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Tonkabohne: 4 Verwendungen und 2 Risiken des beliebten Gewürzes

Die Tonkabohne erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Sie ist vielseitig verwendbar, doch beim Kauf gibt es einiges zu beachten. Wir klären dich über die Wirkweisen der Tonkabohne auf und geben Tipps zum Kauf.

Tonkabohnen

Wissenswertes über die Tonkabohne

Anders als der Name vermuten lässt, ist die Tonkabohne eigentlich gar keine Bohne, sondern ein Gewürz. Auf den ersten Blick sieht sie nicht gerade aus wie ein angesagtes Superfood. Tonkabohnen sind länglich, platt gedrückt, bis zu 4 cm lang und bis zu 15 mm breit. Mit ihrer dunklen, ledrigen Haut erinnern sie eher an eine besonders zerknautschte Rosinen. Um die Haut an sich geht es aber auch gar nicht, sondern um das, was darunter liegt. Im Inneren befindet sich der circa 5 cm lange mandelförmige Samen. Dieser muss nach der Ernte mehrere Monate trocknen, bevor die Tonkabohnen stückweise abgepackt und verkauft werden können.

Aroma

Die Tonkabohne hat eine herbe, beinahe elegante Note. Kenner bringen die unterschiedlichsten Gerüche und Geschmäcker mit ihr in Verbindung. Mit ihrem süßlichen Aroma ähnelt die Tonkafrucht besonders der Vanille. In Desserts, Keksen und Kuchen kommt sie als günstigerer Vanille-Ersatz zum Einsatz. Ihr Geschmack erinnert auch an Rum, Waldmeister, Bittermandeln und Süßholz verglichen.

Herkunft

Die Heimat der Tonkabohne liegt im nördlichen Südamerika, konkret in den tropischen Regenwäldern am Amazonas, in Französisch-Guyana und der Karibik. Dort ist sie am gemeinen Tonkabohnenbaum zu finden, der sehr schnell wächst und bis zu 30 Meter hoch werden kann. Der Baum gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler und bekommt schmetterlingsförmige, violette Blüten mit kreiselförmigem Kelch. Daraus entwickeln sich die Früchte, deren Samen wiederum die Tonkabohnen sind.

Im gewerblichen Anbau lassen sich unter Idealbedingungen bis zu 15 kg Bohnen pro Tonkabaum gewinnen. Aufgrund der großen Nachfrage hat sich die Verbreitung mittlerweile deutlich ausgedehnt. Inzwischen züchten Bauern in einigen südamerikanischen Ländern den Baum, um die Tonkabohne weltweit zu verkaufen. Der Name „Tonka“ kommt von den Ureinwohnern in Französisch-Guayana.

Verwendung

Die Tonkabohne kommt sehr vielseitig zum Einsatz. In der Küche kannst du sie nutzten, um unterschiedlichsten Speisen eine spezielle Note zu verleihen. Seltener kommt die Tonkabohne als Naturheilmittel zum Einsatz. Sogar im Pfeifen- und Schnupftabak findet man teilweise Tonkabohnen. Hier sorgen sie für ein weiches Aroma, das sehr verlockend duftet.

Gewürz in der Küche

Die Tonkabohne als Gewürz

In der Küche kannst du die Tonkabohne als Gewürz zum Aromatisieren von Süßspeisen und Desserts, wie Panna Cotta, Tonkabohneneis oder Crème brûlée nutzen. Du kannst sie reiben und über die Speisen streuen oder sie in eine Flüssigkeit einlegen, um das Aroma freizusetzen.

Außerdem kannst du auch die ganze Bohne in eine noch heiße Speise legen, die auf dem Herd gart. Lasse die Bohne für ungefähr eine Minute darin ziehen, dann nimmst du sie wieder heraus. Länger sollte die Bohne nicht in der Speise bleiben, da der Geschmack sonst zu dominant ist. Bei kalten Gerichten kann die ganze Bohne über Nacht in der Speise verbleiben. So hat sie genügend Zeit um ihr Aroma zu verbreiten. Nutzt du die Bohne auf diese Art und Weise kannst du sie bis zu zehnmal verwenden. Die Voraussetzung dafür ist, dass du sie nach der Verwendung gut unter fließendem Wasser abspülst. Auch bei der Zubereitung pikanter Speisen lässt sich gut mit der Tonkabohne experimentieren, zum Beispiel in orientalischen Reisgerichten oder Tomatensaucen.

