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Avocado: 8 Wirkungen, 3 Küchen-Tipps & die besten Rezepte zur Superfrucht

Kaum ein Lebensmittel hat in den letzten Jahren so einen großen Hype erlebt wie die Avocado. Doch wie gesund ist die leckere Frucht wirklich? Im Folgenden findest du alles Wissenswerte über Avocados, von den Nährwerten über Rezept-Ideen bis zu den größten Schattenseiten der Frucht.

Herkunft und Verbreitung der Avocado

Herkunft und Verbreitung der Avocado

Egal ob Paleo-Diät, Low-Carb-Ernährung oder Clean-Eating-Experiment, die Avocado ist aus der Küche nicht mehr wegzudenken. Sie gilt als Königin des aktuellen Superfood-Trends und begeistert Food-Blogger ebenso wie Ernährungsberater, Köche und Sportler. Dabei ist die bauchige Frucht keineswegs eine Entdeckung der letzten Zeit: Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Avocado aus Mittel- und Südamerika in die USA und nach Europa exportiert, wo sie unter anderem als Butterfrucht, Alligatorbirne oder Avocadobirne bekannt wurde.

Lange bevor sie in der westlichen Welt Erfolg hatte, feierte die Avocado einen anderen Siegeszug: Nachdem sie im 16. Jahrhundert von spanischen Kolonisatoren in Mittel- und Südamerika entdeckt worden war, verbreitete sich die sättigende Frucht mit den Eroberern in der ganzen Karibik und in Spanien. Im 19. Jahrhundert schaffte sie es schließlich nach Afrika und Südostasien, bevor sie im 20. Jahrhundert endlich auf europäischen Tellern landete.

Heutzutage gibt es mehr als 400 Avocado-Sorten, die sich in Form, Größe, Färbung und Beschaffenheit der Schale unterscheiden. Obwohl die Frucht, die an Bäumen wächst und botanisch ebenso wie der Granatapfel als Beere eingestuft wird, inzwischen weltweit angebaut wird, stammt der größte Teil der Avocado-Produktion noch immer aus Mexiko.

Nährwerte: So gesund ist die Avocado

Die Avocado ist nicht nur wenigen ihres butterigen Geschmacks beliebt, sie soll auch noch äußerst gesund sein. Angeblich steckt die grüne Frucht voll gesunder Nährstoffe, hilft beim Abnehmen und beim Sport. Doch stimmt das auch? Ein Blick auf die Nährwerte und Inhaltsstoffe verraten, wie gesund die Avocado wirklich ist.

So viele Kalorien hat eine Avocado

Nährwerte von Avocado

Auf den ersten Blick ist die Avocado nicht gerade eine passende Diät-Speise: Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung enthalten 100 Gramm Avocado-Fruchtfleisch ungefähr 230 Kalorien. Davon ist viel den natürlichen Fetten geschuldet, von denen die Avocado reichlich enthält, nämlich bis zu 20 Gramm Fett in 100 Gramm Fruchtfleisch. Trotzdem solltest du dich von der hohen Kalorienanzahl nicht täuschen lassen, wenn du gesund Gewicht verlieren willst und überlegst, die Avocado in deinen Speiseplan einzubauen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Lebensmitteln ist das Fett der Avocado nicht schädlich, sondern äußerst hochwertig. Es ist nämlich reich an ungesättigten Fettsäuren.

Ungesättigte Fettsäuren der Avocado

Ungesättigte Fettsäuren sind chemische Verbindungen, die in deinem Körper viele wichtige Aufgaben übernehmen. Sie sind Bestandteil der Gehirnsubstanz und der Zellmembran und wirken sich sehr positiv auf das Herz-Kreislauf-System deines Körpers aus, indem sie deinen Cholesterin-Spiegel vorteilhaft beeinflussen. Dein Cholesterin besteht nämlich sowohl aus guten Anteilen, dem sogenannten HDL-Cholesterin, als auch aus schlechten Anteilen, dem LDL-Cholesterin.

