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Agar-Agar: 5 Vorteile & 2 Alternativen zum pflanzlichen Geliermittel

Ob Pudding, Cremes, Gelees oder Torten: Süße Speisen werden meistens mithilfe von Gelatine zubereitet. Es gibt jedoch eine pflanzliche Alternative, die dem tierischen Produkt seit einiger Zeit Konkurrenz macht: Agar-Agar. Das vegane Geliermittel ist nicht nur gesund, sondern auch vielseitig einsetzbar. Alles, was du über Agar-Agar wissen musst, erfährst du bei uns.

In Japan ist Agar schon lange nichts Neues mehr. Das aus Blau- und Rotalgen bestehende Geliermittel ist bei uns aber erst seit einigen Jahrzehnten bekannt und wird zunehmend populärer. Was du über den Gelatine-Ersatz wissen musst, erfährst du im Folgenden.

Wissenswertes über Agar-Agar

Wissenswertes über Agar-Agar

Agar-Agar wird aus den Zellwänden von sonnengetrockneten Blau- und Rotalgen gewonnen. Es handelt sich dabei um ein Kohlenhydrat, genauer um einen Vielfachzucker. Agar wird in einem bestimmten Verfahren aus den Algen herausgelöst und zu einem Pulver verarbeitet. Auch wenn Agar aus intensiv schmeckenden Algen gewonnen wird, ist das Produkt komplett geschmacksneutral und daher auch genauso vielfältig einsetzbar wie Gelatine. Das bedeutet, du kannst die vegane Alternative in süßen und in deftigen Speisen; in Cremes, Gelees sowie in Suppen und Soßen verarbeiten.

Die Japaner stellen Agar bereits seit dem 17. Jahrhundert her, daher wird das vegane Geliermittel auch manchmal "Japanische Gelatine" genannt. Gelatine aber besteht aus tierischen Bestandteilen: Aus den Knochen, Knorpeln und dem Bindegewebe von Rindern und Schweinen.

Heute wird Agar hauptsächlich in Ostasien produziert, primär in Japan, Korea und China. Aber auch Neuseeland und Sri Lanka stellen das beliebte pflanzliche Produkt mittlerweile her.

In der Lebensmittelindustrie ist Agar-Agar nichts Neues. Einige Produkte werden bereits auf Basis des pflanzlichen Geliermittels hergestellt: Etwa Eis, Cremes, Marmeladen aber auch Süßigkeiten. Du hast vielleicht noch nie von Agar gehört, weil es nicht immer auf der Zutatenliste steht. Oftmals verbirgt es sich auch hinter der Bezeichnung "E 406".

Pflanzlicher Ersatz für Gelatine

Pflanzlicher Ersatz für Gelatine

Hierzulande wird klassischerweise Gelatine als Geliermittel verwendet. Diese ist allerdings ein rein tierisches Produkt und besteht aus Knorpeln, Knochen und Bindegewebe. Auch wenn Gelatine geschmacksneutral ist, ist die Vorstellung von Knochen und Knorpel in einer leckeren Himbeer-Sahne-Torte nicht für jeden appetitlich – egal ob Veganer oder nicht. Agar-Agar lässt sich überall dort anwenden, wo auch Gelatine zum Einsatz kommt, besteht nur eben zu 100 Prozent aus pflanzlichen Bestandteilen. Agar ist also nicht nur für Veganer ein idealer Gelatine-Ersatz. Alles, was du über die vegane Ernährung wissen musst, erfährst du hier.

Inhaltsstoffe und Nährwerte von Agar

Agar besteht hauptsächlich aus sogenannten quellfähigen Kohlenhydraten. Agarose macht dabei 70 Prozent des Inhalts aus, 30 Prozent sind auf die Substanz Agaropektin zurückzuführen. Diese Stoffe sind gut für die Verdauung und sorgen für eine gesunde Darmflora. In zu hohen Mengen können sie jedoch abführend wirken. Allerdings muss eine Menge Agar-Agar verzehrt werden, um diese Wirkung zu erzielen.

Bei Agar handelt es sich um ein Produkt aus Algen, diese sind vor allem bekannt für ihren hohen Protein-Gehalt. Daher steckt auch in Agar enorm viel Eiweiß. Ebenfalls nennenswert sind die in Agar steckenden B-Vitamine: bis auf B12 sind alle in einem hohen Maß vertreten. Auch sein Gehalt an Vitamin C ist ungewöhnlich: In 100 Gramm Produkt stecken ganze 175 Milligramm des essenziellen Vitamins. Damit gehört Agar zu den Top-Lieferanten. Dennoch kann und sollte nicht allzu viel des pflanzlichen Geliermittels verzehrt werden. Auch Vitamin K und Beta-Carotin finden sich in dem Algenprodukt.

