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Rosmarin: 6 Wirkungen & 9 Verwendungen der Heilpflanze

Rosmarin Wirkungen & Verwendungen

Rosmarin ist heutzutage vor allem als Gewürz bekannt. Was viele nicht wissen: Der Strauch gehört zu den Heilpflanzen, die sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden können. Wir klären dich über die würzige Heilpflanze auf.

Wissenswertes über Rosmarin

Wissenswertes über Rosmarin

Rosmarin findet man mittlerweile in nahezu jeder Küche als Gewürz. Er schmeckt leicht bitter und besticht vor allem durch seinen intensiven Geruch. Besonders gut schmeckt er beispielsweise zu Kartoffeln. Auch in Parfüm kommt er ab und zu zum Einsatz – in Form von ätherischem Öl. So findet man es beispielsweise als Bestandteil in Kölnisch Wasser.

Schon lange gilt Rosmarin als ein Symbol für Liebe und Treue. So trugen früher Brautpaare einen Kranz aus den Zweigen des Strauches. Seit dem Mittelalter ist Rosmarin auch als Heilpflanze bekannt. Der Rosmarin oder Rosmarinus officinalis ist ein immergrüner Strauch. Seinen Namen verdankt er seiner Herkunft – dem Mittelmeergebiet. „Ros marinus“ bedeutet so viel wie „Tau des Meeres“.

Der Strauch des Rosmarins kann bis zu einen Meter hoch werden. Seine Blätter haben eine dunkelgrüne Farbe und ähneln vom Aussehen Tannennadeln. Das ganze Jahr über können kleine, violette Blüten am Strauch entstehen. Die Blütezeit fällt jedoch vorwiegend in die Monate Mai und Juni.

Wirkungen von Rosmarin

Wirkungen von Rosmarin

Rosmarin kann bei zahlreichen Leiden eingesetzt werden. Dazu werden vor allem die getrockneten Blätter verwendet, die hierzulande auch als Gewürz Anwendung finden. Diese werden häufig aus den nordafrikanischen und südeuropäischen Ländern des Mittelmeerraums importiert. Die Blätter enthalten das ätherische Rosmarinöl, das für medizinische Zwecke genutzt wird.

Dieses besteht zum großen Teil aus 1,8-Cineol, das vor allem in Eukalyptusöl enthalten ist. Es kann sowohl bei Atemwegs- als auch bei Erkältungskrankheiten eingesetzt werden, da es schleimlösende und leicht antientzündliche Eigenschaften besitzt. Auch Kampfer kann man in Rosmarinöl finden. Dieses kann auf das zentrale Nervensystem wirken und auch bei Erkältungen eingesetzt werden. Der dritte Hauptbestandteil des ätherischen Öls ist alpha-Pinen. Das hat durchblutungsfördernde Eigenschaften und erwärmt so die Muskeln und Organe. Das kann die Entspannung der Muskulatur unterstützen.

Darüberhinaus sind zahlreiche Bitterstoffe enthalten, die eine positive Wirkung auf das Verdauungssystem haben. Sie können unter anderem die Regulierung der Magensäfte fördern und sorgen für ein schnelleres Sättigungsgefühl. Zu den Bitterstoffen gehört auch die Rosmarinsäure, die unter anderem antivirale, antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.

Bei der Dosierung von Rosmarin sollte man mit Vorsicht vorgehen. Bei Fertigarzneimitteln sollte man sich stets an die vorgeschriebene Menge in der Packungsbeilage halten. Ausnahmen bestehen, wenn eine andere Dosierung vom Arzt vorgeschrieben wird. Für einen Teeaufguss sollten täglich nicht mehr als 6 Gramm der Blätter verwendet werden. Das Rosmarinöl sollte nicht höher als 6-prozentig konzentriert sein. Salben kann man zweimal täglich auftragen. Der Badezusatz sollte höchstens zweimal wöchentlich Verwendung finden.

Bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden

Rosmarin passt nicht nur zu zahlreichen Gerichten, sondern sorgt auch dafür, dass diese gut verdaut werden können. Grund dafür sind vermutlich die enthaltenen Bitterstoffe. Diese können die Produktion der Verdauungssäfte beeinflussen und die Verdauung fördern. Das beugt Verdauungsbeschwerden und Blähungen vor. Außerdem hat er krampflösende Eigenschaften, die auch auf den Verdauungstrakt wirken können.

