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Pfefferminzöl: 4 Wirkungen + 3 Tipps zur Anwendung des ätherischen Öls

Seit Jahrhunderten wird die Heilpflanze Pfefferminze wegen ihrer gesundheitsfördernden Wirkungen geschätzt. Das ätherische Öl der Minze ist dabei nicht nur wirkungsvoll im Einsatz gegen Erkältungsbeschwerden. Alles über die heilenden Wirkungen von Pfefferminzöl und die besten Tipps zur Anwendung erfährst du im Folgenden.

Das charakteristische Aroma der Pfefferminze kennen wir aus Kaugummis, der Mundpflege und dem kubanischen Mojito. Dabei sind die Anwendungsmöglichkeiten der Heilpflanze deutlich vielfältiger als die Meisten wissen – besonders heilsam wirkt das aus ihr gewonnene ätherische Öl. Alles Wissenswerte über Pfefferminzöl erfährst du im Folgenden.

Wissenswertes über Pfefferminzöl

Wissenswertes über Pfefferminzöl

Ätherisches Pfefferminzöl wird aus den Blättern der Pfefferminze (lat. Mentha piperita) gewonnen. Sie gehört zur Gattung der Minzen, die schon vor Jahrtausenden als Grabbeigabe von Pharaonen dienten. Die Pfefferminze, die wir heute kennen, entstand allerdings ganz zufällig bei einer Kreuzung verschiedener Minzarten vor nicht einmal 400 Jahren.

Die Echte Pfefferminze kann bis zu 90 Zentimeter hochwachsen und bildet dabei saftig grüne, lanzenförmige Blätter aus, deren Ränder grob gezähnt sind. Charakteristisch ist vor allem ihr besonderes Aroma: Den leicht scharfen, pfefferartigen Geruch kennst vielleicht auch du noch aus Kindheitstagen – denn die Heilpflanze gilt schon seit Langem als wirksames Heilmittel gegen Erkältungen. Erst wenn du die Blätter in den Händen zerreibst, entfalten sie ihr ganzes Aroma.

Um das ätherische Öl herzustellen, wird ein spezielles Verfahren eingesetzt, das sich Wasserdampfdestillation nennt. Dafür werden nur die Pflanzen verwendet, die noch keine Blüten tragen. In dieser Wachstumsphase ist die Konzentration des ätherischen Öls in den Blättern am höchsten und daher am wertvollsten.

Jährlich werden circa 5.000 Tonnen Pfefferminzöl hergestellt – der Anbau erfolgt größtenteils im Norden Amerikas und in einigen Teilen Europas, vor allem Italien und Bulgarien. Die Anwendungsmöglichkeiten des farblosen, leicht gelblichen Öls sind dabei erstaunlich vielfältig: ob in der Mundpflege, als Arzneimittel, in der Aromatherapie oder als Zutat in Speisen und Getränken.

Angeblich stammt der Name der Minze aus der griechischen Mythologie. So soll Proserpina, die Göttin der Unterwelt, aus Eifersucht die Nymphe Minthe in das duftende Heilkraut Minze verwandelt haben.

Inhaltsstoffe von Pfefferminzöl

Hauptbestandteil von Pfefferminzöl ist Menthol – die Substanz macht immerhin bis zu 45 Prozent seines gesamten Inhalts aus. Der zweithäufigste Inhaltsstoff ist mit bis zu 20 Prozent Menthon. Weitere Inhaltsstoffe von Minzöl sind Cineol, Triterpene sowie Menthylacetat, Menthofuran und diverse Flavonoide.

Menthofuran: Dieser im ätherischen Pfefferminzöl enthaltene Stoff ist höchst toxisch und dient der Pflanze eigentlich zum Schutz vor Fressfeinden. Mit 0,6 bis 5 Prozent macht die Substanz zwar nur einen geringen Teil des Pfefferminzöls aus. Dennoch muss sie erst vom Öl abgetrennt werden, ehe es medizinisch verwendet werden darf. Bei einer erhöhten Einnahme von Menthofuran kann es im Körper zu schweren Leberschäden kommen.

Menthol: Menthol ist einer der Hauptgründe, weshalb das ätherische Pfefferminzöl so vielfältig wirkt. Der Stoff ist nicht nur aufgrund seiner desinfizierenden Wirkungen so beliebt – er wird auch gerne als Duft- und Aromastoff eingesetzt. Der menschliche Körper besitzt einen eigenen Rezeptor für Menthol – er stimuliert diesen Nervenrezeptor und sorgt so unter anderem für ein erfrischendes Kältegefühl auf der Haut. Reines Menthol kann für uns jedoch gefährlich werden – wenige Tropfen der Substanz reichen, um Reizungen oder gar eine Herzrhythmusstörung auszulösen.

