Skip to main content

Gerstenkorn: Ursachen + 4 Hausmittel gegen die Entzündung im Auge

Dein Auge ist gerötet, geschwollen und juckt pausenlos? Dann hast du wahrscheinlich ein Gerstenkorn. Die Entzündung ist harmlos, aber sehr unangenehm. Wie ein Gerstenkorn entsteht und wie es behandelt wird, erfährst du hier. Außerdem geben wir dir Tipps, um der Entzündung in Zukunft vorzubeugen.


Was ein Gerstenkorn ist

Ein Gerstenkorn ist eine schmerzhafte Entzündung am Auge

Egal ob jung oder alt, ein Gerstenkorn kann jeder bekommen. Gerstenkörner sind schmerzhafte Entzündungen und Schwellungen am oder im Augenlid, die aussehen wie das Korn der Getreideart Gerste. Im Anfangsstadium ist das Gerstenkorn, auch Hordeolum genannt, noch nicht zu erkennen. Das betroffene Auge schmerzt nur leicht. Mit der Zeit wird der Schmerz im Auge immer stärker und es bildet sich eine rote Schwellung. Irgendwann sammelt sich Eiter in dieser Schwellung und das Gerstenkorn wird dadurch in der Mitte weiß.

In den meisten Fällen ist ein Gerstenkorn harmlos und heilt von selbst wieder ab. Im Grunde ist es nichts anderes als ein juckender Pickel am Auge. Ein Gerstenkorn tut mehr weh als andere Pickel, weil das Augenlid aus festem Gewebe besteht und die Schwellung Druck darauf ausübt. Deine restliche Gesichtshaut ist viel weich als die Haut deines Augenlids. Am Kinn oder auf der Stirn können sich Pickel also viel besser ausbreiten. Hin und wieder wird ein Gerstenkorn mit einem Grieskorn verwechselt. Grieskörner, auch als Milien bekannt, sind harmlose Hautveränderungen, die oft in Augennähe entstehen. Mehr zum Thema Grieskörner findet ihr hier.

Äußeres Gerstenkorn

Ein Gerstenkorn am äußeren Augenlid

Ein Gerstenkorn kann sich sowohl am inneren als auch am äußeren Augenlid bilden. Die Entstehung beider Arten ist sehr ähnlich. Allerdings sind dabei unterschiedliche Drüsen deines Auges entzündet. Ein äußeres Gerstenkorn entwickelt sich, wenn deine Zeis-Drüsen oder deine Moll-Drüsen entzündet sind. Deine Zeis-Drüsen liegen außen am Augenlid und produzieren Talg für die Haarfollikel deiner Wimpern. Deine Moll-Drüsen produzieren Schweiß. Äußere Gerstenkörner kommen viel seltener vor als innere Gerstenkörner.

Inneres Gerstenkorn

Hast du ein Gerstenkorn am inneren Auge, sind deine Meibom-Drüsen entzündet. Im schlimmsten Fall schwillt dein Lid so stark an, dass dein Auge selbst nicht mehr zu sehen ist. Deine Meibom-Drüsen befinden sich am Rand deiner Augenlider und produzieren normalerweise Talg. Außerdem geben sie eine fettige Flüssigkeit ab, die sich mit Tränenflüssigkeit aus deinen Tränendrüsen mischt und dafür sorgt, dass diese nicht zu schnell verdunstet. Übrigens: Wenn du morgens "Schlafsand" in deinen Augen findest, ist nicht der Sandmann dafür verantwortlich, sondern deine Meibom- und Tränendrüsen. Oft trocknet ein Teil des gemischten Sekrets ein und bleibt nach dem Aufwachen in deinen Augen kleben.

Eiter

Ist das Gerstenkorn nicht mehr im Anfangsstadium, sondern nach einigen Tagen schon weiterentwickelt, bildet sich in der Mitte eine weiße Ablagerung. Das Gerstenkorn füllt sich auf natürliche Weise mit Eiter und lässt das Auge noch stärker anschwellen. Nach einiger Zeit baut dein Körper den Eiter selbst wieder ab oder das Gerstenkorn geht auf und der Eiter fließt nach außen ab. Wenn sich der Eiter nach dem Aufplatzen im Auge verteilt, musst du besonders auf die Einhaltung deiner Hygiene achten. Der Eiter ist nämlich ansteckend. Nicht nur andere, auch du selbst kannst bei mangelnder Hygiene ein weiteres Gerstenkorn bekommen. Am besten besorgst du dir deshalb eine Augensalbe oder Tropfen zur Desinfektion. Damit schließt du eine erneute Ansteckung aus. Auf keinen Fall darfst du versuchen das Gerstenkorn selbst zu öffnen, sonst wird die Entzündung womöglich noch schlimmer. Lass dich dazu unbedingt von einem Arzt beraten.