Wenn du zu viel LDL-Cholesterin in deinem Körper hast, kann es sich in deinen Arterien ablagern, zu Verengungen führen und dein Krankheitsrisiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöhen. Das HDL-Cholesterin sorgt dafür, dass das nicht passiert, indem es überschüssiges LDL-Cholesterin in deine Leber transportiert, wo es abgebaut wird. Weil sich ungesättigte Fettsäuren, also das Fett aus der Avocado, positiv auf das LDL-Cholesterin auswirken, sind sie von großer Bedeutung für deinen Organismus und helfen, ihn vor Schaden zu bewahren.

Mit Avocados abnehmen

Mit Avocados abnehmen

Doch nicht nur im Hinblick auf deinen Cholesterin-Wert ist die "Butterfrucht" von Nutzen. Die ungesättigten Fettsäuren, die die hohe Kalorienzahl der Avocado verursachen, sind sogar förderlich bei der Fettverbrennung. Sie enthalten nämlich ein bestimmtes Enzym, die sogenannte Lipase. Diese ist für die Fettverbrennung in Verdauungstrakt und Fettgewebe verantwortlich und verhindert, dass das natürliche Fett aus der Avocado von deinem Körper gespeichert wird.

Zusätzlich dazu regt es die Fettverbrennung insgesamt an, und weil die Avocado außerdem eine sehr sättigende Wirkung hat, ist sie sehr gut als Diät-Lebensmittel geeignet. Wenn dir die Avocado beim schnellen Abnehmen helfen soll, solltest du allerdings darauf achten, dass du zusätzlich zur bauchigen Frucht nur wenig Fett zu dir nimmst. Nutze die "Alligatorbirne", um die Butter auf deinem Brot durch einen gesunden Aufstrich zu ersetzen oder den Öl-Gehalt in deinem Salat zu reduzieren.

Wirkungen von Avocados

Nicht nur hinsichtlich Kalorien und gesunder Fette hat die Avocado viel zu bieten, auch in Bezug auf Vitamine und Mineralien ist die Frucht eine echte Empfehlung.

Gut für die Augen danke Vitamin A

Avocados sind gut für die Augen

Avocados gewinnen nämlich ihre satt-grüne Farbe aus bestimmten Pflanzenfarbstoffen, den sogenannten Beta-Carotinen. Diese färben Obst und Gemüse grün, gelb oder rot. Beta-Carotine wiederum werden auch als Provitamin A bezeichnet, denn aus den pflanzlichen Farbstoffen kann dein Körper bei Bedarf das lebensnotwendige Vitamin A bilden. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) enthalten 100 Gramm der "Alligatorbirne" bis zu 40 Mikrogramm Provitamin A. Dieses wirkt sich positiv auf deine Augen, dein Immunsystem und die Zellbildung in deinem Körper aus.

Gut für die Zellen dank Vitamin E

Neben Provitamin A ist auch das zellschützende Vitamin E in größeren Mengen vorhanden. Dieses Vitamin schützt deine Zellen vor schädlichen Molekülen, den sogenannten freien Radikalen, die sie beschädigen, verändern oder sogar zerstören können und damit Krankheiten wie Krebs begünstigen. Zusätzlich dazu wirkt es sich vorteilhaft auf deine Hautzellen aus, die es mit Feuchtigkeit versorgt und straff und geschmeidig hält. Das Superfood aus Südamerika ist deshalb nicht nur gut für die schlanke Linie, sondern auch für die Schönheit.

Gut für die Fruchtbarkeit dank Folsäure

Gut für die Fruchtbarkeit dank Folsäure

Abgesehen von Provitamin A und Vitamin E sind die Baumfrüchte, die aus botanischer Sicht als Beeren gelten, ebenfalls nützliche Lieferanten für natürliche Folsäure. Folsäure fördert die Blutbildung, das Zellwachstum und fördert die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen. Es wird während der Schwangerschaft regelmäßig von Ärzten verordnet, um die gesunde Entwicklung des Kindes zu gewährleisten.

