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Restless-Legs-Syndrom: Ursachen, Diagnose & 10 Tipps gegen unruhige Beine

Das Restless-Legs-Syndrom, kurz RLS, ist eine häufig auftretende neurologische Erkrankung, von der zumeist ältere Menschen betroffen sind. Die nervenaufreibende Krankheit tritt bei den meisten Betroffenen ausschließlich an den Beinen und nachts auf. Starke Schlafstörungen sind häufig die Folge. Wir klären dich über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung auf.

Für die Betroffenen ist es oft eine starke Einschränkung der Lebensqualität: das Restless-Legs-Syndrom. Denn obwohl Körper und Geist dringend Ruhe benötigen, sind die Beine unruhig und ständig in Bewegung. Sie kribbeln, ziehen mitunter leicht und rauben den Betroffenen so ihren Schlaf. Alles was du über das Restless-Legs-Syndrom wissen musst, erfährst du im Folgenden.

Wie sich das Restless-Legs-Syndrom (RLS) äußert

Wie sich das Restless-Legs-Syndrom (RLS) äußert

Obwohl besonders ältere Menschen von einem Restless-Legs-Syndrom betroffen sind, können auch junge Leute und schon Kinder an der Erkrankung leiden. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Wie der Name schon verrät, leiden die Betroffenen an unruhigen beziehungsweise rastlosen Beinen. In manchen Fällen sind auch die Arme betroffen. Die Krankheit kann sich ganz unterschiedlich äußern und die Symptome können von Patient zu Patient verschieden sein.

Viele Betroffene klagen jedoch über ein anhaltendes Unruhegefühl in den Beinen, gerade wenn die Betroffenen zur Ruhe kommen wollen, beispielsweise wenn sie sich schlafen legen. Das Unruhegefühl kann sich auf verschiedene Weisen äußern. Einige klagen über ein Ziehen, andere über ein Stechen in den Beinen. Auch ein Kribbeln in den Beinen ist typisch für das Restless-Legs-Syndrom. Die Betroffenen spüren daraufhin einen starken Bewegungsdrang, obwohl sie körperlich und mental eigentlich erschöpft sind. Bewegung kann die Symptome der Erkrankung vorübergehend lindern. Auch Dehnübungen und kaltes Abduschen der Beine können die Beschwerden abklingen lassen. Allerdings kommen diese in den meisten Fällen kurze Zeit später wieder.

Nicht nur die Symptome in den Beinen sind für die Betroffenen unangenehm, sondern auch die Auswirkungen auf ihren Schlafrhythmus. Aufgrund der Erkrankung können die Betroffenen nicht einschlafen und haben einen unruhigen Schlaf. Tagsüber fühlen sie sich darum schlapp, erschöpft und sind nicht vollends leistungsfähig.

Ursachen von Restless Legs

Ursachen von Restless Legs

Die Ursachen des Restless-Legs-Syndrom sind noch nicht ausreichend geklärt, allerdings gehen Experten davon aus, dass dieser genetisch bedingt ist. Da häufig mehrere Mitglieder an der Erkrankung leiden, haben Verwandte der Betroffenen wahrscheinlich ein erhöhtes Risiko die Krankheit ebenfalls auszubilden.

Allgemein scheint bei der neurologischen Erkrankung eine Störung bei eben jenen Botenstoffen vorzuliegen, die eine Erregung von einer Nervenzelle auf die andere übertragen. Besonders der Botenstoff Dopamin scheint hier eine entscheidende Rolle zu spielen.

Dies erklärt auch, wieso Restless Legs als Begleitsymptom eines Eisenmangels auftreten können. Denn dieser Nährstoff ist maßgeblich an der Synthese eines vorausgehenden Stoffes von Dopamin beteiligt, dem sogenannten L-Dopa. Allerdings können auch Nierenfunktionsstörungen die Bildung der Erkrankung begünstigen, indem schädliche Stoffe wie Harnstoff und Harnsäure weniger gut aus dem Organismus gefiltert werden können. Andere neurologische Erkrankungen wie beispielsweise Parkinson können ebenfalls im Zusammenhang mit Restless Legs auftreten.

