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Superfood: 4 Vorteile + 4 Risiken der „Wundermittel“ (+ Top 10)

Superfoods liegen im Trend. Fitness-Fans, Blogger und Gesundheitsbewusste schwören auf sie. Doch was ist dran am Superhype? Wir gehen dem Trend auf die Spur und beleuchten für dich Vorteile und Risiken.


Superfood: Was ist das eigentlich?

Superfood: Was ist das eigentlich?

Chia-Samen, Moringa-Pulver und Goji-Beeren – viele verbinden mit diesen Superfoods vollwertige Ernährung und Gesundheit. Nur wenigen ist bewusst, dass das Wort eigentlich ein Marketingbegriff ist, der den Verkauf der entsprechenden Lebensmittel ankurbeln möchte. Obwohl es den Begriff schon seit mehr als Hundert Jahren gibt, ist er vielen Menschen erst seit ein paar Jahren bekannt. Vor allem Lebensmittel aus weit entfernten und exotischen Ländern gelten hierzulande als wahre Nährstoffbomben. Dass heimische Lebensmittel ebenfalls Superfoods sein können, erkannten die meisten allerdings erst mit dem Grünkohl-Hype.

Superfoods heben sich durch ihren überaus großen Nährstoffgehalt und ihre Gesundheitsvorteile von anderen Lebensmitteln ab. Sie sollen das Wohlbefinden steigern und einzelnen Krankheiten vorbeugen. Manche sollen gar dazu beitragen, schlank und fit zu werden. Ihre Wirkung ist zum Teil wissenschaftlich nachgewiesen, allerdings sind Laborversuche schwer mit einer alltäglichen Ernährungsweise zu vergleichen.

Bevor die Superfoods nach Deutschland kamen, waren sie bereits in den USA beliebt. Heutzutage sind sie hierzulande in nahezu jedem Supermarkt zu kaufen. Neben speziellen Obst- und Gemüsesorten zählen auch einige Samen und Kerne zu den Superfoods. Die rohe Pflanze wird oft getrocknet oder zu Pulvern verarbeitet, die man in den Smoothie oder Joghurt mischen kann. Viele Superfoods werden daher auch als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet.

Die Entdeckung von Superfood ist erst einmal eine Werbestrategie. Das lässt sich besonders gut am Beispiel der Avocado darstellen. Die Avocado wurde nicht erst vor ein paar Jahrzehnten entdeckt, sondern mit Werbestrategien gekonnt in Szene gesetzt. Dazu schlossen sich 1981 einige Avocadobauern zusammen, die die Avocado positiver vermarkten wollten. Dadurch erhofften sie sich höhere Verkaufszahlen. Bis dahin galt die Avocado durch ihren hohen Fettanteil nämlich als Dickmacher. Mit ihrer Strategie hatten sie Erfolg. Nur zwei Jahrzehnte später war die Avocado durchaus positiv konnotiert und für viele Menschen schon ein Bestandteil ihres täglichen Ernährungsplans. Das sieht man auch an den Importzahlen in Deutschland. Von 2008 bis 2017 hat sich die Importmenge der Avocado fast vervierfacht.

Superfoods: Das sind die Vorteile

Superfood: Das sind die Vorteile

Auch wenn Superfoods häufig aus Werbestrategien hervorgehen, haben sie doch einige positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Superfoods sind nicht ohne Grund beliebt, denn eine gesunde Ernährungsweise spielt heutzutage eine immer größere Rolle. Hier erfährst du, wie du gesund abnehmen kannst.

Hohe Konzentration an sekundären Pflanzenstoffen

Superfoods verfügen über eine außerordentlich hohe Konzentration an sekundären Pflanzenstoffen. Diese sind essentiell für eine gesunde Ernährung und stehen mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung. Immer mehr Studien werden veröffentlicht, die die potenziellen Wirkungen von sekundären Pflanzenstoffen zu erforschen versuchen. Einige Pflanzenstoffe wurden dabei mit einem geringeren Risiko für bestimmte Krebserkrankungen assoziiert. Wichtige sekundäre Pflanzenstoffe sind beispielsweise:

  • Flavonoide: Dieser Pflanzenstoff ist ein Farbstoff, der die Pflanze rot, hellgelb, blau oder violett färbt. Er ist beispielsweise in Äpfeln, Grünkohl und verschiedenen Beerensorten enthalten. Dabei wirkt er möglicherweise antioxidativ, blutdrucksenkend und antibiotisch auf den Menschen. In einigen Studien wurde zudem eine positive Wirkung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt.
  • Carotinoide: Dieser Pflanzenstoff färbt die Pflanze gelb, orange oder rot. Auf den Menschen wirkt er möglicherweise antioxidativ, immunmodulierend und entzündungshemmend. Er wird mitunter mit einem verringerten Risiko für altersbedingte Augenkrankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Er kommt vor allem in Karotten, Tomaten, Paprika und grünem Gemüse vor.
  • Phytoöstrogene: Dieser Pflanzenstoff ist ein Pflanzenhormon, das möglicherweise antioxidativ und immunmodulierend auf den Menschen wirkt. Es hat positive Auswirkungen auf die Blutgefäßfunktion und den Blutdruck und kommt in Getreide, Hülsenfrüchten und Leinsamen vor.