Dauer

Ein Gerstenkorn ist eine harmlose Entzündung, die oft ohne Behandlung ausheilt. Normalerweise dauert das zwischen vier und sechs Tagen. Willst du das Gerstenkorn möglichst schnell loswerden, ist eine Behandlung aber durchaus sinnvoll. Du kannst das Gerstenkorn auch selbst mit Hausmitteln behandeln und den Reifungsprozess vorantrieben. Geht das Gerstenkorn nach einer Woche nicht von allein auf, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Ansteckungsgefahr

Beim Händeschütteln werden Bakterien übertragen.

Ein Gerstenkorn entsteht durch eine Infektion mit Bakterien und ist sehr ansteckend. Berührst du das entzündete Lid und wäschst dir danach nicht die Hände, können die Keime schnell übertragen werden. Am häufigsten infizieren sich Betroffene über einen Händedruck, mit einem Griff an eine Türklinke oder durch die Nutzung von bakteriell verseuchten Handtüchern. Nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch wenn du bereits betroffen bist, ist es äußerst wichtig, dass du dir regelmäßig die Hände wäschst. Nur so vermeidest du Übertragungen und schützt andere vor einer Infektion. Von kleinen Kindern solltest du dich fernhalten. Für sie ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch.

Ursachen für ein Gerstenkorn

Ein Gerstenkorn ist eine Entzündungskrankheit, die von Bakterien verursacht wird. Meistens sind Staphylokokken, seltener Streptokokken dafür verantwortlich. Geraten diese Bakterien in dein Auge, kommt es zu einer Entzündung. Kinder haben häufiger mit Gerstenkörnern zu kämpfen als Erwachsene. Achte bei deinen Kindern darauf, dass sie immer möglichst saubere Hände haben. Wenn die Kinder vom Spielplatz oder aus dem Wald kommen, sollten sie sich immer gleich die Hände waschen. So kann die Ansteckung mit einem Gerstenkorn vermieden werden.

Ein schwaches Immunsystem ist eine häufige Ursache für Gerstenkörner. Ein schwaches Immunsystem macht dich generell anfällig für Krankheiten, auch für bakterielle Infektionen, aus denen ein Gerstenkorn hervorgehen kann. Bei Diabetikern kommen Gerstenkörner besonders häufig vor. Bekommst du regelmäßig Gerstenkörner, solltest du auf jeden Fall einen Arzt um Hilfe bitten. Er kann dich auch auf Diabetes testen. Gerstenkörner können nämlich ein Symptom für die Zuckererkrankung sein.

Vorbeugen

Regelmäßiges Händewaschen beugt einem Gerstenkorn vor

Du kannst einiges dafür tun, um einem Gerstenkorn vorzubeugen. Achte darauf, dass du folgende Tipps in deinem Alltag berücksichtigst:

Hygiene: Mit ausreichender Hygiene beugst du einem Gerstenkorn am besten vor. Die Bakterien, die ein Gerstenkorn auslösen geraten nämlich vor allem über deine Hände in dein Auge. Daher solltest du dir deine Hände unbedingt regelmäßig waschen, besonders wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs warst oder eine öffentliche Türklinke berührt hast. Trägst du Kontaktlinsen, solltest du deine Hände vor dem Einsetzen und dem Herausnehmen der Linsen immer waschen.

Gesunde Ernährung: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung beugt allen Krankheiten vor. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sollten auf deinem täglichen Speiseplan stehen, denn sie enthalten Vitamine und Spurenelemente, die dein Immunsystem stärken. Ist dein Körper übersäuert, solltest du es einmal mit einer basischen Ernährung versuchen. Tipps dazu findest du hier.

Sport: Regelmäßige Sporteinheiten verbessern deine Gesundheit nachhaltig und beugen unterschiedlichsten Krankheiten vor. Wenn du nicht allzu sportlich bist, reichen auch Spaziergänge an der frischen Luft. Hauptsache du bewegst dich draußen! Tipps zum Joggen lernen findest du hier.

Stress: Stress schwächt das Immunsystem. Daher solltest du Stress so gut wie möglich vermeiden. Ist das nicht möglich, suche nach den Ursachen und bekämpfe sie. Sport kann dir dabei helfen Stress abzubauen. Weitere Tipps zur Stressbewältigung findest du hier.

