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Eukalyptusöl: 4 Wirkungen + 3 Anwendungen des ätherischen Öls

Eukalyptusöl ist ein altbewährtes Hausmittel, das viele von uns noch aus Kindheitstagen kennen. Zum Einsatz kommt es insbesondere bei Erkältungen und anderen Atemwegserkrankungen. Dabei kann das ätherische Öl noch einiges mehr für unsere Gesundheit tun.

Alles was du über Eukalyptusöl wissen musst, erfährst du im Folgenden.

Ob in Hustenbonbons, Salben oder Mundwasser: Eukalyptusöl wird dank seiner gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe in zahlreichen Produkten eingesetzt. Besonders in den kalten Wintermonaten kommt das ätherische Öl zum Einsatz. Was genau Eukalyptusöl überhaupt ist, erfährst du im Folgenden.

Wissenswertes über Eukalyptusöl

Wissenswertes über den Eukalyptus

Eukalyptusöl (lat. Oleum eucalypti) ist eine Sammelbezeichnung für diverse ätherische Öle, die aus den Blättern des Eukalyptus hergestellt werden.

Obwohl die Blätter der Bäume eine sattgrüne Farbe besitzen, erscheint das Öl als farblose bis blassgelbe Flüssigkeit.

Wie viele andere ätherische Öle auch wird Eukalyptusöl durch eine sogenannte Wasserdampfdestillation gewonnen.

Aus dieser entsteht zunächst ein Rohöl, welches jedoch noch enorm viele Aldehyden enthält. Da diese hustenreizend- und nicht lindernd wirken, muss das Rohöl erst mit einer Lauge behandelt werden, ehe es zu gesundheitlichen Zwecken genutzt werden kann.

Die Lauge trennt die Aldehyden vom restlichen Öl.

Unter die Pflanzengattung Eukalyptus fallen circa 600 Arten, wobei lediglich 20 zur Herstellung des ätherischen Öls genutzt werden. Die bedeutendste Art ist dabei der Eucalyptus globulus.

Ihn findet man hauptsächlich in Australien, wo schon vor langer Zeit die einheimischen Aborigines seine besonderen Heilwirkungen erkannten. Heute wird der Eucalyptus globulus jedoch primär in China angebaut und kultiviert. Jährlich entstehen dort zwischen 3.000 und 4.000 Tonnen Eukalyptusöl.

Der Eukalyptusbaum ist ein wahrer Überlebenskünstler. Er benötigt nicht nur enorm wenig Wasser zum Wachsen und Gedeihen; er übersteht auch große Hitze und keimt selbst nach verheerenden Bränden.

Die robuste Pflanze dient darüber hinaus als Nahrung bestimmter Tierarten – wie etwa dem eukalyptusfressenden Koalabär.

Inhaltsstoffe von Eukalyptusöl

Die heilsamen Wirkungen des ätherischen Öls sind auf seine kostbaren Inhaltsstoffe zurückzuführen. So findet sich in Eukalyptusöl die Substanz 1,8-Cineol, welche früher auch unter der Bezeichnung "Eukalyptol" bekannt war.

Mit 60 bis 80 Prozent Cineol ist diese Substanz der Hauptinhaltsstoff von Eukalyptusöl und auch für die meisten seiner gesundheitsfördernden Wirkungen verantwortlich. Cineol findet bei diversen Atemwegserkrankungen Anwendung, so etwa bei Bronchitis und Erkältungen.

Daneben finden sich in dem ätherischen Öl geringe Mengen der Stoffe 1- und 2-Pinen. Sie machen ungefähr neun Prozent der Gesamtmenge von Eukalyptusöl aus und gehören zur Gruppe der Monoterpenen.

Diese finden sich häufig in Kräutern, besitzen einen aromatischen Geschmack und wirken ähnlich wie Cortison. Daher sind 1- und 2-Pinen in der Lage, Entzündungen zu hemmen und entzündlichen Erkrankungen entgegenzuwirken.

Mit bis zu 12 Prozent steckt auch der Stoff Limonen in nicht unwesentlicher Menge in dem ätherischen Öl der Eukalyptusblätter. Die zu den Terpen zählende Substanz ist ein citrus-ähnlicher Duftstoff, welcher unter anderem als natürliches, pflanzliches Konservierungsmittel in Kosmetika eingesetzt wird.