Rezept Crème brûlée mit Tonkabohne

Zutaten:

  • 40 g Zucker
  • 1 Tonkabohne
  • 4 Eigelb
  • 375 ml Sahne
  • 125 ml Milch
  • Feiner Zucker

Zuerst bringst du Milch, Sahne und die Tonkabohne zum Kochen, lässt das Ganze danach abkühlen und nimmst die Tonkabohne aus dem Topf heraus. Dann verrührst du Eigelb und Zucker und heizt den Backofen auf 150 Grad vor. Weiter gehts mit der Sahne, die du unter die Eimasse rührst. Die entstandene Creme gibst du in feuerfeste Förmchen. Nun füllst du Wasser auf ein Backblech und stellt die Förmchen so darauf, dass sie bis zur Hälfte im Wasser stehen. Die Creme lässt du 40 Minuten lang im Backofen stocken (was bedeutet, dass die Masse durch das Erhitzen fest wird, also "stockt"). Die Crème brûlée sollte über Nacht im Kühlschrank auskühlen. Vor dem Servieren überstreust die Creme mit feinem Zucker und karamellisierst sie mit einem Brenner.

 

Rezept Tonka-Tomatensoße

Zutaten:

  • 1 Dose geschälte Tomaten
  • 100ml Sahne
  • 1/4 Tonkabohne
  • Salz, Pfeffer
  • Pasta & Parmesan zum servieren

Die geschälten Tomaten mischst du mit der zuvor geriebenen Tonkabohne. Zum Reiben eignet sich am besten eine Muskatreibe. Die Tomaten-Tonkabohnen-Mischung kochst du auf, gibst einen Schuss Sahne dazu und schmeckst die Soße mit Salz und Pfeffer ab. Die Soße kannst du dann mit Nudeln und Parmesan servieren.

Naturheilmittel

In Brasilien, Venezuela und Kolumbien gelten Extrakte aus Tonkabohne als sehr wirksam bei Übelkeit, Husten und Asthma und sogar bei Krampfzuständen. Zudem soll sie eine fiebersenkende, hustenstillende und beruhigende Wirkung haben. In der einheimischen Naturheilkunde kommt sie auch als Herzstärkungsmittel zum Einsatz, in der Aromatherapie zur Linderung von Stress und zur Entspannung. Bei uns wird die Tonkabohne nur in seltenen Fällen in der pflanzlichen Medizin eingesetzt.

Auf keinen Fall solltet ihr auf eigene Faust Experimente mit der Tonkabohne machen und sie bei Krankheiten unbedacht zu euch nehmen. Wenn man sich nicht auskennt, ist die Gefahr sehr groß sich in der Dosierung zu verschätzen. Falls ihr die Tonkabohne dennoch als Heilmittel einsetzen wollt, ist es sehr wichtig sich von einem erfahrenen und seriösen Heilpraktiker beraten zu lassen. Infos zum Thema Ausbildung zum Heilpraktiker findest du hier.

Räuchermittel

Tonkabohnen können als Räuchermittel genutzt erden

Ungefährlicher ist es, die Tonkabohne oder auch das Holz des Tonkabaums als Räuchermittel zu nutzen. Samen und Holz müssen dazu frisch zu Pulver zermahlen und in kleinen Mengen einer Räuchermischung beigegeben werden.Genau wie  Weihrauch verströmt das Pulver beim Verbrennen einen angenehmen Duft. Beim Verbrennen verströmen sie einen vanilligen, süßlich-würzigen Duft. Der Rauch soll eine beruhigende, harmonisierende und stimmungsaufhellende Wirkung haben. Bei Meditationen kann das Aroma dabei helfen sich an glückliche Lebensphasen zu erinnern.

Tonkabohne als Glücksbringer

Tonkabohnen gelten seit jeher als Glücksbringer und Wunscherfüller. Daher werden sie auch „Wunschbohnen“ genannt. In Südamerika tragen viele Menschen die Tonkabohne in der Geldbörse. Sie soll für Wohlstand und Erfolg sorgen, vor Krankheiten schützen und Wünsche erfüllen. Zudem verspricht sie Geldsegen, vielleicht weil sie bis Mitte der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts in Venezuela ein offizielles Zahlungsmittel war. Tipps und Übungen für mehr Glück im Alltag findet ihr hier.