Die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen sich allerdings nachweislich, wenn der Folsäure-Wert insbesondere bei Frauen schon vor der Befruchtung in einem optimalen Bereich liegt. Deshalb sollten grundsätzlich alle Frauen vor den Wechseljahren darauf achten, dass sie über die Ernährung viel natürliche Folsäure zu sich nehmen. Avocados sind hierzu sehr gut geeignet.

Gut für das Immunsystem dank Vitamin C

Gut für das Immunsystem dank Vitamin C

Zuletzt soll nicht unerwähnt bleiben, dass die schmackhaften Früchte auch geeignet sind, Avocados sind eine hervorragende Quelle für Vitamin C. Immerhin 13 Milligramm des immunstärkenden Vitamins befinden sich in 100 Gramm Avocado-Fruchtfleisch. Zusammen mit einer Orange und einem Apfel kannst du nicht nur deinen Tagesbedarf abdecken und dein Immunsystem unterstützen. Vitamin C wirkt wie Vitamin E als Gegner schädlicher Moleküle und wirkt sich vorteilhaft auf deine Haut aus.

Gut für die Muskulatur dank Kalium

Mit 490 Milligramm enthalten 100 Gramm Avocadofleisch eine bemerkenswert große Menge Kalium. Der Mineralstoff ist von essentieller Bedeutung für deinen Körper, besonders in Hinblick auf deine Muskulatur. Er fördert das Muskelwachstum und sorgt unter anderem für die Weiterleitung von Nervenimpulsen. Damit ist Kalium für Muskelkontraktion, den Herzschlag und die Regulation des Blutdrucks verantwortlich.

Gut für die Gefäße dank Magnesium

Magnesium wirkt sich förderlich auf die Muskeln aus. Immerhin 30 Milligramm des Minerals finden sich in 100 Gramm Avocado. Diese unterstützen nicht nur die Muskulatur, sondern ebenfalls die Herzfunktion, die Blutgefäße und die Knochen.

Gut für den Stoffwechsel dank Phosphat

Der Gehalt an Phosphat (40 Milligramm) in 100 Gramm Fruchtfleisch der Baumfrucht übertrifft sogar den an Magnesium. Phosphat findet sich überwiegend in Verbindung mit Calcium innerhalb von Knochen und Zähnen und beeinflusst viele wichtige Stoffwechselprozesse. Auch für die Bildung von DNA ist Phosphat von großer Wichtigkeit.

Gut für die Knochen dank Calcium

Calcium ist ein Grundelement der menschlichen Knochensubstanz. 10 Gramm Calcium in 100 Gramm Avocado helfen dir, deinen Tagesbedarf des Mineralstoffs zu decken und deine Knochen und Zähne zu stärken.

Leckere Avocado-Rezepte

Natürlich lässt sich das schmackhafte Fleisch der Avocado einfach pur genießen. Es gibt jedoch ein paar Möglichkeiten, um die südamerikanische Frucht noch ein wenig spannender zu gestalten. Im Folgenden findest du drei Rezepte, die dir helfen können, die "Alligatorbirne" variabel in deinen Alltag einzubauen.

Knusperiger Avocado-Salat

Eine spannende Rezeptidee stammt von der erfolgreichen Foodbloggerin Haley Hunt Davis. Für ihren sommerlichen Avocado-Salat mit Biss brauchst du:

  • 1 reife Avocado
  • 120 Gramm Brotkrumen
  • 235 Milliliter Mandelmilch
  • 60 Gramm Mehl
  • 2 Teelöffel Hefe
  • 1/ 2 Teelöffel Salz
  • 1 Prise Pfeffer
  • 360-480 Gramm Salat (gemischt, nach Wahl)
  • 60 Gramm Tomaten
  • 60 Gramm Kichererbsen (eingeweicht)
  • 1/2 süße Zwiebel
  • 30 Gramm Senf (nach Wahl, gerne Honigsenf)
  • 1-2 Pfirsiche (optional)

Beginne, indem du dir drei Schüssel zurechtlegst. In eine Schüssel füllst du die Mandelmilch, in die nächste Schüssel kommen die Brotkrumen und in der dritten Schüssel vermengst du Mehl, Hefe, Salz und Pfeffer.