Mehr Auswahl an Lebensmitteln

Mehr Auswahl dank Superfood

Neben den gesundheitlichen Vorteilen von Superfoods können sie auch mehr Abwechslung in deine Ernährungsweise bringen. Wer mehr Auswahl hat, verliert weniger schnell die Lust an einer gesunden und bewussten Ernährung. Anstatt täglich Reis mit Hühnchen und Broccoli zu essen, kannst du deine Mahlzeiten variieren. Du kannst den Reis durch Quinoa austauschen und statt Broccoli Gemüsesorten wie Grünkohl zu dir nehmen. Der Trend um Superfoods hilft dabei, andere Lebensmittel und Variationsmöglichkeiten ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Auch in Sachen Obst gibt es eine große Auswahl an Superfoods. Früchte wie Avocado, Granatapfel und Goji-Beeren schmecken nicht nur gut, sondern können in deiner Ernährung für Abwechslung sorgen.

Heimische Superfoods

Allerdings muss es nicht immer exotisch sein, wenn es um Superfoods geht. Nicht nur Lebensmittel aus weit entfernten Ländern können Superfoods sein, sondern auch lokale und heimische Obst- und Gemüsesorten haben viele gesundheitliche Vorteile für den Menschen. Entscheidend ist beispielsweise die Konzentration an sekundären Pflanzenstoffe. Diese kommen hochkonzentriert auch in lokalen Lebensmitteln vor.

Top 10 der heimischen Superfoods

Top 10 der heimischen Superfoods

Grünkohl: Grünkohl ist in den letzten Jahren zum wahren Superfood mutiert. Bis vor ein paar Jahren aß man die Kohlsorte vor allem mit fetter Wurst und Kartoffelpüree. Heutzutage gibt es zahlreiche Rezepte für Smoothies, Salate und Gemüsegerichte, in denen Grünkohl die Hauptrolle spielt. Grünkohl hat nicht nur wenig Kalorien, sondern liefert hochwertiges Protein, Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe.
Heidelbeeren: Die Heidelbeere steckt voller Antioxidantien, sekundärer Pflanzenstoffe und Vitamine. Die getrocknete Beere gilt sogar als pflanzliches Heilmittel. In ihrer Wirkung steht sie den importierten Aroniabeeren in nichts nach.
Schwarze Johannisbeere: Auch der schwarzen Johannisbeere werden viele gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Ähnlich wie die Heidelbeere steckt sie voller Antioxidantien und hilft dem Körper so, sich vor freien Radikalen zu schützen. Sie hat eine schnelle entzündungshemmende Wirkung und wird auch als „planzliches Cortison“ bezeichnet. Mit ihrem Vitamin-C-Gehalt kann sie selbst die Goji-Beere schlagen.
Rote Beete: Rote Beete gilt als das optimale Superfood für Sportler. Vor allem bei Ausdauersport ist Rote Beete zu empfehlen, da nachgewiesenermaßen die Leistung der Ausdauersportler mit Roter Beete verbessert werden kann. Zudem ist es reich an Vitaminen, Antioxidantien und Eisen.
Brokkoli: Brokkoli hat ebenfalls positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Studien ergaben das Brokkoli möglicherweise eine vorbeugende Wirkung bei einigen Krebserkrankungen hat. Dazu zählen vor allem Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs. Dazu hat das Gemüse wenig Kalorien und ist reich an Kalzium, Karotin und Magnesium.
Mandeln: Die Mandel steckt voller ungesättigter Fettsäuren, Ballaststoffe und Vitalstoffe. Schon 50 bis 60 Gramm am Tag können durchaus positiv auf die Gesundheit wirken. Sie können die Darmflora unterstützen und den Cholesterinspiegel senken.
Sauerkraut: Auch Sauerkraut wirkt positiv auf den Körper des Menschen. Vor allem roh verzehrt hat es jede Menge gesundheitsfördernde Eigenschaften. Neben einer entzündungshemmenden Wirkung, steckt es außerdem voller Probiotika, die sich positiv auf Magen und Darm auswirken. Diese können auch das Immunsystem stärken.
Leinsamen: Leinsamen sind die heimische Alternative zu importierten Chiasamen. Beide enthalten Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren. Auch die Acai-Beere können Leinsamen ersetzen. Sie können die Verdauung positiv beeinflussen und lange satt machen.
Rotkohl: Rotkohl ist vor allem im Winter, wenn nur wenige Obst- und Gemüsesorten Saison haben, ein echtes Superfood. Obwohl Rotkohl nur wenig Kalorien hat, ist er voller Ballaststoffe, sekundärer Pflanzenstoffe, Vitamine und Antioxidantien.
Zwiebel: Man kann es kaum glauben, doch auch die Zwiebel kann ein Superfood sein. Der in Zwiebeln enthaltene Stoff Quercetin wirkt entzündungshemmend, blutdrucksenkend und schmerzlindernd. Zudem kann er helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Der Stoff Allizin, der durch eine Reaktion nach dem Schneiden der Zwiebel entsteht, kann gegen Tumorzellen vorgehen und Gefäßerkrankungen vorbeugen.

