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Maulbeere: 6 Wirkungen + Tipps zu Anbau & Zubereitung

Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit: Die Maulbeere. Früher wurde der Maulbeerbaum extra für die Seidenproduktion gezüchtet, heute wird er wegen seiner Früchte begehrt. Welche heilenden Wirkungen die Maulbeere besitzt und wie du sie selbst anpflanzen kannst, erfährst du hier.


Wissenswertes über die Maulbeere

Wissenswertes über die Maulbeere

Auch wenn der Maulbeerbaum zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt gehört, wurde er anfangs in Europa nicht wegen seiner Früchte gezüchtet. Heute zählt die Maulbeere wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe zu den beliebten Superfoods.

Die Maulbeere ist Namensgeber der Gattung der Maulbeergewächse und kommt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, wo sie seit tausenden Jahren angebaut und genutzt wird. Erst im 12 Jahrhundert etablierte sich die Maulbeere schließlich auch in Europa, wo sie primär zur Seidenproduktion angebaut wurde. Man entdeckte nämlich, dass sich die Seidenraupe ausschließlich von den Blättern des Maulbeerbaums ernährt. Die Seidenraupe stellte wertvolle Seide her und wurde deswegen gemeinsam mit den Maulbeerbäumen gezüchtet.

Unter den Römern galt der Maulbeerbaum als Sitz der Weisheit, die Griechen verehrten die Frucht als Nahrung der Götter. Auch sie erkannten schon früh die heilenden Wirkungen dieser Frucht.

Schwarze, weiße und rote Maulbeeren

Zwar gehören zu der Gattung der Maulbeeren insgesamt zwölf Arten, den meisten Menschen sind aber nur drei geläufig: die Schwarze Maulbeere (Morus Nigra), die Weiße Maulbeere (Morus Alba) und seit kürzerer Zeit auch die Rote Maulbeere (Morus Rubra). Die Weiße Maulbeere wurde früher zur Seidenraupenzucht genutzt, als Fruchtlieferanten sind allerdings die Schwarze und die Rote Maulbeere besser geeignet.

Äußerlich erinnert die Beere an die Himbeere oder Brombeere. Wird sie geerntet, ist sie im Regelfall so weich, dass sie einen verfärbenden Saft abgibt.

Inhaltsstoffe der Maulbeere

Inhaltsstoffe der Maulbeere

Sie steckt voller Vitamine, gesunder Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe – es gibt viele gute Gründe, warum die Maulbeere zu den Superfoods zählt. Die unterschiedlichen Sorten haben die gleichen Wirkungen, sie weisen keine Unterschiede im Nährstoff- oder Vitamingehalt auf.

Vitamine

Die Maulbeere ist ein echter Gesundheitsbrunnen. Man findet in ihr die Vitamine A, K, eine Reihe der B-Vitamine, sowie einen hohen Gehalt der Vitamine C und E.

Vitamin K ist ein sogenanntes fettlösliches Vitamin und spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Neuste Studien zeigen zudem, dass Vitamin K die Knochen stärkt und den Knochenstoffwechsel reguliert.

Die B-Vitamine können vom menschlichen Körper nicht gespeichert werden, deshalb ist eine regelmäßige Zufuhr dieser Vitamine besonders wichtig. Sie haben viele essenzielle Eigenschaften: Zum Beispiel spielen sie eine zentrale Rolle bei der Produktion von Nervenbotenstoffen und ohne sie kann der Körper kein Eiweiß verwerten. Ein Mangel an den B-Vitaminen zeichnet sich durch die Symptome Erbrechen, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen, Blutarmut oder Muskelzuckungen aus.

Die B-Vitamine sind für eine ganze Reihe weiterer überlebenswichtiger Funktionen in unserem Körper zuständig. Unter anderem übernehmen sie wichtige Funktionen im Gehirn und können Alzheimer vorbeugen. Außerdem mindern die B-Vitamine das Risiko einer Unfruchtbarkeit und helfen bei der Behandlung von Diabetes.

Vitamin E bezeichnet eine ganze Familie an wertvollen Antioxidantien. Das Vitamin sorgt für eine junge und gesundaussehende Haut, denn es beschützt die Zellwände und hält ihre Funktionen aufrecht. Außerdem schützt es die Zellen der Blutgefäße und regelt die Cholesterinwerte. Eine gesunde Versorgung an Vitamin E sorgt außerdem für glänzendes Haar und kann als Vorbeugung von Krebserkrankungen dienen. Es schützt nämlich nachweislich die DNA unserer Zellen vor Schäden.