Dann halbierst du die Avocado, löst den Kern heraus und trennst das Fruchtfleisch von der Schale. Anschließend schneidest du jede Hälfte in 5 bis 6 Scheiben. Jede Hälfte wird in der Mehlmischung gewälzt, dann in die Mandelmilch und zum Schluss in die Brotkrumen getaucht.

Auf einem eingefetteten Backblech werden die Scheiben nun bei 180 Grad Ober- und Unterhitze für 25 bis 30 Minuten gebacken.

Während die Avocado-Scheiben backen, kannst du Zwiebeln, Tomaten und – bei Bedarf – Pfirsiche kleinschneiden. Anschließend gibst du das zerkleinerte Gemüse, den Salat, die eingeweichten und gespülten Kichererbsen und die Avocados in eine Schüssel und vermengst alles miteinander – fertig ist der knusprige Salat.

Damit bist du nicht nur im Sommer auf jeder Gartengesellschaft gerne gesehen, du kannst die Zutaten auch nach Belieben variieren, mit Gewürzen und Kräutern experimentieren und gerne die Anzahl der Avocados erhöhen (doch Achtung, dadurch verändern sich auch die Mengenangaben für Mandelmilch, Brotkrumen und Co.)

Avocado-Dip: Würzige Guacamole-Creme

Avocado-Dip: Würzige Guacamole-Creme

Kein Wunder, dass Guacamole so beliebt ist – der köstliche Dip ist schnell zubereitet, super lecker und aufgrund der Zutaten sogar gesund. Im Folgenden findest ein Grundrezept, das du ganz nach Belieben variieren kannst. Für eine große Portion Guacamole nach mexikanischem Vorbild brauchst du:

  • 2 reife Avocados
  • 2 Tomaten
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Esslöffel Naturjoghurt
  • Salz
  • Pfeffer

Auch bei diesem Rezept müssen die Avocados halbiert, vom Kern befreit und aus der Schale gelöst werden. Anschließend wird das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrückt. Hinzu kommen die Tomaten, die zuvor fein geschnitten bzw. gewürfelt werden müssen. Um die Mischung nicht zu verwässern ist es ratsam, die Tomatenkerne vorher zu entfernen. Die Tomaten werden mit dem Zitronensaft und den fein gewürfelten oder gepressten Knoblauchzehen mit den Avocados vermischt. Zum Abschluss wird ein Löffel Naturjoghurt unter die Masse gerührt, die Guacamole wird mit Salz und Pfeffer deiner Wahl abgeschmeckt.

Dieses Rezept kannst du ganz nach Lust und Laune verändern. Du magst es gerne schärfer? Dann füge Paprika oder Chili hinzu. Du stehst auf Kräuter und Gewürze? Versuche es mal mit Koriander oder Curry. Auch griechischer Joghurt kann aufgrund seines sämigen Geschmacks und seines hohen Fettanteils deine Guacamole verfeinern – allerdings steigt dabei auch der Fettanteil des Dips insgesamt, weil die Avocado auch schon viel Fett enthält.

Für eine Person reicht eine Avocado sowie die Hälfte der sonst genannten Zutaten aus.