Auch in der Schwangerschaft berichten einige Frauen von Symptomen des Restless-Legs-Syndroms. Meist treten die Beschwerden hier in den letzten Schwangerschaftswochen auf und können die Betroffenen stark belasten. Der sowieso schon geschwächte Körper kann sich nachts weniger gut erholen. Tiefschlafphasen sind kürzer, was sich negativ auf die Psyche der Frauen auswirken kann. Eine Gefahr für das Baby besteht jedoch nicht. Mit dem Ende der Schwangerschaft klingen auch die Symptome der Erkrankung wieder ab.

Diagnose des Restless-Legs-Syndroms (RLS)

Zur Diagnose der Krankheit unterzieht sich der Patient einer Anamnese durch den Arzt. Hier werden die genauen Symptome des Betroffenen erfragt und mögliche Erkrankungen in der Familie dokumentiert. Geht der Arzt nach dem Gespräch von einem Restless-Legs-Syndrom aus, führt er häufig weitere neurologische Untersuchungen durch, um ähnliche Krankheiten auszuschließen.

Um Ursachen und Begleiterscheinungen zu erkennen, kann der Arzt zudem andere Untersuchungen wie einen Bluttest durchführen. Unter Umständen wird auch ein sogenannter L-Dopa-Test durchgeführt, bei dem die Vorläufersubstanz des Botenstoffs Dopamin, das sogenannte L-Dopa, in Form eines Medikaments verabreicht wird. Das Medikament kann im Akutfall eingesetzt werden und schnell für Besserung sorgen. Leidet der Patient tatsächlich an Restless Legs, sollten seine Symptome nach der Einnahme abklingen.

Tipps gegen unruhige Beine

Tipps gegen unruhige Beine

Das Restless-Legs-Syndrom ist bisher leider noch nicht heilbar, allerdings können sich die Symptome mit einigen Maßnahmen verbessern. Wir stellen geeignete Behandlungsmethoden und Verhaltensweisen bei akuten Beschwerden vor.

Eisen supplementieren

Liegt ein Eisenmangel vor, können die Symptome der Erkrankung bereits dadurch gelindert werden, dass Eisen supplementiert wird. In schweren Fällen erfolgt dies durch eine Infusion. In leichteren Fällen nimmt der Betroffene über längere Zeit ein geeignetes Präparat ein. Auch hier gibt es wieder verschiedene Dosierungen. Lasse dich dazu am besten von einem Arzt oder Apotheker beraten.

Medikamente einnehmen

L-Dopa eignet sich nicht nur zur Diagnose von Restless Legs, sondern auch zur Behandlung der Erkrankung. Das Medikament ist vor allem dann empfehlenswert, wenn es keine spezifische Ursache des Syndroms gibt. Im Gehirn wandelt es sich zu Dopamin um und beeinflusst damit direkt das zentrale Nervensystem. In einigen Studien konnte die Wirksamkeit des Medikaments bereits belegt werden.

Obwohl das Medikament die Leiden der Betroffenen auf den ersten Blick zu lindern scheint, kann es doch mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen. So begünstigt das Medikament beispielsweise Schlafstörungen. In manchen Fällen können sich die Symptome der Erkrankung sogar verschlimmern. Ist dies bei dir der Fall, solltest du umgehend einen Arzt konsultieren.

Gesund ernähren

Gesund ernähren

Eine gesunde Ernährung kann die Beschwerden der Erkrankung in einigen Fällen ebenfalls lindern, vor allem wenn ein Eisenmangel vorliegt. Versuche über deine tägliche Ernährung ausreichend Eisen aufzunehmen, um einem Eisenmangel und den damit einhergehenden unruhigen Beinen vorzubeugen. Eisen findest du in größeren Mengen in tierischen Lebensmitteln wie Leber und Rindfleisch, aber auch pflanzliche Lebensmittel enthalten mitunter beachtliche Mengen Eisen wie beispielsweise Pfifferlinge, Grünkohl und Weizenkleie.

