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Bärlauch: 6 Wirkungen & 3 Tipps zur Ernte

Bereits die Römer kannten die gesunden Wirkungen des Bärlauchs. Dennoch wurde die Heilpflanze bald vom Knoblauch verdrängt – völlig zu Unrecht, denn gesundheitlich kann sie mit diesem allemal mithalten. Alles über die gesunden Wirkungen von Bärlauch und was du bei der Ernte unbedingt beachten musst, erfährst du hier.


Bärlauch schmeckt nicht nur lecker zu Suppen, Salaten und auf Broten – das Heilkraut liefert auch gleichzeitig jede Menge Nährstoffe und Mineralien. Alles Wissenswerte über das gesunde Gewächs erfährst du im Folgenden.

Wissenswertes über Bärlauch

Bärlauch als "Allium ursinum"

Wissenschaftlich wird Bärlauch als "Allium ursinum" bezeichnet. Im Volksmund ist das Gewächs eher bekannt als "Wilder Knoblauch" oder "Waldknoblauch". Und das auch nicht ohne Grund: Bärlauch verströmt nicht nur einen ähnlich intensiven Geruch wie Knoblauch, sie gehören auch beide zu den Lauchgewächsen und sind somit eng miteinander verwandt.

Die bis zu 40 Zentimeter hohe Wildpflanze stammt ursprünglich aus Europa und Teilen Asiens, wo sie auch früher als bekanntes Heilkraut verwendet wurde. Nach und nach verschwand der Bärlauch aber von den Speisetellern der Europäer und wurde durch den Knoblauch ersetzt. Heute erfährt die gesunde Pflanze aber immer mehr Begeisterung in der Küche, denn sie besitzt einige Vorteile gegenüber ihren nächsten Verwandten.

Vielleicht kennst auch du den leicht knoblauchartigen Geruch, der sich im Frühjahr in Parks und Wäldern ausbreitet. Denn der Waldknoblauch wächst wild und liebt besonders schattige und feuchte Plätze, wie sie entlang von Auen und Bachläufen auftreten.

Bereits die Römer kultivierten und nutzen den Waldknoblauch als Heilmittel gegen verschiedene Beschwerden. Besonders beliebt war Bärlauch allerdings bei den Germanen und Kelten. Und genau diese sollen ihm auch seinen Namen verliehen haben: Angeblich geht er darauf zurück, dass Bären nach dem Winterschlaf in Unmengen Bärlauch verzehrten, da sie so schnell an Vitamine gelangten und er ihnen Kraft verlieh.

Inhaltsstoffe von Bärlauch

Was die gesunden Inhaltsstoffe von Wildem Knoblauch betrifft, steht er dem echten Knoblauch in nichts nach. Beide sind reich an Vitaminen und Mineralien – doch während sich ein Verzehr von Knoblauch noch am nächsten Tag bemerkbar macht, wird dir Bärlauch keinen unangenehmen Mundgeruch bescheren.

Das gesunde Kraut zeichnet sich besonders durch seinen hohen Anteil an Vitamin C, Eisen, Magnesium und Mangan aus. Darüber hinaus enthält der Wilde Knoblauch ätherische Öle und Sulfide. Und eben Letztere machen ihn auch so interessant: Keine andere Pflanze weist derart viele Schwefelverbindungen auf wie dieses Heilkraut.

Für den typischen Geruch des Bärlauchs ist die Aminosäure Alliin verantwortlich. Gerät dieser Stoff in Kontakt mit Luft, wandelt er sich in Allicin um. Auf diese Weise schützt er Pflanzen vor schädlichen Umwelteinflüssen und Mikroorganismen. Doch Allicin selbst ist nicht stabil und kann sich zu weiteren Verbindungen wandeln. Und eben diese sorgen schließlich für den charakteristischen Geruch von Knoblauch und Bärlauch.

Nährwerttabelle

Bärlauch ist noch immer überwiegend als leckeres Gewürz bekannt, denn auch heute wird das Gewächs noch unterschätzt. Die wichtigsten Nährstoffe des gesunden Krauts findest du hier auf einen Blick.

NährstoffAnteil pro 100 Gramm
Kalorien12 kcal
Ballaststoffe2,2 g
Vitamin C150 mg
Calcium75 mg
Kalium330 mg
Magnesium20 mg
Phosphor50 mg
Eisen2,9 mg
Zink0,3 mg

Gesunde Wirkungen von Bärlauch

In der Naturheilkunde werden sowohl die Zwiebel als auch die Blätter des Bärlauchs verwendet. Sie stehen für zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen: Der Wilde Knoblauch wirkt unter anderem appetitanregend, verdauungsfördernd, gefäßweitend und cholesterinsenkend.