Neben den Vitaminen und Makronährstoffen finden sich auch zahlreiche Spurenelemente in Agar: Eisen, Zink, Jod und Kupfer sind unter anderem vertreten.

Nährwerte von Agar (pro 100 Gramm) Menge
Kalorien 340 kcal
Fett 2 g
Eiweiß 43 g
Kohlenhydrate 35,5 g
Ballaststoffe 2,2 g

So gesund ist Agar-Agar

Agar-Agar wirkt verdauungsfördernd

Das pflanzliche Geliermittel hat es wirklich in sich: Die zahlreichen Spurenelemente und Vitamine machen Agar-Agar zu einem durchaus gesunden Lebensmittel. Natürlich solltest du nicht allzu viel davon verzehren, eine Tagesdosis von 5 Gramm sollte bestenfalls nicht überschritten werden. Eine mächtige Torte benötigt aber beispielsweise nur 1-2 Gramm Agar-Agar. Was eine gesunde Ernährung weiterhin ausmacht, erfährst du hier. Im Folgenden klären wir dich über die gesunden Vorteile der pflanzlichen Gelatine auf.

Für den Darm

Agar besteht aus einer Menge quellfähiger und löslicher Ballaststoffe. Auch wenn der Name suggeriert, dass es sich dabei um "belastende" Stoffe für den Körper handelt, sind diese essenziell für deine Gesundheit. Ballaststoffe regen auf sanfte Weise die Verdauung an und tragen zu einer gesunden Darmflora bei.

Für das Immunsystem

Agar besitzt eine erstaunlich hohe Menge an Vitamin C. Dieses essenzielle Vitamin brauchst du für ein gesundes Immunsystem und aktive Abwehrkräfte. Besonders im Winter, wenn Kälte deinem Körper zu schaffen macht, bist du auf Unterstützung von außen angewiesen. Hier findest du weitere Tipps, um dein Immunsystem gegen Bakterien, Viren und Co. zu wappnen.

Für eine vegane Ernährung

Für eine vegane Ernährung

Wer auf eine vegane Ernährung umsteigen will, wird immer wieder auf neue Herausforderungen stoßen. Eine davon ist das Backen und Kochen ohne tierische Gelatine. Dabei ist der Umgang mit Agar denkbar einfach und das pflanzliche Geliermittel liefert gleichzeitig noch zahlreiche Vitamine und Spurenelemente – etwas, das Gelatine eher weniger bieten kann.

Leicht abführend

Ein häufiger oder hoher Verzehr von Agar kann bei manchen Menschen leicht abführend wirken. Das kann in gewissen Mengen durchaus vorteilhaft sein, allerdings solltest du es mit dem Verzehr nicht übertreiben. Nimmst du mehr als vier Gramm Agar pro Portion zu dir, kann es sogar zu Durchfall kommen. Zum Glück ist es recht schwierig, diese Mengen überhaupt zu erreichen. Zum Vergleich: Eine große Torte benötigt etwa ein bis zwei Gramm des Geliermittels.

Sättigt nachhaltig

Ballaststoffe kurbeln nicht nur die Verdauung an. Dank ihrer vorteilhaften Quelleigenschaften binden sie auch größere Mengen Flüssigkeit an sich. Das führt dazu, dass sich das Volumen der aufgenommen Nahrung vergrößert. Das wiederum hat zur Folge, dass sich das Sättigungsgefühl erhöht und länger anhält. Du reduzierst damit Heißhungerattacken und damit den nächsten – eigentlich ungewollten – Griff zum Kühlschrank.

Agar-Agar kaufen

Agar-Agar kaufen

Mittlerweile ist das pflanzliche Geliermittel auch in deutschen Supermarktregalen heimisch geworden. Zumindest in den meisten. Du findest Agar-Agar auf jeden Fall in den allermeisten Drogeriemärkten, Bioläden, Reformhäusern und in Asia-Shops. Auch die Auswahl in spezialisierten Online-Shops ist sehr groß. Häufig erhältst du Agar entweder im Schraubglas oder in Papierverpackungen, ähnlich wie Backpulver. Das Produkt wird fast ausschließlich in Pulver-Form angeboten.

Mit Agar kochen und backen

Möchtest du Agar in der Küche verwenden, solltest du immer zuallererst gründlich die Packungsanleitung studieren. Zwar gibt es einige grundsätzlich Regeln im Umgang mit Agar. Die Weise, wie das Produkt konkret zubereitet werden muss, kann aber je nach Hersteller und Produktart variieren. Allgemein gilt, dass Agar-Agar ein bis zwei Minuten lang im Topf köcheln muss. Der Gelierprozess beginnt allerdings erst, wenn es abkühlt. Du kannst das pflanzliche Geliermittel überall dort verwenden, wo du auch Gelatine einsetzen würdest.