Daneben findet sich im Eukalyptusöl bis zu 1,5 Prozent Phellandren.

Wirkungen von Eukalyptusöl

Wirkungen von Eukalyptusöl

Besonders der Wirkstoff Cineol sorgt dafür, dass sich Eukalyptusöl so positiv auf die Gesundheit auswirken kann.

Die chemische Verbindung unterstützt unter anderem die Heilung von Atemwegserkrankungen, indem sie festsitzenden Schleim aus Bronchien und Nasennebenhöhlen löst.

Eukalyptusöl wirkt darüber hinaus gegen Bakterien sowie Pilze, krampflösend, antientzündlich und kühlend. Bei welchen Beschwerden du Eukalyptusöl weiterhin einsetzen kannst, erfährst du im Folgenden.

Gegen Erkältungen

Die schleimlösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften des ätherischen Öls sind seit Jahrhunderten bekannt. Es ist also kein Wunder, dass sich Eukalyptus als Hausmittel gegen Erkältungen und Bronchitis schon lange etabliert hat.

Das natürliche Öl regt die Bronchien dazu an, Wasser abzugeben. Dadurch löst sich der dort festsitzende Schleim, fließt leichter ab und kann letztlich besser abgehustet werden. Auch bei verstopfter Nase, Stirn- und Nasennebenhöhlen sorgt das ätherische Öl für eine schnelle Besserung.

Bei Bronchitis und Asthma

Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Cineol sorgen nicht nur bei Erkältungen für eine schnelle Genesung. Auch Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen kommt der Wirkstoff zugute.

Besonders die Symptome von Asthma und chronischer Bronchitis können sich in den kalten Wintermonaten drastisch verschlimmern. Einigen Studien zufolge kann Eukalyptusöl diese Verschlimmerung verhindern.

Dennoch sollten Betroffene, besonders wenn sie an Asthma leiden, eine Anwendung mit dem ätherischen Öl zuvor mit ihrem Arzt absprechen.

Gegen Muskelschmerzen und Rheuma

Doch nicht nur innerlich angewendet wirkt das ätherische Öl positiv auf die Gesundheit. Eukalyptusöl fördert nämlich auch die Durchblutung, wirkt auch äußerlich angewendet stark entzündungshemmend und des Weiteren entkrampfend und lindernd bei Muskelschmerzen.

Bei der Autoimmunerkrankung Rheuma bilden sich Ablagerungen in den Gelenken, was den Blutfluss hemmt, Entzündungen fördert und letztlich zu starken Schmerzen führen kann.

Mittels Eukalyptusöl können diese Ablagerungen abtransportiert werden, was die Schmerzen erheblich lindern kann und sowohl bei Rheuma als auch bei rheumatoider Arthritis zu einer Besserung führt.

Wissenschaftler fanden in einer Studie heraus, dass ätherische Öle, wie etwa das Eukalyptusöl, eine effektive Unterstützung in der Schmerztherapie bilden und starke Symptome tatsächlich mindern können.

Bei Bakterien- und Pilzinfektionen

Bei Bakterien- und Pilzinfektionen

Ähnlich wie Teebaumöl wirkt auch Eukalyptusöl antimikrobiell. Das ätherische Öl unterstützt damit die Bekämpfung verschiedener Bakterien, wie zum Beispiel des Bakteriums E.coli.

Das ist jedoch nicht alles: Dem heilsamen Öl wird auch eine fungizide Wirkung nachgesagt, was bedeutet, dass es Pilze abtöten und die Genesung bei Pilzerkrankungen unterstützen kann.

Kein Wunder also, dass Eukalyptusöl ein beliebter Zusatz in zahlreichen Salben und Cremes ist. Bakterien, die über den Tag verteilt auf unserem Körper und insbesondere auf unseren Händen landen, können so unschädlich gemacht werden, ehe sie in den Körper gelangen.

Daher findest du Eukalyptusöl auch als Wirkstoff in der Zahn- und Mundpflege. Nicht nur fördert das ätherische Öl einen frischen und angenehmen Atem, es tötet auch unerwünschte Bakterien ab, die im Hals- und Magenbereich zu diversen Beschwerden führen könnten.