Für eine bessere Verdauung

Bärlauch für eine bessere Verdauung

In Bärlauch stecken zahlreiche Schwefelverbindungen – so viele wie in keiner anderen Pflanze. Zwar klingt das zunächst einmal nicht sonderlich gesund, doch tatsächlich sind die Schwefelverbindungen genau das. Denn diese sorgen unter anderem für eine bessere Verdauung: Sie fördern die Tätigkeiten der Leber und der Galle.

Die ätherischen Öle des Bärlauchs helfen darüber hinaus bei unangenehmen Blähungen, die in Folge von Gärprozessen im Darm entstehen. Der hohe Gehalt an Senfölglykosiden wiederum sorgt für eine Ankurblung des Stoffwechsels – die Senfölglykoside stimulieren die Verdauungssäfte und wirken appetitanregend.

Um positive Effekte auf die Verdauung zu erzielen, solltest du gerade die Blätter des Bärlauchs verspeisen – egal ob auf dem Brot, im Salat oder als Pesto.

Bei Magen-Darm-Beschwerden

Bärlauch wirkt nicht nur verdauungsfördernd und appetitanregend – die gesunde Pflanze kann auch schädliche Darmbakterien abwehren, ohne den gesunden, erwünschten Bakterien zu schaden. Nicht ohne Grund wurde Bärlauch schon früher als effektives Mittel zur Wurm-Bekämpfung eingesetzt. Ist deine Darmflora in ein Ungleichgewicht geraten, etwa durch den Einsatz von Medikamenten wie Antibiotika, kann der Wilde Knoblauch das Gleichgewicht wiederherstellen.

Darüber hinaus schützt das Gewächs den Körper vor Parasiten und unterstützt das Immunsystem. Diese Wirkung ist vor allem auf die hohe Menge an Vitamin C zurückzuführen.

Wirkt antibakteriell

Weiterhin wird Bärlauch eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Grund dafür soll vor allem die schwefelhaltige Aminosäure Alliin sein. Wird der Waldknoblauch zerhackt, tritt diese Aminosäure aus und oxidiert – sie verbindet sich mit Sauerstoff. Diese Reaktion führt dazu, dass sich Alliin zu Allicin umwandelt. Und eben dieser sekundäre Pflanzenstoff soll die Pflanze vor Schädlingen und negativen Umwelteinflüssen schützen. Doch genauso wirksam schützt er auch den menschlichen Körper: Allicin kann unerwünschte Bakterien in Magen und Darm bekämpfen und abtöten.

Schützt das Herz-Kreislauf-System

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie etwa der Schlaganfall oder Herzinfarkt, zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Sie werden verursacht, wenn die Arterien verkalken. Dieses Phänomen nennt man auch Arteriosklerose.

Die gesunde Gewürzpflanze besitzt blutreinigende Eigenschaften. Das bedeutet, dass sie einerseits die Gefäße vor einer Verkalkung schützt und gleichzeitig die Fließeigenschaft des Blutes verbessert. In der Folge kann Bärlauch hohe Blutfettwerte senken und damit ein gesundes Herz-Kreislauf-System fördern. Eine ähnliche Wirkung weisen hier übrigens auch andere Lauchgewächse auf, wie etwa der Knoblauch und die Zwiebel.

Wer an einem hohen Cholesterinspiegel leidet, sollte besonders sorgsam auf seine Ernährung achten und sich vorzugsweise pflanzlich ernähren. Denn ein hoher Cholesterinspiegel erhöht langfristig das Risiko einer Arterienverkalkung – einer Arteriosklerose. Gerade Bärlauch sollte bei einer Ernährungsumstellung nicht fehlen. Die Sulfide des Bärlauchs können das schlechte LDL-Cholesterin im Blut senken und damit einer Verkalkung vorbeugen.

Schützt die Zellen

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die Pflanzen zum Schutz vor Krankheiten und schädlichen Umwelteinflüssen dienen. Aber auch uns Menschen kommen Flavonoide, über die Nahrung aufgenommen, zugute. Denn diese wirken antioxidativ – sie reduzieren also oxidativen Stress, der durch freie Radikale entsteht und die Zellen erheblich schädigen kann. Mehrere Studien haben zudem ergeben, dass Bärlauch das Risiko verschiedener Krebserkrankungen senken kann, insbesondere gilt das für Darmkrebs.