Vitamin C hilft deinem Körper, die Funktionen des Immunsystems aufrechtzuerhalten, es wirkt gegen Stress, Müdigkeit und Erschöpfungszustände. Eisen kann durch Vitamin C besser aufgenommen werden – übrigens weist die Maulbeere auch einen erhöhten Eisen-Wert auf. Vitamin C spielt eine essenzielle Rolle bei der Bildung von Kollagen, also dem Aufbau von Bindegewebe und Knochen. Wenn du Raucher bist, solltest du auf eine erhöhte Zufuhr an Vitamin C achten, täglich eine Handvoll Maulbeeren sind schon ein guter Anfang.

Eiweiß

Besonders in getrockneter Form ist die Maulbeere reich an hochwertigem Eiweiß. Mit 10 g Protein pro 100 g Maulbeeren gehört die Frucht zu einer der eiweißreichsten Quellen pflanzlichen Proteins. Besonders für Veganer und Vegetarier ist die Frucht geeignet, denn sie hilft, einen möglichen Eiweiß-Mangel auszugleichen.

Proteine sind wichtige Baustoffe für Zellen und Gewebe, sie enthalten die Struktur unserer Zellen und sind elementar für die Bildung von wichtigen Hormonen. Gerade Sportler nehmen oft eine erhöhe Menge an Eiweiß zu sich, denn sie werden vom Körper benötigt, um überhaupt erst Muskelmasse aufzubauen.

Mineralien

Auch was Mineralien und Spurenelemente betrifft, ist die Maulbeere ein echtes Superfood. Sie weist einen hohen Anteil an Eisen, Kupfer, Zink, Natrium, Kalzium und Kalium auf. Diese Elemente helfen deinem Körper, die gesamte Verdauung zu regulieren und Entzündungen vorzubeugen.

Eine Besonderheit der Maulbeere ist vor allem ihr hoher Anteil an Eisen. Obwohl viele Lebensmittel einen erhöhten Eisengehalt aufweisen, kann es bei der Maulbeere deutlich besser vom Organismus aufgenommen werden. Das liegt zum einen an dem hohen Vitamin C-Gehalt, zum anderen aber auch an Kupfer – beides optimiert die Eisenaufnahme. Eisen sorgt für ein stabiles Immunsystem und ist essenziell für die roten und weißen Blutkörperchen. Besonders Frauen leiden häufig an Eisen-Mangel, welchem sie durch den regelmäßigen Konsum von Maulbeeren entgegenwirken können.

Der hohe Anteil an Kalzium in der Maulbeere sorgt für Aufbau und Bildung von Knochen und Zähnen und ist darüber hinaus wichtig für die Blutgerinnung und einem gesunden Herzrhythmus.

Heilwirkungen der Maulbeere

In China werden sowohl die Maulbeere an sich als auch die Blätter des Maulbeerbaumes wegen ihrer heilenden Wirkungen geschätzt. In den letzten Jahren haben zudem mehrere Studien beweisen können, wie gesund die Maulbeere tatsächlich ist.

Bei Blasen- und Harnwegserkrankungen

Blasen- und Harnwegserkrankungen werden durch eine erhöhte Anzahl an Bakterien ausgelöst, welche durch die Blätter des Maulbeerbaums oder der Frucht vorgebeugt werden können. Zum einen ist das Immunsystem durch die guten Vitamine vorbeugend gestärkt, zum anderen binden die in den Maulbeeren vorkommenden sekundären Pflanzenstoffe die Bakterien an sich und verhelfen zu einer schnelleren Ausscheidung der Krankheitsanstifter.

Zum Abnehmen

Die Maulbeere steckt voller gesunder und wichtiger Nährstoffe, die der Körper zum Überleben braucht. Trotzdem weisen die Früchte nur wenige Kalorien auf und können dank ihrer wertvollen Enzyme das Abnehmen beschleunigen. Ideal sind sie auch als Snack zwischendurch, wenn der Heißhunger aufkommt.