Da Vitamin C die Aufnahme des wichtigen Nährstoffs fördert, ist Grünkohl ein besonders geeignetes Lebensmittel bei Restless Legs, da es gleichzeitig noch einen besonders hohen Vitamin-C-Gehalt aufweist. Weitere Lebensmittel mit großen Mengen an Vitamin C sind beispielsweise Sanddorn, Acerola und schwarze Johannisbeeren.

Regelmäßig bewegen

Bewegung kann den Betroffenen nicht nur in Akutfällen helfen, sondern auch vorbeugend gegen die Symptome der Erkrankung wirken. Die Betroffenen sollten darum versuchen ein wenig Bewegung in ihren Alltag zu integrieren. Bereits leichte sportliche Aktivität ist völlig ausreichend. Ein Abendspaziergang kann nicht nur dafür sorgen, dass der Körper herunterfährt, sondern auch dem Kribbeln und Ziehen in den Beinen entgegen wirken. Fahrradfahren ist bei diesen Beschwerden ebenfalls empfehlenswert. Vielleicht kannst du auch zum Einkaufen oder für den Arbeitsweg auf das Fahrrad umsteigen.

Allgemein ist es jedoch wichtig, dass du dich nicht überanstrengst. Sportarten wie Tai Chi oder Yoga können neben Bewegung auch für Entspannung sorgen, was den Symptomen von Restless Legs darüber hinaus entgegen wirkt.

Stress vermeiden

Stress kann die Beschwerden noch verschlimmern. Darum solltest du allgemein für einen entspannteren Alltag und vor allem vor dem Schlafengehen für Ruhe sorgen. Wenn du einen stressigen Tag hinter dir hast, solltest du nicht direkt ins Bett fallen. Dann wird es dir wahrscheinlich schwerfallen, herunterzukommen. Besser ist es, langsam abzuschalten, indem du beispielsweise ein entspanntes Bad nimmst. Weitere Tipps zur Stressbewältigung erfährst du hier. 

Auch schwere körperliche Arbeit, wie es beispielsweise ein Besuch im Fitnessstudio sein kann, bedeutet Stress für deinen Körper. Darum solltest du dies vor dem Zubettgehen unbedingt vermeiden. Dein Körper braucht einige Zeit, um sich von der Anstrengung zu erholen. So kannst du möglicherweise schlechter einschlafen.

Abendroutine einführen

Abendroutine einführen

Es kann für die Betroffenen extrem hilfreich sein, eine Abendroutine einzuführen. So können sie Körper und Geist langsam herunterfahren und sich optimal auf die Schlafenszeit vorbereiten. Besonders gut für die Schlafhygiene ist es, täglich zur gleichen Zeit schlafen zu gehen. Der Körper gewöhnt sich an den Schlafrhythmus und du kannst besser einschlafen. Darüber hinaus ist es besonders gesund, wenn du täglich zur selben Zeit aufstehst.

Deine Abendroutine könntest du beispielsweise mit einem gemütlichen Spaziergang einläuten. Bei einer Tasse Tee kannst du ein spannendes Buch lesen oder ein wärmendes Bad nehmen. Verzichte vor dem Zubettgehen auf soziale Medien, um dich nicht unnötig zu stressen. Wenn du magst, kann der Einschlaf-Prozess mit Entspannungsmusik begleitet werden.

Nikotin, Alkohol und Koffein meiden

Drogen wie Nikotin, Alkohol und Koffein bedeuten Stress für den Körper. Vor allem Koffein kann dich an einem tiefen Schlaf hindern, wenn du es nur wenige Stunden vor dem Zubettgehen zu dir nimmst. Verzichte daher ab dem Mittagessen auf das Trinken von Kaffee und schwarzem Tee. Auf den Konsum von Alkohol und Nikotin solltest du gänzlich verzichten oder ihn zumindest stark einschränken. Wie du am besten mit dem Rauchen aufhören kannst, erfährst du hier.