Nebenwirkungen von Eukalyptusöl

Trotz seiner zahlreichen positiven Wirkungen auf die Gesundheit, solltest du vor einer Einnahme von Eukalyptusöl einiges beachten. Denn wie fast jede Heilpflanze und ätherisches Öl auch, kann eine Anwendung mit Eukalyptusöl bestimmte Nebenwirkungen mit sich bringen.

So etwa besitzt der Hauptinhaltsstoff Cineol neben antientzündlichen auch stark reizende Wirkungen auf Haut und Schleimhäute. Es ist deshalb immens wichtig, Eukalyptusöl niemals unverdünnt anzuwenden – weder innerlich noch äußerlich.

Auch solltest du dringend einen Augenkontakt mit dem ätherischen Öl vermeiden.

Während der Schwangerschaft solltest du gänzlich auf das pflanzliche Öl verzichten, da es bei hoher Konzentration zu Leberschäden führen kann. Auch Kleinkinder sollten von Eukalyptusöl ferngehalten werden – seine reizenden Inhaltsstoffe könnten unter Umständen die Schleimhäute angreifen.

Grundsätzlich solltest du auf eine Anwendung mit dem ätherischen Öl verzichten, wenn du unter Gallen– und Leberproblemen leidest. Das Gleiche gilt bei akuten sowie chronischen Magenbeschwerden.

Besprich eine Einnahme des heilsamen Öls unbedingt vorher mit einem Arzt, wenn du Krampfadern besitzt, unter Asthma, fieberhaften Infekten oder Herz- und Kreislaufbeschwerden leidest.

Anwendungen mit Eukalyptusöl

Anwendungen mit Eukalyptusöl

Eukalyptusöl lässt sich auf vielfältige Weise anwenden. Die vermutlich bekannteste und beliebteste Anwendung sind die Husten- und Lutschbonbons mit dem ätherischen Öl.

Diese findest du in jeder Apotheke, Supermärkten, Drogerien und natürlich auch online. Daneben findet sich Eukalyptusöl auch in Balsamen, Cremes, Erkältungsbädern. Darüber hinaus ist das ätherische Öl in Kapselform erhältlich.

Nicht selten wird Eukalyptusöl in Kombination mit anderen ätherischen Ölen wie Thymian oder Rosmarin angeboten, da diese insbesondere Atemwegserkrankungen zusätzlich mindern können.

Inhalieren

Leidest du unter akuten oder chronischen Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis, so eignet sich für dich insbesondere die Inhalation von Eukalyptus. Um deine Atemwege von festsitzendem Schleim zu befreien, reichen bereits zwei bis drei Tropfen des ätherischen Öls.

Diese gibst du in einen großen Topf mit kochendem Wasser und legst dir währenddessen ein großes Tuch bereit. Achte darauf, nicht allzu viele Tropfen dem heißen Wasser zuzufügen, da hochkonzentriertes Eukalyptusöl Reizungen auslösen kann.

Das heiße Wasser gibst du nun in eine große Schüssel, über welche du dich im nächsten Schritt hinüberbeugst.

Das Tuch legst du so über deinen Kopf, dass der Dampf nicht entweichen kann. Nun atmest du abwechselnd tief über Nase und Mund das Eukalyptuswasser ein und wieder aus. Halte deine Augen geschlossen, damit sie nicht durch das ätherische Öl gereizt werden.

Nach circa 30 Minuten ist das Wasser erkaltet.

Übrigens kannst du Eukalyptusöl auch in der Sauna oder in einer Duftlampe verwenden. Auch auf diese Weise unterstützt das ätherische Öl die Genesung einer Atemwegserkrankung.

Als Balsam oder Gel

Bei Rheuma, Arthritis und Muskelschmerzen kann Eukalyptusöl in Form einer Salbe oder eines Balsams angewendet werden. Wende die Creme stets nach Packungsbeilage an. In der Regel musst du den Balsam lediglich auf die Gelenke oder die betroffenen Muskelbereiche auftragen und brauchst ihn anschließend nicht abzuwaschen.

Eine Salbe mit Eukalyptusöl wirkt durchblutungsfördernd und antientzündlich. Die enthaltenen Inhaltsstoffe sollten so natürlich wie möglich sein und aus wenigen chemischen Zusätzen bestehen.