Menthon: Diesen Stoff macht sich insbesondere die Parfum-Industrie zu Nutze – kein Wunder, verströmt er ein enorm charakteristisches Aroma. Doch Menthon kann noch mehr: Im Pfefferminzöl wirkt die Substanz durchblutungsfördernd. Außerdem wird Menthon zurzeit als Heilmittel in der Krebstherapie erprobt.

Wirkungen des ätherischen Minzöls

Wirkungen von Pfefferminzöl

Die meisten seiner Wirkungen sind seit Jahrhunderten bekannt. Mittlerweile ist das ätherische Pfefferminzöl auch so gut erforscht, dass an vielen gesundheitlichen Wirkungen auch wissenschaftlich kein Zweifel mehr besteht. Erwiesen sind folgende Eigenschaften: leicht antibakteriell, entzündungshemmend, krampflösend, gallentreibend, kühlend, schmerzlindernd und schleimlösend. Seine positiven Wirkungen entfaltet das Öl der Heilpflanze sowohl innerlich als auch äußerlich.

Gegen Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind die am häufigsten auftretende Kopfschmerzart unserer Gesellschaft. Sie werden nicht durch andere Erkrankungen ausgelöst, sondern haben meistens Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich sowie körperlichen beziehungsweise psychischen Stress als Ursache. Schon im alten Rom empfahlen Gelehrte, die Blätter der Minze zur Linderung der Schmerzen auf die Schläfen zu legen.

An der Kieler Universitätsklinik für Neurologie wurden seine Wirkungsmechanismen zum ersten Mal systematisch untersucht und bewiesen. Die intensivste Wirkung ging dabei von einem zehnprozentigen Pfefferminzöl in alkoholischer Lösung aus. Doch auch weitere Untersuchungen konnten die Effektivität des Pfefferminzöls bestätigen, sodass an der Wirksamkeit mittlerweile kein Zweifel mehr besteht.

So kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass ätherisches Pfefferminzöl die gleiche Wirkung auf Spannungskopfschmerzen besitzt wie ein Gramm des Schmerzmittels Paracetamol. Der einzige Unterschied: Während das chemische Schmerzmittel inneren Organen auf Dauer schaden kann, ist das natürliche Minzöl in der Anwendung deutlich schonender und fast unbedenklich.

Die heilsamen Wirkungen des Pflanzenöls sind auf mehrere Mechanismen zurückzuführen. Das ätherische Öl regt die Kälterezeptoren der Haut an, dieser Vorgang kühlt nicht nur angenehm die Haut, er macht die Nervenzellen auch unempfindlicher gegenüber Schmerzen. So hemmt Pfefferminzöl die Wirkungen der Schmerz-Nerven-Botenstoffe Serotonin und Substanz-P. Beide spielen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Spannungskopfschmerzen.

Darüber hinaus wirkt Pfefferminzöl krampflösend. Sind die Spannungskopfschmerzen die Folge einer Nacken- oder Schulterverspannung (die auch durch Stress entstehen kann), so setzt das Öl hier direkt an der Wurzel des Problems an.

Gegen Magen-Darm-Beschwerden

Pfefferminzöl bei Magen-Darm-Beschwerden

Vielleicht musstest auch du als Kind bei Magen-Darm-Krämpfen literweise Pfefferminztee trinken. Und das auch aus gutem Grund: Die Heilpflanze beruhigt den Magen, wirkt krampflösend und gleichzeitig durchblutungsfördernd. Doch nicht nur der berüchtigte Tee wirkt symptomlindernd: Auch das ätherische Öl der Pfefferminze eignet sich zur Behandlung der Beschwerden. Über verschiedene Mechanismen regt das Pflanzenöl die Verdauung und die Bildung von Gallensäure an. Zudem entspannt das ätherische Öl auf sanfte Weise die krampfende Muskulatur der Darmwand. Diese Eigenschaften kommen sowohl Menschen mit einmaligen Bauchkrämpfen als auch Betroffenen des Reizdarmsyndroms zugute.

Du kannst Pfefferminzöl auf verschiedene Weisen zur innerlichen Anwendung nutzen: Dafür eignen sich zum Beispiel magensaftresistente Kapseln oder die Einnahme von zwei Tropfen Minzöl aufgelöst in einem Glas Wasser. Bedenke jedoch, dass ein Erwachsener eine Tagesdosis von drei bis sechs Tropfen nicht überschreiten sollte.