Bewusste Ernährung durch Superfoods

Bewusste Ernährung durch Superfoods

Wer heutzutage hip sein möchte, sollte auch in Sachen Superfoods mitsprechen können. Das inspiriert verschiedene Menschen dazu, sich mit gesunder Ernährung auseinanderzusetzen. Social Media unterstützt dieses Phänomen, in dem es eine Platform für diverse Fitness- und Food-Blogger bietet. Wer sich mit Superfoods beschäftigt, neigt zu einer gesunden und bewussten Lebensweise. Der Trend um Superfoods ist also ein Ansporn für Menschen, die sonst wenig mit gesunder Ernährung zu tun haben, eine gesunde Lebensweise anzunehmen. Das kann durchaus positiv sein. Superfoods allein reichen allerdings nicht aus, um ein gesundes Leben zu führen. Dazu gehören neben einer bewussten Ernährung auch ausreichend körperliche Betätigung und psychische Gesundheit.

Risiken von Superfoods

Risiken von Superfoods

Obwohl Superfoods durchaus positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben, sind gerade importierte Superfoods aus exotischen Ländern mit Vorsicht zu genießen und mit einigen Risiken verbunden. Wir verraten dir, was du beim Verzehr von Superfoods bedenken solltest.

Schadstoffe statt Nährstoffe

Viele Superfoods stammen aus exotischen und meist weit entfernten Ländern. Obwohl die Früchte und Samen anfangs noch voller Nährstoffe und Vitamine sind, gehen aufgrund des langen Transportweges oft viele Nährstoffe verloren. Viele Produkte werden zu früh geerntet, damit sie auf der langen Reise nicht schlecht werden. Oft werden sie stark verarbeitet, damit sie den Transportweg überhaupt überstehen. Viele wichtige Inhaltsstoffe gehen bei dem Prozedere verloren. Stattdessen werden in Superfoods immer wieder Schadstoffe entdeckt. Der Verbraucherzentrale zufolge sind viele Superfoods mit Pestiziden, Mineralöl und Schwermetallen belastet. Vor allem Goji-Beeren und Moringablattpulver sind mit Pestiziden oder gar Salmonellen verseucht.

Kein Beweis für gesundheitliche Vorteile

Die angepriesenen gesundheitsfördernden Wirkungen von Superfoods können oftmals wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Wissenschaftliche Studien, die beispielsweise auf Tierversuchen beruhen, können oft nicht auf den Menschen und seine Ernährungsweise übertragen werden. Viele positive Wirkungsweisen basieren auf Erfahrungsberichten oder sind Marketingstrategien.

Superfoods bei Medikamenteneinnahme vermeiden

Superfoods bei Medikamenteneinnahme vermeiden

Obwohl Superfoods hauptsächlich positiv konnotiert sind, können sie mitunter auch gesundheitlich problematisch sein. In manchen Fällen können sie allergische Reaktionen auslösen oder gar auf bestimmte Arzneimittel wirken. Daher sollte man bei Medikamenteneinnahme einen Zeitabstand zwischen dem Verzehr des Superfoods und der Einnahme lassen. Aufpassen sollte man vor allem beim Verzehr von Goji-Beeren, Granatapfel und Grapefruit.

Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Wenn die Superfoods zu Nahrungsergänzungsmitteln weiterverarbeitet werden, sollte man besonders auf die Zusammensetzung des Mittels achten. Manche Stoffe sind in normaler Dosierung ungefährlich, können aber in konzentrierter Form reizend und sogar toxisch sein. Andererseits können in Produkten nur geringe Mengen des eigentlichen Superfoods sein. Vielen Superfoods werden Zucker oder Aromastoffe hinzugefügt, um den Geschmack zu verbessern. Auf diese Weise können Superfoods sogar ungesund sein.

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