Zubereitungstipps

Beim Umgang mit Agar-Agar musst du als Anfänger einiges beachten. Denn das pflanzliche Geliermittel braucht eine etwas andere Behandlung als Gelatine. Die Gelierkraft von Agar ist beispielsweise sechs- bis zehnmal stärker als die der Gelatine. Außerdem reagiert Agar unterschiedlich, je nach zugefügter Flüssigkeit. Fügst du beispielsweise viel Säure oder Fett hinzu, dann kann dies seine Bindefähigkeit beeinträchtigen.

Grundsätzlich benötigt ein Liter Flüssigkeit etwa fünf Gramm Agar-Agar. Das entspricht ungefähr einen gehäuften Teelöffel des Pulvers. Dieses rührst du in die köchelnde Flüssigkeit und lässt es zwei Minuten weiterköcheln, damit es sich bindet. Agar geliert bei Körpertemperatur, also bei circa 35 Grad Celsius. Das folgende Video erklärt dir Schritt für Schritt, wie du Agar richtig zubereitest.

Alternative pflanzliche Geliermittel

Agar-Agar ist nicht das einzige alternative Geliermittel zu Gelatine. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, ohne tierische Bestandteile zu kochen und backen. Folgende Alternativen sind zu 100 Prozent pflanzlich und können als Ersatz für Gelatine verwendet werden.

Pektin

Pektin, in Zutatenlisten oftmals als "E 440a" oder "E 440b" bezeichnet, wird aus den Schalen von Zitronen, Äpfeln und weiteren Früchten gewonnen. Das pflanzliche Geliermittel sorgt dafür, dass Flüssigkeiten fest werden, indem es Gele bildet. Besonders bei der Herstellung von Marmelade ist Pektin empfehlenswert. Für etwa ein Kilogramm Früchte benötigst du circa 15 Gramm Pektin. Du kannst Pektin auch zur Herstellung von Eis und Tortenguss verwenden.

Johannisbrotkernmehl

Johannisbrotkernmehl versteckt sich hinter der Bezeichnung "E 410". Wie der Name schon verrät, wird es aus den Samen des Johannisbrotbaums hergestellt. Das weiße Mehl ist dabei geschmacksneutral und wird als Bindemittel beispielsweise für Süßigkeiten, Desserts, Suppen und Saucen verwendet. Auch lässt sich daraus glutenfreies Brot zaubern. In zu hohen Mengen kann auch das Johannisbrotkernmehl abführend wirken, daher am besten immer nur in Maßen genießen.

Beeren-Konfitüre mit Agar-Agar

Beim Backen und Kochen mit Agar-Agar kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Bist du ein Koch-Anfänger, solltest du dich jedoch zunächst an ein paar Rezepte halten, damit auch wirklich nichts schief geht. Das pflanzliche Bindemittel lässt sich jedoch denkbar einfach zubereiten. Wir haben ein Rezept für dich herausgesucht, das auch für Koch-Anfänger leicht umzusetzen ist. Tipps zum Kochen lernen erhältst du hier.

Beeren-Konfitüre

Eine selbstgemachte Marmelade oder Konfitüre schmeckt besonders gut. Dabei kannst du so ziemlich jede Frucht verwenden, die dir in den Sinn kommt. Das Rezept für deine eigene Beeren-Konfitüre findest du hier.

Für das Rezept benötigst du folgende Zutaten:

  • 350 Gramm TK-Beeren (gemischt oder einzeln)
  • 15 Gramm Zitronensaft
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 1,5 TL Agar-Agar
  • Optional etwas Zucker oder Honig

So gehst du vor:

  1. Die Beeren zusammen mit dem Zitronensaft und den Rosmarin-Zweigen in einem Topf mit 100 Milliliter Wasser zum Kochen bringen. Lasse alles zusammen bei niedriger Hitzezufuhr circa 10 Minuten weichkochen.
  2. Entferne nun den Rosmarin und püriere die Früchte mit einem Pürierstab fein. Füge nun nach Belieben etwas Honig oder Zucker zum Süßen hinzu.
  3. Stelle den Topf zurück auf die Herdplatte und bringe noch einmal alles zum Kochen. Agar-Agar nun mit etwas Wasser glattrühren und zu den kochenden Früchten geben. Das Ganze nun etwa 3 Minuten kochen lassen.
  4. Fülle die Marmelade in abgekochte, saubere Gläser ab und verschließe diese fest. Jetzt nur noch die Marmelade auskühlen lassen und fertig ist deine eigene Konfitüre.
  5. Im Kühlschrank hält sich die frische Marmelade für ein bis zwei Wochen.
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