Gegen Muskelkater und Verspannungen

Nicht nur der Magen kann krampfen: Nach intensiven Trainingseinheiten kann am nächsten Tag die Muskulatur schmerzen und psychischer sowie körperlicher Stress kann Verspannungen einzelner Muskulaturen zur Folge haben. Auch bei diesen Beschwerden hat sich ätherisches Pfefferminzöl bewährt. Es löst Spannungen, Schmerzen und Krämpfe der Muskulaturen. Da ätherische Öle pur angewendet immer zu Reizungen führen können, solltest du es vor der Anwendung mit einem anderen Öl vermischen. Dafür eignet sich zum Beispiel Olivenöl. Trage die Ölmischung großzügig auf die betroffenen Hautstellen auf und warte mindestens eine halbe Stunde ab.

Das ätherische Öl beruhigt die krampfende Muskulatur und wirkt darüber hinaus durchblutungsfördernd.

Bei Erkältungen

Das im Minzöl enthaltene Menthol lindert die typischen Symptome einer Erkältung. Am besten eignet sich für die volle Wirkung eine Inhalation des ätherischen Öls. Auf diese Weise unterstützt es den Körper beim Abhusten und Lösen des Schleims, was unter anderem die Bronchien befreit und dich wieder durchatmen lässt. Außerdem reduziert das Öl dadurch sowohl Schnupfen als auch Schleimhusten.

Risiken und Nebenwirkungen von Pfefferminzöl

Nebenwirkungen und Risiken von Pfefferminzöl

Grundsätzlich ist bei der Verwendung von ätherischen Ölen Vorsicht geboten. Sie können allesamt enorm heilsam auf Körper und Geist wirken – jedoch nicht, wenn sie falsch angewendet werden.

Trägst du ätherisches Minzöl pur auf die Haut auf, kann das zu unangenehmen Reizungen und Rötungen führen. Doch auch die Einnahme von Kapseln kann gegebenenfalls Nebenwirkungen auslösen. Das Arzneimittel kann unter Umständen zu Übelkeit und Erbrechen führen, außerdem könnte der Körper mit Sodbrennen reagieren.

Wer mit Gallenproblemen zu kämpfen hat, sollte gänzlich auf das ätherische Öl verzichten. Außerdem sollte das ätherische Pflanzenöl nur mit Vorsicht bei Kindern angewendet werden. Menthol kann bei Säuglingen und Kleinkindern unter Umständen eine Atemnot auslösen – daher sollte das Öl bei unter Sechsjährigen nicht im Bereich der Brust, des Mundes oder der Nase angewendet werden.

Wenn du an Asthma leidest, solltest du die Verwendung von Minzöl zuvor dringend mit einem Arzt absprechen. Im schlimmsten Fall könnte dein Leiden durch das ätherische Öl verstärkt werden.

Tipps zur Anwendung mit Pfefferminzöl

Ätherisches Minzöl kann enorm bereichernd für deine Gesundheit sein – vorausgesetzt, du wendest es richtig an. Halte dich in jedem Fall immer an die beigefügten Packungsbeilagen oder informiere dich bei deinem Apotheker. Bedenke immer, dass reines Pfefferminzöl zur puren Verwendung zu stark ist – es sollte immer mit anderen Stoffen verdünnt werden.

Bei Kopfschmerzen

Anstatt beim nächsten Kopfschmerz-Anfall zur chemischen Schmerztablette zu greifen, solltest du es einmal mit Minzöl probieren. Die Anwendung gestaltet sich dabei denkbar einfach:

Mische einige Tropfen Pfefferminzöl mit einem sogenannten "Trägeröl". Dieses dient der Streckung der Öl-Konzentration. Der Anteil des Minzöls sollte dabei nur noch zwischen fünf und zehn Prozent betragen. Als Trägeröl eignen sich alle hautverträglichen Öle wie beispielsweise das Oliven- oder Sonnenblumenöl.

Trage das Öl-Gemisch großzügig auf Stirn und Schläfen sowie dem Schulter- und Nackenbereich auf. Spare dabei sorgfältig die Augen und die Schleimhäute aus, da diese in der Regel am meisten mit Reizungen reagieren. Vergiss auch nicht, nach dem Einmassieren des Öls gründlich die Hände zu waschen – ansonsten könnte das nächste Augenreiben eine schmerzliche Erfahrung werden. Eine alternative Methode ist, einige Tropfen des ätherischen Öls auf ein warmes, feuchtes Tuch zu geben und dieses auf die Schläfen zu legen.