Bei Erkältungen

Schon vor Jahrtausenden wurde die Maulbeere in der Traditionellen Chinesischen Medizin gegen Erkältungen, Fieber und zur Stärkung schwacher Immunsysteme eingesetzt. Die Maulbeere hat sich als Schleimlöser bewährt und hilft dem Körper bei Erkältungen, den entstandenen Schleim zu lösen und abzutransportieren.

Für ein feineres Hautbild

Das in den Maulbeeren enthaltene Vitamin E sorgt für Elastizität und Festigkeit der Haut, wodurch der Alterungsprozess der Zellen auf natürliche Weise reguliert wird. Auch gegen trockene Haut finden Maulbeeren ihre Anwendung: Die in den Früchten enthaltenen Vitamine A und E helfen dem Körper, Körperflüssigkeiten herzustellen und den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.

Für schöne Haare

Maulbeeren für schöne Haare

Auch eine frühzeitige Ergrauung der Haare kann durch die Maulbeere eingedämmt werden. Denn die Früchte fördern die Melanin-Produktion, welche für den Erhalt der natürlichen Haarfarbe verantwortlich ist.

Die Maulbeere unterstützt durch ihren hohen Vitamin C Anteil die Durchblutung der Kopfhaut, während das enthaltene Eisen dazu verhilft, den Sauerstoff in die Haarfollikel zu leiten, wo die einzelnen Haare produziert wird. Dadurch wird das Haupthaar gestärkt und Haarausfall verringert.

Aber auch gegen Schuppen und Schuppenflechte bewirkt die Maulbeere Wunder: Das in der Frucht enthaltene Vitamin A unterstützt die Produktion der natürlichen Öle, welche als Nährstoff der Haarwurzel dienen und Schuppen beseitigen.

Für eine schnellere Regeneration

Die vielen gesunden Nährstoffe und Vitamine der Maulbeere sorgen für ein gestärktes Immunsystem, sie beschleunigen die Heilung von Infektionskrankheiten und verbessern die Durchblutung. Deshalb kommen die Beeren besonders postoperativen Patienten zugute und beschleunigen ihre Heilungsprozesse.

Den Maulbeeren wird zudem nachgesagt, dass sie Niere und Leber reinigen und darüber hinaus die Stoffwechselprozesse des Körpers anregen.

Tipps zur Zubereitung

Maulbeeren lassen sich auf vielfältige Art verarbeiten und nutzen. Die Form der Verarbeitung bestimmt teilweise über den Anteil an Vitaminen und Mineralien. Zum Beispiel ist die getrocknete Maulbeere reicher an Eiweiß als die frische Frucht.

Frisch verarbeiten

Tipp: Maulbeeren frisch verarbeiten

Die Maulbeere hat eine weiche Konsistenz, wenn sie geerntet wird und ist nur bedingt transportfähig. Daher ist sie nicht häufig in üblichen Supermärkten zu finden, sondern eher in getrockneter Form. Wenn du frische Maulbeeren bevorzugst, da du sie zu Marmeladen, Säften oder Sirupen verarbeiten möchtest, kann es empfehlenswert sein, den Maulbeerbaum selbst anzupflanzen.

Die Maulbeeren reifen nicht gleichzeitig und können von Juni bis August geerntet werden. Sie sollten nach dem Pflücken so schnell wie möglich weiterverarbeitet oder verzehrt werden, denn sie sind nicht besonders lange haltbar.

Zu erkennen sind die reifen Früchte an ihrer kräftigen Farbe und dem prallen Volumen. Verarbeite die Früchte am besten spätestens einen Tag nach der Ernte oder bewahre sie für zwei bis drei Tage im Kühlschrank auf.

Getrocknet kaufen

Wie bereits erwähnt findest du die Maulbeere in Supermärkten häufig in getrockneter Form. Diese eignen sich besonders für Smoothies, in Müsli oder Joghurts, aber auch als Snack zwischendurch.

Du kannst die frischen Maulbeeren selbstverständlich auch selbst trocknen. Auf diese Weise sind sie deutlich länger haltbar und weisen eine höhere Konzentration an Eiweiß auf.

Maulbeeren lassen sich hervorragend an der frischen Luft oder im Backofen trocknen. Du solltest aber beachten, dass die Luftfeuchtigkeit für das Trocknen an der frischen Luft nicht zu hoch sein darf – das fördert die Schimmelbildung an den Früchten. Im Idealfall ist das Wetter trocken und sehr warm.