Marinierte Avocado mit Rührei

Hierbei handelt es sich zwar nicht um eine vegetarische Rezeptidee, für andere Ernährungsmethoden wie zum Beispiels die Paleo-Diät ist sie durchaus geeignet. Grundlage des Gerichts ist eine Portion Rührei. Für eine große Portion benötigst du:

  • 4 Eier
  • 30 Gramm Butter
  • 40 Milliliter Sahne
  • 40 Milliliter Mineralwasser mit Kohlensäure
  • 1 reife Avocado
  • 100 Gramm Würfelschinken
  • 1 Zitrone (Saft)
  • Salz (gerne grobes Salz oder Meersalz)
  • Pfeffer
  • Schnittlauch

Für dieses Rezept wird die Avocado wie gewohnt aufgeschnitten, entkernt und aus der Schale gelöst. Das Fleisch wird nach Belieben in Scheiben oder Würfel geschnitten und auf einem tiefen Teller im Saft einer halben oder einer ganzen Zitrone eingelegt. Anschließend werden die Scheiben gepfeffert und gesalzen und marinieren, so lange das Rührei zubereitet wird.

Für das Rührei die Eier in einer Schüssel schnell und gründlich aufgeschlagen und anschließend mit der Sahne und dem Mineralwasser verrühren. Dann die Butter in einer möglichst großen Pfanne schmelzen und die Eimasse hineingeben. Das Rührei bei geringer Hitze stocken lassen und mit einem Pfannenwender umrühren, indem das Ei gewendet und gefaltet wird. Dadurch bleibt es saftiger und luftiger. Das Ei herausnehmen, wenn es stellenweise noch feucht glänzt, sonst wird es zu trocken.

Parallel zum Ei in einer kleineren Pfanne die Schinkenwürfel anbraten.

Das Eis und den Schinken aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller anrichten. Anschließend mit den eingelegten Avocado-Scheiben und Schnittlauch (oder Kräutern nach Wahl) garnieren. Das Ei kann gerne nach Geschmack gepfeffert werden, beim Salzen sollte Vorsicht herrschen: Sowohl der Schinken als auch die marinierte Avocado verleihen dem Rührei bereits eine salzige Note.

Avocados in der Küche: Tipps & Tricks

Avocados in der Küche: Tipps & Tricks

Die Rezepte zeigen nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, wie du Avocados gesund und lecker zubereiten kannst. Wenn du im Umgang mit der Frucht noch nicht geübt bist, kann es aber zu einigen Problemen kommen. Wie löst man den Kern aus der Avocado, und das Fruchtfleisch aus der Schale? Woran erkennt man überhaupt, dass eine Avocado reif ist? Im Folgenden findest du ein paar hilfreiche Tipps und Tricks.

Reifetest mit der Hand

"Alligatorbirnen", wie sie früher in Deutschland genannt wurden, wachsen an Bäumen und werden geerntet, wenn sie noch nicht reif sind. Die Früchte reifen nämlich nach, nachdem sie von dem Ästen den Avocado-Baums geschnitten wurden, und lassen sich auf diese Art besser lagern und transportieren. Das bedeutet aber, dass die Avocados im Supermarktregal häufig noch hart und ungenießbar sind.

Den Reifegrad einer Frucht kannst du anhand ihrer Festigkeit testen. Wenn das Fruchtfleisch oder "Butterbirnen" leicht nachgibt, sobald du sanften Druck mit den Fingern ausübst, sind die Baumfrüchte essreif. Dafür nimmst du unverpackte Früchte am Besten in die Hand. Bei manchen Sorten gibt dir auch die Farbe der Schale hinweise auf den Gard der reife: Je dunkler, desto älter und reifer ist das Obst.

Avocados richtig lagern

Wenn du eine Avocado erwischt hast, die noch nicht ganz reif ist, kannst du ein paar Maßnahmen ergreifen, um den Reifungsprozess zu beschleunigen. So kannst die Avocado in der Nähe von Äpfel lagern. Diese verströmen das Reife beschleunigende Gas Ethylen und sorgen dafür, dass deine Avocado schneller genießbar wird. Eingewickelt in Zeitungspapier reifen die Früchte bei Zimmertemperatur ebenfalls schnell heran.