Nach etwa 15 bis 30 Minuten sollten die schmerzlindernden Wirkungen des Pflanzenöls eintreten. Du kannst die Anwendung nach ungefähr einer Stunde bedenkenlos wiederholen. Besonders für schwangere und stillende Frauen sowie für Kinder eignet sich die Behandlung von Kopfschmerzen mithilfe des Minzöls. Schließich ist das ätherische Öl deutlich schonender für den Organismus als chemische Schmerztabletten.

Auf der Haut

Pfefferminzöl für die äußere Anwendung

Ätherisches Minzöl lindert neben Spannungskopfschmerzen auch Muskelkater und Verspannungen. Und diese können am gesamten Körper auftreten – von den Schultern bis zu den Beinen. Egal für welchen Bereich du die Behandlung vorgesehen hast, verdünne immer das ätherische Öl mit einem Trägeröl. Der Anteil von Pfefferminzöl sollte letztendlich zwischen fünf und zehn Prozent betragen. Das Öl-Gemisch kannst du dann bedenkenlos großzügig auf die betroffenen Stellen auftragen – Schleimhäute und andere empfindliche Körperstellen solltest du jedoch aussparen.

Zum Inhalieren

Eine andere, lang bewährte Methode ist das Inhalieren des Pfefferminzöls. Du wendest es an, um deine Atemwege und Bronchien von festsitzendem Schleim zu befreien. Dadurch unterstützt du den Genesungs-Prozess deines Körpers während einer Erkältung. Zum Inhalieren von Pfefferminzöl brauchst du keine speziellen Utensilien. Alles, was du benötigst, ist eine breite Schüssel, heißes Wasser und ein Handtuch.

Koche ungefähr ein Liter heißes Wasser auf und fülle es in eine möglichst breite Schüssel. Füge dem Wasser noch drei bis fünf Tropfen Pfefferminzöl hinzu und vermische es kurz. Dann beugst du dich über die Schüssel, sodass der Dampf in dein Gesicht steigt. Lege nur noch das Tuch über deinen Kopf, damit der ätherische Dampf nicht an den Seiten entweicht und inhaliere ihn. Achte auf eine gleichmäßige Atmung abwechselnd durch Nase und Mund. Nach zehn Atemzügen kannst du das Tuch kurz heben, um etwas Sauerstoff hereinzulassen. Die Anwendung kannst du solange weiterführen, bis das Wasser erkaltet.

Pfefferminzöl kaufen

Ätherisches Minzöl findest du sowohl im Drogeriemarkt als auch in der Apotheke. Hier erhältst du das Arzneimittel in der Regel rezeptfrei. Lasse dich dennoch kurz von dem Apotheker beraten, je nachdem, für welche Anwendung du das Öl vorgesehen hast.

Pfefferminzöl steckt allerdings in noch einigen anderen Produkten. Du erhältst es zum Beispiel in Form einer Mundspülung, Erkältungs-Bonbons, Kaugummis oder als Zutat in Schokoladen. Auch der kubanische Cocktail Mojito kommt nicht ohne den typischen Geschmack des Minzöls aus.

Pfefferminzöl selbst machen

Pfefferminzöl selbst machen

Um von den gesunden Eigenschaften des ätherischen Öls zu profitieren, brauchst du es jedoch nicht gezwungenermaßen zu kaufen. Pfefferminzöl lässt sich auch ganz einfach selbst herstellen – ohne viele Materialien oder großen Aufwand.

Für die Herstellung von Minzöl musst du zunächst ungefähr eine Handvoll Pfefferminzblätter gründlich waschen und klein hacken. Die feinen Stücke gibst du dann in ein sauberes, am besten ausgekochtes, Schraubglas, das sich luftdicht verschließen lässt. Nun fügst du noch circa 500 Milliliter kaltgepresstes beziehungsweise natives Olivenöl hinzu.

Das Glas mit den Minzblättern und dem Olivenöl lässt du von jetzt an auf einer möglichst sonnigen und warmen Fensterbank stehen, insgesamt sollte es mindestens sechs Wochen ziehen können. Im letzten Schritt gibst du das Öl nur noch durch ein Sieb und füllst die Flüssigkeit in ein dunkles Fläschchen um. Damit es möglichst lange hält, solltest du es an einem dunklen und kühlen Ort aufbewahren – das dunkle Glas schützt zusätzlich vor einem Nährstoffverlust durch UV-Strahlungen. Gut gelagert wird dein eigenes Minzöl mindestens zwölf Monate halten.

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