Risiken

Tonkabohnen enthalten Cumarin

Die Verwendung von Tokabohnen zur Zubereitung von Lebensmitteln war in Deutschland von 1981 bis 1991 verboten. Bis heute existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Die Verwendung ist nur erlaubt, wenn die zulässigen Höchstwerte für Cumarin in der zubereiteten Speise nicht überschritten werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt dazu in einer Stellungnahme von 2012: „Bei besonders empfindlichen Personen kann Cumarin schon in relativ kleinen Mengen Leberschäden verursachen, die Wirkung ist allerdings in der Regel reversibel.“

Cumarin

Cumarin ist ein natürlich vorkommender Pflanzenstoff, der beispielsweise frischem Heu und getrocknetem Waldmeister seinen eigentümlichen und würzigen Geruch verleiht. Er ist Hauptinhaltsstoff der Tonkabohne und verleiht ihr den besonderen Geschmack. Die Tonkabohne hat einen deutlich höheren Cumaringehalt als andere Lebensmittel, wie zum Beispiel Cassia-Zimt. Sie besteht aus ein bis drei Prozent Cumarin, in seltenen Fällen auch aus bis zu zehn Prozent. Gerade dieser sekundäre Pflanzenstoff ist es, der die Tonkabohne so umstritten macht.

Wer Cumarin in zu hohen Mengen konsumiert, spielt mit dem Risiko die Leber zu schädigen. Zudem wird dem Stoff nachgesagt, dass er in hohen Dosierungen Krebs verursachen kann. Der Verzehr von mehr als zwei Milligramm Tonkabohne pro Kilogramm Speise kann sich bereits negativ auf die Gesundheit auswirken. Bei einer Überdosierung wirkt der Inhaltsstoff giftig und verursacht unter Umständen:

  • heftige Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Schlafsucht
  • zentrale Lähmung
  • Atemstillstand
  • Koma

Zudem kann es zum Auftreten von Ekzemen und diffusem Haarausfall kommen. Gerade werdende Mütter sollten genau darauf achten wie viel Cumarin sie zu sich nehmen. Für sie besteht die Gefahr, dass der Stoff Auswirkungen auf die Entwicklung des Embryos hat, die zu Fehlbildungen und im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt führen können.

In den USA ist die Verwendung der Tonkabohne in Lebensmitteln laut Food and Drug Administration untersagt. Auch in Deutschland war die Verwendung zeitweise verboten. Damit die Tonkabohne wirklich schädlich wirkt, muss ein Mensch mindestens 500 Milligramm Cumarin pro Kilo seines Körpergewichts zu sich nehmen. Erst dann ist das Cumarin giftig für den Menschen. Da im Durchschnitt lediglich drei Prozent Cumarin in den Tonkabohnen enthalten sind, ist es bei angemessener Verwendung des Gewürzes unmöglich, die Dosis zu erreichen. Aus diesem Grund hat die European Food Safety Authority (EFSA) 2004 Entwarnung gegeben. Es heißt: Wer täglich maximal 0,1 mg Cumarin pro Kilo Körpergewicht zu sich nehme, brauche keine Schädigung zu befürchten.

Gemessen daran, dass die Tonkabohne etwa 1 Gramm wiegt und 40 mg Cumarin enthält, sollte man nicht mehr als ein Achtel einer Tonkabohne pro Tag verzehren. Das ist aber wirklich eine ganze Menge. Du kannst die Tonkabohne also sicher in der Küche für Deine Süßspeisen verwenden, ohne eine Gefährdung zu fürchten. In Deutschland kann man sowieso nur fermentierte Tonkabohnen kaufen, bei denen der Cumaringehalt auf ein zugelassenes Maß reduziert ist.

Tonkabohne als Droge

Die Tonkabohne hat auch eine erotisierende und leicht hypnotische Wirkung. Daher hört man immer wieder, dass Tonkabohnen als billiges Haschisch geraucht werden. Dabei ist aber höchste Vorsicht geboten, denn bei einer Überdosierung kann es zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden kommen. Die Höchstgrenzen für Cumarin, die in Deutschland gelten, sind lediglich für Lebensmittel festgeschrieben. Zum Rauchen wird die Tonkabohne üblicherweise gemahlen oder zerstoßen, zwischen den Tabak gemischt und geraucht.