Selbst trocknen im Backofen

  1. Zunächst müssen die Maulbeeren gewaschen und gründlich trocken getupft werden
  2. Lege die reifen Früchte auf einem mit Backpapier belegtem Backblech aus. Dabei sollten sich die einzelnen Früchte nicht berühren und auf keinen Fall übereinanderliegen.
  3. Schiebe das Backblech bei 50°C in den vorgeheizten Backofen und lasse einen Spalt des Backofens offen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
  4. Kontrolliere immer wieder den Trockenvorgang und drehe die Maulbeeren alle ein bis zwei Stunden vorsichtig.
  5. Der Vorgang kann bis zu zwölf Stunden dauern (je nach Anzahl und Größe der Bleche). Ob die Früchte fertig getrocknet sind erkennst du an dem blassen Farbton und der lederartigen Konsistenz.

Selbst trocknen an der Luft

  1. Damit die Beeren an der Luft trocknen können, ohne zu schimmeln, sind Temperaturen von 25-30°C und eine geringe Luftfeuchtigkeit erforderlich. Da das Trocknen einige Tage beanspruchen kann, solltest du unbedingt auf eine gute Wetterlage in den kommenden Tagen achten.
  2. Lege die Früchte auf ein Gitter oder Trockensieb und schütze die Maulbeeren beispielsweise mit einem Fliegengitter vor Insekten.
  3. Am besten positionierst du das Gitter mit den Maulbeeren auf einer leichten Erhöhung, um sie vor Tieren zu schützen und eine gute Luftzirkulation zu ermöglichen.
  4. Zudem solltest du einen schattigen, geschützten Platz wählen, denn bei zu intensiver Sonneneinstrahlung verlieren die Früchte an Aroma, auch wenn sie dadurch schneller trocknen.
  5. Kontrolliere die Früchte täglich, der Prozess kann bis zu vier Tage dauern.

Maulbeerbaum pflanzen: Tipps zum Anbau

Maulbeerbaum pflanzen: Tipps zum Anbau

Um die heilenden Wirkungen der Maulbeere voll auskosten zu können, lohnt es sich, den Maulbeerbaum im Garten anzupflanzen. Generell hat der Maulbeerbaum geringe Bodenansprüche und ist sehr pflegeleicht. Er bevorzugt allerdings eine geschützte und warme Lage, denn er hat eine geringe Frosthärte.

Die richtige Lage und der richtige Zeitpunkt

Am besten pflanzt du den Maulbeerbaum im Frühling oder im Herbst an, damit er genug Zeit zum Wurzel fassen hat, bevor die Temperaturen in die Minusgrade rutschen.

Denk daran, dass die Früchte stark abfärben können. Am besten eignet sich also ein Platz nicht unmittelbar an Gartenwegen, Terrassen oder Hauswänden.

Auch wenn der Maulbeerbaum geringe Bodenansprüche hat, ist es doch ratsam, ihn auf nährstoffreichem und kalkhaltigem Boden zu pflanzen. Die Bäume können bis zu 15 Meter hoch werden und haben eine ausladende Krone – auch das solltest du bedenken, wenn du die perfekte Lage für deinen Maulbeerbaum aussuchst.

Boden vorbereiten und Maulbeerbaum pflanzen

Bevor die Maulbeere eingepflanzt wird, sollte der Boden gründlich umgegraben und etwas Kompost beigemischt werden. Danach wird großzügig das Pflanzenloch ausgehoben und der Wurzelballen in Wasser getunkt, um die Wurzeln bereits mit Feuchtigkeit zu versorgen. Dann erst kann die Pflanze in das Pflanzenloch gesetzt und dieses mit Erde wieder aufgefüllt werden.

Dos and Don’ts beim Pflanzen

Nachdem du den Maulbeerbaum gepflanzt hast, muss er nur noch richtig versorgt werden. Um den jungen Baum vor Wind und Wetter zu schützen, solltest du einen Holzpfahl neben ihn setzen und mit Bast an den Baum befestigen.

Wenn du mehrere Bäume einpflanzt, halte auf jeden Fall einen Abstand von mindestens zwei Metern.

Die Wurzeln jeden einzupflanzenden Baums sollten vor dem Einsetzen in reichlich Wasser getaucht werden, ansonsten riskierst du das Austrocknen deines Maulbeerbaums.

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