Vor dem Zubettgehen nur kleine Mahlzeiten verzehren

Üppige, fettreiche Mahlzeiten vor dem Zubettgehen können deinen Körper ebenfalls belasten. Dein Körper ist dann nämlich mit der Verdauung der Mahlzeit beschäftigt und kann schwieriger herunterfahren. Greife darum lieber zu kleinen und leichten Mahlzeiten, die deinen Verdauungstrakt nicht unnötig belasten. Auch ein warmes Getränk wie ein Kräutertee mit Kamille oder Lavendel ist geeignet. Die Kräuter wirken beruhigend und sind so optimal zum Verzehr vor dem Zubettgehen geeignet.

Einer Selbsthilfegruppe beitreten

Für Betroffene ist es empfehlenswert, Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe zu suchen. In Deutschland gibt es zahlreiche Gruppen dieser Art, in denen sich die Betroffenen austauschen können. Obwohl auch Familie und Freunde eine gute Stütze sein können, ist es doch manchmal hilfreich, mit anderen Betroffenen zu reden, die Sorgen und Beschwerden besser nachvollziehen können. Hier kannst du mitunter auch mehr über einzelne Behandlungsmöglichkeiten erfahren und Kontakt zu behandelnden Ärzten aufnehmen.

Maßnahmen im Akutfall

Maßnahmen im Akutfall: Wechselduschen

Obwohl ein paar Veränderungen im Alltag bereits ein wenig Linderung verschaffen können, ist es doch sinnvoll, im Akutfall ein paar Maßnahmen zu kennen, die schnelle Abhilfe leisten können. Auch wenn die Symptome oft nach kurzer Zeit wieder auftreten, kann eine kurzfristige Besserung bereits eine Erleichterung für die Betroffenen sein.

Wechselduschen

Viele Betroffene bestätigen die Wirkung von Wechselduschen, um die Beschwerden im Akutfall zu lindern. Wechselduschen arbeiten mit dem Prinzip von Wärme und Kälte. Normalerweise steigst du mit einer wohlig warmen Temperatur ein und wechselst dann zu kaltem Wasser. Das kostet erst einmal ein wenig Überwindung, das kalte Wasser kann aber vor allem bei Restless Legs für Linderung sorgen. Nachdem du deine Beine angenehm gekühlt hast, kannst du die Prozedur ein weiteres Mal wiederholen. Beenden solltest du die Wechseldusche mit kaltem Wasser.

Während du Wechselduschen normalerweise am ganzen Körper durchführst, kannst du bei Restless Legs auch nur deine unruhigen Beine behandeln, wenn dir das kühle Wasser sonst unangenehm ist.

Massagen

Massagen können bei Restless Legs ebenfalls für eine kurzfristige Besserung sorgen. Dazu kannst du entweder pflegende Öle wie beispielsweise Mandelöl verwenden oder auch eine spezielle Bürste. Das fördert die Durchblutung der Beine und kann so den Symptomen von Restless Legs wie Kribbeln entgegen wirken.

Dehnübungen & Gymnastik

Dehnübungen & Gymnastik

Dehnübungen und auch allgemeine Gymnastikübungen können im Akutfall helfen. Dadurch werden die Muskeln gelockert und dem allgemeinen Bewegungsdrang entgegen gewirkt. Empfehlenswert sind beispielsweise Kniebeugen und Vorbeugen, bei denen du versuchst, mit den Fingerspitzen deine Füße zu berühren.

Fahrradfahren

Vielen Betroffenen hilft es im Akutfall gemütlich auf dem Fahrrad zu fahren. Da die Beschwerden ausschließlich nachts auftreten, ist dies jedoch oftmals nicht besonders gut umzusetzen. Helfen kann in diesem Fall ein Fitnessrad, das du dir bequem in die Wohnung stellen kannst. So kannst du nicht nur bequem in deiner Wohnung trainieren, du kannst dir auch deinen individuellen Schwierigkeitsgrad einstellen, der für dich besonders angenehm ist. So kannst du auch nachts ohne viel Aufwand deine Beschwerden lindern.

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