Für Tiere

Bärlauch bei Tieren

Die reinigenden und schützenden Eigenschaften des gesunden Waldknoblauchs nutzen aber nicht nur uns: Auch unsere Haustiere können von Bärlauch profitieren. Untergemischt in das Futter von Katzen und Hunden kann das Kraut einem Parasitenbefall einerseits vorbeugen und andererseits eine schnellere Genesung begünstigen. Allerdings solltest du hier vorsichtig sein, denn nicht alle Tiere vertragen das Wildgewächs gleich gut. Für Kaninchen und Pferde ist Bärlauch beispielsweise giftig.

Nebenwirkungen und Risiken von Bärlauch

Das natürliche Gewürz- und Heilkraut Bärlauch ist in der Regel sehr gut verträglich und geht beim Verzehr selten mit Nebenwirkungen einher. Doch ebenso wie viele andere Lebensmittel kann auch Bärlauch Allergien verursachen. Eine Allergie kann sich von Mensch zu Mensch auf unterschiedliche Weise äußern – nicht selten kommt es zu Reizungen und Juckreiz auf der Haut, Schwellungen, Pusteln und Ekzemen. Allerdings kann sich auch eine Luftnot einstellen. Solltest du also nach einem Verzehr erste Anzeichen dieser Symptome spüren, solltest du dich sofort an deinen Arzt wenden.

Erntest du den Bärlauch in der Natur, etwa in Wäldern oder entlang eines Baches, können weitere Risiken auf dich zukommen. So kann wild wachsender Bärlauch mit dem sogenannten Fuchsbandwurm befallen sein. Deren Eier sind auf den ersten Blick nicht sichtbar, können jedoch bei einem Verzehr zu schmerzhaften und gefährlichen Wucherungen in der Leber führen. Darüber hinaus besteht bei einem Ernten in der Natur die Gefahr der Verwechslung. Laien fällt es oft schwer, den Waldknoblauch von einigen anderen Pflanzen zu unterscheiden, die mitunter bedrohlich für die Gesundheit sind.

Bärlauch ernten

Um im Frühjahr mit dem leckeren Waldknoblauch zu kochen, musst du weder den nächsten Supermarkt aufsuchen noch die Pflanze selbst züchten. Denn Bärlauch lässt sich auch wunderbar in der Natur ernten – du findest ihn fast überall, wo es schattig und feucht ist, vor allem in Parks, Wäldern und entlang von Bachläufen. Allerdings ist hier besondere Vorsicht geboten – bevor du die Wildpflanze erntest, solltest du einige wichtige Dinge beachten.

Zur Saison ernten

Die Saison des Bärlauchs verläuft im Frühjahr – sie beginnt ungefähr Mitte März und endet Anfang Mai. Auch danach wächst der Bärlauch noch, doch beginnt die Pflanze erst einmal zu blühen, dann verlieren die Blätter an Geschmack und werden fade. Beim Ernten des Bärlauchs solltest du keinesfalls die komplette Pflanze aus dem Boden reißen. Schneide stattdessen nur einige Blätter pro Gewächs ab, damit es später noch weiter wachsen kann.

Verwechslungsgefahr: Pflanzen richtig unterscheiden

Bärlauch ernten: Darauf musst du achten

Sich in der Natur zu bedienen ist eine schöne Abwechslung zum ständigen Einkaufen im Supermarkt. Doch für Laien sehen viele Pflanze zum Verwechseln ähnlich aus. Daher solltest du dich vor dem Wildernten unbedingt genau mit dem Aussehen des Bärlauchs beschäftigen. Denn sowohl das Maiglöckchen als auch die Herbstzeitlosen sehen dem Waldknoblauch erstaunlich ähnlich – sie sind aber lebensgefährlich giftig.

Sowohl das Maiglöckchen als auch der Bärlauch besitzen breite und oval geformte Blätter, zudem können sie an den gleichen Plätzen wachsen. Was allerdings den Waldknoblauch von den Herbstzeitlosen und dem Maiglöckchen unterscheidet, ist sein charakteristischer Geruch. Wenn du die Pflanzen rein äußerlich nicht unterscheiden kannst, reibe eines der Blätter zwischen Zeigefinger und Daumen. Steigt dir der knoblauchartige Geruch in die Nase, handelt es sich um Bärlauch. Die beiden anderen Gewächse sind geruchsneutral.