Wenn du dagegen die Reifeprozess einer Avocado herauszögern willst, weil du zum Beispiel nur eine Hälfte der Frucht benötigst, solltest du den Kern in der anderen Hälfte der Avocado lassen. Der Kern kann dir auch helfen, Guacamole frisch zu halten. Auch ein paar Spritzer Zitronensaft verhindern, dass das Fleisch deiner Frucht braun anläuft – das ist zum Beispiel für Salate interessant, denn das Auge isst ja bekanntlich mit.

Avocados schneiden und schälen

Avocados schneiden und schälen

Wenn du eine Avocado in der Küchen verwenden möchtest beginnst du grundsätzlich, indem du die Frucht mit einem größeren Messer der Länge nach halbierst. Wenn beide Hälften vor dir liegen kannst du den Kern entfernen, indem du ihn – bei sehr reifen Avocados – mit einem Löffel oder einer Messerspitze herauslöst. Alternativ kannst du das Messer in den Kern schlagen und so heraushebeln. Sei dabei sehr vorsichtig. Verwende nicht viel Kraft im Umgang mit dem Messer und halte die Avocado, falls notwendig, am "Kopf" fest.

Wenn der Kern entfernt ist, kannst du das Fruchtfleisch mit einem Esslöffel aus der Schale lösen – je reifer die Avocado, desto einfacher geht das. Ansonsten kannst du die Frucht auch mit Schale zerschneiden und diese anschließend entfernen. Fertig ist die genussbereite Avocado.

Avocado-Pflanze selber züchten

Avocado-Pflanze selber züchten

Falls du den Avocado-Kern nicht benötigst, um deine Guacamole frisch zu halten, könntest du auch versuchen ihn einzupflanzen. Das ist gar nicht so schwierig und macht viel Spaß, deshalb kannst du den Versuch auch durchführen, wenn du keinen grünen Daumen hast.

Wenn du dir selbst eine kleine Avocado-Pflanze heranziehen möchtest, gibt es zwei Methoden: Die Züchtung im Wasserglas und die Keimung im Topf.

Avocados im Wasserglas ziehen

Avocado-Kerne sind in gewisser Weise eiförmig – ein Ende ist meist ein wenig spitzer, das andere ein wenig runder. Du kannst versuchen, den Kern vorsichtig von seinem braunen Häutchen zu befreien, bevor du ihn für die Wasserglas-Züchtung vorbereitest. Das ist aber kein Muss.

In jedem Fall solltest du ihn aber gut waschen und trocknen. Anschließend bohrst du rundherum drei Zahnstocher in den Avocado-Kern – entweder auf halber Höhe oder im oberen Drittel, also zur Spitze hin. Die Zahlstocher dienen als Halterung, damit du den Kern nun in ein Glas (oder ein Gefäß deiner Wahl, idealerweise lichtdurchlässig) hängen kannst. Sei aber vorsichtig: Bohre die Zahnstocher nicht zu tief in den Kern, sonst könntest du ihn beschädigen.

Das spitze Ende des Kerns sollte aus dem Glas herausragen, während das runde, untere Ende von Wasser bedeckt sein sollte. Das Glas sollte an einem warmen, dunklen Ort stehen und du musst hin und wieder das Wasser austauschen, damit der Kern nicht zu schimmeln beginnt.

Nach drei bis zehn Wochen (im Durchschnitt nach einem Monat) entwickeln sich am unteren Ende zarte Wurzeln. Dann ist der soweit, dass er eingetopft werden kann.

Avocados im Topf ziehen

Du kannst auch direkt versuchen, den Kern im Topf zu heranzüchten. Dafür säuberst du ihn wie zuvor beschrieben und pflanzt ihn dann in einen Topf mit lockerer, sandiger Erde. Das spitze Ende des Kerns bleibt dabei erneut unbedeckt und ragt oben heraus. Die Erde sollte immer feucht gehalten werden, aber nicht zu nass sein. Gerne kannst du zimmerwarmes Wasserverwenden. Wenn du eine durchsichtige Plastikfolie über dem Topf anbringst, schützt du zudem die jungen Triebe des Kerns vor kalten Luftzügen. Außerdem verbessert das die Luftfeuchtigkeit, was sich förderlich auf das Wachstum auswirkt.