Zur Aktivierung des Kreislaufs

Zudem soll Rosmarin eine aktivierende und belebende Wirkung auf den Kreislauf haben und wird darum auch bei Kreislaufbeschwerden eingesetzt. Während er bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden innerlich zum Einsatz kommt, wird er zur Unterstützung des Kreislaufs vor allem äußerlich verwendet, meist in Form eines Badezusatzes.

Zur Förderung der Durchblutung

Auch zur Förderung der Durchblutung kommt Rosmarin äußerlich zum Einsatz. Er kann bei Venenproblemen helfen und findet auch bei rheumatischen Beschwerden Anwendung. Zum Einreiben kann man das verdünnte Rosmarinöl verwenden. Ätherische Öle sollte man niemals pur auf der Haut anwenden.

Bei Muskelkrämpfen und Kopfschmerzen

Rosmarin gegen Kopfschmerzen

Die durchblutungsfördernden Wirkungen sind auch bei Muskelkrämpfen von Vorteil. Darüberhinaus besitzt Rosmarin selbst noch krampflösende Eigenschaften, die bei akuten Muskelkrämpfen und Muskelverhärtungen hilfreich sein können. Dazu wird das Öl äußerlich auf die betroffenen Stellen gerieben. Auch bei Muskel- und Gelenkschmerzen kann es mitunter für Linderung sorgen, da es auch leicht schmerzlindernde Eigenschaften besitzt. Früher nutzte man es teilweise auch als Kopfschmerzmittel.

Bei Haut- und Schleimhautentzündungen

Rosmarinöl hat antibakterielle und antivirale Eigenschaften und kann darum auch bei Entzündungen der Haut und Schleimhaut eingesetzt werden. Die Heilpflanze kommt hier in Form von Umschlägen und Mundspülungen zum Einsatz. Sie kann den Heilungsprozess von Wunden fördern und sogar gegen Herpesviren wirksam sein. Rosmarin besitzt außerdem antioxidative EIgenschaften. Das bedeutet, dass die Pflanze auch vor sogenannten freien Radikalen schützen kann, die körpereigene Zellen angreifen und schädigen können.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen von Rosmarin – auch für Schwangere

Trotz seiner zahlreichen medizinischen Wirkungen gibt es auch einige Nebenwirkungen von Rosmarin. Für medizinische Zwecke wird häufig das ätherische Rosmarinöl verwendet. Das sollte jedoch niemals unverdünnt mit der Haut in Berührung kommen, da es sonst zu Hautreizungen und Rötungen kommen kann.

Auch bei der Verwendung von Rosmarin als Badezusatz sollte man aufpassen. Da es durchblütungsfördernd und aktivierend wirkt, sollte man bei Vorerkrankungen wie Herzschwäche mit Vorsicht vorgehen und die Heilpflanze nur niedrig dosieren. Eine Verwendung der Heilpflanze sollte am besten zuvor mit einem Arzt besprochen werden. Ähnliches gilt unter anderem bei starken Kreislaufbeschwerden und Krampfadern.

Auch bei innerlicher Anwendung können Nebenwirkungen auftreten. Hier kann es zu Reizungen der inneren Organe kommen. Die innere Anwendung von Rosmarinöl sollte darum mit einem Arzt besprochen werden. Während der Schwangerschaft sollte die Einnahme von Rosmarinöl vermieden werden.

Säuglinge und Kleinkinder sollten keinesfalls in Berührung mit dem ätherischen Öl kommen, da es mitunter Atemnot auslösen kann. Das liegt an dem enthaltenen Kampfer in dem Öl. Menschen mit Asthma sollten das Öl nicht Inhalieren und allgemein vorsichtig bei der Verwendung von ätherischem Rosmarinöl sein.

Rosmarin schneiden und verwenden

Rosmarin schneiden und verwenden

Rosmarin ist sehr vielseitig. Es gibt unzählige Verwendungsmöglichkeiten für den mediterranen Strauch. Als Gewürz macht er sich gut in der Küche und in flüssiger Form kann er für medizinische Zwecke genutzt werden. Es lohnt sich also Rosmarin im hauseigenen Kräutergarten anzubauen. So hat man täglich frischen Rosmarin zur Hand, um ihn zum Kochen, als Tee oder Badezusatz zu nutzen.

