstützen und auf natürlichem Wege etwas gegen Verstopfung und andere Unannehmlichkeiten unternehmen möchte.

Hinzu kommt, dass sich die Samen in so ziemlich jedem Speiseplan integrieren lassen. Sie sind vegan, häufig bio, lactose- und glutenfrei. Für eine Low Carb-Diät eignen sie sich aufgrund des Kalorienwertes vielleicht nicht unbedingt, für Clean Eating oder die Paleo-Methode sind sie dagegen bestens geeignet. Obwohl Leinsamen also für jeden Erwachsenen empfehlenswert sind, der nicht an einem Darmverschluss oder einer Verengung des Magen-und-Darmtrakts leidet, können einige Personengruppen besonders von den Samen profitieren.

Sportler

Zwar wurde eingangs festgestellt, dass Leinsamen nicht unbedingt wenig Kalorien haben. Bedeutend wichtiger als diese Kalorien sind für Sportler aber die Ballaststoffe und vor allem die hochwertigen Proteine, die die Samen beinhalten. Diese fördern den Muskelaufbau und steigern die Leistungsfähigkeit. Auch die in Leinsamen enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sind in dieser Hinsicht förderlich. So wirken sich Magnesium und Eisen positiv auf Herz und Muskeln, während Calcium und Vitamin K die Knochen stärken. Leinsamen sind darum für Sportler eine besonders sinnvolle Ergänzung.

Personen auf Diät

Auf Anhieb mag es wirken, als seien Leinsamen aufgrund ihres Kalorienwertes nicht direkt zur Gewichtsreduktion geeignet. Das mag vielleicht stimmen, wenn es darum geht, schnell abzunehmen. Wer jedoch gesund und langfristig Gewicht reduzieren will, sollte Leinsamen definitiv in die Ernährung einbauen. Weil die Samen im Verdauungstrakt aufquellen, vergrößern sie das Volumen des Darminhalts und sorgen so für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Diese Sättigung und die gesunde Wirkung können in Kombination mit sanfter Bewegung, zum Beispiel durch Yoga oder Pilates, die Gesundheit fördern und das Gewicht nachhaltig verringern.

Personen mit Zöliakie

Wer an Zöliakie leidet, ist gegen das Klebeeiweiß Gluten allergisch. Dieses Eiweiß ist in nahezu allen Getreidesorten vorhanden. Der Verzehr löst bei Betroffenen unter anderem Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Krämpfe und Blähungen hervor. Zudem kommt es zu einer chronischen Entzündung des Dünndarms, die unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringt.

Wer an Zöliakie leidet, ist deshalb darauf angewiesen, glutenhaltige Lebensmittel zu meiden. Wenn du kein Gluten verträgst, kannst du als Ersatz auf Buchweizen zurückgreifen – oder aber auf Leinsamen-Mehl. Denn die gesunden Samen sind vollkommen frei vom Klebeeiweiß, gleichzeitig aber äußerst nahrhaft und voll von wichtigen Vitaminen, Mineralen und Proteinen.

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