Der Avocado-Baum

Ist der Kern erst einmal erfolgreich eingetopft und treibt aus, solltest du darauf achten, ihn an einem hellen Ort zu platzieren. Direkte Sonneneinstrahlung sollte trotzdem vermieden werden, damit das zarte Pflänzchen nicht ausgetrocknet wird. Wenn du Erfolg hast, kannst du dich in Zukunft ganzjährig an deiner Avocado erfreuen und sie als Zimmerpflanze, im Wintergarten oder im Gewächshaus groß werden lassen.

Einen Nachteil gibt es jedoch, wenn du dir selber eine Avocado-Pflanze züchtest: Mit ein wenig Geduld und etwas Glück schaffst du es zwar, dir ein sehr schönes und dekoratives Avocado-Bäumchen zu ziehen. Die begehrten Früchte wirst du aber wahrscheinlich nicht ernten. Das liegt an dem komplizierten Fortpflanzungsprozess der Avocado.

Fortpflanzungsprozess der Avocado

Der Avocado-Baum ist eine Zwitterpflanze, das heißt, er hat sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Die sind aber nicht zur selben Zeit geöffnet. Stattdessen sind die männlichen Blüten morgens geöffnet und verschließen sich gegen Mittag. Nachmittags sind dann die weiblichen Knospen offen. Um eine Bestäubung zu bewirken, braucht du zwei Typen von Bäumen, die sich gegenseitig ergänzen: Während der eine Baum morgens als männliche Blüte seine Bestäubungsgefäße geöffnet hat, muss der zweite Baum morgens weibliche Blüten tragen, um sich bestäuben zu lassen. Umgekehrt muss der zweite Baum nachmittags männliche Blüten ausbilden, um die nun weiblichen Knospen des ersten Baumes zu befruchten.

Hürden bei der Avocado-Ernte

Nicht nur, dass dieser komplizierte Prozess im Wohnzimmer eines Hobby-Gärtners kaum nachzubilden ist, Avocado-Bäume müssen zudem erst einige Jahre alt werden, bevor sie die ersten Früchte tragen. Hierin gleicht die amerikanische Pflanze dem heimischen Superfood Sanddorn. Dessen Sträucher können zwar ebenfalls dekorativ in Topf oder Garten gepflanzt werden, Beeren zu ernten ist aber äußerst langwierig und mühselig.

Die Avocado und die Umwelt

Die Avocado und die Umwelt

Natürlich ist es schade, dass sich eine leckere und gesunde Pflanze wie die Avocado nicht gut selbst züchten lässt. Doch was auf den ersten Blick nur bedauerlich ist, birgt beim zweiten Hinschauen eine ernste Problematik. Denn die Powerfrucht, die gerne in einem Atemzug mit Lebensmitteln wie Chia-Samen oder Goji-Beeren genannt wird, ist für die Umwelt hochgradig belastend.

Das liegt vor allem daran, dass der Konsum von Avocados weltweit mit ihrer wachsenden Bekanntheit stark angestiegen ist. So hat der Südwestrundfunk (SWR) herausgefunden, dass sich der Avocado-Import alleine in Deutschland von circa 19.000 Tonnen im Jahr 2008 auf mehr als 70.000 Tonnen 2017 nahezu vervierfacht hat.

Wasserverbrauch

Ein Grund für die schlechte Ökobilanz der Avocado ist der hohe Wasserverbrauch beim Anbau. Der war nicht immer ein Problem. Eigentlich ist das natürlich-feuchte Klima in zentral- und südamerikanischen Ländern nämlich völlig ausreichend, um wilde Avocado-Bäume und kleine Plantagen zu versorgen.

Die steigende Nachfrage hat aber dazu geführt, dass Avocados nun global im großen Stil angebaut werden. Die natürlichen klimatischen Bedingungen werden dieser Anbauweise jedoch vielerorts nicht gerechnet.