Rezept für Rosmarinkartoffeln
Rosmarinkartoffeln sind lecker und eignen sich super als Beilage zu deftigen Fleisch- und Fischgerichten. Sie lassen sich schnell zubereiten und je nach Vorliebe würzen.

  1. Im ersten Schritt wäscht du die Kartoffeln. Je nachdem wie du deine Kartoffeln am liebsten isst, kannst du sie schälen oder die Schale dran lassen. Bleibt die Schale an den Kartoffeln, solltest du auf Kartoffeln aus Bio-Anbau zurückgreifen, da hier schädliche Pestizide vermieden werden. Dennoch solltest du die Kartoffeln gut waschen. Nach dem Waschen kannst du die Kartoffeln je nach Belieben klein schneiden.
  2. Als Nächstes schälst du eine Knoblauchzehe, die du presst und zusammen mit den Kartoffeln in eine Schüssel gibst.
  3. Nun kommen die Rosmarinzweige zum Einsatz. Diese wächst du zuerst und zupfst dann die Nadeln von den Zweigen. Dann kannst du sie mit einem scharfen Messer fein hacken und in die Schale mit den Kartoffeln und dem Knoblauch geben.
  4. Zum Schluss gibst du einen guten Schuss Olivenöl dazu und würzt alles mit Salz und Pfeffer. Vermenge alles gut miteinander.
  5. Die Kartoffeln gibst du auf ein sauberes Backblech und schiebst es nun bei einer Temperatur von circa 200 Grad Celsius in den Backofen. Die Kartoffeln sollten nach circa 30 Minuten goldbraun gebacken sein.

Rosmarin pflanzen und pflegen

Rosmarin pflanzen und pflegen

Frischer Rosmarin schmeckt oft besser als das gekaufte Gewürz. Es lohnt sich also, Rosmarin zuhause anzupflanzen. Obwohl der Strauch eigentlich im Mittelmeerraum heimisch ist, wächst er auch hierzulande im Garten. Am wohlsten fühlt er sich dabei an sonnigen und geschützten Plätzen. Er kann sowohl im Topf als auch im Garten gedeihen. Gerne kann er auch mit anderen Kräutern wie Lavendel angepflanzt werden. Der Boden sollte locker, durchlässig und eher trocken sein. Auch auf steinigen Böden fühlt sich der Rosmarin wohl.

Vor dem Pflanzen lohnt es sich, schwereren Boden mit Sand oder Kies zu lockern, damit sich der Rosmarin wohl fühlt. Pflanzen sollte man ihn grundsätzlich im Frühjahr, damit er bis zum kalten Winter ausreichend Wurzeln bilden kann. Auch im Topf sollte die Erde mit Sand oder Kies aufgelockert werden. Zudem sollte dieser ein Abzugsloch besitzen, damit das Gießwasser gut abfließen kann. Obwohl der Rosmarin nur wenig Wasser benötigt, muss er regelmäßig gegossen werden.

Rosmarin überwintern

Da die Heilpflanze wärmere Temperaturen bevorzugt, sollte man sie vor den kalten Monaten winterfest machen. In Süddeutschland kann der Rosmarin auch draußen überwintern. Dazu sollte man die Wurzeln mit Laub bedecken, um sie vor der Kälte zu schützen. Der Boden sollte trocken sein. Nässe macht dem Rosmarin im Winter noch mehr zu schaffen und sorgt oft dafür, dass er diesen nicht überlebt.

In nördlicheren Gebieten sollte man den Rosmarin lieber in einen Topf pflanzen und im Winter in ein Gewächshaus stellen. Temperaturen bis -10 Grad kann die Pflanze mitunter aushalten, darum sollte man sie so lange wie möglich draußen stehen lassen und nur in den kältesten Monaten unterstellen, damit sie nicht erfriert. Schon eine Garage bietet dem Rosmarin ausreichend Schutz. Es kann vorkommen, dass der Rosmarin im Winter seine Blätter verliert, wenn er dunkel gelagert wird. Im Frühjahr wachsen diese jedoch nach. Im Winter sollte man auch die Wasserzufuhr herunterfahren. Die Wurzeln sollten gerade so viel Wasser bekommen, dass sie nicht austrocknen.