Bei Rheuma und Muskelschmerzen empfiehlt sich ebenfalls eine Kompresse mit Eukalyptusöl. Für diese tröpfelst du circa zwei bis drei Tropfen des ätherischen Öls auf eine Kompresse, umwickelst diese mit einem Küchentuch und legst es anschließend auf die betroffene Stelle.

Orale Einnahme

Bei einer oralen Einnahme von ätherischem Eukalyptusöl ist besondere Vorsicht geboten. Eine Überdosierung kann zu diversen Nebenwirkungen führen, so etwa zu Magenschmerzen, Übelkeit oder gar Erbrechen.

Daher sollest du Eukalyptusöl nur dann oral anwenden, wenn du es exakt dosieren kannst. Wenige Tropfen können etwa einem heißen Tee beigegeben werden. Besser ist jedoch die Verwendung von handelsüblichen Weichkapseln.

Auch bei diesen solltest du dich ganz genau an die Dosierangaben halten.

Daneben ist eine orale Anwendung mittels Hustenbonbons oder Mundwasser möglich. Egal für welche Anwendung du dich letztlich entscheidest, eine orale Einnahme von Eukalyptusöl lindert Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden und Husten.

Eukalyptusöl kaufen

Das beliebte Hausmittel Eukalyptusöl findest du in unterschiedlichen Produkten verarbeitet fast überall zu kaufen: Egal ob online, in der Drogerie, im Supermarkt oder in der Apotheke. Willst du das ätherische Öl zu gesundheitlichen Zwecken verwenden, solltest du unbedingt auf eine hohe Qualität achten.

Diese zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass dem Öl keine weiteren chemischen Zusätze zugefügt sind und das Produkt im besten Fall aus biologischem Anbau stammt. Damit stellst du sicher, dass sich keine unerwünschten Pestizide in dem Produkt befinden.

Weiterhin solltest du sicherstellen, dass es sich bei dem ätherischen Öl um ein reines Öl handelt, also nicht um ein Duftöl oder ein naturidentisches Öl. Eine gesundheitsfördernde Wirkung kann nur ein naturreines ätherisches Öl leisten.

Eukalyptusöl selbst herstellen

Eukalyptusöl selbst herstellen

Du kannst das gesunde ätherische Öl auch selbst herstellen. Dafür brauchst du lediglich folgende Utensilien:

  • Frische Eukalyptusblätter, circa 30g
  • Handtuch
  • ¼ Liter Trägeröl (zum Beispiel Oliven- oder Mandelöl)
  • Schmortopf
  • Sieb
  • Sauberes Glas mit Schraubverschluss

Für dein selbstgemachtes Eukalyptusöl brauchst du zunächst frische Eukalyptusblätter.

Da die Pflanze nur in wärmeren Regionen wächst, erhältst du sie hierzulande primär als Topfpflanze oder als Staude in einer Gärtnerei. Für einen Viertelliter Öl brauchst du circa 25 Gramm Eukalyptusblätter.

Wasche die Blätter gründlich ab. Lasse sie anschließend trocknen, indem du sie mit einem sauberen Handtuch abtrocknest. Löse die Blätter im nächsten Schritt vom Stil und zerdrücke sie sanft in deinen Händen. Der starke Eukalyptus-Geruch wird auf diese Weise freigesetzt und das Öl extrahiert.

Nun stellst du das benötigte Trägeröl bereit. Hierfür ist ein geruchsneutrales und kaltgepresstes Öl optimal geeignet, es eignen sich also zum Beispiel Oliven- oder Mandelöl. Vermische das Öl zusammen mit den Blättern bei niedriger Temperatur in einem Schmortopf.

Die Blätter sollten gänzlich mit dem Öl bedeckt sein. Die Mischung muss jetzt mindestens sechs Stunden ziehen, je länger die Einziehzeit, umso stärker wird später das Eukalyptusöl.

Gieße das Eukalyptusöl nun durch ein feines Sieb direkt in ein sauberes Glas. Am besten wählst du hierfür ein dunkles Glas, damit UV-Strahlen den Inhaltsstoffen nichts anhaben können. Bedenke, dass das Öl komplett abgekühlt sein muss, ehe du es in das Glas füllst.

Nun ist dein Eukalyptusöl fertig. Um es möglichst lange haltbar zu machen, sollte es an einem dunklen und trockenen Ort lagern.

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