Abschminken: Beim Abschminken darfst du nicht zu stark an den Augenlidern reiben. Außerdem solltest du darauf achten eine richtige Abschminklotion zu benutzen. Am besten eignen sich sanfte, pH-neutrale Waschlotionen.

Luftzüge vermeiden: Starker Zugwind, zum Beispiel bei einer Fahrt mit einem Cabrio, trocknet die Augen aus. Wenn du selbst unterkühlt bist, schwächt das deine Abwehrkräfte und begünstigt ein Gerstenkorn zusätzlich.

Gerstenkorn selbst behandeln: Hausmittel gegen die Entzündung

Lavendelöl ist eins von vielen Hausmitteln gegen Gerstenkörner

Normalerweise heilt ein Gerstenkorn schnell wieder ab. Du musst nur Geduld haben und abwarten. Lässt die Schwellung auch nach mehreren Tagen nicht nach oder wird das Gerstenkorn sogar größer, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Entzündung kann sich nämlich auf das gesamte Auge ausbreiten und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen. Auch wenn du dich krank fühlst, deine Lymphknoten geschwollen sind, du Kopfschmerzen oder Fieber hast, musst du so sofort zum Arzt.

Achte darauf, dass du viel trinkst. Zwei Liter am Tag solltest du mindestes zu dir nehmen, in Form von Wasser, Kräutertees, Smoothies oder Suppen. Unter keinen Umständen darfst du ein Gerstenkorn mit den Fingern berühren oder gar ausdrücken. Die Infektion breitet sich dadurch nur noch mehr aus.

Da ein Gerstenkorn sehr ansteckend ist, musst du bei der Anwendung von Hausmitteln vorsichtig sein und dir regelmäßig die Hände waschen. Pass auf, dass nichts direkt ins Auge gelangt, sonst wird es zusätzlich gereizt. Vorsicht: Einige bekannte Hausmittel sind zwar sehr beliebt, zur Behandlung von Gerstenkörnern aber ungeeignet.

Das ist zum Beispiel bei feuchten Kompressen der Fall. Immer wieder wird empfohlen Kompressen mit Kamillen- oder Fencheltee selbst herzustellen und diese auf das betroffene Auge zu legen oder es damit abzutupfen. Obwohl Kamillentee entzündungshemmende Wirkung hat, weicht die Feuchtigkeit der Kompresse die Haut zu sehr auf. Die bakteriellen Erreger können sich auf weicher Haut viel besser verteilen als auf fester Haut. Das Risiko die Infektion zu verschleppen steigt. Eine weitere unschöne Nebenwirkung der feuchten Kompressen sind mögliche allergische Reaktionen am Auge.

Breiumschläge

Die Anwendung von Breiumschlägen zum Öffnen des Gerstenkorns ist umstritten. Einige Mediziner raten davon ab, andere empfehlen die Behandlung des Auges mit einem Umschlag. Du musst selbst entscheiden, ob du es ausprobieren willst. Entscheidest du dich dafür, kochst du Leinsamen in Wasser bis sie aufquellen. Den daraus entstandenen Brei gibst du in einen kleinen Stoffsack. Nachdem der Brei abgekühlt ist, legst du den Umschlag auf das erkrankte Auge. Ist der Sack feucht, legst du am besten ein trockenes Tuch auf dein Auge bevor du den Breisack darauf platzierst. Das Ganze kannst du zwei- bis viermal am Tag wiederholen. Allerdings musst du aus hygienischen Gründen jedes Mal ein neues Tuch verwenden.

Zaubernuss

Die Zaubernuss, auch Hamamelis genannt, ist ein natürlicher Wirkstoff gegen entzündete Haut. Auch bei einem Gerstenkorn kann die Zaubernuss sinnvoll eingesetzt werden. Allerdings solltest du kein Hamamelis-Wasser benutzt. Das macht deine Haut feucht und weich. Greife lieber auf Hamamelis-Salbe zurück. Die findest du in jeder Apotheke. Die Salbe gibst du auf ein Wattestäbchen und betupfst damit die Schwellung am Lid.

Ätherische Öle

Einige ätherische Öle wirken entzündungshemmend und können hilfreich gegen ein Gerstenkorn eingesetzt werden. Du kannst zum Beispiel Teebaumöl, Neemöl und Lavendelöl benutzen. Auch bei der Behandlung deines Auges mit ätherischen Ölen musst du darauf achten es nicht zu sehr zu befeuchten, damit sich die Bakterien nicht weiter ausbreiten. Am besten träufelst du nur zwei bis drei Tropf des Öls auf ein Tuch und legst das Tuch danach auf dein Auge.