Um die halluzinogene Wirkung der Tonkabohne auszulösen, zünden manche Nutzer die Bohne direkt an und inhalieren den Rauch. Die Wirkung soll etwas schwächer ausfallen als bei Haschisch. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Tonkabohne hierzulande noch nicht als Droge verboten wurde.

Tonkabohnen kaufen

Lange Zeit war die Nutzung von Tonkabohnen in Deutschland verboten. Dann konnte man sie ausschließlich in Apotheken kaufen. Mittlerweile sind Tonkabohnen auch in sehr gut sortierten Supermärkten, bei Gewürzhändlern und in Online Shops zu finden. Preise vergleichen lohnt sich, denn es gibt große Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Einige verkaufen Tonkabohnen relativ günstig. Beim Online-Kauf solltest du aber immer die Versandkosten im Blick haben, die sind bei einigen Anbietern nämlich sehr hoch. Ein Besuch im Online-Shop bietet aber auch entscheidende Vorteile. So kannst du dir gleich Kundenmeinungen durchlesen und nachvollziehen aus welchem Land die entsprechenden Tonkabohnen stammen.

Formen der Tonkabohne

Ganze Bohnen und geriebene Tonkabohne

Vor dem Kauf solltest du dir überlegen in welcher Form du die Tonkabohnen kaufen möchtest. Die gängigste Form sind ganze Bohnen, denn darin steckt der meiste Geschmack. Nach Bedarf kannst du diese zur Weiterverarbeitung auch mit einer Muskatreibe fein reiben oder mit einem Mörser zerkleinern. So entsteht feines Pulver mit dem du Gebäckteig, Pralinenfüllungen oder anderen Desserts verfeinern kannst. Tipp: Immer nur so viel reiben, wie du für ein Gericht benötigst.

Natürlich kannst du Tonkabohnen auch bereits gerieben, also in Pulverform kaufen. In diesem Fall sparst du dir die Weiterverarbeitung mit der Muskatreibe oder dem Mörser. Allerdings bleibt das Aroma des Gewürzes auf lange Sicht intensiver, wenn du ganze Bohnen lagerst und sie nur dann reibst, wenn du sie verwenden möchtest. Der Geschmack von fertig gemahlenem Pulver ist nicht so intensiv, wie der von frisch geriebenen Bohnen.

Auch als flüssiges Aroma ist die Tonkabohne erhältlich. Entscheidest du dich für diese Version, musst du das Gewürz auch nicht weiterverarbeiten, sondern kannst es gleich nutzen. Mit Hilfe einer Pipette lässt sich das Tonka-Konzentrat bequem auf zubereitete Speisen träufeln.

Aufbewahrung

Gefäße zur Aufbewahrung

Obwohl die Samen aus den Tropen stammen, fühlen sie sich bei richtiger Lagerung auch hierzulande wohl. Tonkabohnen sollte man kühl, trocken und luftdicht lagern. Dazu eignen sich am besten verschließbare Gläser oder Dosen. So bewahren die Tonkabohnen ihr Aroma bis zu 12 Monate lang. Auch Plastiktüten können zur Aufbewahrung genutzt werden. Allerdings sind die selten richtig luftdicht. Glasbehälter, die sich fest verschließen lassen, sind also die bessere Wahl.

Dosierung

Die Tonkabohne enhält Cumarin und sollte daher nur sparsam verwendet werden. Da die Bohne ein starkes Aroma hat, reicht eine geringe Menge vollkommen aus. Tonkabohnen sind hierzulande nur getrocknet und fermentiert erhältlich. Du kannst sie also das ganze Jahr über kaufen, wenn sich dein Vorrat dem Ende zuneigt. Normalerweise besteht eine Packung aus fünf bis sieben Bohnen. Das hört sich wenig an, reicht aber vollkommen aus. Eine Tonkabohne kann als Ganzes bis zu zehnmal verwendet werden.

Ist die Bohne genießbar?

Es ist besonders wichtig zu Wissen, dass Tonkabohnen nicht nur zum Kochen genutzt werden, sondern auch in der Naturheilkunde und als Räuchermittel. Beim Kauf musst du also unbedingt darauf achten, dass die Tonkabohne zum Verzehr geeignet ist.

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