Um ein Kilogramm Avocados zu erzeugen, werden rund 1.000 Liter Wasser benötigt. (Zum Vergleich: Beim Anbau derselben Menge Tomaten werden 200 Liter Wasser verbraucht.) Um für die nötige Bewässerung zu sorgen, wird Wasser rund um die Anbauflächen aus dem Boden gepumpt – mit dem Ergebnis, dass die umliegend Landschaft an Trockenheit und Grundwassermangel leidet.

Flächenverbrauch

Nicht nur der Verbrauch an Wasser, der für die Produktion von Avocados aufgewendet wird, ist problematisch. Die Mengen an fruchtbarem Boden, der beim Anbau benötigt wird, ist ebenfalls bedenklich. Denn um die hohe Nachfrage zu befriedigen, werden Avocados inzwischen in großen Plantagen angebaut. So kommt es, dass die zehn größten Produzenten der "Alligatorbirne" beinahe 80 Prozent der Welternte erwirtschaften.

Pestizid-Belastung

Ein weiteres Problem beim Avocado-Anbau ist die Pestizidbelastung. Um dem Bedarf gerecht zu werden, werden Avocados großflächig in weitläufigen Plantagen angebaut. Wenn auf einer Plantage oder einem Feld nur eine Sorte Frucht erwirtschaftet wird, spricht man von einer Monokultur. Diese laugen den Boden aus, weil alle Pflanzen dieselben Nährstoffe benötigen, und sind außerdem anfällig für Schädlinge.

Deswegen werden bei der Avocado-Produktion Pestizide eingesetzt. Diese Chemikalien bekämpfen zwar Schädlinge, sind aber sehr umstritten, weil sie auch auf die Umwelt und sogar den Menschen selbst negative Auswirkungen haben können.

Lange Transportwege

Die schlechte Öko-Bilanz der Avocado-Produktion wird noch dadurch verstärkt, dass die Früchte einen langen Weg zurücklegen, bevor sie im Supermarktregal landen. Die zehn größten Produzenten von Avocados weltweit waren 2016:

  1. Mexiko
  2. Dominikanische Republik
  3. Peru
  4. Kolumbien
  5. Indonesien
  6. Brasilien
  7. Kenia
  8. USA
  9. Chile
  10. Volksrepublik China

Da ein Großteil der Ernte auch exportiert wird, bedeutet das, dass die Avocado aus fast allen Produktionsländern einen weiten Weg nach Europa und Deutschland zurücklegen muss.

Lösung: Avocado bewusst genießen

Avocado bewusst genießen und mit heimischen Superfoods kombinieren

Die negative Öko-Bilanz der Super-Frucht Avocado ist ein Problem. Aber das bedeutet nicht, dass du komplett auf die gesunde "Butterbirne" verzichten musst. Du kannst die Avocado vielmehr gerne in deinen Speiseplan aufnehmen und regelmäßig essen. Aber es spricht nichts dagegen, sie durch heimisches Superfood zu ergänzen. Das kann rote Beete sein, aber auch Spinat, Grünkohl oder Heidelbeeren – im Grunde alles, was reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. So kannst du die exotische Butterfrucht bewusst genießen, ohne sie von der Einkaufsliste zu streichen.

Wenn möglich solltest du außerdem versuchen, Avocados in Bio-Qualität zu konsumieren. Nach Recherche des Südwestrundfunks (SWR) ist vor allem das Bio-Siegel der EU eine sinnvolle Orientierungsgröße. Dieses Siegel wird Früchten verliehen, die innerhalb der EU (vorwiegend in Spanien) sowie in Israel nach ökologischen Standards der europäischen Union produziert worden sind. Das bedeutet, dass beim Anbau auf Wasserverbrauch und den Einsatz von Pestiziden geachtet wird und die Produktionsstandards immer wieder überprüft werden.

So kannst du deine Avocados ohne schlechtes Gewissen genießen und tust nicht nur dir, sondern auch der Umwelt etwas Gutes.

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