Rosmarin trocknen

Wenn der Rosmarin erst einmal erfolgreich eingepflanzt wurde, kann man ihn auch selbstständig trocknen. Dazu erntet man so viele Zweige wie nötig, indem man sie vom Strauch abschneidet. Die Blätter haben ein besonders intensives Aroma, wenn es ein bis zwei Tage vor der Ernte sonnig war. Auf das Waschen der Blätter sollte man verzichten, da das Aroma so seine Intensität verliert. Alte, vertrocknete Blätter sollte man allerdings entfernen.

Die Zweige kann man nun entweder an einem warmen Ort oder im Ofen trocknen. Im Ofen benötigen die Zweige lediglich drei bis vier Stunden bis sie getrocknet sind. Dazu legst du die Zweige bei circa 50 Grad in den Ofen, machst diesen einen Spalt breit auf und lässt sie nun circa vier Stunden im Ofen trocknen. Es ist wichtig, dass der Ofen nicht komplett geschlossen ist, da die Feuchtigkeit aus dem Ofen entweichen muss.

Wer Energie sparen möchte, kann die Zweige auch ganz einfach an der Luft trocknen. Wichtig ist, dass der Raum eine Temperatur von circa 25 Grad hat und trocken ist. Die Trocknung dauert hier einige Tage. Die einzelnen Zweige packt man dazu in ein einziges Bündel, dass man mit einer Schnur fixiert und an der Decke aufhängt. Wenn der Rosmarin getrocknet ist, kann man ihn luftdicht in einem Schraubglas verstauen.

Rosmarin kaufen

Rosmarin kaufen

Wem das Pflanzen und Trocknen des Rosmarins zu viel Arbeit ist, kann Rosmarin auch ganz leicht im Supermarkt erwerben. Am häufigsten findet man die Heilpflanze in Form von Gewürz. Dieses kostet meist nur wenige Euro. In Drogeriemärkten, Bioläden und Apotheken kann man Rosmarin auch in Form von Öl, Tee, Badezusatz, Salben und Tabletten bekommen. Diese kann man für unterschiedliche Leiden einsetzen. Die verschiedenen Anwendungsgebiete der einzelnen Produkte sollte man sich zuvor von einem Arzt oder Apotheker erläutern lassen.

Rosmarinöl

Das ätherische Öl kann man sowohl pur als auch als Mischung mit anderen Ölen erwerben. Man sollte das reine Öl niemals unverdünnt auf der Haut anwenden, da es Hautreizungen verursachen kann. Besser greift man auf vorgefertigte Ölmischungen zurück. Diese sind bereits als Haut- oder Haaröl deklariert und kosten häufig um die 10 Euro.

Rosmarin Tee

Selten kann man auch Rosmarin Tee in Apotheken und Bioläden finden. Dieser soll bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen helfen und kann zwei- bis dreimal täglich verzehrt werden. Rosmarin findet sich auch als Zutat in Kräuterteemischungen. Den Tee kann man schon für zwei bis drei Euro erwerben.

Rosmarin als Badezusatz

Gerne wird Rosmarin auch als Bestandteil in Badesalz oder als Badezusatz verwendet. Ein Bad mit Rosmarin soll aktivierend wirken und fördert die Entspannung der Muskulatur. So findet man es häufig in Gesundheitsbädern. Ein Badezusatz mit Rosmarin kostet zwischen zwei und zehn Euro.

Rosmarin Salbe

Die Heilpflanze gibt es auch in Form von Salbe. Diese verwendet man ausschließlich für medizinische Zwecke, beispielsweise bei Muskel- und Gelenkbeschwerden oder auch bei Durchblutungsstörungen. Das liegt an der durchblutungsfördernden Wirkung von Rosmarin, da er so auch Wärme erzeugen und den Stoffwechsel anregen kann. Die Salben kosten in der Regel zwischen 10 und 15 Euro.

Rosmarin Tabletten und Kapseln

In manchen Fällen kann man Rosmarin auch in Form von Kapseln und Tabletten finden. Diese kommen häufig in der Homöopathie zum Einsatz und werden bei verschiedenen Leiden angewendet. Die Arzneimittel sind mitunter apothekenpflichtig. Man kann sie jedoch auch online erwerben. Empfehlenswert ist es, sich zuvor von seinem Arzt oder Apotheker über die richtige Anwendung informieren zu lassen.

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