Bärlauch einfrieren und haltbar machen

Am besten ist es immer, frischen Bärlauch zu verwenden. Konntest du jedoch besonders viel Bärlauch ernten, lohnt es sich, diesen einzufrieren. Auf diese Weise machst du den Waldknoblauch haltbar und kannst ihn das ganze Jahr über verwenden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du den Wilden Knoblauch einfrieren kannst. Eine Option ist, ihn in einem leeren und sauberen Einmachglas zu kühlen. Dafür wäschst du das Wildgemüse zunächst gründlich ab und tupfst es anschließend vorsichtig trocken. Schneide den Wilden Knoblauch in kleine Stücke und verteile ihn locker in dem Einmachglas, das du anschließend im Gefrierfach lagerst.

Alternativ, und um den Bärlauch besser zu portionieren, kannst du ihn auch in Eiswürfelformen einfrieren. Dafür verfährst du auf die gleiche Weise wie bei dem Einmachglas, nur hast du hier kleine einzelne Portionen, die du zu unterschiedlichen Zeiten auftauen kannst.

Bärlauch kaufen

Wenn du lieber auf Nummer Sicher gehen möchtest, kannst du auch während des Frühjahrs frischen Bärlauch kaufen. Da das gesunde und leckere Gewächs immer beliebter wird, findest du auch vermehrt Produkte im Supermarkt, Bioladen und im Reformhaus. So kannst du etwa zwischen Bärlauch-Käse, -Frischkäse, -Butter oder –Tofu wählen. Du kannst ihn aber auch gefroren, getrocknet und kleingehackt kaufen.

Bei Fertiggerichten mit dem gesunden Waldknoblauch ist jedoch Vorsicht geboten – häufig bestehen diese zu großen Teilen aus Geschmacksverstärkern und künstlichen Aromen.

Entscheidest du dich für frischen Bärlauch, den du zwischen März und Mai erwerben kannst, solltest du genau auf seine Qualität achten. Die Blätter sollten grün sein und eine bestimmte Festigkeit besitzen.

Rezepte mit Bärlauch

Da sich Bärlauch besonders durch seinen knoblauchartigen Geschmack auszeichnet, kannst du ihn bei verschiedenen Gerichten einsetzen. Jedoch solltest du ausschließlich frischen Bärlauch verwenden und diesen schnell aufbrauchen, da er sich nicht sehr lange hält. Außerdem ist es wichtig, dass du ihn beim Kochen erst am Ende hinzufügst, da er ansonsten seinen typischen Geschmack verlieren kann.

Bärlauch passt wunderbar zu Suppen, Salaten, aufs Brot und als Grundzutat in Pesto.

Bärlauch-Pesto

Rezept mit Bärlauch: Selbstgemachtes Pesto

Das originale Pesto-Rezept sieht als Basis eigentlich Basilikum vor – du kannst ihn jedoch ganz einfach durch Bärlauch ersetzen. Das Rezept ist leicht und schnell zu machen. Alles was du brauchst sind ein Bund frischer Bärlauch, geröstete Pinienkerne (oder alternativ Cashew– oder Sonnenblumenkerne) und Olivenöl.

Zunächst musst du den Bärlauch gründlich mit Wasser abspülen und ihn anschließend vorsichtig trocken tupfen. Gib ihn danach zusammen mit den gerösteten Pinienkernen und ausreichend Olivenöl in eine Küchenmaschine oder einen Mixer und püriere alles zusammen klein. Notfalls kannst du noch etwas Olivenöl hinzufügen – bis das Ganze eine pestoartige Konsistenz erreicht. Zum Schluss schmeckst du den Pesto mit Salz und Pfeffer ab. Nach Belieben kannst du dem Pesto auch Parmesan hinzufügen.

Bärlauch-Butter

Ein weiteres beliebtes Rezept mit dem Waldknoblauch ist die Bärlauch-Butter, die wunderbar aufs Brot, zu Fleisch, Fisch und Gemüse passt. Für das Rezept brauchst du lediglich einen Bund Bärlauch, 100 Gramm Butter, die abgeriebene Schale einer halben Zitrone, Salz und Pfeffer.

Wasche den Waldknoblauch zunächst gründlich ab und entferne die Stile. Hacke ihn danach so fein wie möglich und verknete ihn anschließend gemeinsam mit der abgeriebenen Zitronenschale und der Butter. Diese kannst du zuvor auch auf der Heizung oder in einem kurzen Wasserbad aufweichen, damit sich alles besser vermengen lässt. Schmecke die Butter zum Schluss mit Salz und Pfeffer ab und stelle sie in den Kühlschrank, damit sie fest wird.

Um die Butter noch ein wenig aufzupeppen, kannst du auch etwas Currypulver und/ oder Senf hinzufügen.

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