Rotlicht

Ist die Haut rund um dein Auge trocken, platzt das Gerstenkorn schnell auf und der Eiter kann herauslaufen. Mit Wärmebehandlungen trocknest du die Haut rund um dein Auge gezielt aus. Es eignen sich aber nur trockene Wärmebehandlungen. Von Saunabesuchen oder einem Schaumbad solltest du also Abstand nehmen. Im Sommer tut es deinem Auge gut, wenn du es möglichst viel in die Sonne hältst. Deine Haut trocknet dann auf natürliche Art und Weise aus. Im Winter kannst du dein Auge gut mit einer Rotlicht-Lampe behandeln. Dazu machst du die Lampe an, schließt die Augen und hältst dein Gesicht für fünf bis zehn Minuten in das warme Licht. Das beschleunigt den Reifeprozess des Gerstenkorns ungemein. Vorsicht: Schaue niemals direkt in das Rotlicht. Das schadet deinen Augen. Wenn du keine Vorerfahrung hast, lass dich besser von einem Arzt beraten.

Gerstenkorn beim Arzt behandeln

Ärzte behandeln Gerstenkörner

Wenn das Gerstenkorn nach vier Tagen nicht merklich zurück gegangen ist, musst du einen Arzt aufsuchen. Er ritzt das Gerstenkorn an, damit der darin enthaltene Eiter abfließen kann. Eventuell verscheibt er dir auch Medikamente mit Antibiotika, zum Beispiel Augensalbe oder Augentropfen. Die lassen das Gerstenkorn ebenfalls rasch verschwinden. Aber wie bei allen Antibiotika gilt: Verwende sie nicht zu oft, sonst entwickelst du eine Resistenz.

Tropfen und Salben

Antibiotische Augentropfen oder Augensalben kommen bei der Behandlung von Gerstenkörnern häufig zum Einsatz. Mit ihnen bekämpfst du nicht nur die Schwellung, sondern desinfizierst dein Auge auch. So verhinderst du, dass sich die Entzündung noch weiter ausbreitet. Dein Arzt kann dir passende Tropfen und Salben verschreiben. Hast du die Augensalbe oder die Augentropfen einmal angebrochen, solltest du sie zügig verbrauchen. Nach dem Öffnen sind sie nämlich meist nicht lange haltbar. Kehrt dein Gerstenkorn nach kurzer Zeit zurück und du willst es erneut mit Tropfen oder einer Salbe behandeln, musst du zuerst das Haltbarkeitsdatum prüfen. Abgelaufene Medikamente verwendest du besser nicht mehr.

Kontaktlinsen

Bei einem äußeren Gerstenkorn kannst du deine Kontaktlinsen ohne Bedenken weiter tragen. Dann kommt dein Gerstenkorn nämlich nicht mit der Linse in Kontakt. Acht unbedingt auf ausreichende Hygiene, damit du dich nicht mit deinem eigenen Gerstenkorn erneut infizierst. Dennoch ist es besser während einer Augenerkrankung keine Kontaktlinsen, sondern eine Brille zu tragen. Das schont das Auge und die Entzündung kann schneller verheilen.

Hagelkorn

Ein Hagelkorn, auch Chalazion genannt, ist ebenfalls eine Schwellung am Augenlid und dem Gerstenkorn sehr ähnlich. Anders als das Gerstenkorn ist ein Hagelkorn aber eine chronische Entzündung, die nicht ansteckend und schmerzfrei ist. Auch ein Hagelkorn entsteht durch die Verstopfung einer Drüse im Auge. In seltenen Fällen entwickelt es sich auch aus einem Gerstenkorn. Ein Hagelkorn ist vollkommen harmlos. Ist es allerdings besonders groß und stört dich, kannst du es mit einer Operation entfernen lassen. Stört es dich nicht und hat ein Arzt anderweitige Erkrankungen ausgeschlossen, die in Verbindung mit dem Hagelkorn stehen könnten, musst du es nicht entfernen lassen.

0 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 5 (0 votes, average: 0,00 out of 5)
You need to be a registered member to rate this.
Loading...

Auch interessant

close

Gesund & fit durch's Leben

Dein kostenloser Info-Letter für Gesundheit & Fitness. Ratgeber, Checklisten & vieles mehr. 

Abonniere unseren gratis Info-Letter und erfahre sofort 8 Gesundheitsmythen, die du kennen solltest.